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Lagebericht 2024/25

Wiesner-Hager Möbel Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 28. Feb. 2025 · Eingereicht am 30. Okt. 2025

Inhaltsverzeichnis

Bericht über den Geschäftsverlauf

Allgemeine

Wirtschaftsentwicklung

Die starke wirtschaftliche Abkühlung 2023 in Europa hat sich im Jahr 2024 fortgesetzt. So schrumpfte in Osterreich das BIP um weitere - 1,2 %, das BIP in Deutschland sank um - 0,2 %.

In der EU (EU 27) blieb das Wachstum mit + 1,0 % auf niedrigem Niveau (Daten WKO Osterreich, Quelle EU Kommission Mai 2025).

Auch der Büromöbelmarkt zeigt weiter Auswirkungen der wirtschaftlichen Abschwächung. Das Produktionsvolumen sank im Büromöbelbereich 2024 um - 2,1 % (Statistik Austria, FV der Holzindustrie). Die Importe reduzierten sich weiter, um - 3,8 %, hingegen stiegen die Exporte leicht um 2,5 % (Statistik Austria, FV der Holzindustrie). Zum europäischen Büromöbelmarkt sind keine aktuellen Daten verfügbar.

Der weitere Rückgang der Inflation und die Entspannung an der Zinsfront der EZB als auch die Beruhigung an den Energiemärkten und Rohstoffmärkten lassen darauf hoffen, dass sich das Investitionsklima schrittweise verbessert. Dagegen spricht die volatile weltpolitische Lage durch die amerikanische Zollpolitik und die andauernden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Insofern kann eine Prognose über die weitere wirtschaftliche Entwicklung nicht gemacht werden. Die EU Kommission jedenfalls geht für Osterreich 2025 von einem Null-Wachstum aus. Die Prognose für den EU Raum (EU 27) liegt bei + 1,1 % (WKO). Für den Büromöbelmarkt sind aufgrund der großen Unsicherheiten derzeit Prognosen weiter nicht möglich.

Geschäftsentwicklung von

Wiesner-Hagner Möbel

Diese allgemeine Marktentwicklung spiegelte sich im Geschäftsjahr 2024/25 auch im Unternehmen bei Umsätzen und Auftragseingängen wieder. Die Umsätze reduzierten sich um 5,1 %, bei den Auftragseingängen musste ein Rückgang von 10,1 % hingenommen werden.

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr ist wegen der andauernden Unwägbarkeiten äußerst schwierig. Den allgemeinen Wirtschaftsprognosen zu Folge gehen wir von einer weiterhin schwachen Nachfrage im laufenden Geschäftsjahr aus.

Auch im Geschäftsjahr 2025/26 wird Wiesner-Hager eine Reihe vonProduktinnovationen vorstellen, die einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsposition leisten werden. Die sichtbare, rasche Veränderung der Arbeitswelt betrachten wir als Chance und setzen weiterhin auf konsequente Konzeptorientierung mit einem klaren Mehrwert für die Kunden.

Investitionen

Im Jahr 2024/25 wurden Investitionen in Höhe von TEUR 3.177 (Vorjahr TEUR 4.746) getätigt, welche sich wie folgt darstellen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2024/252023/24
TEURTEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände453
Sachanlagen3.1324.743

Die wichtigsten Investitionen dabei waren:

Die Sanierung des Objektes 26 wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen und das Gebäude wieder in Betrieb genommen. Hierfür fielen für das Gebäude noch Investitionskosten in Höhe von TEUR 182 an. Gleichzeitig erhielt der Neubau auch eine neue moderne Elektroinfrastruktur um TEUR 26.

Der Bau der Halle 17 wurde ebenfalls im abgelaufenen Geschäftsjahr abgeschlossen. An Investitionskosten fielen noch Anschaffungskosten von TEUR 63 an. Auch dieses Gebäude erhielt entsprechende Elektroinstallationen um TEUR 16. Die für das komplette Firmengelände existierende Brandmeldeanlage wurde auch auf das Gebäude 17 erweitert. Dafür betrugen die Errichtungskosten TEUR 22.

Weiters wurde beim Objekt 20, das zwischenzeitlich vermietet gewesen war, die Elektroinstallation nach unseren Bedürfnissen erneuert (Investitionskosten von TEUR 59).

Bei den Gebäuden war im abgelaufenen Jahr eine Sanierung des Daches des Objektes 5 unumgänglich. Die Kosten dafür beliefen sich auf TEUR 230.

Im Bereich des Grund und Bodens wurden mehrere Flächen mittels Pflasterung oder Asphaltierung staubfrei gemacht (Investitionskosten von TEUR 32).

Die betragsmäßig größte Anschaffung abseits der Gebäude war gleichzeitig auch die nachhaltigste Investition. Auf dem Gebäudekomplex Objekt 22/23/24 wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 575 kWp errichtet. Die Anlage ermöglicht es, mehr als 20 % der benötigten Leistung durch den selbst erzeugten Strom abzudecken. Die Anschaffungskosten hierfür betrugen TEUR 486.

Altersbedingt wurde ein neuer Drehstrom-ÖI-Verteil-Transformator angeschafft.

Dieser kostete inklusive Installation TEUR 39.

Auch in neue Maschinen bzw. Maschinenerweiterungen wurde investiert. So wurden für die Stahlteilefertigung zwei neue 3-Achs-Bearbeitungszentren um TEUR 393 angeschafft.

Eine bestehende Breitbandschleifmaschine wurde um ein Kalibrieraggregat erweitert, Anschaffungskosten hierfür TEUR 35.

Der Vorrichtungs-/Messebau erhielt eine neue Formatkreissäge um TEUR 34. Bei der Korpuspresse wurde die Sicherheitseinrichtung auf den neuesten Stand gebracht. Damit soll Unfällen in diesem Bereich vorgebeugt werden. Die Kosten beliefen sich auf TEUR 36.

Auch im Fuhrpark gab es einige Neuanschaffungen. So wurde für die Auslieferung unserer Möbel ein neuer LKW um TEUR 153 angeschafft.

Außerdem wurden zwei PKW mit herkömmlichem Verbrennungsmotor durch Elektroautos (VW ID.4) ersetzt. Die Anschaffungskosten betrugen TEUR 81.

Für die Beschaffung von Zulieferteilen bei Lieferanten wurden TEUR 595 in Werkzeuge und Formkosten investiert. Davon waren TEUR 418 noch nicht fertig gestellt.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wurde ein neues Rechenzentrum errichtet. Ein neues Storage samt drei leistungsstarken Servern garantieren nun zuverlässigen und schnellen Datenzugriff. Die Anschaffungskosten inklusive der dafür notwendigen Software betrugen TEUR 147.

Finanzierungsbereich

Das Unternehmen arbeitet zurzeit mit fünf Banken zusammen. Aktuell erfolgt die Finanzierung des Unternehmens allerdings durch Liquiditätsüberschüssen aus den Tochtergesellschaften. die Verwendung von Leasing wird im Unternehmen derzeit nicht eingesetzt.

Personalbereich

Der Mitarbeiterstand hat sich im Jahresverlauf geringfügig auf 261 Mitarbeiter erhöht:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
2024/252023/24
Arbeiter141143
Angestellte112108
Lehrlinge88
261259

Kennzahlen zur Ertragslage

Ergebnis

Der Rohertrag sank im abgelaufenen Wirtschaftsjahr auf TEUR 24.437 (Vorjahr TEUR 25.396), was einem Minus von TEUR 959 oder - 3,8% entspricht. Als Rohertrag wird die Differenz aus Betriebsleistung, dem Wareneinsatz, den bezogenen Herstellungsleistungen und den Einzelkosten des Vertriebes gerechnet.

Der Aufwand für Material und bezogene Herstellungsleistungen ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 % gesunken, der Personalaufwand um 1,3 % gestiegen. Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und auf Sachanlagen stiegen um 5,9 % auf TEUR 2.154. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (ohne Einzelkosten des Vertriebs) sanken um 3,9 % auf TEUR 5.657.

Der Betriebserfolg sank um TEUR 935 auf TEUR – 31.

Aufgrund der Ausschüttung der Wiesner-Hager Bohemia spol s.r.o. über TEUR 600 stieg das Finanzergebnis auf TEUR 402, das Ergebnis vor Steuern sank um TEUR 364 auf TEUR 371.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie daraus abgeleitet das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) entwickelten sich in den letzten Jahren wie folgt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
2024/252023/242022/23
Ergebnis vor Steuern (EBT)371.100735.2001.139.100
bereinigt um das Finanzergebnis- 401.900169.20074.700
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)- 30.800904.4001.213.800
bereinigt um Abschreibungen2.154.3002.033.3001.981.500
Ergebnis vor Zinsen und Steuern und
Abschreibungen (EBITDA)2.123.5002.937.7003.195.300

Kapitalrentabilität

Die Kapitalrentabilitäten ergeben sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses zum durchschnittlichen Kapital. Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity), bezogen auf das EBT, und die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment), bezogen auf das EBT bereinigt um Zinsaufwendungen, haben sich wie folgt entwickelt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
2024/252023/242022/23
Eigenkapitalrentabilität in %2,96,110,0
Gesamtkapitalrentabilität in %2.23,78,7

Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Nettoverschuldung

Als Nettoverschuldung bezeichnet man den Überschuss von Fremdkapital über die flüssigen Mittel. Dessen Verhältnis zum Eigenkapital (inkl. Investitionszuschüsse) ergibt den Nettoverschuldungsgrad:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
2024/252023/242022/23
Nettoverschuldung (Net Debt)6.677.2007.549.4006.254.000
Eigenmittel12.988.50012.566.50011.877.400
Nettoverschuldungsgrad (Gearing) in %51,460,152,7

Working Capital

Das Working Capital, auch Nettoumlaufvermögen, ist jener Teil des kurzfristigen Umlaufvermögens, der nach Abzug des kurzfristigen Fremdkapitals zur Verfügung steht:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
2024/252023/242022/23
Kurzfristiges Vermögen11.014.30012.181.90014.348.100
Kurzfristige Schulden- 10.598.200 - 10.556.300 - 10.680.100
Working Capital416.1001.625.6003.668.000

URG-Kennzahlen

Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital gemäß § 23 URG und die fiktive Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 Abs. 1 URG entwickelten sich in den letzten drei Jahren folgendermaßen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
2024/252023/242022/23
Eigenmittelquote in %45,143,542,0
Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren9.35,44.3

Cash-Flow-Kennzahlen

Netto-Geldfluss

Die Teilergebnisse der Geldflussrechnung zeigen folgende Entwicklung über drei Jahre:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Cash-Flow2024/252023/242022/23
aus der operativen Tätigkeit3.163.1003.489.6003.423.000
aus der Investitionstätigkeit- 2.477.200- 4.370.200- 2.310.500
aus der Finanzierungstätigkeit398.400-442.000- 311.500
Cash-flow gesamt287.600 -1.322.600801.000

Entwicklung Investitionen

und Cash-Flow

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden EUR 3.176.500 in das Anlagevermögen (inkl. GWG) investiert. Diesen Investitionen steht ein Cash-Flow (ergebnisbezogen) in Höhe von EUR 1.600.500 gegenüber.

Investitionen und Cash-Flow aus dem Betriebsergebnis entwickelten sich in den vergangenen drei Jahren wie folgt:

Selbstfinanzierung der Investitionen durch den Cash-Flow

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Cash-Flow2024/252023/242022/23
Investitionen3.176.5004.746.4002.445.700
Cash-Flow aus dem Ergebnis1.600.5002.945.9003.363.300
Selbstfinanzierungsgrad in %50,462,1137,5

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren / Nachhaltigkeit

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
Die Leistungsfähigkeit des Unternehmens beruht auf dem AllgemeinPrinzip der
Nachhaltigkeit des Handelns. Mit diesem Ansatz sollte die langfristige
Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichergestellt werden. Ein Fortbestand des
Unternehmens wird nur dann möglich sein, wenn es gelingt, ein Gleichgewicht
zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen herzustellen.
Produkte von Wiesner-Hager werden seit Jahren mit Oko-Kennziffern versehen,
die Prozesse wurden hierfür nach ISO 14025 (automatische Generierung von
Produkt-Okobilanzen – EPD III) zertifiziert. Diese Produkt-Ökobilanzen betrachten
den gesamten Lebensweg eines Produkts von der Rohstoffgewinnung bis hin zur
Entsorgung.
Oko-Bilanzen sowie Umweltberichte des Unternehmens werden seit vielen Jahren
imInternetaufdereigenenHomepageveröffentlicht
(www.wiesner-hager.com/de/ueber-uns/nachhaltigkeit).
Eine der wesentlichsten MitarbeiterVoraussetzungen für den Unternehmenserfolg sind
leistungsfähige Mitarbeiter. Aus diesem Grund wird laufend in die Aus- und
Weiterbildung sowie Arbeitsplatzsicherung investiert.
Wiesner-Hager will sich auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und
hat entsprechende Personalentwicklungssysteme etabliert. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr konnte die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr leicht
aufgestockt werden (von 259 Mitarbeitern auf 261 Mitarbeiter).
Wie bereits erwähnt, werden sämtliche Handlungen des Unternehmens auf ihre Umwelt
Umweltwirkungen geprüft. Die Erstellung von Okobilanzen auf Produkt- und
Unternehmensebene führt dazu, dass laufend Verbesserungsprozesse in Gang
gesetzt werden.
So werden Möglichkeiten zur Einsparung des Energiebedarfes konsequent geprüft
und umgesetzt. Konkrete Maßnahmen der letzten Jahre beinhalteten u.a.
energetische Gebäudesanierungen wie der Tausch von Fenstern und Toren, die
Sanierung von Dächern und die Modernisierung der Heizungsanlagen.

Durch die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 575 kWp wurde ein weiterer Schritt zur Okologisierung des Produktionsprozesses getan. Mit dieser Anlage können nun etwas mehr als 20 % der benötigten Leistung durch den selbst erzeugten Strom abgedeckt werden und damit in einem normalen Ertragsjahr ca. 105 t CO2 eingespart werden. Nicht zuletzt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut zwei Elektrofahrzeuge angeschafft.

In die Prozessabläufe selbst wurden u.a. Maßnahmen zum innerbetrieblichen Recycling (Direktrecycling), zur Reduktion von Abwässern und zur klimaneutralen Abfallentsorgung umgesetzt.

Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten

Das Unternehmen beschäftigt sich laufend mit der Weiterentwicklung von Produkten und Ablaufprozessen.

Daraus hervorkommende Innovationen sollten helfen, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens abzusichern. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 88 auf TEUR 863 gestiegen.

Risiken des Unternehmens

Geschäftsrisiken Wiesner-Hager ist vom Investitionsverhalten der Industrie und der konjunkturellen Entwicklung abhängig. Nachfrageschwankungen führen zu verstärktem Wettbewerb. Daraus ergeben sich Risiken für Umsatz und Ergebnis. Die COVID-19-Pandemie hat auch gezeigt, dass durch die Unterbrechung von Lieferketten Beschaffungsrisiken bestehen. Die Engpässe auf den Beschaffungsmärkten haben teilweise zu signifikanten Preissteigerungen bei Rohmaterialien geführt. Wiesner-Hager beobachtet mit seinem Risikomanagement diese Entwicklungen laufend und ergreift entsprechende Gegenmaßnahmen.

Besondere Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine erwähnenswerten Ereignisse aufgetreten.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Wegen der Vielzahl an Risiken und Unwägbarkeiten ist eine Prognose für das laufende Wirtschaftsjahr derzeit sehr schwierig. In den ersten Monaten zeigt sich die Nachfrage sehr zurückhaltend, was zu rückläufigen Auftragseingängen geführt hat. In den nächsten Monaten rechnen wir trotz positiverer Wirtschaftsprognosen mit keiner signifikanten Erholung bei den Auftragseingängen. Diese Entwicklung lässt derzeit noch keine Verbesserung des Jahresergebnisses für das laufende Geschäftsjahr erwarten.

Altheim, am

Dipl.-Ing. Mag. Markus Wiesner Geschäftsführung Mag. Laura Wiesner Geschäftsführung

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