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DCCS GmbH
Die DCCS IT Gruppe versteht sich als führender Anbieter für individuelle Softwareentwicklung und IT-Beratung im deutschen Sprachraum. Kern und größtes Unternehmen der DCCS IT Gruppe bildet die DCCS GmbH (im Folgenden: DCCS). Mit über 30 Jahren Erfahrung im IT-Bereich beschäftigt die DCCS an ihren Standorten in Graz, Wels und Wien per Jahresende 175 Mitarbeiter*innen im Angestelltenverhältnis.
Die DCCS positioniert sich als strategischer IT- und Implementierungspartner, und unterstützt die digitale Transformation ihrer Kunden. Gemeinsam mit dem Kunden werden maßgeschneiderte IT- Lösungen gestaltet und umgesetzt. IT-Consultants und IT-Experten beraten bei Digitalisierungsfragen, sodass Lösungen userzentriert konzipiert und umgesetzt werden.
Mit umfassender Expertise in den Bereichen Software, Daten und Künstliche Intelligenz werden die Kunden ganzheitlich begleitet– von der Optimierung und End-to-End Digitalisierung ihrer Prozesse, der Realisierung digitaler Services und Produkterweiterungen, bis hin zur Transformation zu einem datengetriebenen Unternehmen.
Mit diesem Portfolio unterstützt die DCCS sowohl Konzerne als auch groß- und mittelständische Unternehmen, sowie öffentliche Bereiche bei der digitalen Transformation. Die enge Verknüpfung dieser Leistungsfelder macht die DCCS gemeinsam mit ihren Schwesterunternehmen DCCS d.o.o. Tuzla (BiH) und DCCS Deutschland GmbH (D) zu einem IT-Komplett-Lösungsanbieter, welcher alle Bereiche des Software-Lifecycles abdeckt.
Die Branchenschwerpunkte liegen in den Branchen:
- Chemische Industrie - Pharmazie und Gesundheitswesen - Energiewirtschaft - Produzierende Industrie, insbesondere Automotive - Öffentlicher Dienst - Versicherungsgesellschaften
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage des Unternehmens
Das wichtigste Kundensegment der DCCS bilden Konzerne und Großunternehmen mit Schwerpunkt Automotive und Pharmazie, im Jahr 2025 generierten auch zunehmend Unternehmen in anderen Branchen und öffentlichen Bereichen einen wachsenden Umsatz.
Im Bereich Software-Lizenz Handel wurde in den letzten Jahren der größte Teil mit MS365 Lizenzen für Schulen und Universitäten umgesetzt, da der Bereich des MS-Lizenzhandels nicht zum Kerngeschäft der DCCS zählt, wurde dieses Geschäft geplant beginnend mit dem Jahr 2024 sukzessive reduziert. Im Berichtsjahr betrug der Umsatz mit MS-Lizenzen wie geplant nur mehr TEUR 829. Für das Jahr 2026 werden die Umsätze weiter sinken, da Bestandsverträge auslaufen und nicht weiter fortgeführt werden.
Der Gesamtumsatz der DCCS betrug im Berichtsjahr TEUR 39.225 (VJ TEUR 45.893), der größte Teil des Umsatzrückganges kommt, wie bereits erwähnt aus dem Bereich Lizenzhandel.
Der Umsatz im Softwareentwicklungsbereich ist im Vergleich zum Vorjahr ebenso gesunken und beträgt im Berichtsjahr 30.134 TEUR (VJ TEUR 33.803). Trotz der weiterhin bedeutenden Rolle des Hauptkunden Mercedes Benz AG sowie Mercedes Benz Group AG und deren verbundene Unternehmen, konnte die DCCS im Berichtszeitraum die Geschäftsbeziehungen zu bestehenden Kunden ausbauen sowie erfolgreich neue Kunden gewinnen. Dadurch hat sich die Kundenstruktur deutlich verbreitert und diversifiziert.
Die Kostenposition Aufwendungen für Materialaufwand in Höhe von TEUR 1.823 ist aufgrund des Rückgangs im Bereich Softwarehandels niedriger als im Vorjahr (VJ TEUR 4.759). Zum überwiegenden Teil wurden Lizenzen bei Microsoft Österreich eingekauft.
Die größte Kostenposition stellt mit TEUR 17.868 der Aufwand für Personal dar, welches für die DCCS gleichzeitig das wichtigste Kapital darstellt. Der Personalaufwand ist aufgrund des Rückgangs im Softwareentwicklungsbereich um 8% im Vergleich zum VJ gesunken.
Im Berichtsjahr 2025 wurden weiterhin externe Fremddienstleistungen zugekauft, der diesbezügliche Aufwand betrug TEUR 2.798 (VJ TEUR 3.722).
Auch beim Schwesterunternehmen DCCS Deutschland GmbH wurden Dienstleistungen zugekauft, dieser Aufwand betrug TEUR 1.768 (VJ2.297).
Das Nearshoring Center der DCCS IT Gruppe in Bosnien und Herzegowina (DCCS d.o.o. Tuzla) mit mittlerweile rund 80 Mitarbeiter*innen steuert einen bedeutenden Beitrag zur moderaten Kostenentwicklung bei. Im Berichtsjahr 2025 betrug der Aufwand TEUR 3.787 (VJ TEUR 3.733).
Um den internationalen Anforderungen hinsichtlich Verrechnungspreisgestaltung gerecht zu werden, wurde in der DCCS IT Gruppe im Jahr 2023 die Intercompany Verrechnung nach den Regeln des österreichischen Verrechnungspreisdokumentationsgesetzes (VPDG) neu aufgesetzt. Die dafür erstellte Verrechnungspreisdokumentation dient als Nachweis, dass konzerninterne grenzüberschreitende Transaktionen dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen. Diese beinhaltet allgemeine Informationen über die verbundenen Unternehmen, die Dokumentation der konzerninternen Transaktionen sowie deren Risikoanalyse, die Verrechnungspreismethode und Verrechnungspreise und die dazugehörigen Intercompany-Verträge.
Die Verrechnungspreismethodik im Verwaltungsbereich wurde nach der kostenbasierten transaktions-bezogenen Nettomargenmethode ermittelt. Demnach werden die Verwaltungskosten der DCCS GmbH und der DCCS Deutschland GmbH mit 5% Aufschlag in die DCCS Management GmbH (Holding) verrechnet. Von der DCCS Management GmbH erfolgt die Verrechnung der dort gesammelten Kosten an die DCCS GmbH bzw. an die DCCS Deutschland GmbH anhand eines Umlageschlüssels. Basis für den Umlageschlüssel bildet die Mitarbeiteranzahl (VZÄ).
Die restlichen Kostenpositionen haben sich nicht wesentlich verändert, einzige Ausnahme die Lizenzkosten, welche im Berichtsjahr um 37% gestiegen sind.
Ergebnisseitig ist die Geschäftsentwicklung der DCCS im Jahr 2025 erneut sehr positiv. Dies bedeutet auf das gesamte Geschäftsjahr bezogen ein „operatives“ EBIT in Höhe von TEUR 2.168 (VJ TEUR 2.845).
Finanzielle Leistungsindikatoren
| Einheit | 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | TEUR | 39.225 | 45.893 | 55.913 |
| Betriebsleistung1 | TEUR | 39.641 | 46.036 | 55.429 |
| EBITDA (Gewinn v. Steuern, Zinsen u. AFA) | TEUR | 2.542 | 3.212 | 3.520 |
| EBITDA-Marge (EBITDA in % zum Umsatz) | % | 6,48 | 7,00 | 6,30 |
| EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) | TEUR | 2.168 | 2.845 | 3.127 |
| EBIT-Marge (EBIT in % zum Umsatz) | % | 5,53 | 6,20 | 5,59* |
| EBT (Gewinn vor Steuern) | TEUR | 2.263 | 2.978 | 3.136 |
| Uberschuss nach Steuern | TEUR | 1.863 | 2.358 | 2.376 |
| Aufwendungen f. bezogene Leistungen | TEUR | 8.354 | 9.752 | 11.420 |
| Fremdleistungsquote 2 | % | 21,07 | 21,18 | 20,60 |
| Personalaufwand | TEUR | 17.868 | 19.417 | 19.655 |
| Mitarbeiter (Jahresschnitt, VZA) | Anzahl | 169,31 | 186,34 | 200,14 |
| Personalkosten pro Mitarbeiter (VZA) | TEUR | 105,53 | 104,20 | 98,20 |
| Betriebsleistung pro Mitarbeiter (VZA) | TEUR | 234 | 247 | 277 |
| Anlagevermögen | TEUR | 1.001 | 990 | 1.037 |
| Anlagendeckungsgrad 3 | % | 700 | 605 | 519 |
| Investitionen in Sachanlagen 4 | TEUR | 290 | 313 | 472 |
| Bilanzsumme | TEUR | 14.159 | 13.594 | 20.461 |
| Eigenkapital | TEUR | 7.009 | 6.146 | 5.387 |
| Eigenkapitalquote | 49,50 | 45,21 | 26,33 | |
| Eigenkapitalrendite 5 | % | 28,33 | 40,90 | 44,83 |
| Fremdkapital | TEUR | 7.150 | 7.448 | 15.074 |
| Fremdkapitalquote | % | 50,50 | 54,79 | 73,67 |
| Flüssige Mittel (liquide Mittel) | TEUR | 4.454 | 5.014 | 2.587 |
1 Betriebsleistung: Umsatzerlöse + Bestandsveränderung
2Aufwendungen für bezogene Leistungen bezogen auf die Betriebsleistung 3 Eigenkapital im Verhältnis zum gesamten Anlagevermögen 4 Zugänge zu Sachanlagen gemäß Anlagenspiegel 9 Überschuss nach Steuern bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital
Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Alle in den Betriebsstätten des Unternehmens bestehenden umweltrechtlichen Bestimmungen und Auflagen werden erfüllt.
Die Initiative zur Flurreinigung der DCCS-nahen Umgebung von Abfällen und Müll und damit die Teilnahme am “Steierischen Frühjahrsputz”, wurde auch 2025 wieder mit großem Engagement der Mitarbeiter*innen durchgeführt. Die für den Gebäudebetrieb notwendige Energie wird zum Großteil aus der unternehmenseigenen PV-Anlage, welche 2025 erweitert wurde, bezogen. Vorhandene Energieüberschüsse werden in das öffentliche Netz eingespeist. Durch installierte Luft-Wärme- Pumpen wird der Heiz- und Kühlbedarf gedeckt. Der Restbedarf von Energie wird aus österreichischem Ökostrom bezogen. Um zu einem verbesserten Co2-Fußabdruck beizutragen wird der Fuhrpark kontinuierlich auf Elektrofahrzeuge umgestellt.
Die Gesellschaft verfügt über Verantwortliche für die Gebäudesicherheit und den Arbeitnehmerschutz. Diese Aufgaben werden in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern (z.B. Sicherheitsfachkraft, Betriebsärztliches Zentrum, Arbeitspsychologin) wahrgenommen.
2025 wurden im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung neben den bestehenden Sport- Gruppen, der Schwerpunkt auf mentale Gesundheit und Lungenfunktion gelegt. Neben den regelmäßigen medizinischen Sprechstunden zu physischen wie auch psychischen Themen, ergänzten “Mental Health Newsletter” das Unterstützungsangebot. Darüber hinaus gab es neben Impfaktionen inkl. Impfaufklärungen der Arbeitsmedizin auch im Zuge der Initiative “Mental Health” HRV-Messungen und im Zuge dessen Beratung zu Stressabbau und Stärkung der Resilienz.
Corporate Social Responsibility (CSR)
Die im Bereich CSR über die letzten Jahre gestarteten Initiativen wurden auch im Jahr 2025 weiter intensiviert und in den definierten Schwerpunktbereichen evaluiert. Basierend darauf wurde die Einbettung der Themen in das Integrierte Managementsystem weiter fortgesetzt, bzw. diverse Verbesserungen bestehender Implementierungen angestoßen.
Dazu wurden Prozesse, Richtlinien, usw. im Rahmen von internen Audits unter den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit betrachtet. Insbesondere an der Nachhaltigkeitsberichterstattung wurde weitergearbeitet. Diese wird unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen, und an diese angepasst, im Jahr 2026 weiter fortgeführt. Zentraler Teil davon ist die Berechnung des unternehmensweiten CO2-Fußabdrucks. Für Kunden arbeiten wir parallel sogar an einer Software zur automatisierten Berechnung des CO2-fußabdrucks.
Im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit wurden speziell im Themenkomplex Diversität, Gleichstellung und Inklusion die IST-Situation evaluiert und erste Initiativen wie Informations- Webinare gesetzt.
Basierend auf dem Bewusstsein, betreffend der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens, wurden auch im Jahr 2025 soziale Vereine durch Sachspenden in Form von Lebensmitteln oder nicht mehr benötigter, aber funktionstüchtiger IT-Hardware unterstützt.
Das besondere Engagement unserer Mitarbeiter*innen zeigte sich außerdem in ihrer Teilnahme an einer vom Unternehmen organisierten Blutspendeaktion. Ebenso hervorzuheben ist die großzügige Bereitschaft vieler Kolleginnen, den Wert ihrer Weihnachtsgeschenke für einen guten Zweck zu spenden.
Recruiting und People Development
Im Sinne von Recruiting und Employer Branding setzt die DCCS hohe Maßstäbe bei Candidate- und Employee Journey. Dementsprechend konnten 2025 Key Functions besetzt und eine Steigerung des Bekanntheitsgrades bzw. eine Optimierung der Positionierung der Employer Marke „DCCS“ erreicht werden. Nach wie vor setzt die DCCS erfolgreich auf das interne Mitarbeiter*innen Empfehlungsprogramm “hire4dccs”.
Durch das Angebot von (Pflicht-)Praktika und der internen DCCS-Academy bietet die DCCS jungen Talenten Einblicke in die Praxis und ermöglichten Einstiegsmöglichkeiten ins Unternehmen. Bestehende Kooperationen mit relevanten Bildungseinrichtungen wurden 2025 fortgeführt. So hielten beispielsweise Kolleg*innen aus internationalen Standorten Programmier-Lehreinheiten zu Frontend Technologien im Informatikunterricht an einer höheren technischen Lehranstalt.
Im Rahmen des People Developments wurden im Laufe des Jahres 2025 die unternehmensinterne DCCS-Academy und das System der Entwicklungspfade (DCCS DevPaths) weiterentwickelt und entsprechend den Mitarbeiter*innen Feedbacks überarbeitet und verbessert.
Benefits
Das “auf die Lebensphasen eines Mitarbeiters*in” zugeschnittene Benefitssystem wird 2025 unverändert gut angenommen und entspricht dem Gedanken für mehr Flexibilität und Freiheit bei der Wahl der Benefits. Entsprechend gibt es FIX- und TOP-Benefits. Die Fix-Benefits sind uns als Unternehmen besonders wichtig, und jeder soll davon profitieren. Diese Kategorie beinhaltet derzeit unter anderem eine Unfallversicherung, eine Reiseversicherung für Dienstreisen und eine Pensionskasse für Mitarbeiter*innen, welche länger als ein Jahr beschäftigt sind.
Aus der zweiten Kategorie der Top Benefits können Mitarbeiter*innen ihre gewünschten DCCS- Benefits als Topping (TOP) auswählen. Bei den Top Benefits stehen derzeit unter anderem Essensgutscheine, das Klimaticket oder eine Zusatzkrankenversicherung zur Auswahl.
Für die Gesundheit der Mitarbeiter*innen wurde die Möglichkeit für arbeitspsychologische Beratung implementiert sowie Impftermine mit Zuzahlung der Firma zum Impfstoff.
Bei positivem Unternehmensergebnis werden an die Mitarbeiter*innen entsprechend einer Mitarbeiterprämienregelung Prämien ausgeschüttet.
Wesentliche Ereignisse während des Geschäftsjahres
Durch die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Partnerunternehmen Code of Africa Ltd. in Kigali/ Ruanda hat die DCCS IT Gruppe im Berichtsjahr 2025 einen wichtigen strategischen Schritt gesetzt. Die positive Entwicklung der Partnerschaft führte zur vollständigen Übernahme des Unternehmens durch die DCCS Management GmbH. Die Integration in die DCCS Unternehmensstruktur wurde erfolgreich umgesetzt und der Standort bereits gezielt weiterentwickelt und ausgebaut. Die Mitarbeiter*innen werden über die DCCS Academy (Ausbildungsserie mit Erweiterung des Technologiespektrums) ausgebildet.
Da das Thema künstliche Intelligenz große Auswirkungen auf das Geschäftsfeld sowohl in Richtung Chancen als auch Risiken hat, wurde ein zentrales Programm aufgesetzt um Aktivitäten rund um das Thema zu koordinieren. Im Rahmen dieses Programmes wurden folgende Themenblöcke adressiert:
Auswirkungen von KI auf die Softwareentwicklung Erwartungen des Marktes Ausbildung und Know-How Transfer Guidelines und rechtliche Aspekte Erhöhung der internen Effizienz
Die branchenorientierte Ausrichtung des Vertriebs wurde weiter fortgesetzt. Aufgrund der starken Volatilität im Kundenumfeld – insbesondere im Umfeld der Automobilindustrie wurden Marktaktivitäten in den anderen Zielbranchen verstärkt und auch der Vertrieb personell vergrößert.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist
Die unsichere wirtschaftliche Gesamtsituation im europäischen Raum und insbesondere im Umfeld der deutschen Automobilindustrie stellt weiterhin ein Risiko dar.
Dies führt einerseits zu einem hohen Kostendruck auf Kundenseite und andererseits zu einer hohen Volatilität. Auch Einsparungsprogramme bei Kunden führen zu aufwändigeren Entscheidungsprozessen sowie zu Projektverzögerungen.
Die Kombination von geringen Margen und schwer planbarer Auslastung stellt eine Unsicherheit des geplanten EBITs dar.
Da der Preisdruck am internationalen Markt weiterhin hoch ist und die Kostenerhöhungen nicht zur Gänze an die Kunden weitergegeben werden können, muss ein entsprechendes Wachstum an den Nearshore- und an den Off-Shore Standorten sichergestellt werden.
Mit der strategischen Erweiterung um den Standort in Kigali/ Ruanda, hat die DCCS IT Gruppe das Risiko, dass bisher die Nearshore-Standorte in Bosnien und Herzegowina (Tuzla und Sarajevo) gebündelt waren nachhaltig reduziert. Der Kostenvorteil in Bosnien und Herzegowina ist gegenüber heimischen Standorten nach wie vor vorhanden, wird aber zunehmend geringer. Auch das politische Risiko und das Risiko erhöhter Fluktuation wird an allen Near- und Offshore Standorten laufend beleuchtet und bewertet.
Nach wie vor stellt das Thema Cyberkriminalität ein erhebliches Risiko für die DCCS dar. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legt das Unternehmen weiterhin großen Wert auf die Gewährleistung der Informationssicherheit. Ziel ist es, ein hohes Sicherheitsniveau zu etablieren und aufrechtzuerhalten, um den kontinuierlichen Betrieb sicherzustellen, die Reputation zu bewahren und die Unternehmensziele zu erreichen.
Sämtliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Informationssicherheit sind auf die Unternehmensstrategie angepasst, wirtschaftlich tragbar und nachhaltig ausgerichtet.
2025 wurde erstmals die internationale Informationssicherheitszertifizierung nach ISO/IEC 27001:2022 für alle Standorte erfolgreich absolviert. Diese Maßnahme führte einerseits zu einer weiteren Verbesserung des unternehmensweiten Sicherheitsniveaus und andererseits zu einem Wettbewerbsvorteil im Bestands- und Neukundengeschäft. Die Schwerpunkte sind:
Threat Intelligence Risk Management Incident/Emergency Management und Business Continuity Physical Security Monitoring IT-Security inkl. Backup und Recovery Secure Software Development Supply Chain Awarness und Training
Zusätzlich wurde das erstmals 2022 in Abstimmung mit unseren Großkunden aus der deutschen Automobilbranche durchgeführte Informationssicherheits-Assessment TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) im Jahr 2025 planmäßig im vorgesehenen Dreijahresrhythmus wiederholt.
Die Umsetzung der Informationssicherheitsmaßnahmen führt zu einer deutlichen Reduzierung der Unternehmensrisiken und schafft damit die Basis für die Erfüllung direkter und indirekter Anforderungen aus regulatorischen Informationssicherheitsvorschriften, darunter CRA, NIS-2 und DORA.
Forschung und Entwicklung
Künstliche Intelligenz ist ein entscheidender Baustein für die Digitalisierung sowie ein integraler Bestandteil der von DCCS entwickelten Applikationen. Als eines der ersten Unternehmen zertifiziert nach ISO 42001, sind Datenschutz, der EU AI Act und ein vertrauenswürdiger, verantwortungsvoller Einsatz von KI für die DCCS zentrale Prinzipien. Forschungsschwerpunkt der DCCS bildete daher im Berichtsjahr vor allem das Thema Künstliche Intelligenz.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Softwareentwicklungsprozess
Der Einsatz von KI im Softwareentwicklungsprozess wird laufend evaluiert und daran geforscht, für welche Einsatzzwecke die diversen Coding-Agents verwendet werden können und welche Veränderungen in den einzelnen Aufgabengebieten notwendig sind.
Weiters wurde an Agentic AI und dessen Architekturen inkl. MCP geforscht, und deren praktische Anwendbarkeit evaluiert. So wurde u.a. ein agentenbasiertes Tool für fachliche sowie technische Audits zur Analyse von Bestandssoftware entwickelt. Das Tool wurde bereits in ersten Kundenprojekten erfolgreich eingesetzt.
AI Quality Inspector
Durch den Einsatz vortrainierter oder Open-Source-KI-Modelle, kombiniert mit fortschrittlicher Anomalieerkennung, können von DCCS entwickelte Algorithmen anhand von Trainingsbildern lernen, wie ein Bauteil aussehen sollte. Im Produktionsprozess werden Kamerabilder von Bauteilen analysiert und fehlerhafte Produkte zuverlässig identifiziert. Die kundenspezifischen Anomaly Detection Lösungen, die in vielen Fällen eine vollautomatische optische Inspektion von Bauteilen ermöglicht, trägt maßgeblich dazu bei, die Qualität zu erhöhen, sowie die Effizienz von Qualitätssicherungsprozessen zu verbessern und dadurch die Kosten deutlich zu senken.
Catena-X und Netzwerkökosysteme
DCCS ist weiterhin im Netzwerk-Ökosystem Catena-X im Experten-Arbeitskreis Zertifikate- Management aktiv. Das in 2024 erarbeitete semantische Modell samt API wurde in einer neuen Version als Standard definiert und wurde 2025 im Expertenkreis in einem ersten Draft so weiterentwickelt, dass es künftig möglich sein wird, über EU konforme Business Wallets Unternehmenszertifikate dezentral und digital auszutauschen.
Controlling und Reporting
(Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagements im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess)
Die DCCS verfügt über integrierte Controlling- und Reporting- Instrumente. Die wesentlichen Tools sind das vollintegrierte ERP-System, das Umsatz- und Projektcontrolling Tool OPTimum, ein Data Warehouse als Basis einer zentralen Reporting-Plattform sowie Office- und Collaborationstools aus der Microsoft365 Suite.
Schwerpunkt im Jahr 2025 war es weitere Schritte in Richtung Automatisierung zu setzen, indem zusätzliche Berichte im Data Warehouse umgesetzt wurden und damit manuelle Excel Sheets abgelöst wurden. Die nun automatisiert abrufbaren Berichte geben jederzeit einen schnellen, sowie aktuellen wirtschaftlichen Überblick und stellen eine wichtige Grundlage für Unternehmensentscheidungen dar.
Zentrales Reporting Instrument der DCCS ist der Monatsbericht, der im Wesentlichen ein Ergebnisstatus je Business Bereich auf Basis einer kurzfristigen GuV darstellt, sowie weitere Auswertungen und Analysen, wie z.B. Auftragsstand, Kennzahlen zur Produktivität bzw. unternehmensspezifische betriebswirtschaftliche Kennzahlen beinhaltet.
Durch einen straff organisierten Monatsabschlussprozess ist der jeweilige Monatsbericht auf Konzernebene bereits Mitte des Folgemonats verfügbar. Weiters werden die Umsatz- und Ergebnisprognosen (Forecast) je Business Bereich laufend verfolgt und Maßnahmen abgeleitet. Der Monatsbericht bildet gemeinsam mit den Forecasts die wesentliche Grundlage für die operative Steuerung der DCCS IT Gruppe.
Basis für das Umsatzreporting bzw. den Umsatzforecast ist das von der DCCS selbst entwickelte Umsatz- und Projektcontrolling Tool OPTimum. Damit verfügt das Management über ein professionelles Prognose- und Steuerungsinstrument, um die Umsatzentwicklung der DCCS proaktiv zu steuern.
Die operative Planung (Budget) der DCCS IT Gruppe wird jährlich zu Beginn des 4. Quartals erstellt und bildet die Basis für den Soll-Ist-Vergleich des laufenden Berichtswesens. Sie beinhaltet Umsatzplan, Kostenplan, Personalplan und Investitionsplan für das kommende Geschäftsjahr. Die Planung wird dabei in einem mehrstufigen Prozess gemeinsam mit den Business Bereichen Top down und Bottom up erstellt.
Finanzinstrumente
Im Rahmen einer laufenden Liquiditätsplanung wird die erforderliche Liquidität innerhalb der DCCS IT Gruppe ermittelt um den kurz-, sowie mittelfristigen Cash Bedarf mit den geeigneten Finanzierungs-instrumente sicherzustellen.
Die Gesellschaft finanziert sich hauptsächlich aus dem laufenden Cash-Flow. Durch die gute Ertragskraft der DCCS, einer wirtschaftlich für das Unternehmen nachhaltigen Ausschüttungspolitik und durch ein konsequentes Forderungsmanagement verfügt die DCCS IT Gruppe über eine ausgezeichnete Liquidität. Bei Zahlungsspitzen kann auf einen Exportfondskredit und eine Barvorlage zurückgegriffen werden.
Ein reibungsloser, sowie zuverlässiger Zahlungsverkehr ist für die DCCS von großer Bedeutung. Den wichtigsten Aspekt in diesem Zusammenhang stellt das Thema Sicherheit dar. Für die DCCS gelten standort- sowie firmenübergreifend einheitliche Standards, wie zum Beispiel das kollektive Zeichnungsrecht, sowie die tägliche Überwachung von Kontobewegungen.
Zur weiteren Risiko- und Betrugsminimierung werden zusätzlich Maßnahmen wie zum Beispiel die Einholung von Bankbestätigungen neuer Lieferanten gesetzt und die stetige Schulung sowie Sensibilisierung der Finance Mitarbeiter*innen.
Ausblick
Das Geschäftsjahr 2026 wird für die DCCS von folgenden Faktoren geprägt sein:
› › › › Aufgrund der hohen KV-Abschlüsse der letzten Jahre haben sich die Personalkosten überdurchschnittlich erhöht. Dies führt zunehmend zu einem Wettbewerbsnachteil für den Standort Österreich. Das betrifft die DCCS selbst als auch exportorientierte Kunden. Wir gehen daher davon aus, dass der Kostendruck in 2026 hoch bleiben wird und es bei manchen Kunden zu weiteren Einsparungsprogrammen kommen wird. Abgesehen bzw. teilweise sogar durch den Kostendruck bleibt aber der Digitalisierungsdruck am Markt hoch und wir rechnen weiter mit einem hohen Bedarf an IT-Dienstleistungen. Durch die Unsicherheiten am Markt hat der extreme Druck am Bewerbermarkt für IT-Experten nachgelassen, wodurch die Gewinnung erfahrene Experten zu finden leichter wird. Aufgrund der weiterhin volatilen Situation in einigen unserer Kundensegmente gehen wir im Jahr 2026 von keinen größeren Steigerungen im Stammkundenbereich aus. Für ein Wachstum werden wir daher die Aktivitäten hinsichtlich Neukunden und Marktausbau - insbesondere in Deutschland verstärken.
Die Geschäftsführung erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung. Die Nachfrage nach Digitalisierungslösungen bleibt unverändert hoch. Durch die konsequente Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie den verstärkten Einsatz moderner Technologien wie KI-gestützte Analysewerkzeuge und automatisierte Entwicklungsprozesse stärkt die DCCS ihre Wettbewerbsposition weiter. Aufgrund des nach wie vor volatilen Umfelds bleibt die Geschäftsführung wachsam.
Graz, 13. April 2026
Die Geschäftsführung:
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Mag. Dr. Eva Michailowitch MSc
Dipl.-Ing. Thomas Edlinger