Inhaltsverzeichnis
Bericht über den Geschäftsverlauf
Das Unternehmen
Die Henelit Lackfabrik GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Farben und Lacke für die Segmente Holzlackierung sowie Korrosionsschutz. Weiterhin werden Lacke, Farben, Klebstoffe und Werkzeuge für die Lackverarbeitung als Handelssortiment verkauft.
Seit 2008 ist Henelit Mitglied der Mipa Gruppe. Die MIPA SE ist ein mittelständischer, stark wachsender Lack- und Farbenhersteller mit Hauptsitz in Essenbach. An sieben weiteren Standorten im In- und Ausland werden Fahrzeugreparaturlacke, Industrielacke und Baufarben sowie Holz- und Schreinerlacke für den professionellen Anwender entwickelt und produziert. Die Mipa Gruppe ist weltweit mit rund 1500 Mitarbeitern tätig und beliefert eigene Niederlassungen sowie Partner in über 100 Ländern auf allen Kontinenten.
Dieser starke Hintergrund ermöglicht es Henelit, auf die modernsten Technologien in der Lackherstellung sowie auf ein breites Handelssortiment zurückzugreifen. Die Vernetzung und der wertvolle Wissensaustausch in Forschung, Entwicklung und Vertrieb zwischen den Gruppenmitgliedern und Henelit stärken die einzelnen Unternehmen und erlauben diesen, sich rascher, flexibler und innovativer neuen Marktanforderungen anzupassen. Gemeinsam ist man in der Lage, komplexe Beschichtungssysteme für ein umfassendes Anwendungsspektrum, sowohl für die gewerbliche als auch industrielle Verarbeitung, abzudecken.
Konjunktur
in Österreich
Die österreichische Wirtschaft befand sich 2025 weiterhin in einer Phase schwachen Wachstums und hoher struktureller Belastungen. Nach der Rezession der Vorjahre zeigte sich zwar eine leichte Stabilisierung, jedoch blieb die Konjunktur insgesamt verhalten.
Besonders der Dienstleistungsbereich legte real mit +1,0 % überdurchschnittlich zu. Einen deutlichen Anstieg der realen Bruttowertschöpfung zeigten dabei auch die öffentliche Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen (+2,8 %) sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen (+2,7 %). Weitere wichtige Wirtschaftsbereiche wie Handel, Verkehr und Beherbergungswesen wiesen ebenfalls zusammen ein leichtes Wachstum von 0,1 % auf.
Der produzierende Bereich zeigte im Jahr 2025 weiterhin ein gemischtes Bild. Zwar befand sich die Gesamtentwicklung mit -1,2 % noch im negativen Bereich, doch zeichnete sich in den einzelnen Teilbereichen eine uneinheitliche Dynamik ab. Der anhaltende Rückgang im Bauwesen (-2,9 %) bremste die Entwicklung; diese Branche schrumpft bereits seit mehreren Jahren und drückt das Gesamtergebnis des produzierenden Bereichs nach wie vor spürbar nach unten.
Laut den Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) von Statistik Austria stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 um 0,6 %.
(Quellen: WIFO Österreich; Statistik Austria)
Entwicklung der österreichischen
Farben-und Lackindustrie
Das Jahr 2025 stellte für die österreichische Farben- und Lackindustrie eine Phase der Konsolidierung und des Umbruchs dar. Während die heimische Produktion eine erfreuliche Erholung und ein quantitatives Wachstum verzeichnete, zeigte sich der Exportmarkt herausfordernder und verzeichnete signifikante Rückgänge.
Die heimische Produktion der österreichischen Farben- und Lackindustrie entwickelte sich im Jahr 2025 positiv. Mit einer gesteigerten Menge von 138.630 Tonnen (+4,5 %) gegenüber dem Vorjahr wurde ein Branchenumsatz von 508 Mio. EUR erreicht, was einem Zuwachs von 1,1 % entspricht. Diese Entwicklung ist als ermutigend zu werten und deutet auf eine Stabilisierung bzw. Erholung der Nachfrage im Inland und in den Zielmärkten hin, die zuvor durch externe Faktoren beeinflusst worden war.
Der Exportmarkt präsentierte sich im Jahr 2025 hingegen deutlich schwächer. Nach einem dynamischen Jahr 2024, in dem sowohl die exportierte Menge (+6,9 %) als auch der Umsatz (+6,6 %) signifikant zulegen konnten, musste im Berichtsjahr ein spürbarer Rückgang hingenommen werden. Die Ausfuhrmenge sank um 10,5 % auf 74.937 Tonnen, und der damit erzielte Umsatz verringerte sich um 7,1 % auf 359 Mio. EUR. Dieser negative Trend im Export spiegelt die spezifischen Herausforderungen in den wichtigsten Absatzmärkten wider. Darüber hinaus führten geopolitische Unsicherheiten sowie regulatorische Anforderungen zu einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld.
Trotz dieser Rahmenbedingungen entwickelte sich die österreichische Farben- und Lackindustrie im Jahr 2025 stabil und konnte sowohl die Produktionsmenge als auch den Branchenumsatz gegenüber dem Vorjahr moderat steigern.
(Quelle: FCIO Statistik 2025)
Geschäftsverlauf
Parallel zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Österreich zeigte sich auch der Geschäftsverlauf unseres Unternehmens im Jahr 2025 insgesamt durchwachsen. Während sich die allgemeine Konjunktur nur verhalten entwickelte und einzelne Branchen weiterhin unter schwierigen Rahmenbedingungen standen, spiegelte sich diese Situation auch in unseren Geschäftszahlen wider.
Besonders herausfordernd war die Entwicklung im Bereich der Industriekunden sowie im Maler- und Tischlergewerbe. In diesen Segmenten mussten teilweise deutliche Umsatz- und Absatzrückgänge verzeichnet werden, die insbesondere auf die anhaltend schwache Investitionsbereitschaft und die gedämpfte Baukonjunktur zurückzuführen sind.
Demgegenüber entwickelten sich andere Branchenbereiche stabil beziehungsweise positiv. Auch unsere Filialstandorte konnten im Jahresverlauf insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse erzielen und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Geschäftsverlaufs. Insgesamt zeigte sich somit ein uneinheitliches Bild mit branchenspezifisch unterschiedlichen Entwicklungen. Am heimischen Markt konnte letztendlich mit -0,8 % ein etwa gleichbleibendes Ergebnis erzielt werden. Im Exportbereich musste hingegen nach 2024 erneut ein Rückgang von 4,6 % verzeichnet werden, wodurch sich insgesamt ein Minus von 2,3 % ergab.
Aufgrund der rückläufigen Umsatzentwicklung gingen auch die Produktionsmengen zurück. Im Berichtsjahr wurden insgesamt rund 2.457 Tonnen produziert, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 2,9 % entspricht.
Umsatzentwicklung
| (Darstellung in EUR 1.000) | 2025 | * | 2024 | * | 2023 | * | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenprodukte | 11.273 | - 0,9 | 11.375 | - | 5,4 | 12.022 | 8,1 |
| Handelswaren | 7.792 | - 1,4 | 7.905 | - 4,1 | 8.241 | 13,8 | |
| 19.065 | - 1,1 | 19.280 | - 4,9 | 20.263 | 10,3 | ||
| davon | |||||||
| - Inland | 11.829 | 0.3 | 11.799 | - 3,3 | 12.199 | 12,5 | |
| - EU-Raum | 6.096 | - 3,8 | 6.339 | - | 6,3 | 6.766 | 2,4 |
| - Drittland | 1.140 | - 0,2 | 1.142 | - 12,0 | 1.298 | 42,0 | |
| 19.065 | - 1,1 | 19.280 | - 4,9 | 20.263 | 10,3 | ||
* Veränderung gegenüber dem Vorjahr
Geschäftsergebnis,
Ertragslage
Das Ergebnis hat sich in den vergangenen Jahren folgendermaßen entwickelt:
| TEUR | 2025 | 2024 | 2023 |
|---|---|---|---|
| Rohergebnis | 8.852 | 8.918 | 8.767 |
| Betriebserfolg (EBIT) | - 61 | 1.350 | 795 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 55 | 1.355 | 772 |
| Jahresüberschuss | 69 | 1.045 | 598 |
| Cash Flow aus dem Betriebsergebnis | 401 | 1.584 | 1.043 |
Geschäfte,
Auslieferungslager
und Tochterfirmen
A-9500 Villach, Seebacher Allee 42 A-9020, Klagenfurt, Südring 331
A-9800, Spittal/Drau, Villacher Straße 23
A-4716 Hofkirchen/Trattnach, Gewerbepark 4
A-5020 Salzburg, Meierhofweg 28
A-8605 Kapfenberg, Grazer Straße 66
A-8053 Graz, Haushamer Straße 2/3
A-8280 Fürstenfeld, Fehringer Straße 4b
A-9900 Lienz, Pustertaler Straße 5
SLO-61000, Ljubljana, Benčičeva 29, Slowenien
Kennzahlen zur Ertragslage
Ergebnis
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie daraus abgeleitet das Ergebnis vor Zinsen entwickelten sich folgendermaßen:
| 2025 | 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 54.600 | 1.354.900 | 772.400 | |
| Bereinigt um Finanzergebnis | - 115.300 | - 5.300 | 22.200 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | - | 60.700 | 1.349.700 | 794.600 |
Nach Berücksichtigung der Steuern und nach Rücklagenbewegungen weist die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresgewinn von EUR 68.500,00 aus.
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität, ausgedrückt als Verhältnis zwischen EBIT und Umsatz, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert. Die Entwicklung ist der nachstehenden Aufstellung zu entnehmen:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzrentabilität in % | - 0,3 | 7,1 | 4,0 |
Kapitalrentabilität
Die Kapitalrentabilitäten ergeben sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses zum durchschnittlichen Kapital. Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity), bezogen auf das EBT, und die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment), bezogen auf das EBT, bereinigt um Zinsaufwendungen, haben sich wie folgt entwickelt:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Eigenkapitalrentabilität in % | 1,1 | 29,1 | 20,1 |
| Gesamtkapitalrentabilität in % | 0,6 | 14,6 | 9,0 |
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
Nettoverschuldung
Der Überschuss des verzinslichen Fremdkapitals über die flüssigen Mittel (Nettoverschuldung) und dessen Verhältnis zu den Eigenmitteln (Nettoverschuldungsgrad) haben sich verbessert.
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Nettoverschuldung (Net Debt) | 1.047.800 | 1.473.000 | 2.480.900 |
| Eigenmittel | 4.932.300 | 5.219.500 | 4.180.100 |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) in % | 21,2 | 28,2 | 59,4 |
Working Capital
Die Entwicklung des Working Capital, auch Nettoumlaufvermögen, als Saldo zwischen dem kurzfristigen Umlaufvermögen und dem kurzfristigen Fremdkapital, ist in der nachstehenden Tabelle dargestellt:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | 2.859.800 | 3.581.900 | 2.614.000 |
| Bilanzsumme | 10.145.400 | 9.572.200 | 9.291.400 |
| Anteil Working Capital an Bilanzsumme in % | 28,2 | 37,4 | 28,1 |
URG-Kennzahlen
Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital gemäß § 23 URG und die fiktive Schuldentilgungsdauer gemäß § 24 Abs. 1 URG entwickelten sich in den letzten drei Jahren folgendermaßen:
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Eigenmittelquote in % | 48,5 | 54,4 | 44,8 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahre | 9,7 | 2,1 | 4,4 |
Cash-flow-Kennzahlen
Netto-Geldfluss
Die im Folgenden dargestellten Teilergebnisse wurden entsprechend der AFRAC-Stellungnahme 36 zur Geldflussrechnung (UGB) berechnet.
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| aus der betrieblichen Tätigkeit | 984.300 | 1.544.300 | 1.391.500 |
| aus Investitionstätigkeit | - 259.000 | - 432.300 | - 713.800 |
| aus Finanzierungstätigkeit | - 488.700 | - 553.200 | - 254.500 |
Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
Auch im Kalenderjahr 2025 wurden die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung weitergeführt. Der gesamte Aufwand für Forschung und Entwicklung wurde in Übereinstimmung mit handels- und steuerrechtlichen Vorschriften als laufender Aufwand abgeschrieben.
Risiken des Unternehmens
Preisänderungen Bestehende Preisänderungen können zumindest mit Verzögerung weitgehend auf die Verkaufserlöse umgelegt werden.
Liquiditätsrisiko Es gibt Vereinbarungen mit den Banken über Kreditrahmen, die vor allem in saisonal schwachen Zeiten zur Ausnutzung gelangen. Zudem gewährt die Konzernmuttergesellschaft regelmäßig Lieferantenkredite mit ausreichend langfristigem Zahlungsziel.
Ausfallrisiko Neukunden werden aufgrund von Bonitätsauskünften bewertet, Großkunden werden über eine Kreditversicherung gedeckt, den Kunden werden Kreditlimits vergeben. Die Forderungsbetreibung erfolgt regelmäßig durch das eigene Mahnwesen und in weiterer Folge durch ein Inkassobüro. Es werden auch Vorsorgen durch Wertberichtigungen getroffen.
Wechselkursrisiko
Die Bilanz- und Fakturierungswährung ist der EURO.
Finanzinstrumente Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens. Erkennbare Risiken und notwendige Vorsorgen werden im Rahmen der angewandten Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden erfasst und sind im vorliegenden Jahresabschluss angemessen berücksichtigt.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Mit Beginn des Jahres 2026 wird die Henelit Lackfabrik GmbH die Geschäfte von drei Standorten der Schwesterfirma Wildschek Lacke & Farben GmbH in bestehende Henelit Standorte übernehmen. Dieser Vorgang wird trotz ansonsten eher negativer konjunktureller Aussichten den Umsatz des Unternehmens wachsen lassen und es ist insgesamt für 2026 mit einem Umsatzanstieg zu rechnen.
Als weiterer positiver Einfluss ist mit einer Belebung des Geschäfts in Ungarn nach den dortigen Parlaments-Wahlen zu rechnen. Die Unsicherheit über den Ausgang der richtungsweisenden Wahlen hat zuletzt für spürbare Rückgänge in der Henelit-Produktion gesorgt, da Ungarn der wichtigste Export-Abnahmemarkt für Henelit ist.
Der Anfang 2026 begonnene Iran-Konflikt hat für spürbare Preiserhöhungen auf den Rohstoffmärkten gesorgt. Es ist jedoch gelungen, diese Kostenerhöhung an die Kunden weiter zu geben, da alle Marktteilnehmer gleichermaßen betroffen sind und weitgehend gleichzeitig und pauschal diesen Einfluss an den Markt weitergegeben haben. Auch diese Preiserhöhungen wirken sich natürlich umsatzerhöhend aus.
Negativ ist nach wie vor die Konjunktur zu bewerten, die auch bis Mitte 2026 keine Besserung zeigen kann. Auch ein relativ langer und kalter Winter hat insbesondere im Baubereich für einen weiterhin fehlenden Aufschwung gesorgt.
Zusammenfassend werden für Henelit jedoch die positiven Einflüsse auf den Umsatz dominieren. Die Kosten sollten unterproportional steigen, so dass am Jahresende 2026 ein positives Jahresergebnis bei gleichzeitiger Fremdkapital-Reduzierung und gleichzeitigem Substanzerhalt durch Renovierung, Ersatzbeschaffung und Modernisierung zu erwarten ist. Henelit bleibt damit einer der führenden Anbieter von Lacken und Farben in Osterreich. Die Grundvoraussetzungen für langfristigen Erfolg auch in schwierigen konjunkturellen Phasen sind gegeben.
Villach, am 16.07.2026
Dkf e.h. Geschäftsführer/Managing Director Mag. Klaus Fritzsche e.h. Geschäftsführer/Managing Director