Inhaltsverzeichnis
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
Entwicklung Weltmilchmarkt
Globale Marktentwicklung
Im Jahr 2025 zeigte der globale Milchmarkt eine moderate Expansion mit regionalen Unterschieden, getrieben durch steigende Produktion in Asien und Lateinamerika, während Europa lange Zeit stabil bis rückläufig blieb.
Die globale Milchproduktion stieg laut FAO-Prognose auf rd. 993 Mio. Tonnen, ein Plus von 1% gegenüber 2024, getrieben durch eine deutliche Steigerung der Produktionsmengen in Indien und Südamerika.
In Europa blieb die Milchproduktion im Jahr 2025 weitgehend stabil. Hohe Rohmilchpreise stützten die Landwirte, während Umweltauflagen und rückläufige Tierbestände sowie die Blauzungenkrankheit das Wachstum bremsten. Ab August 2025 drehte sich die Lage am europäischen Milchmarkt zugunsten höherer Anlieferungen, was die anfängliche Knappheit aufhob und die Preise drückte. Der Anstieg der Milchlieferungen in Europa resultierte aus mehreren Faktoren wie milder Witterung, guter Futterqualität und Erholung von Tierkrankheiten. Dadurch fiel der saisonale Rückgang flacher als erwartet aus, was zu unerwartet hohen Mengen führte. Zusätzlich führten hohe Milchpreise von über 50 Cent/kg dazu, dass weniger Schlachtungen vorgenommen und die Bestände ausgeweitet wurden.
Entwicklungen bei Absatzvolumina von Milchprodukten
Die Absatzvolumina von Milchprodukten weltweit wuchsen 2025 moderat gegenüber 2024 getrieben durch steigenden Milchkonsum. Der internationale Handel stagnierte aufgrund hoher Preise und schwacher Nachfrage aus Asien.
In Europa stagnierte der Absatz durch Überangebot und rückläufige Exporte, trotz stabiler Binnenmarktnachfrage. Die Käseexporte stiegen leicht, Pulver und Butter sanken. Butterpreise zeigten 2025 starke Schwankungen. Starken Zuwächsen in der ersten Jahreshälfte durch begrenzte Vorräte und hoher Nachfrage aus Asien folgten ab dem Sommer deutliche Rückgänge. Im Dezember 2025 verzeichnete Butter den stärksten Einbruch aller Produktgruppen.
Auch die Käsepreise stiegen 2025 kräftig an, getrieben durch robuste globale Nachfrage (Asien, Naher Osten) und enge Vorräte.
Marktentwicklung in Österreich
Die wirtschaftliche Lage des Milchmarkts zeigt für 2025 überwiegend ein positives Bild mit hohen Preisen und steigenden Umsätzen. Die Milchanlieferung verzeichnete insgesamt einen starken Anstieg bedingt durch gute Futterpreise und -qualität, geringe Krankheitsausfälle sowie hohe Kuhzahlen. Aufgrund der anhaltend starken Anlieferung begannen ab Herbst 2025 die Erzeugermilchpreise bedingt durch das Überangebot und schwache Exportnachfrage zu sinken. Der Lebensmitteleinzelhandel reagierte zu dem sehr rasch auf diese Entwicklung. In Deutschland und Österreich kam es zu spürbaren Butterpreisabsenkungen, wobei Deutschland stärker und früher als Österreich reagierte. Der Marktstart 2026 verläuft weiterhin zögerlich mit Preisdruck bei den Erzeugerpreisen. Der Lebensmitteleinzelhandel erwartet zudem aufgrund des Rohstoffdrucks weiter sinkende Verbraucherpreise.
GESCHÄFTSVERLAUF / ENTWICKLUNG NÖM IM JAHR 2025
Die Absatzmenge an Milchprodukten belief sich im Jahr 2025 auf 362,6 Tsd. Tonnen und lag damit um rund 8 % über dem Vorjahresniveau (2024: 335,5 Tsd. Tonnen). Der durchschnittliche Rohmilchpreis stieg im Jahresvergleich deutlich an und erreichte 53,8 ct/kg (2024: 48,4 ct/kg), was einer Erhöhung um 5,4 ct/kg bzw. 11 % entspricht. Nach einem weiteren Anstieg im Jahresverlauf erreichte der Rohmilchpreis im Oktober mit 55,5 ct/kg seinen Höchststand und gab gegen Jahresende wieder nach. Im Dezember lag der Auszahlungspreis bei 51,2 ct/kg und damit unter dem im Dezember 2024 verzeichneten Niveau von 51,9 ct/kg. Die Rohmilchanlieferung erhöhte sich im Berichtsjahr um 4 % auf 456,3 Tsd. Tonnen (2024: 438,5 Tsd. Tonnen), wobei insbesondere die Anlieferung von Biomilch mit einem Plus von 6 % überdurchschnittlich zulegen konnte. Getragen von der positiven Absatzentwicklung sowie einem wertigeren Produktmix stieg der Umsatz mit Fertigprodukten um 18 % auf EUR 606,1 Mio. (2024: EUR 515,2 Mio.).
Die Rohstoffpreisentwicklung im Jahr 2025 war im Wesentlichen durch eine zunehmende Angebotsausweitung bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage auf den Fett- und Proteinmärkten geprägt. Insbesondere ab dem Sommer führte die über dem Vorjahr liegende Milchanlieferung zu einer verstärkten Verfügbarkeit von Magermilch und Rahm. Parallel dazu schwächte sich die Nachfrage aus der weiterverarbeitenden Industrie sowie aus dem internationalen Geschäft ab. In der Folge gerieten sowohl die Protein- als auch die Fettverwertung ab dem dritten Quartal zunehmend unter Druck, was im vierten Quartal zu einer deutlichen Preiskorrektur bei Butter führte. Zum Jahresende resultierte daraus eine spürbare Abschwächung der Rohmilchpreise.
Die Absatzentwicklung im Jahr 2025 verlief je nach Vertriebsweg unterschiedlich, wobei sich das Inlandsgeschäft insgesamt stabil zeigte und der leichte Rückgang im Lebensmittelhandel (LEH inkl. Diskont) im Wesentlichen auf temporäre Lieferunterbrechungen bei einem Handelspartner bis Ende Februar zurückzuführen war. Deutliches Wachstum verzeichneten hingegen Export und B2B, getragen durch die Ausweitung des Geschäfts mit bestehenden B2B-Partnern sowie durch die starke Nachfrage nach aseptischen Milchmischprodukten. Abermals sehr dynamisch entwickelte sich die Latteria NÖM s.r.l., insbesondere infolge des kräftigen Wachstums im Kefirsegment, sowohl bei Trink- als auch bei Löffelkefir, während auch Cottage Cheese vom anhaltenden Proteintrend profitierte. Insgesamt erhöhte sich der Absatz an Fertigprodukten im Jahr 2025 um 27.158 Tonnen bzw. 8 % gegenüber dem Vorjahr.
Die angelieferte Rohstoffmenge stieg im Berichtsjahr auf 456,27 Mio. kg (2024: 438,45 Mio. kg) und lag damit über dem Vorjahresniveau. Davon entfielen 398,83 Mio. kg (2024: 384,15 Mio. kg) auf gentechnikfreie Qualitätsmilch und 57,43 Mio. kg (2024: 54,31 Mio. kg) auf Biomilch. Aufgrund des Mengenanstiegs stieg der Anteil der Biomilch (2025: 12,59% / 2023: 12,39%) an der Gesamtanlieferung leicht an. Die Gesamtmilchanlieferung entwickelte sich stärker als im österreichischen und europäischen Durchschnitt. Diese Steigerung ist auf eine stabile Erzeugerstruktur und verbesserte Produktionsbedingungen zurückzuführen, während marktseitige Rahmenbedingungen die Preisgestaltung weiterhin herausfordernd beeinflussten.
PRODUKTION
Im Geschäftsjahr 2025 konnte die Produktionsleistung der NÖM erneut deutlich gesteigert werden. Insgesamt wurden 1.164,1 Mio. Produktionseinheiten abgefüllt, was einem Zuwachs von rund 12 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Schwerpunkt des Wachstums lag weiterhin im Flaschenbereich, in dem mit 736,8 Mio. Einheiten ein Plus von 16 % erzielt wurde. Diese Entwicklung wurde insbesondere durch die anhaltend starke Nachfrage nach aseptischen Produkten sowie Kefirdrinks getragen. Auch im Bechersegment zeigte sich eine positive Entwicklung: Mit 188,4 Mio. Einheiten wurde ein Anstieg von 8 % verzeichnet, der vor allem auf höhere Absatzmengen
bei 95er-Bechern zurückzuführen ist. Die Produktionsanlagen waren im Jahresverlauf 2025 hoch ausgelastet. Trotz dieser intensiven Nutzung konnte die Produktion effizient und stabil geführt werden. Dies war insbesondere dem hohen Engagement sowie der guten Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken, die die gestiegenen Anforderungen qualitativ hochwertig umsetzten.
MARKT
Der Lebensmittelhandel (LEH inkl. Diskont) in Österreich konnte den Umsatz um +3,3% zum Vorjahr steigern. Spar konnte die Marktführerschaft ausbauen und hält einen Umsatzanteil von 36,6%, REWE sinkt auf 32,2%, der Diskont steigert sich und hält 25,7% des Marktumsatzes (All-Commodity-Umsatz, LEH inkl. H/L, 1-11/25). Der Lieferstopp der NÖM Markenprodukte bei Spar ausgehend von den Preisverhandlungen in Q4/24 hielt bis Woche 9/25 an.
Die weiße Palette (WP) und gelben Fette (GF) verzeichneten vs. VJ ein Absatzplus von +1,4%. Trinkmilch als mengenstärkste Warengruppe ist mit -0,1% nur leicht hinter VJ , Naturjoghurt kann ein weiteres Mal stark mit +10,7% Absatz zulegen. Der Eigenmarkenanteil in der WP inkl. GF im LEH exkl. H/L ist weiter auf 52,1% des Marktvolumens gestiegen. Der Bioanteil in der WP + GF bleibt mit 18,9% des Volumens stabil zum VJ. NÖM ist weiterhin führender Markenhersteller in der Kernregion (Nielsen Wien+Nord) mit einem Marktanteil (WP+GF kg) von 18,2%.
Der Markt der Bunten Palette (BP) liegt im LEH inkl. Diskont im Absatz kg mit +3,4% über dem Vorjahr, wobei das Wachstum v.a. durch die größte Warengruppe der Milchmischgetränke (+6,4% kg) kommt. Der Eigenmarkenanteil in der BP ist auch im LEH exkl. H/L auf 26,1% gestiegen, der Bio-Anteil in der BP liegt bei 8% (Absatz kg). NÖM verliert in der BP vs. VJ stark mit -6,5% an Volumen im Gesamtmarkt und hält zu Jahresende einen Marktanteil am Gesamtmarkt von 12,4%.
NÖM PRO ist mit 18,3 Mio. EUR die umsatzstärkste NÖM Marke in der BP und verteidigt die Proteinmarktführerschaft. 2025 konnte NÖM PRO mit Mehrwertkonzepten auch in der WP Wachstumserfolge mit NÖM PRO Cottage Cheese, Milch und NÖM PRO Naturjoghurt erzielen. Im Herbst 2025 konnte das Sortiment mit NÖM PRO Skyr im 500g Becher noch weiter ausgebaut werden. 2025 wurde bei NÖM ein Schwerpunkt auf funktionale Produktkonzepte wie Kefir oder mit Collagen angereicherte Produkte gesetzt. Das Kefirsegment konnte durch Sortimentserweiterung und einer starken Entwicklung des Drinks natur um +60,1% auf 525 to gesteigert werden. Die Marke NÖM vital+, die Nahrungsergänzung genussvoll und convenient verfügbar macht, wurde erfolgreich bei REWE lanciert und setzt neben einem aufmerksamkeitsstarken Imagetransfer für die Marke NÖM auch auf Ertragsbasis neue Maßstäbe im bunten NÖM-Sortiment.
Im Kernmarkt Wien + Niederösterreich wurde stark auf Außenwerbung, Print und Online gesetzt. Der Werbedruck wurde im digitalen Bereich auf Google, Meta, TikTok und diversen Networks nochmals v.a. mit Fokus auf Bewegtbild und Interaktion verstärkt. Werbepartnerschaften mit Content Creatoren wurde v.a. im Zuge der Collagenkampagnen forciert und eventseitig unterstützt. Below the line konnten außerdem durch Produktsamplings bei Großereignissen (z.B. Vienna City Marathon, Wiener Wiesn), Street-Samplings sowie durch Lifestylekooperationen mit u.a. WOMAN essenzielle Trials mit einer hohen Kontaktqualität für die NÖM Marken erzielt werden.
INVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2025 setzte die NÖM AG mehrere strategisch bedeutende Investitionsprojekte um, die sowohl die Weiterentwicklung der Unternehmensstruktur als auch die langfristige Sicherung der
Produktions- und Logistikkapazitäten unterstützen. Mit der vollständigen Übernahme der Vorarlberg Milch GmbH mit Standort in Feldkirch wurde ein zentraler Schritt zur Stärkung der Rohstoffbasis und zur Erweiterung der regionalen Wertschöpfung gesetzt. Parallel dazu startete die NÖM AG am Standort Baden mit der Errichtung eines vollautomatisierten Hochregallagers, das ab 2027 eine deutliche Effizienzsteigerung in den logistischen Abläufen sowie zusätzliche Lagerkapazitäten ermöglichen wird. Darüber hinaus wurde in Wien, in der Hermann-Markgasse im 10. Bezirk, ein Betriebsgrundstück erworben, das künftig als Erweiterungsfläche für operative und infrastrukturelle Anforderungen genutzt werden soll. Diese Investitionen bilden gemeinsam das Fundament für weiteres Wachstum, eine höhere Leistungsfähigkeit entlang der Wertschöpfungskette und die nachhaltige Positionierung der NÖM-Gruppe im europäischen Markt.
Insgesamt wurden in der NÖM AG im Jahr 2025 Investitionen in Höhe von 48,97 Mio. (Vorjahr EUR 20,9 Mio.) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände getätigt.
GESCHÄFTSENTWICKLUNG
BILANZ
Die Bilanzsumme zum 31.12.2025 betrug EUR 249.868.717,81 und lag damit deutlich über dem Wert des Vorjahres (TEUR 181.057). Das Anlagenvermögen erhöhte sich im Zuge der umfangreichen Investitionstätigkeit – insbesondere der beginnenden Errichtung des Hochregallagers sowie der Übernahme der Vorarlberg Milch – um TEUR 41.229 auf EUR 137.235.757,56 (Vorjahr: TEUR 96.006). Die Vorräte stiegen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 6.797 auf EUR 34.014.103,40, was im Wesentlichen auf höhere Bestände bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie gestiegene Fertigwarenmengen zurückzuführen ist. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich im Zusammenhang mit dem Ausbau des internationalen Geschäfts auf EUR 63.068.926,72 (Vorjahr: EUR 49.199). Während weitere Positionen der Aktivseite weitgehend stabil blieben, verzeichneten die liquiden Mittel einen deutlichen Anstieg auf EUR 13.844.358,99 (Vorjahr: TEUR 7.129).
Das Eigenkapital wurde zum Jahresende mit EUR 91.589.338,75 (Vorjahr: TEUR 66.934) ausgewiesen und reflektiert damit die deutliche Stärkung der finanziellen Basis. Die Rückstellungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 19.270.471,23 (Vorjahr: TEUR 17.686). Während die Pensionsrückstellungen rückläufig waren (EUR 3.299.633,15 – Vorjahr: TEUR 3.760), kam es bei den Abfertigungs- (EUR 5.575.170,81 – Vorjahr: TEUR 5.133) und insbesondere bei den sonstigen Rückstellungen (EUR 10.395.667,27 – Vorjahr: TEUR 8.793) zu notwendigen Erhöhungen. Zur Finanzierung der umfangreichen Investitionstätigkeit stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf EUR 62.698.074,97 (Vorjahr: TEUR 38.397). Das gewachsene Geschäftsvolumen führte zudem zu einem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf EUR 58.687.290,34 (Vorjahr: TEUR 46.139). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich auf EUR 8.117.451,29 (Vorjahr: TEUR 7.933), während die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis aufgrund einer Erhöhung des Darlehens auf EUR 3.400.000,00 zunahmen (Vorjahr: TEUR 1.500). Die weiteren Positionen der Passivseite konnten im Jahresvergleich weitgehend stabil gehalten werden.
GEWINN & VERLUSTRECHNUNG
Im Jahr 2025 erzielte die NÖM AG Umsatzerlöse in Höhe von EUR 671.766.449,01 (Vorjahr: TEUR 576.504). Diese Steigerung von rund 17 % resultierte aus dem deutlichen Mengenwachstum, positiven Preiseffekten sowie einer weiteren Optimierung des Produktmixes. Die
Bestandsveränderung belief sich auf EUR 3.936.648,33 (Vorjahr: TEUR 874) und die sonstigen betrieblichen Erträge erreichten EUR 4.281.168,32 (Vorjahr: TEUR 3.951), getragen insbesondere von gestiegenen Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen und höheren sonstigen betrieblichen Erlösen. Der Materialaufwand betrug im Berichtsjahr EUR 482.441.403,15 (Vorjahr: TEUR 397.417), wobei die Zunahme im Wesentlichen auf höhere Rohstoffkosten sowie gestiegene Aufwendungen für Hilfs- und Zusatzstoffe und Verpackungsmaterialien zurückzuführen war. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen erhöhten sich auf EUR 70.951.296,66 (Vorjahr: TEUR 64.199) und spiegeln insbesondere Mehrkosten in den Bereichen Logistik, Energie und Fremdleistungen wider. Die Personalkosten stiegen auf EUR 54.800.854,55 (Vorjahr: TEUR 47.426) und lagen damit deutlich über dem Vorjahresniveau; maßgeblich dafür waren der erhöhte Personalstand, inflationsbedingte KV-Abschlüsse sowie der weitere Ausbau der Produktionskapazitäten. Die Abschreibungen reduzierten sich auf EUR 13.414.247,03 (Vorjahr: TEUR 20.423), nachdem im Vorjahr außerordentliche Abschreibungen angefallen waren. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf EUR 38.391.825,17 (Vorjahr: TEUR 36.163) und spiegeln inflationsbedingte Kostensteigerungen sowie Mehraufwendungen im Bereich Administration und Vertrieb wider. Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich auf EUR 6.292.589,36 (Vorjahr: TEUR 4.610), getragen von höheren Gewinnausschüttungen der verbundenen Unternehmen bei moderat gestiegenem Zinsaufwand. Insgesamt erzielte die NÖM AG ein Ergebnis vor Steuern von EUR 26.277.228,46 (Vorjahr: TEUR 20.310).
BERICHT ÜBER DIE TOCHTERUNTERNEHMEN UND ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die Frischlogistik und Handel GmbH (Frischlogistik), Baden, erfüllte auch im Jahr 2025 ihre Rolle als zentraler und verlässlicher Logistikpartner innerhalb der NÖM-Gruppe sowie als Dienstleister für externe Kunden. Mit Beginn der Errichtung des vollautomatisierten Hochregallagers am Standort Baden mussten Teile der bestehenden Lagerflächen temporär ausgelagert werden, was zu einer spürbar erhöhten Komplexität in den logistischen Abläufen führte. Das deutliche Wachstum der Absatzmengen – insbesondere im Bereich aseptischer Milchmischprodukte sowie fermentierter Spezialitäten – führte zu einem weiter steigenden Umschlagsvolumen, das von der Frischlogistik über das gesamte Jahr hinweg zuverlässig bewältigt wurde. Trotz der erhöhten operativen Anforderungen konnte die hohe Lieferfähigkeit für alle Gesellschaften der NÖM-Gruppe durchgehend sichergestellt werden. Mit einer Umsatzsteigerung von 9,4 % konnte ein Ergebnis vor Steuern von EUR 1,22 Mio. Euro erzielt werden.
Die nöm Gast konnte ihr Geschäftsvolumen im Jahr 2025 trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen weiterhin stabil ausbauen und verzeichnete durch konsequente Neukundenakquise eine positive Entwicklung im Absatz. Der im Jahresverlauf stark gestiegene Milchpreis belastete jedoch die Margensituation, da dieser – anders als im Vorjahr – nur teilweise weitergegeben werden konnte, was zu einem Rückgang der Handelsspanne führte. Das erhöhte Umschlagsvolumen im Kernsortiment wurde jedoch zuverlässig bewältigt, sodass die Marktposition der nöm Gast als verlässlicher Partner für Gastronomie, Bäckereien und weiterverarbeitende Betriebe weiter gefestigt werden konnte. Das Ergebnis vor Steuern lag mit TEUR 1.001 unter dem Vorjahr (TEUR 1.162), während der Kundenstock weiter gesteigert werden konnte und damit eine solide Basis für künftiges Wachstum geschaffen wurde.
Die Latteria NÖM S.r.l. (Latteria), Mailand, zeigte im Geschäftsjahr 2025 erneut eine sehr positive Entwicklung und konnte ihre Position im italienischen Markt weiter festigen. Das Absatzvolumen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 9 % auf 110.490 Tonnen, wobei insbesondere die Kategorien Kefir und Fruchtjoghurt zur Mengenentwicklung beitrugen. Die Absatzmenge im Kefirsegment stieg auf 46.983 Tonnen, was einem Zuwachs von 39 % entspricht und die weiterhin hohe Marktentwicklung in dieser Warengruppe widerspiegelt. Die NÖM-Produkte verzeichneten ein Wachstum von in Summe
12 % und leisteten damit einen wesentlichen Beitrag zur Absatzsteigerung. Auf der Umsatzseite erzielte die Latteria im Berichtsjahr EUR 238,9 Mio., was einer Steigerung von 15 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Marktführerschaft im italienischen Kefirsegment konnte trotz eines dynamischen Marktumfeldes, das im Jahr 2025 erneut deutlich wuchs, behauptet werden. Die Erweiterung der Distribution und die kontinuierliche Stärkung der Markenpräsenz trugen zu dieser stabilen Positionierung bei. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf TEUR 9.542 und lag damit über dem Wert des Vorjahres. Insgesamt stellt sich die Geschäftsentwicklung der Latteria im Jahr 2025 solide dar und bildet eine gute Grundlage für die weitere Marktbearbeitung.
Im Berichtsjahr wurde mit der Vorarlberg Milch eGen ein umfassendes Zukunftskonzept umgesetzt, welches die Einbringung des Produktionsbetriebs in Feldkirch in eine eigene Gesellschaft (Vorarlberg Milch GmbH) sowie eine strategische Beteiligung der Genossenschaft an der NÖM AG vorsieht. Die Genossenschafter der Vorarlberg Milch haben diesem Schritt mit großer Mehrheit zugestimmt und damit die Grundlage für eine nachhaltige Absicherung der regionalen Milchwirtschaft geschaffen. Im Gegenzug zur Einbringung des operativen Geschäfts hat die Vorarlberg Milch eine Beteiligung von drei Prozent an der NÖM AG erhalten und ist künftig mit einem Mandat im Aufsichtsrat vertreten. Der Standort Feldkirch soll innerhalb der NÖM-Gruppe als Käse-Kompetenzzentrum im Westen Österreichs fungieren und zugleich wachstumsstarke Absatzmärkte, insbesondere Italien, bedienen. Investitionen in die Produktionsinfrastruktur sollen mittelfristig zu einer schrittweisen Ausweitung der verarbeiteten Milchmenge führen. Für die Milchlieferanten der Vorarlberg Milch bedeutet die Kooperation eine gesicherte Abnahme zu einem im Vergleich zur Vergangenheit höheren Erzeugermilchpreis.
Die Marke „Ländle Milch“ bleibt als starke regionale Marke erhalten und wird im Rahmen der NÖM- Gruppe weitergeführt.
Vor dem Zusammenschluss stand die Vorarlberg Milch infolge hoher Kostensteigerungen, zunehmendem Wettbewerbsdruck sowie Lieferantenwechseln zu deutschen Molkereien unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Die im Berichtsjahr beschlossenen Strukturmaßnahmen sollen die Ertrags- und Finanzlage der Vorarlberg Milch nachhaltig stärken.
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
| Einheit | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Beteiligungen (direkt & indirekt) | Anzahl | 4 | 3 | 4 | 4 |
| Umsatz | TEUR | 671.766,4 | 576.504,0 | 533.736,7 | 477.448,5 |
| Betriebsleistung | TEUR | 679.984,3 | 581.328,6 | 537.960,7 | 481.385,9 |
| EBITDA | TEUR | 33.398,9 | 36.123,5 | 21.430,8 | 14.193,4 |
| EBITDA-Marge | % | 5,0 | 6,3 | 4,0 | 3,0 |
| EBIT | TEUR | 19.984,6 | 15.700,8 | 9.060,1 | 4.261,4 |
| Ergebnis vor Steuern | TEUR | 26.277,2 | 20.310,4 | 9.901,3 | 5.691,0 |
| Jahresüberschuss | TEUR | 23.484,1 | 18.261,9 | 8.840,2 | 5.368,0 |
| Bilanzgewinn | TEUR | 23.484,1 | 18.261,9 | 8.840,2 | 5.368,0 |
| Cashflow (operativ) | TEUR | 38.116,9 | 31.594,0 | 29.701,9 | 14.680,1 |
| Materialaufwand & bezog. Leistungen | TEUR | 553.392,7 | 461.615,9 | 445.065,2 | 405.798,1 |
| Materialeinsatzquote | % | 81,4 | 79,4 | 82,7 | 84,3 |
| Personalaufwand | TEUR | 54.800,8 | 47.426,1 | 41.064,8 | 35.251,6 |
| Mitarbeiter / Durchschnitt | Anzahl | 627 | 578 | 538 | 489 |
| Personalkosten pro Mitarbeiter | TEUR | 87,4 | 82,1 | 76,3 | 72,1 |
| Betriebsleistung pro Mitarbeiter | TEUR | 1.084,5 | 1.005,8 | 999,9 | 984,4 |
| Anlagevermögen | TEUR | 137.235,8 | 96.006,4 | 83.315,1 | 74.267,5 |
| Anlagendeckungsgrad II | % | 86,8 | 89,6 | 84,1 | 84,9 |
| Investitionen | TEUR | 48.971,1 | 33.044,6 | 21.295,9 | 28.916,2 |
| Bilanzsumme | TEUR | 249.868,7 | 181.057,4 | 158.326,0 | 155.279,4 |
| Gesamtkapitalrentabilität | % | 8,0 | 8,7 | 5,7 | 2,7 |
| Eigenmittel | TEUR | 91.589,3 | 66.934,2 | 52.829,6 | 47.768,7 |
| Eigenmittelquote | % | 36,7 | 37,0 | 33,4 | 30,8 |
| Eigenmittelrendite | % | 29,6 | 30,5 | 17,6 | 11,4 |
| Fremdkapital | TEUR | 158.279,4 | 114.123,1 | 105.496,4 | 107.510,7 |
| Fremdkapitalquote | TEUR | 63,3 | 63,0 | 66,6 | 69,2 |
| Verzinsliches Fremdkapital | TEUR | 66.098,1 | 39.897,4 | 35.861,3 | 38.311,4 |
| Flüssige Mittel | TEUR | 13.844,4 | 7.128,9 | 4.900,6 | 2.724,1 |
| Nettoverschuldung | TEUR | 51.016,4 | 30.610,7 | 28.890,4 | 33.642,8 |
| Nettoverschuldung in % des EK | % | 55,7 | 45,7 | 54,7 | 70,4 |
| Entschuldungsdauer | Jahre | 1,7 | 1,3 | 1,2 | 2,6 |
| Dividende | TEUR | 5.669,0 | 4.157,3 | 3.779,3 | 4.006,1 |
Geldflussrechnung
| Geschäftsjahr | Vorjahr | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Operativer Cashflow | 38.116.868,1 | 31.594,0 |
| Netto-Geldfluss Investitionstätigkeit | -48.933.059,8 | -33.044,6 |
| Netto-Geldfluss Finanzierungstätigkeit | 17.531.696,7 | 3.678,8 |
| Veränderung der flüssigen Mittel | 6.715.505,0 | 2.228,2 |
NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
UMWELTBELANGE
Molkerei mit Verantwortung
Um auch zukünftigen Generationen ein lebenswertes Leben zu sichern, bleibt Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der NÖM AG. Das Jahr 2025 stand dabei ganz im Zeichen von Wachstum, Integration und nachhaltiger Transformation. Ein zentrales Ereignis war die Übernahme der Vorarlberg Milch, die große Chancen für die Ausweitung der nachhaltigen Wertschöpfung eröffnet, gleichzeitig aber Herausforderungen bei der Harmonisierung von Prozessen, Daten und Zielsetzungen mit sich bringt.
Rückblick auf 2025
Im Jahr 2025 wurden wichtige Weichenstellungen vorgenommen:
x Setzung und Erarbeitung der SBTi-Ziele, um langfristige Klimaverpflichtungen wissenschaftsbasiert zu verankern x Entscheidung zur Erhebung von Primärdaten auf landwirtschaftlichen Betrieben, Auswahl geeigneter Tools und Vorbereitung der Erhebungen x Weiterentwicklung von Strategien, um Nachhaltigkeit noch stärker in den Geschäftsprozessen zu verankern
Unternehmensfußabdruck – Status und Einordnung
Die Ergebnisse der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse haben gezeigt, dass Klimaschutz ein zentrales und wesentliches Handlungsfeld für die NÖM AG ist. Auf dieser strategischen Grundlage dient der Corporate Carbon Footprint als zentrales Werkzeug, um Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erfassen, zu steuern und Reduktionsmaßnahmen abzuleiten.
Der Corporate Carbon Footprint der NÖM AG für das Jahr 2024 wird von der Raiffeisen Holding Niederösterreich Wien berechnet. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Konsolidierten Nichtfinanziellen Berichterstattung veröffentlicht – inklusive einer detaillierten Aufschlüsselung der direkten und indirekten Emissionen (Scope 1, 2 und 3) gemäß international anerkannten Standards.
Der Corporate Carbon Footprint bildet eine wichtige Grundlage für unser zukünftiges Klimamanagement und die Ausrichtung wissenschaftsbasierter Ziele im Rahmen unseres SBTi- Prozesses.
Im Rahmen der bisherigen Analyse zeigt sich, dass innerhalb von Scope 3 insbesondere eingekaufte Waren und Dienstleistungen einen großen Einfluss auf die Gesamtbilanz haben – ein typischer Emissionsschwerpunkt in der Milchwirtschaft mit entsprechenden Ansatzpunkten für Maßnahmen zur Dekarbonisierung. Weitere Emissionsquellen in Scope 3 betreffen Transport und Logistik, Verpackungen sowie die Verwertung und Entsorgung verkaufter Produkte.
Soziale Nachhaltigkeit
Neben ökologischen Zielen bleibt soziale Verantwortung ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie:
x Gleichberechtigung und Vielfalt x Arbeitssicherheit und faire Arbeitsbedingungen x gezielte Mitarbeiterentwicklung x Stärkung der Gemeinwohlorientierung
Ausblick und Schwerpunkte 2026
Für 2026 liegt der Fokus der NÖM AG auf der konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Integration der Vorarlberg Milch in allen relevanten Prozessen. Wesentliche Schwerpunkte sind:
x SBTi-Ziele: Einreichung und Kommunikation der wissenschaftsbasierten Klimaziele unter Berücksichtigung der Vorarlberg Milch x Scope 1 & 2: Substitution fossiler Energieträger, Steigerung der Energieeffizienz, Bezug von 100 % erneuerbarem Strom x Scope 3: Durchführung und Auswertung der Primärdatenerhebungen auf landwirtschaftlichen Betrieben, Reduktion Verpackungsoptimierung emissionsintensiver Lieferketten, Transport- und x Stakeholder Integration: Intensiver Einbezug aller internen und externen Stakeholder, um die nachhaltige Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben x Implementierung eines Umweltmanagementsystems: Aufbau und Weiterentwicklung zur systematischen Steuerung aller wesentlichen Umweltaspekte
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen stärkt die NÖM AG ihre Basis für fundierte Entscheidungen, erreicht Klimaziele langfristig und verankert Nachhaltigkeit noch stärker im Alltag – zum Wohle kommender Generationen.
ARBEITNEHMERBELANGE
Im Rahmen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung wurden im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 4.452 externe Ausbildungsstunden (VJ: 2.641 externe Ausbildungsstunden) und 5.030 interne Ausbildungsstunden (VJ: 4.800 Interne Ausbildungsstunden) abgehalten.
Die enge Kooperation mit dem BFI und AMS wurde fortgesetzt, um qualifiziertes Personal zu finden. Darüber hinaus wurden Netzwerke in der Umgebung genutzt, um hier bei Unternehmen, die Mitarbeiter:innen aus wirtschaftlichen Gründen abbauen mussten, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Auch die hauseigenen Schulungen aller an der Produktion beteiligten Mitarbeiter:innen wurden weiterhin forciert. Für Führungskräfte der Produktion fand zusätzlich eine neue Seminarreihe zur Führungsentwicklung statt, die 2026 fortgeführt wird. Im Zuge des Audits „beruf und familie“ wurden neue Ziele gesetzt, die sich noch in der Umsetzung befinden (z.B. Ferienbetreuung, Gesundheitsprojekt).
Zur Stärkung der Arbeitgebermarke NÖM haben wir uns unterschiedlicher Kanäle bedient, um unseren Auftritt zu verstärken: Arbeitgeberprofil auf Kununu, Postings über LinkedIn, Netzwerktreffen, Kooperation mit der HTL Wiener Neustadt, etc.
Das Angebot an Benefits und Kooperationspartnern wurde erweitert, um Mitarbeiter:innen Vergünstigungen zu ermöglichen (Stromtarif, Weihnachtsaktionen, Kooperation Raiffeisen Reisen, Metro, Apotheke, JUFA, etc.)
Es wird verstärkt in die Lehrlingsausbildung investiert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Homeoffice und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten sind fest verankert und werden so weit als möglich angeboten. Das Mitarbeiterrestaurant steht allen Mitarbeiter:innen weiterhin mit täglich frisch gekochten Menüs sowie erweiterten Öffnungszeiten zur Verfügung.
Im Bereich der Digitalisierung konnten weitere Fortschritte erzielt werden, ua Digitalisierung des Mitarbeiter:innengesprächs. Die Ende 2024 eingeführten On- und Offboardinggespräche erhalten positives Feedback, es wurden bereits Maßnahmen abgeleitet, um die Organisationsprozesse zu verbessern und mögliche Gründe für Fluktuation und Mitarbeiterzufriedenheit zu evaluieren.
Zum Thema Gesundheit wurde ein Gesundheitsteam etabliert, das verschiedene gesundheitsfördernde Angebote einholt und abstimmt. Der Betriebsarzt steht zweimal wöchentlich zur Verfügung.
Das interne Schulungsangebot wurde um Deutschkurse erweitert, um die sprachlichen Kompetenzen der Mitarbeiter:innen zu stärken und eine effektive Zusammenarbeit im Arbeitsalltag zu fördern.
Der Mitarbeiterstand der NÖM AG betrug nach Köpfen per 31. 12. 2025 443 (Vorjahr: 396) Arbeiter und 209 (Vorjahr: 194) Angestellte, davon 21 (Vorjahr: 21) Lehrlinge.
BERICHT ÜBER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Proteinangereicherte Produkte
Der Trend hinsichtlich Proteinangereicherter Produkte hält weiterhin an. Im Bereich der UHT- Proteindrinks konnte die NÖM durch stetige Sortimentsoptimierung (Sortenerweiterungen; Limited Editions) die Marktposition innerhalb Europas stärken und ausbauen.
Für Kunden im B2B-Segment wurden auch Drinks in den Verpackungskonzepten SIG entwickelt und umgesetzt.
Mahlzeitergänzung
Im Bereich der Mahlzeitergänzung wurden bestehende Rezepturen für den deutschen Markt hinsichtlich der Vitaminisierung optimiert. Das bestehende Portfolio wurde durch neue Sorten sowie Limited Editions ergänzt.
Becherprodukte
Im Eigen- sowie im Markenbereich wurden bestehende Rezepturen hinsichtlich Sorten, Zucker- und Fettgehalt optimiert.
Im Becher Kefirsegment wurden der griechische Kefir (150g, 500g) sowie Kefir mit Ballaststoffen (4x125g) erfolgreich eingeführt.
Funktionelle, fermentierte Produkte
2025 war ein steigendes Interesse an diesen Produktkategorie erkennbar. Bestehende Produktkonzepte (Probiotik, Cholesterin senkende Produkte) wurden weiter ausgebaut.
Neu eingeführt wurden Produkte mit Collagen, die eine positive Wirkung auf Haut, Haare und Nägel haben. NÖM ist im Bereich fermentierte Produkte mit Collagen first mover und folgt somit dem Trend Beauty im Lebensmittelbereich.
Vorarlberg Milch
Hier wurden Optimierungen im Fruchtjoghurt- sowie im Trinkjoghurtbereich durchgeführt. Rezepturen wurden vereinheitlicht, um so Synergien im Bereich Rohstoffeinkauf zu nutzen.
Rezepturen wie Kefir wurden transferiert, um einerseits die Auslastung vor Ort zu steigern und andererseits den Bedarf an Kefir-Becher-Produkten decken zu können.
In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der NÖM AG waren 2025 7 MitarbeiterInnen tätig.
GESELLSCHAFTLICHE REPUTATION
Die NÖM ist in Baden bei Wien verwurzelt und übernimmt regionale Verantwortung gegenüber allen rund 2.200 Bauernfamilien aus Niederösterreich, der Oststeiermark und dem Burgenland sowie gegenüber den über 1.200 Beschäftigten am Produktionsstandort sowie auch gegenüber regionalen Zulieferbetrieben. Damit befindet sich in allen NÖM-Produkten ausschließlich die Milch engagierter Familienbetriebe aus der Region, die mit viel Leidenschaft nachhaltig für Mensch, Land und Tier tagtäglich ihr Bestes geben, veredelt durch ein großes NÖM-Team, welches vorwiegend im Umland des Unternehmens zu Hause ist. 79% der Lieferanten sind aus Österreich und befinden sich zu 83% in einer Entfernung von weniger als 200 Kilometer zum Standort Baden.
Mit einem gelebten sozialen Engagement unterstützt die NÖM ihr regionales Umfeld, gilt als starker Arbeitgeber der Region und steht für unternehmerischen Weitblick und Innovation.
Um die Reputation des Unternehmens langfristig positiv zu stärken, ist die Investition in den Standort Baden in Niederösterreich, die Pflege der regionalen Verankerung sowie gute langfristige Beziehungen mit regionalen Lieferanten mit dem Einkauf bester heimischen Rohstoffe essenziell.
Meilenstein in der Geschichte der NÖM
Mit dem Spatenstich im Juni 2025 setzte die NÖM einen bedeutenden Meilenstein in ihrer Unternehmensgeschichte. Am Standort Baden entsteht ein vollautomatisiertes Versandlager, das hinsichtlich Technologie, Effizienz und Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzt. Das Logistikzentrum umfasst 14.000 Quadratmeter und wird in der Endausbaustufe bis zu 26.000 Euro-Palettenstellplätze bieten. Modernste Förder-, Lager- und Kommissionierungssysteme sorgen künftig für einen vollständig automatisierten Warenfluss.
Besonderes Augenmerk liegt ebenso auf ökologischer Verantwortung: Die Nutzung bestehender Flächen verhindert zusätzliche Versiegelung, die direkte Standortanbindung reduziert LKW-Verkehr spürbar und intelligente Energiesysteme – darunter KI-basierte Optimierung, Photovoltaik, Wärmerückgewinnung und ein innovatives Kältekonzept – minimieren den CO₂-Ausstoß.
Mit diesem Projekt setzt die NÖM einen klaren strategischen Akzent: Sie verbindet wirtschaftliches Wachstum mit technologischem Fortschritt und verantwortungsbewusstem Ressourceneinsatz und festigt damit ihre Rolle als modernes, nachhaltig agierendes Leitunternehmen in der Region.
Soziale Verantwortung tragen
Im Rahmen der sozialen Verantwortung gewährt die NÖM auf freiwilliger Basis Spenden für Wissenschaft, Bildung, Kunst, Kultur, Sport sowie für soziale und humanitäre Projekte ohne entsprechende Gegenleistung. Ausgewählte Veranstaltungen in der Region immer wieder mit Produktspenden zu versorgen, ist ebenso selbstverständlich für das Unternehmen.
Das Engagement für die Gesellschaft bedeutet für die NÖM auch, soziale Märkte mit Lebensmitteln zu unterstützen. Seit zwei Jahrzehnten unterstützt das Unternehmen so möglichst großzügig soziale Märkte und Einrichtungen wie „Tafel Österreich“, „Caritas“, „die Gruft“, „Ute Bock“, „Wiener Tafel“, „grüner Kreis“, „SOMA-Märkten“ und viele weitere, speziell in NÖ und rund um Baden.
Konkrete Hilfestellung ist ein wertvoller Beitrag
Die niederösterreichische Molkerei setzt immer wieder ein starkes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und unterstützt damit die Caritas-Initiative „Ein voller Einkaufswagen“, die armutsbetroffenen Familien den Zugang zu dringend benötigten Lebensmitteln ermöglicht. In einer Zeit, in der immer mehr Haushalte von finanziellen Belastungen betroffen sind, leistet die Aktion einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Grundversorgung und zur Stärkung sozialer Stabilität.
Die NÖM macht die Initiative durch einen Spendenhinweis auf der 1-Liter-Vollmilchpackung breit sichtbar. Damit erreicht der Aufruf zur Unterstützung Millionen Haushalte im Osten Österreichs und schafft eine unmittelbare Verbindung zwischen dem täglichen Konsum und solidarischem Handeln. Die Platzierung auf den Verpackungen erhöht nicht nur die Bekanntheit der Caritas-Aktion, sondern fördert auch aktiv die Spendenbereitschaft.
Durch ihr Engagement trägt die NÖM dazu bei, Familien in schwierigen Lebenslagen würdig zu unterstützen. Die Kooperation unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, aktiv gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, nachhaltige Hilfsprojekte zu fördern und als verlässlicher Partner an der Seite von Menschen in Not zu stehen.
Gemeinsam Gutes bewirken
Wie jedes Jahr verzichtet die NÖM bewusst auf Weihnachtsgeschenke und Grußkarten – und setzt stattdessen ein Zeichen der Solidarität. Die dafür vorgesehene Summe wird erneut in Projekte investiert, die Kindern und Familien in der Heimatstadt Baden unmittelbar zugutekommen.
Mit der Unterstützung der Molkerei erhält die Sonderschule einen neuen Therapiesessel, der wichtige Förderarbeit ermöglicht und den Schulalltag spürbar erleichtert. Zusätzlich leistet das Unternehmen einen Beitrag zum Neubau eines Spielplatzes in der Badener Haidhof-Siedlung: Ein inklusives Spielgerät – eine Wippe, die auch mit dem Rollstuhl befahrbar ist – schafft dort Platz für gemeinsames Spielen für alle.
Damit stärkt die NÖM jene Orte, an denen Begegnung, Entwicklung und Freude entstehen – und zeigt, dass Verantwortung nicht bei Produkten endet, sondern ein gelebter Teil der Unternehmenskultur ist.
FAIRTRADE bei NÖM – Verantwortung, die weit über Grenzen reicht
Als Unternehmen, das seit jeher für Qualität, Partnerschaft und nachhaltiges Handeln steht, übernimmt die NÖM Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – nicht nur in Österreich, sondern auch dort, wo Rohstoffe ihren Ursprung haben. Ein zentraler Bestandteil dieser Haltung ist der konsequente Einsatz für FAIRTRADE-Kakao: Alle Kakaoprodukte tragen das FAIRTRADE- Siegel und leisten damit einen direkten Beitrag zu fairen Arbeitsbedingungen, stabilen Einkommen und besseren Zukunftsperspektiven für Kakaobauernfamilien.
Eine Reise nach Westafrika hat dem NÖM Marketing- und Einkaufsteam eindrucksvoll gezeigt, wie wesentlich faire Entlohnung, Mindestpreise und langfristige Partnerschaften für die Menschen vor Ort sind. Faire Handelsbedingungen ermöglichen Kindern den Schulbesuch, schaffen Zugang zu sauberem Trinkwasser, eröffnen Frauen wirtschaftliche Selbstständigkeit und stärken ganze Dorfgemeinschaften.
Aus diesen Eindrücken entstand 2023 die Entscheidung, ein Bildungsprojekt in der Elfenbeinküste aktiv zu unterstützen. Durch den aktivem Beitrag der NÖM konnte eine neue Schule errichtet, eine weitere saniert und für rund 250 Kindern ein sicherer Lernort geschaffen werden – inklusive Schulstarter-Sets für alle. Damit setzt die Molkerei ein deutliches Zeichen: Verantwortung endet nicht an nationalen Grenzen, sondern wirkt dort, wo sie am meisten gebraucht wird.
Diese Partnerschaft ist erst der Anfang. Die NÖM wird ihr Engagement weiter ausbauen, um nachhaltige Lebensbedingungen zu fördern und als Unternehmen auch global einen positiven Unterschied zu machen.
BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
Die NÖM erwartet für das Geschäftsjahr 2026 trotz großer Unsicherheiten und anhaltendem Preisdruck am Milchmarkt eine stabile positive Entwicklung mit Umsatz- und Absatzwachstum.
Der europäische Milchmarkt ist 2026 mit Überangebot und schwächer tendierenden Preisen gestartet. In Österreich spiegelt sich diese Entwicklung in deutlich rückläufigen Erzeugerpreisen wider, während die Nachfrage nach regionalen und nachhaltigen Produkten anhält. Die NÖM profitiert von ihrer starken Verankerung mit über 2.200 Lieferanten und ihrer guten Diversifizierung, was Resilienz gegenüber Marktschwankungen schafft.
Ausgehend von der Entwicklung im Jahr 2025 zielt die NÖM auch 2026 auf weiteres Wachstum ab. Der Fokus liegt dabei auf Volumenerhöhung durch optimierten Produktmix und entsprechenden Abfüllkapazitäten. Zentrale Wachstumstreiber bleiben dabei weiterhin das Exportgeschäft, der B2B- Bereich und die Expansion der Kefirprodukt über die Latteria, wobei die Marke milk weiterhin die zentrale Rolle einnimmt. Darüber hinaus bilden Innovationen ein zentrales Element des Wachstums der NÖM AG und treiben nachhaltig die Produkt- und Prozessentwicklung voran.
Zentrale Investitionsvorhaben, wie das neue Logistikzentrum in Baden, werden im Jahr 2026 konsequent fortgeführt, um die geplante Inbetriebnahme 2027 sicherzustellen. Gleichzeitig werden die Integration und wirtschaftliche Neuaufstellung der Vorarlberg Milch als Kompetenzzentrum für Käse und der Ausbau der Produktionskapazitäten einen maßgeblichen Schwerpunkt der Aktivitäten in 2026 darstellen.
Unter der Prämisse eines weitgehend stabilen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und unveränderter Rohstoffverfügbarkeit geht die NÖM von einer positiven operativen Entwicklung 2026 mit Umsatzsteigerung und stabiler Rentabilität aus.
Bis 2030 strebt die NÖM-Gruppe unverändert einen Umsatz von EUR 1 Mrd. gestützt durch diese Maßnahmen und Synergien in der Gruppe an.
VORGÄNGE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM BILANZSTICHTAG
Bei der NÖM waren nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung zu verzeichnen.
WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN
CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
Die NÖM ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Grundlage des Chancenmanagements der NÖM ist die detaillierte Beobachtung und Analyse der individuellen Märkte sowie die frühzeitige Erkennung und Bewertung von Trends, aus denen sich die Identifikation der Chancen ableitet.
Die Grundsätze des Risikomanagements der NÖM sind in einer Richtlinie dokumentiert. Die Richtlinie enthält grundlegende Prinzipien zum Risikomanagement und umfasst die Grundsätze zur Früherkennung, Kommunikation und Behandlung von Risiken.
Risiken werden in der NÖM systematisch und fortlaufend identifiziert und analysiert. Als Risiko gelten Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens, die die Ertragskraft und die Fortführung des Unternehmens nachhaltig beeinträchtigen können. Risikorelevante Informationen werden mindestens einmal jährlich sowie bei Bedarf ad-hoc erhoben. Die Dokumentation umfasst neben der Beschreibung des Risikos eine Bewertung nach Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Maßnahmen zur Überwachung und Gegensteuerung.
Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird in regelmäßigen Abständen vom Prüfungsausschuss der NÖM und von der Innen- und Konzernrevision der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien geprüft.
RISIKOLAGE
Als international tätiges Unternehmen ist die NÖM einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Um die finanziellen Auswirkungen eines möglichen Schadens gering zu halten, werden – soweit verfügbar und wirtschaftlich vertretbar – Versicherungen abgeschlossen. Umfang und Höhe dieser Versicherungen werden laufend überprüft und angepasst.
Für die NÖM wesentliche Risiken werden im Folgenden beschrieben:
Markt- und Wettbewerbsrisiken: Große Abnehmer und Anbieter im Molkereiproduktebereich sind in einigen Absatzmärkten in der Lage, erheblichen Druck auf die Preise auszuüben. Des Weiteren hält der Trend zu preisgünstigeren Handelsmarkenartikeln durch die anhaltend hohe Inflation weiter an. Dies schmälert jedenfalls die Ertragskraft der Markenprodukte. Es ist auch künftig davon auszugehen, dass aufgrund der bestehenden Wettbewerbssituation das Ausmaß des Preisdrucks weiterhin bestehen bleibt oder sich sogar vergrößern wird. Das Wachstum der pflanzlichen Alternativprodukte hält an, sodass diese Produkte klassische Milchprodukte substituieren können.
Beschaffungsrisiko: Die NÖM ist auf die ausreichende Verfügbarkeit von signifikanten Mengen an Rohstoffen und Energie angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Kunden weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Um eine konstante Versorgung sicherzustellen, werden langfristige Verträge geschlossen und – wo möglich – mehrere Lieferanten ausgewählt. Die zukünftige Preisentwicklung der Energieträger kann einen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität haben. Zur Fixierung von Energiepreisen werden Gas- und Stromvolumina in einem bestimmten Ausmaß über einen mittelfristigen Zeithorizont gesichert.
Produkt- und Produktionsrisiken: NÖM verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst.
Mitarbeitende: Die NÖM hat sich zum Ziel gesetzt, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und einen ansprechenden Arbeitsplatz mit Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Der anhaltende Mangel an Fachkräften sowie sich verändernde Arbeitsanforderungen bilden derzeit die unmittelbarsten Risiken. Um dem entgegenzuwirken, werden Nachwuchs-Führungskräfte durch Zusatzausbildungen auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet. Des Weiteren wird mit Bereichsleitern aktive Nachfolgeplanung betrieben. Zusätzlich werden im Personalbereich verstärkt Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt.
Beteiligungsrisiko: Die NÖM hält Beteiligungen an mehreren Gesellschaften im In- und Ausland. Es bestehen Risiken hinsichtlich der finanziellen Entwicklung der Beteiligungsgesellschaften, insbesondere im Hinblick auf Wertminderungen, Liquiditätsanforderungen und mögliche Haftungsverpflichtungen. Zur Reduzierung dieser Risiken werden Beteiligungen regelmäßig überprüft, strategisch gesteuert und mit geeigneten Kontrollmechanismen überwacht.
Liquiditätsrisiko: Das Risiko, aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können (Liquiditätsrisiko), wird in der NÖM zentral durch eine vorausschauende Detailplanung der Zahlungsflüsse auf Tagesebene sichergestellt. Die Liquidität der NÖM-Gruppe ist durch Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Zinsrisiko: Das Zinsrisiko resultiert aus Veränderungen der Zinssätze, die einen Einfluss auf die Erträge der Gruppe und deren finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben. Änderungen der Zinssätze führen zu Schwankungen im Zinseinkommen und der Zinsaufwendungen. Die NÖM unterscheidet zwischen dem Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten und dem Barwert-Risiko bei fix verzinsten Finanzierungen. Das primäre Ziel des Zinsmanagements ist die Optimierung des Zinsaufwand unter Berücksichtigung des Risikos.
Die positive Entwicklung unserer Außenwirkung auf Kunden und Lieferanten wird durch regelmäßige Einholung von Eigenauskünften und Ratings (KSV, D&B) überprüft.
Kontrahentenrisiken: Zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken erfolgen regelmäßig Bonitätsanalysen unserer Kunden bzw. liegen Sicherheiten für einen Teil dieser Forderungen vor. Aufgrund eines
umfassenden Forderungsmanagements sowie der bestehenden Kreditversicherung ist das finanzielle Risiko für die NÖM überschaubar.
Klimarisiken: Der Klimawandel verbunden mit zunehmenden Wetterextremen (Hitze, Starkregen, Hagel, etc.) stellt die Landwirte vor große Herausforderungen, insbesondere in der Futterversorgung der Tiere. Die NÖM AG hat diese Risiken erkannt und versucht durch zusätzliche Maßnahmen (z.B. NÖM Tierwohl-Kriterien) zu einer nachhaltigen und damit resilienteren Landwirtschaft beizutragen.
IT-Risiken: NÖM ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen haben. Die Aufrechterhaltung der IT- Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische Maßnahmen (redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools), die dem neuesten Stand der Technik entsprechen, gewährleistet.
Den gesteigerten Risiken im Cyberbereich wird durch konsequente Evaluierung, Anpassung und Verbesserung unserer IT-Landschaft sowie unserer IT-Sicherheitsmaßnahmen entgegengetreten. Des Weiteren haben wir entsprechend versicherungsseitig vorgesorgt.
Geopolitische Risiken: Aufgrund der anhaltenden kriegerischen Ereignisse in der Republik Ukraine könnte es für die NÖM zu Einschränkungen bei der Energieversorgung kommen. Im aktuellen Kundenund Lieferantenportfolio sind keine ukrainischen oder russischen Geschäftspartner enthalten. Entsprechende Vorkehrungen zur Reduktion allfälliger indirekter Auswirkungen wurden getroffen und die weitere Entwicklung laufend überwacht.
Rechtliche Risiken: NÖM verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen können, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel und Umweltrecht sowie Datenschutz. Für die Bereiche Recht, Compliance und allgemeine Rechtsbereiche ist eine eigene Stabsstelle eingerichtet und NÖM unterstützt regelmäßige Fortbildungen.
GESAMTBEURTEILUNG DER RISIKEN
Für die NÖM bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken bzw, sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Baden, 4. März 2026
Mag. Affred Berger, CSE Sprecher desVorstands MMag. Dr. Heinz Hermann Mitglied des Vorstands KR Ing. Josef Símon, CSE Mitglied des Vorstands