Inhaltsverzeichnis
PHOENIX Arzneiwarengroßhandlung GmbH, Wien
1. Darstellung des Geschäftsverlaufs
Umsatz- und Branchenentwicklung
Die Gesundheitsausgaben lagen im Jahr 2023 in Österreich bei rund 55,2 Milliarden Euro (VJ: 52,6 Milliarden Euro). Dies entspricht einem BIP-Anteil von 11,7% (VJ: 11,8%). Der Anteil an Ausgaben für Arzneimittel lag bei 13,5% (VJ 13,2%). Die Krankenversicherungsträgern übernahmen die Kosten für rund 111 Millionen Arzneimittelpackungen (entspricht rund 4,3 Milliarden Euro), was durchschnittlich zwölf Packungen und 481 Euro je Versicherten ergibt.
In Österreich gibt es 1.445 öffentliche Apotheken (Stand 31.12.2025; VJ: 1.468), die einen entscheidenden Beitrag leisten, um das medizinische System zu entlasten und die gesundheitliche Grundversorgung der Menschen zu verbessern. Obwohl der Umsatz der Apotheken jährlich wächst, leiden die Apotheken unter der rasant wachsenden Umsatz-Kosten-Schere. Während die Arzneimittelpreise am österreichischen Markt gesetzlich geregelt sind und sich seit Jahren rückläufig entwickeln, kämpfen die Apotheken mit steigenden Kosten aufgrund von Inflation (2024: +2,9%).
Zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung wurde im Jahr 2023 der Infrastruktursicherungsbeitrag eingeführt. Damit werden dem Pharmagroßhandel ein Teil der entstandenen Mehrkosten für niedrigpreisige Arzneimittel ersetzt. Dieser kann von Arzneimittelgroßhändlern für jede an Apotheken abgegebene Handelspackung beantragt werden, sofern der jeweilige Preis unterhalb der Kostenerstattungsgrenze liegt. 2025 wurde eine Reduktion des Infrastruktursicherungsbeitrags von 0,28 € auf 0,13 € je Handelspackung für drei Jahre beschlossen. Die Regelung gilt bis zum 31. August 2028. Mit dieser Regelung wurde auch der Aufbau eines Monitoringsystems zur Früherkennung von Lieferengpässen und der gesundheitspolitischen Steuerung im Bereich von Arzneimitteln eingeführt. Dieser verpflichtet alle Arzneimittel-Vollgroßhändler ab dem 1. Jänner 2026, dem Ministerium, dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger täglich Daten zu gelagerten Arzneispezialitäten und Wirkstoffen über eine elektronische Schnittstelle zur Verfügung zu stellen.
Im Geschäftsjahr 2025/26 konnten die Umsatzerlöse der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 33.995 (+6,04%) auf TEUR 597.195 gesteigert werden. Das allgemeine Marktwachstum im Pharmagroßhandel lag im Berichtsjahr (bis 01/2026) bei +5,89% (Vorjahr +4,90%). Der Marktanteil der Gesellschaft ist im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück gegangen. Durch konsequentes Lagermanagement wurde das working capital optimiert.
Personalbereich
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die PHOENIX Arzneiwarengroßhandlung GmbH 289 (Vorjahr: 269) Vollzeitarbeitskräfte.
Sowohl für die Mitarbeiter im Außendienst als auch für Führungskräfte finden gezielte Weiterbildungsmaßnahmen statt, welche die Grundlage für unsere kundenorientierte Ausrichtung bilden.
2. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
2.1 Vermögenslage
Die Finanzanlagen liegen um TEUR 963 unter dem Vorjahr, da die sonstigen Ausleihungen zurückgegangen sind.
Die Sachanlagen liegen aufgrund von Investitionen leicht über dem Vorjahr.
Die Vorräte liegen zum Stichtag 31. Jänner 2026 um TEUR 579 über dem Vorjahr. Dies ist auf die Umsatzsteigerung zurückzuführen.
Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 2.907 ist auf ein effizienteres Forderungsmanagement zurückzuführen.
Unter anderem führt ein positives Cash Pooling zur Steigerung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen auf TEUR 8.701.
Analog zu den Forderungen aus Factoring, die mit TEUR 25.000 (Vorjahr TEUR 25.000) in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten sind, werden zum Stichtag die Verbindlichkeiten aus Factoring in Höhe von TEUR 25.000 (Vorjahr: TEUR 25.000) in den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
2.2 Finanzlage
Die Veränderung im Eigenkapital resultiert aus der Zuführung des Jahresverlust 2025/26 in Höhe von TEUR 1.150. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Gesamtkapital) der PHOENIX Arzneiwarengroßhandlung verringerte sich dadurch von 32,62 % auf 30,91 %.
Seit August 2010 erfolgt die Finanzierung der Gesellschaft konzernintern über die PHOENIX Group, womit die mittel- bis langfristige Finanzierung gewährleistet ist. Darüber hinaus besteht seit Februar 2011 eine Cash-Pooling-Vereinbarung mit dem Konzernunternehmen PHOENIX International Holdings GmbH, Mannheim.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 14.316 gestiegen. Zum Stichtag bestanden um TEUR 11.957 niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen als zum Vorjahresstichtag. Diese sind von TEUR 14.209 auf TEUR 2.252 zurück gegangen und beinhalten kein negatives Cash Pooling mehr.
2.3 Ertragslage
Die Umsatzerlöse sind um TEUR 33.995 oder 6,0% auf TEUR 597.195 gestiegen. Die Erträge aus Beteiligungen konnten um TEUR 1.686 TEUR auf TEUR 3.193 verbessert werden. Das Ergebnis vor Steuern ist gegenüber dem Vorjahr (TEUR 2.244) um TEUR 3.391 auf TEUR -1.147 gesunken. Höheren Umsätzen und höheren Erträgen aus Beteiligungen stehen höhere Kosten gegenüber.
Die höhere Mitarbeiteranzahl und die kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen führten zu einem Anstieg der Personalkosten um TEUR 2.868 auf TEUR 22.993.
Im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist ein Anstieg von TEUR 3.173 zu erkennen, was im Wesentlichen auf die Inflation in Höhe von 3,6% (Quelle: WIFO) sowie hohe EDV Kosten zurückzuführen ist.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist mit TEUR 22 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 3.543 zurückgegangen.
3. Umweltbelange
Die nachhaltige Ausrichtung stellt seit jeher einen wesentlichen Erfolgsfaktor in der Führung und strategischen Entwicklung der PHOENIX Arzneiwarengroßhandlung GmbH dar. Grundlage der Geschäftstätigkeit ist ein langfristiges und verantwortungsvolles Wirtschaften. Die Gesellschaft verpflichtet sich zu einem ressourcenschonenden Umgang, zur verantwortungsbewussten Abfallvermeidung und -entsorgung sowie zum Einsatz energiesparender Technologien. Es wird CO2 neutraler Strom bezogen und an den Standorten Graz und Wien sind Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen in Betrieb.
Darüber hinaus unterstützt die Gesellschaft die Förderung umweltschonender Mobilität durch die Bereitstellung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in den Garagen, um eine zukünftige Umstellung des Fuhrparks zu ermöglichen.
4. Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 gehen wir von einem moderaten Marktwachstum aus. Nach zwei Jahren der Rezession erholte sich die österreichische Wirtschaft 2025 und das reale BIP wuchs 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,6%. Für die Jahre 2026 bis 2029 rechnet das WIFO mit einem durchschnittlichen realen BIP‑Wachstum von 1,25% pro Jahr. Der seit Ende 2021 stark erhöhte Inflationsdruck geht deutlich zurück. Nach Inflationsraten von 8,6 % (2022) und 7,8 % (2023) reduzierte sich die Teuerung 2025 auf 3,6%. Die EZB erwartet 2025–2029 eine stabile Inflationsrate von 2 % pro Jahr.
Die Phoenix Arzneiwarengroßhandlung GmbH rechnet auch im Geschäftsjahr 2026/27 mit weiteren Kostensteigerungen aufgrund der anhaltenden Inflation. Demgegenüber ist die Preisbildung für Arzneimittel gesetzlich reguliert und folgt einer gegenläufigen Entwicklung. Die Spanne auf Arzneispezialitäten im Krankenkassenbereich ist in den letzten 10 Jahren von 15,4% auf 11,4% gesunken. Das entspricht einer Reduktion von 26,0%.
Mit dem Infrastruktursicherungsbeitrag für niedrigpreisige Arzneimittel soll dem Pharmagroßhandel ein Teil der entstandenen Mehrkosten für die Beschaffung und Lagerung bestimmter Wirkstoffe, Hilfsstoffe und Packmittel ersetzt werden. Dieser Infrastruktursicherungsbeitrag wurde 2025 von 0,28 € auf 0,13 € je Handelspackung gesenkt. Für eine bessere Planbarkeit gilt diese Regelung bis zum 31. August 2028.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird erwartet, dass inflationsbedingte Kostensteigerungen durch zusätzliche Commercial‑ und Marketingaktivitäten ausgeglichen werden können. Wesentliche Beiträge hierzu sollen der Ausbau des Verkaufs der PHOENIX‑Marken LIVSANE und SOLERO sowie die nachhaltige Stärkung unserer Beteiligungsapotheken leisten.
Die langfristigen Wachstumstreiber bleiben unverändert. Demografisch bedingtes Bevölkerungswachstum sowie der steigende Arzneimittelbedarf mit zunehmendem Alter und durch innovative Therapien führen auch künftig zu einer wachsenden Nachfrage. PHOENIX wird weiterhin als zentrales Bindeglied im Gesundheitssystem einen wesentlichen Beitrag zur sicheren und flächendeckenden Arzneimittelversorgung leisten.
Die Investitionen werden sich im Wesentlichen auf Ersatzinvestitionen beschränken, die Finanzierung basiert auf Factoring und durch den Konzern.
5. Forschung und Entwicklung
Bei der PHOENIX Arzneiwarengroßhandlung GmbH gibt es derzeit, wie auch im Vorjahr, keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit als Pharmagroßhandel.
6. Bestehende Zweigniederlassungen
Neben der Hauptniederlassung in Wien, in der auch die wesentlichen Zentralbereiche ansässig sind, bestehen Zweigniederlassungen in Graz, Linz, Hall und in Hagenbrunn.
7. Bestehende Finanzinstrumente / Risikomanagement
Die Gesellschaft wickelt sämtliche Geschäftsvorfälle ausschließlich in Euro ab, wodurch kein Währungsrisiko besteht.
Der Marktwert der flüssigen Mittel und kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzfristigen Fälligkeit im Wesentlichen dem Buchwert. Daher werden keine Sicherungsinstrumente zur Absicherung gegen Preisänderungsrisiken eingesetzt.
Für die auf der Aktivseite ausgewiesenen Finanzinstrumente stellen die bilanzierten Beträge das maximale Ausfallrisiko dar. Das Forderungsausfallrisiko wird durch entsprechende Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
Für das zinsbedingte Cashflow-Risiko, das als das Risiko steigender Aufwand- oder sinkender Ertragszinsen definiert ist, werden keine derivativen Finanzinstrumente abgeschlossen, da das Risiko als gering eingestuft wird.
Im PHOENIX-Konzern bestehen umfassende und dokumentierte Planungs-, Genehmigungs-, Berichtsund Frühwarnsysteme, die zusammen das Risikomanagementsystem bilden. Die interne Revision überprüft dieses System regelmäßig auf Angemessenheit, Funktionsfähigkeit und Effizienz. Über die Prüfungsfeststellungen wird die Geschäftsführung sowie der Beirat der Konzernmutter laufend informiert.
Bei der Überprüfung unserer Risikosituation zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 wurden keine Risiken festgestellt, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten.
Wien, am 1. Juni 2026
PHOENIX Arzneiwarengroßhandlung GmbH
þeschäftsführung Commercial & Marketing Managing Director Mag. Ernst Figl Geschäftsführung Finanzen & IT
Mag. Martin Steid!
Geschäftsführung Customer & Channels