Inhaltsverzeichnis
I. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der Gesellschaft
Das abgelaufene Wirtschaftsjahr brachte nur eine leichte „Erholung“. Die Branche erlebte auch im vergangenen Wirtschaftsjahr erneute eine Saison der Stagnation und des Nachfrage-Rückgangs seitens der Endverbraucher gegenüber dem Handel.
Dies zeichnete sich schon im Juli 2024 in Frankfurt auf der Leitmesse Eurobike ab. Das Bestellverhalten der Händler war erneut zurückhaltend, so wie seit über zwanzig Jahren nicht mehr. Der Hauptgrund dafür lautete: Der Handel war immer noch gezwungen, seine eigenen viel zu hohen Bestände drastisch zu konsolidieren.
Die KTM Fahrrad GmbH bekennt sich weiter zu Qualität, innovativem Rahmendesign und einem ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Dies im Markt umzusetzen, wurde im abgelaufenen Jahr aber noch schwieriger aufgrund der weltweiten Rabattaktionen in allen Fahrrad-Segmenten.
a. Absatzentwicklung
Im vorherigen Geschäftsjahr 2023/24 hatte die KTM Fahrrad GmbH noch einen Umsatz von knapp EUR 425 Mio. (ein Minus von knapp 30% gegenüber dem Vorjahr). Im aktuellen WJ 24/25 reduzierte sich der Umsatz erneut um knapp 25 % auf circa EUR 365 Mio. Produziert wurden 107.678 Fahrräder, dies war ebenfalls ein Rückgang um 37 % im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr. Der erneut stark reduzierte Umsatz konnte hauptsächlich nur aufgrund des langfristig bestehenden Auftragsbestandes aus den Vorjahren erzielt werden. Neue Auftragseingänge waren auch dieses Jahr nur marginal. Der Lagerbestand zum Geschäftsjahresende konnte auf knapp 94.000 Fahrräder (Vorjahr 113.000) reduziert werden. Die Reduzierung der Lagerstückzahl resultierte zum Teil aus Abverkaufsaktionen bei allen Fahrradsegmenten, sowohl eBikes als auch analoge Fahrräder wie etwa Kinderräder und günstigen Erwachsenenrädern.
Im laufenden Geschäftsjahr wurden von unserem Tochterunternehmen in Tschechien, der BPS Bicycle Industrial s.r.o. und einem weiteren Hersteller 49.705 Fahrräder für uns produziert.
| Stück Fahrräder | 2024/25 | Veränderung | 2023/24 |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 206.705 | +4,5 % | 197.752 |
| Absatz | 209.147 | -2,2 % | 213.751 |
| Produktion | 107.678 | -37,1 % | 171.212 |
| Handelsware | 49.705 | -17,7 % | 60.365 |
| Lagerbestand | 93.883 | -17,1 % | 113.213 |
b. Marktentwicklung
Die Marktentwicklung hat sich erneut verlangsamt. Die KTM Fahrrad GmbH hat trotz großer Investitionen in Werbung sowohl in der Social-Media als auch im TV die negative Umsatzentwicklung nicht abwenden können. Verantwortlich dafür ist die gesamte Marktsituation und Marktstimmung. Das enorme Überangebot von Fahrrädern und eBikes – mittlerweile weltweit – führt neben Rabattschlachten zu hohen Umsatz- und auch Rendite-Einbußen.
c. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2024/2025 reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 425 Mio. auf EUR 365 Mio.
Es wurde ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 50,5 Mio. erreicht, d.s. um 20% mehr, und liegt EUR 8,8 Mio. über dem Vorjahr.
Der Rückgang im Umsatz liegt vor allem an dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, das auch an der Fahrradbranche nicht spurlos vorüber ging.
Im Ergebnis wird ein Anstieg des Jahresüberschusses auf EUR 38,7 Mio. ausgewiesen (Vorjahr EUR 34 Mio.). Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Eigenkapital zum 31.7.2025 um EUR 8,2 Mio. auf EUR 266,2 Mio. erhöht. Die Eigenkapitalquote beläuft sich mit Abschluss des Geschäftsjahres 2024/2025 auf 73,3% (Vorjahr 67,5%).
Der Operative Cashflow ist um 35 Mio. Euro auf rd 83 Mio. Euro gestiegen (Vorjahr EUR 48 Mio.) Die Liquiditäts- und Finanzierungssituation hat sich weiter entspannt, sodass sich die flüssigen Mittel auf EUR 129,7 Mio. (Vorjahr EUR 58,7 Mio.) Euro erhöhten.
d. Arbeitnehmer- und Umweltbelange
Den zunehmend widrigeren Marktumständen zum Trotz: Um eine ständige Verbesserung im Bereich der Gesundheit und Sicherheit zu erreichen, werden unter anderem präventiv durchgeführte Maßnahmen hinsichtlich allgemeiner Sicherheit am Arbeitsplatz, Brandschutz und sicherheitsrelevanter Themenstellungen sowie Maßnahmen zur Sicherstellung von geeigneten Arbeitsplätzen getätigt. Zusammen mit der Betriebsärztin wurden wichtige soziale Themen im Mitarbeiter-Bereich aktiv geschult.
Darüber hinaus wurden Sensibilisierungskurse in diversen Bereichen durchgeführt sowie Deeskalations-Workshops für die Bereiche Kundendienst, Innendienst, Außendienst.
Das am 1. Januar 2024 erfolgreich eingeführte neue ERP-Systems SAP-4Hana hat sich mittlerweile in allen Betriebsbereichen etabliert und wird dabei noch ständig weiterentwickelt und optimiert.
II. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft wird trotz oder gerade wegen der fortschreitenden Globalisierung immer schwieriger zu prognostizieren. Das Risikomanagement wird in den kommenden Jahren aus finanzieller Sicht weiterhin den Schwerpunkt auf Preisentwicklung der Rohstoffe und Transportkapazitäten legen. Darüber hinaus stellt auch die geänderte weltpolitische Lage einen aus Risikosicht permanent zu beurteilenden Sachverhalt dar.
Für das laufende Wirtschaftsjahr 2026 wird mit einem leichten Umsatzrückgang und geringerem Jahresüberschuss bei gleichbleibender EBIT-Marge gerechnet.
a. Strategische Ausrichtung
Es gibt zwei wesentliche Erfordernisse zur strategischen Zukunftsfähigkeit der KTM Fahrrad GmbH:
Die sukzessive Digitalisierung des Unternehmens:
Der KTM Fahrrad GmbH stehen strategische Herausforderungen durch wichtige IT-Projekte bevor: Erneuerung der B2B-Plattform, weitere Verbesserung des Reklamationssystems und die Digitalisierung des Produktionsprozesses, auch unter Verwendung von künstlicher Intelligenz.
Der Ausbau der Produktions- und Logistik-Kapazitäten, allen voran im eBike-Bereich:
Dazu gibt es drei wichtige produktstrategische Bausteine, die die Marke KTM Fahrrad stärken und unverwechselbarer machen sollen:
x x x Produktion in Österreich als Qualitätsmerkmal ist fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie der KTM Fahrrad GmbH Themenführerschaft / Innovationsdruck im eBike-Segment ist ein weiteres wichtiges Strategieziel. Ziel ist es, jedes Jahr mindestens 25 % des Umsatzes mit Modellen zu erzielen, die es vor einem Jahr noch nicht gab. Differenzierung durch Innovationen im Rahmenbereich, speziell im High-End-eBike-Segment durch enge konzernweite Zusammenarbeit mit Zulieferern.
Tätigkeit der KTM-Bikes International Co., LTD:
Die Ausweitung der Assemblierung auf weitere Standorte in Fernost wird von KTM-Bikes International betreut. Dies umfasst neben der Einholung von Angeboten in weiterer Folge auch qualitätssichernde Maßnahmen und Organisation der Logistik. Notwendige Anpassungen der Produktionskapazitäten erfordern intensive Verhandlungen mit den Lieferanten. Das Produktmanagement und die Koordination der Spezifikationsarbeiten für die unter Markennamen KTM zu produzierende Modelle wird seitens Headquarters Mattighofen ausgeführt.
KTM Bikes International CO., Ltd. führt darüber hinaus Spezifikationen und Beratungen für Kunden in Fernost durch.
b. Risikomanagement und Umgang mit Ungewissheiten
Die Risikopolitik der KTM Fahrrad GmbH entspricht dem Bestreben, Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten und den Unternehmenswert der KTM Fahrrad GmbH langfristig zu steigern.
Der Risikobericht erläutert wesentliche Einzelrisiken im Hinblick auf ihre Bedeutung für die KTM Fahrrad GmbH. Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken bestehen möglicherweise weitere strategische, operative, finanzielle, soziale, arbeitssicherheitstechnische, gesundheits- und umweltbezogene sowie sonstige externe Risiken.
Bei Eintritt eines oder mehrerer bekannter oder unbekannter Risiken besteht die Möglichkeit erheblicher nachteiliger Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KTM Fahrrad GmbH.
Die Geschäftstätigkeit der KTM Fahrrad GmbH ist grundsätzlich einer Reihe von Risiken ausgesetzt, deren Eintritt einzeln oder zusammen mit anderen Umständen die Geschäftstätigkeit der KTM Fahrrad GmbH erheblich beeinträchtigen und unter Umständen erhebliche bis existenzgefährdende nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.
Dabei geht das Management der KTM Fahrrad GmbH grundsätzlich nur solche Risiken ein, die im Rahmen der Wertschaffung unvermeidbar, jedoch kontrollierbar sind.
Hinsichtlich der Art der Risiken, ihrer Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit werden nachfolgend nur die als wesentlich erachteten Risiken beschrieben, die das Geschäft sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinflussen können.
Risiken der Wertschöpfungskette
Die Wertschöpfungskette der KTM Fahrrad GmbH umfasst alle Stufen beginnend von Forschung und Entwicklung über die Steuerung der Versorgungskette und der Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb. Insbesondere können entlang der Werkschöpfungskette Engpässe bei der Rohstoffversorgung entstehen sowie Produktionsunterbrechungen, Ausschuss, Qualitätsmängel bei Produkten/Verpackung/Lagerung/Auslieferung auftreten und zu Mehrkosten, Lieferengpässen bzw. - Verzögerungen führen. Des Weiteren können sich Reputationsschäden und Verluste von Aufträgen sowie potenzielle Produkthaftungs-, Arbeitssicherheits-, regulatorische und Umweltrisiken ergeben, welche sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KTM Fahrrad GmbH auswirken können.
Risken der Informationstechnologie (IT) und des Datenschutzes
Der Ausfall von wesentlichen Servern und Produktionssteuerungseinheiten, ERP-Systemen, Nichtverfügbarkeiten sowie unautorisiertes Eindringen in IT-Netzsysteme (Cybercrime) können zu einem Verlust von Daten und in Folge in den Gesellschaften von nicht mehr aufholbaren Produktionsmengen oder Lieferverzögerungen führen. Wie andere multinationale Unternehmen ist auch die KTM Fahrrad GmbH dem Risiko von Cyber-Angriffen ausgesetzt. Infolge des Ukraine-Konflikts ist das Risiko für Unternehmen, Cyber-Angriffen ausgesetzt zu sein, zusätzlich gestiegen. Diese könnten möglicherweise zur Offenlegung, Verfälschung, Spionage oder zum Verlust von Informationen, Missbrauch von Informationssystemen oder zu Produktfehlern, Produktionsausfällen und Lieferengpässen führen, mit negativen Auswirkungen auf die Reputation und Wettbewerbsfähigkeit und auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage der KTM Fahrrad GmbH haben. Maßnahmen und Investitionen zur Erhöhung der Cyber-Security werden laufend getätigt.
Personalrisiken
Die KTM Fahrrad GmbH benötigt fortwährend hoch qualifizierte Mitarbeiter. Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter hat sich in jüngster Zeit intensiviert. Die zukünftige Entwicklung der KTM Fahrrad GmbH - insbesondere im Hinblick auf die Wahrnehmung ihrer Führungs- und Steuerungsaufgaben - wird dadurch bestimmt sein, dass entsprechend qualifizierte Fach- und Führungskräfte rekrutiert, integriert, weiterentwickelt und dauerhaft gehalten werden können.
Risken der Energieversorgung
Die Lage hat sich im vergangenen Wirtschaftsjahr weiter entspannt. Es kann jedoch eine Verschlechterung der Situation, auf Grund geopolitischer Lageänderungen nicht ausgeschlossen werden. Derzeit ist die Gasversorgung in Österreich gesichert. Die Lage muss jedoch genau beobachtet werden, da mit einem Wiedereinsetzen günstiger Gaslieferungen aus Russland nicht zu rechnen ist. Für die Zukunft hat die KTM Fahrrad GmbH bereits Vorsorge getroffen, u.a. wurden Photovoltaikanlagen auf den Dächern montiert bzw. firmeninterne Prozesse effizienter gestaltet.
Regulierung und politische Risken
Risiken können für die KTM Fahrrad GmbH durch eine weitere Verschärfung geopolitischer Spannungen, neue Handelsbarrieren sowie durch schärfere Emissionsgrenzwerte für Anlagen und die Energie- und Klimagesetzgebung entstehen.
Ein weiteres Risiko stellt die Erschwerung des Geschäftsbetriebes durch übermäßige Regulierung und Berichtspflichten dar. Hierdurch werden in Zeiten von Fachkräftemangel Ressourcen gebunden, die im Kerngeschäft benötigt werden.
Volatilität von Wechselkursen
Die Wettbewerbsfähigkeit der KTM Fahrrad GmbH auf den globalen Märkten wird durch die Veränderung der Wechselkurse beeinflusst. Der KTM Fahrrad GmbH entstehen Chancen und Risiken auf der Abnehmerseite vor allem bei Kursbewegungen des US-Dollar und des japanischen Yen. Wir berücksichtigen in unserem finanzwirtschaftlichen Währungsrisikomanagement geplante Einkaufsund Umsatztransaktionen in fremder Währung. Diese Risiken werden durch Finanzinstrumente bestmöglich abgesichert.
Durch den aktuellen Krieg zwischen Russland und der Ukraine werden die Wechselkurse noch weniger vorhersehbar, dementsprechend steigt auch das Währungsrisiko.
Bewusstsein für Klimawandel - Biodiversität - Nachhaltigkeit
Immer mehr müssen wir uns auch mit Klimarisiken auseinandersetzen. Die Ergebnisse aus dem „Survey of Sustainability Reporting 2022“ Bericht zeigen deutlich, dass immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig ihre Rolle für die Bewältigung der Klimakrise ist, und sich schon jetzt auf die Integration wissenschaftsbasierter Klimaziele in ihrer Unternehmensstrategie vorbereiten.
Gleiches gilt auch für den Bereich Biodiversität und für die Nachhaltigkeit.
c. Entwicklung
Für die Modellpalette 2025 wurde passend zur neuen Bosch Motorgeneration BDU38 eine weitreichende EPAC Rahmenplattform entwickelt. Bei nahezu ¾ der Modelle kann diese Rahmenplattform eingesetzt werden und ermöglicht die Entnahme der Batterie durchgängig nach oben. Besonders im Trekkingbereich wurde ein aktueller Komfort-Trend mit der Einführung der neuen, vollgefederten Tiefeinstiegs-Monocoque Rahmen, aufgegriffen.
Der Einsatz von integrativen Elektronikkomponenten, wie elektronischen Schaltwerken, wurde bereits im Modelljahr 2025 in Zusammenarbeit mit langjährigen Entwicklungspartnern intensiv vorangetrieben. Durch die in Modelljahr 2026 anstehende funktionelle Umsetzung und Einführung von vollautomatischen Schaltvorgängen können Fahrgefühl und Verschleiß an den Schaltkomponenten deutlich verbessert werden.
Im NON-E-Bike Bereich stellt die Gravel- als auch Road-Bike Palette ein neues Highlight in der Produkt-Gesamtpalette dar. Hierfür gibt es seitens Geometrie- und Rahmen Gestaltung neue Ansätze, die den neuen Gravel-Rahmen in Carbon- als auch in Aluminium-Ausführung ein deutlich verändertes, modernes Ansehen vermitteln. Eine breite Nutzergruppe wird damit erschlossen.
Im EPAC Bereich wurde ein Teil der Modellpalette von Modelljahr 2025 in das Modelljahr 2026 mit leichten Farb- und Spezifikations-Änderungen unter Berücksichtigung der neuen Trends und der aktuellen Marktsituation übernommen.
Mattighofen, 19. Februar 2026
Johänpa Grabner-Urkauf
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Stefan August Limbrunner