Inhaltsverzeichnis
L agebericht der FACC Operations GmbH für das Geschäftsjahr 2025
1. GLOBALES UMFELD
Die Weltwirtschaft entwickelte sich 2025 insgesamt moderat, blieb jedoch hinter ihrem langfristigen Durchschnittswachstum zurück. Das globale reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich um rund 3,2 %, nachdem bereits 2024 eine vergleichbare Dynamik verzeichnet worden war. Damit zeigte sich die Weltkonjunktur trotz anhaltender geopolitischer Spannungen, handelspolitischer Unsicherheiten und struktureller Anpassungsprozesse insgesamt widerstandsfähig. Die globale Inflation ging weiter zurück und lag 2025 bei etwa 4,1 %. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften näherte sich die Teuerung schrittweise den Zielwerten der Notenbanken an, während sie in einigen Schwellenländern weiterhin erhöht blieb.
In den USA wuchs die Wirtschaftsleistung 2025 um rund 2,0 %. Damit verlangsamte sich die Dynamik gegenüber den außergewöhnlich starken Vorjahren, blieb jedoch im internationalen Vergleich solide. Getragen wurde das Wachstum vor allem von einer weiterhin robusten privaten Konsumnachfrage sowie von hohen Investitionen in Zukunftstechnologien, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Der Arbeitsmarkt zeigte sich stabil, wenngleich erste Anzeichen einer Normalisierung sichtbar wurden. Die Inflation ging weiter zurück, verharrte jedoch in Teilbereichen noch oberhalb des Zielwerts von 2 %, was die geldpolitische Ausrichtung weiterhin beeinflusste.
Die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone verlief 2025 deutlich verhaltener. Das reale BIP stieg um etwa 0,9 %. Während sich einzelne Mitgliedstaaten, insbesondere Spanien, vergleichsweise dynamisch entwickelten, blieb das Wachstum in den großen Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich schwach. Belastend wirkten eine gedämpfte Industrieproduktion, strukturelle Wettbewerbsherausforderungen sowie eine insgesamt zurückhaltende Investitionstätigkeit. Die Inflation im Euroraum ging weiter zurück und erreichte im Jahresdurchschnitt rund 2,3 %, womit sie sich dem Zielwert der Europäische Zentralbank weiter annäherte.
In Asien blieb die wirtschaftliche Dynamik im globalen Vergleich am stärksten. China verzeichnete 2025 ein Wachstum von rund 4,6 %, wobei strukturelle Anpassungen im Immobiliensektor und eine moderatere Exportentwicklung dämpfend wirkten. Indien blieb mit einem BIP-Anstieg von etwa 6,5 % eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften weltweit, getragen von einer starken Binnennachfrage und umfangreichen Infrastrukturinvestitionen. Auch zahlreiche südostasiatische Volkswirtschaften entwickelten sich robust, wenn auch mit teilweise geringerer Dynamik als in den Vorjahren. Insgesamt leistete Asien erneut den größten Beitrag zum globalen Wirtschaftswachstum.
Zusammenfassend war die Weltwirtschaft im Jahr 2025 durch ein moderates, regional differenziertes Wachstum gekennzeichnet. Während die USA eine solide Expansion aufwiesen und Asien seine Rolle als globaler Wachstumsmotor bestätigte, blieb Europa hinter den anderen großen Wirtschaftsregionen zurück. Sinkende Inflationsraten und eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik wirkten stabilisierend, gleichzeitig blieben geopolitische Spannungen, handelspolitische Risiken sowie strukturelle Herausforderungen prägende Einflussfaktoren des globalen Umfelds.
Am Devisenmarkt wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar spürbar auf. Zum Jahresende notierte das Währungspaar bei rund 1,17 USD je EUR, unterstützt durch die Aussicht auf ein Ende des EZB-Zinssenkungszyklus und eingepreiste stärkere Zinssenkungen der FED.
Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich trotz der hohen geopolitischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheit 2025 sehr positiv, wenn auch mit teils starken Schwankungen. Für 2026 zeichnet sich ein von Stabilisierung geprägtes Kapitalmarktumfeld ab: Sinkende Inflationsraten und moderatere Zinsen wirken unterstützend, während das reale Wachstum in Europa voraussichtlich verhalten bleibt.
Der Internationale Währungsfonds erwartet für die Jahre 2026 und 2027 eine Fortsetzung des robusten, wenn auch unter Trend verlaufenden Weltwirtschaftswachstums von jeweils rund 3,3 bzw. 3,2 Prozent, womit die Dynamik in etwa auf dem Niveau des Jahres 2025 verbleibt. Dieses Wachstum wird vor allem in Nordamerika und Teilen Asiens von anhaltend hohen Investitionen in neue Technologien, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, getragen und durch eine unterstützende Fiskalpolitik durch überwiegend günstige Finanzierungsbedingungen. Parallel dazu wird ein weiterer Rückgang der globalen Gesamtinflation prognostiziert: von geschätzten 4,1 Prozent im Jahr 2025 auf 3,8 Prozent im Jahr 2026 und 3,4 Prozent im Jahr 2027. Die Rückkehr zum jeweiligen Inflationsziel dürfte in den USA etwas langsamer verlaufen als in anderen großen Volkswirtschaften.
2. BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Die IATA-Daten für 2025 zeigen das nächste Rekordjahr für die Luftfahrt: Mit einer durchschnittlichen Sitzplatzauslastung von 83,6 Prozent erreicht man den höchsten jemals in einem Jahr verzeichneten Wert. Sowohl das inländische als auch das internationale Passagieraufkommen verzeichneten 2025 ein moderates Wachstum. Der Inlandsverkehr stieg um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der internationale Verkehr um 7,1 Prozent wuchs.
Die Nachfrage stieg in allen Regionen. Afrikanische Fluggesellschaften verzeichneten das höchste Jahreswachstum, mit einem Anstieg der
Passagiernachfrage um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum belegten mit einem Anstieg der Passagierkilometer um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den zweiten Platz. Lateinamerika und die Karibik sowie der Nahe Osten folgten mit Wachstumsraten über dem Branchendurchschnitt. Das Verkehrsaufkommen der europäischen Fluggesellschaften stieg um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die nordamerikanischen Fluggesellschaften mit 0,4 Prozent den geringsten Verkehrsanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichneten.
Gleichzeitig sieht sich die Branche nach wie vor mit Herausforderungen konfrontiert. Trotz anhaltend hoher Nachfrage steht die Industrie auch im Jahr 2026 vor Lieferkettenproblemen, die eingeschränkte Verfügbarkeit kritischer Flugzeugsysteme – insbesondere von Triebwerken – sind weiterhin zentrale Themen für die zivile Luftfahrtindustrie. Solche Engpässe führen dazu, dass der geplante Raten-Hochlauf bei einzelnen Flugzeugfamilien langsamer geplant werden muss als ursprünglich angenommen. Die jüngsten Aussagen des Airbus-Managements unterstreichen, dass die Branche weiterhin mit Versorgungsengpässen umgehen muss.
Airbus und Boeing steigert Auslieferungen
Im Jahr 2025 verzeichnete Airbus 1.000 Bruttoaufträge, von denen nach Abzug von Stornierungen 889 Nettoaufträge verblieben. Insgesamt lieferte das Unternehmen 793 Flugzeuge an 91 Kunden aus (2024: 766 Flugzeuge). Airbus hat das Lieferziel für 2025 erreicht, musste die Prognose im November 2025 aber von ursprünglich 820 auf 790 Flugzeuge korrigieren. Der Auftragsbestand von Airbus stieg zum Jahresende auf 8.754 Flugzeuge.
Boeing konnte im vergangenen Jahr 600 Passagier- und Frachtflugzeuge ausliefern, 252 Maschinen mehr als im Vorjahr (348). Auch die Auftragseingänge zeigen die Erholung des Flugzeugherstellers. Boeing verzeichnete im vergangenen Jahr Nettobestellungen für 1.175 Flugzeuge und übertraf damit erstmals seit 2018 seinen europäischen Konkurrenten Airbus. Nach Stornierungen blieben netto 1.173 Bestellungen übrig. Der Auftragsbestand von Boeing belief sich zum 31.12.2025 auf 6.720 Flugzeuge, nach bilanzrechtlichen ASC-606-Bereinigungen weist der Konzern einen wirtschaftlich anerkannten Backlog von 6.130 Jets aus.
Embraer, der drittgrößte Flugzeughersteller der Welt, hat sich als eigenständiger Mitbewerber neben Boeing und Airbus positioniert. Im Jahr 2025 lieferte das brasilianische Unternehmen insgesamt 244 Flugzeuge in verschiedenen Geschäftsbereichen aus (2024: 206). Im Jahr 2025 hat Comac die Auslieferungen seines Schmalrumpfflugzeugs C919 weiter gesteigert und nach Branchenschätzungen rund 15 Maschinen an Kunden übergeben, nach etwa 12 Flugzeugen im Jahr 2024. Parallel dazu nimmt der Anteil chinesischer Verkehrsflugzeuge in der heimischen Flotte kontinuierlich zu: Seit 2019 ist er von etwa 1,3 Prozent auf rund 4,7 Prozent gewachsen. COMAC hat für die C919 über 1.000 Bestellungen von Airlines im Orderbuch und verfolgt das Ziel die Fertigungsraten in den kommenden Jahren stufenweise zu erhöhen. COMAC errichtet hierfür gerade eine zweite C919 Flugzeug Montagelinie. Weiters hat COMAC mit den Entwicklungsarbeiten an seinem neuen Großraumflugzeug C929 gestartet mit dem Ziel noch vor 2030 den Erstflug zu absolvieren.
Auch 2025 ist Bombardier einer der wichtigsten Flugzeughersteller im Premiumsegment der Geschäftsflugzeuge und profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach den Modellen Global und Challenger.
Die Global 7500 dominiert weiterhin das Ultra-Long-Range-Segment und die neue Global 8000 tritt mit einer Reichweite von rund 8.000 nautischen Meilen in den Markt ein. Nordamerika bleibt der wichtigste Absatzmarkt, während die Nachfrage in Asien und im Nahen Osten weiter deutlich wächst.
Luftfahrt und Nachhaltigkeit
Die Luftfahrtindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Mit steigenden Passagierzahlen wächst die Dringlichkeit, fossile Treibstoffe zu ersetzen und die CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Sustainable Aviation Fuel (SAF), ein nachhaltiger Flugkraftstoff, der aus Biomasse, Abfällen oder synthetischen Quellen gewonnen wird. Der Einsatz von SAF nimmt stetig zu, auch wenn er bisher nur einen kleinen Teil des weltweit verwendeten Flugtreibstoffs ersetzt.
Seit dem 1. Jänner 2026 gilt die verpflichtende 2-Prozent-Beimischungsquote gemäß EU-Verordnung ReFuelEU Aviation, und die Branche hält das Ziel ein. Der SAF-Anteil steigt nur langsam, doch Produktionskapazitäten wachsen dank neuer Anlagen in Frankreich, Skandinavien und den USA. Airlines wie Air France-KLM erweitern Verträge, um die 6-Prozent-Ziele bis 2030 vorzubereiten. Bis 2030 soll der Anteil nachhaltiger Kraftstoffe auf 6 Prozent steigen, bis 2050 sollen mehr als zwei Drittel (70 Prozent) des Flugtreibstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen.
Die ambitionierten Klimaziele der Luftfahrtbranche bleiben bestehen. Bis 2050 soll der Luftverkehr klimaneutral werden. Dies erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Herstellern und Betreibern. Massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur sind unerlässlich. Während SAF, Wasserstoff und elektrische Antriebe als Schlüsseltechnologien gelten, wird eine vollständige Substitution fossiler Treibstoffe in den nächsten Jahrzehnten nur durch einen Mix verschiedener Maßnahmen und politischer Anreize realistisch sein.
3. GESCHÄFTSMODELL
Angaben gemäß § 243 UGB
Der FACC-Konzern ist ein österreichischer Flugzeugzulieferer mit Sitz in Ried im Innkreis, der sich mit der Forschung, Entwicklung, Produktion und Wartung von Komponenten für die zivile Luftfahrtindustrie befasst.
Das Geschäftsmodell stützt sich auf folgende Kernkompetenzen:
3.1. Forschung, Entwicklung und Technologiekompetenz
FACC legt großen Wert auf Forschung und Technologie (F&T), um innovative Leichtbaulösungen für die zivile Luftfahrt zu schaffen. Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stehen folgende Themen im Fokus:
Prozessinnovation: Optimierung und Weiterentwicklung moderner Fertigungstechnologien.
Konstruktionslösungen: Erarbeitung von Designkonzepten, die Effizienz und Funktionalität steigern.
Digitalisierung und Automatisierung: Fertigungstechnologien für das robotergestützte Ablegen von Faserverbundwerkstoffen mittels Automated Tape Laying, Pick & Place oder Automated Fiber Placement, um den Fertigungsprozess effizienter und skalierbarer zu gestalten.
FACC hat alle nötigen Zulassungen, um seine Expertise in die frühen Entwicklungsphasen neuer Flugzeugmodelle einzubringen und um innovative Lösungen anzubieten, die perfekt auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt sind.
3.2. Serienfertigung und Kundenorientierung
Neben der technologischen Entwicklung ist die Fertigung hochwertiger Bauteile ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. FACC arbeitet eng mit führenden Flugzeug- und Triebwerksherstellern zusammen, um maßgeschneiderte Komponenten in Serie zu produzieren.
Komponentenfertigung: Herstellung von Struktur- und Triebwerksbauteilen (z. B. Flügel-, Rumpf- und Triebwerksteile) sowie Kabinenelementen (z. B. Gepäckfächer, Wandverkleidungen).
Kundenspezifische Lösungen: Anpassung von Produkten an die individuellen Spezifikationen der Kunden.
Qualitätsmanagement: Strenge und auf die jeweiligen Komponenten abgestimmte Kontrollen im gesamten Wertschöpfungsprozess, um die hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen der Luftfahrtindustrie zu erfüllen.
FACC übernimmt die Verantwortung für die Konstruktion, Produktion und die Lieferung fertiger Baugruppen.
Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen, denen die Produkte von FACC dienen, wurden drei operative Segmente gebildet.
• Aerostructures ist für die Entwicklung, die Fertigung, den Vertrieb und die Reparatur von Strukturbauteilen verantwortlich. • Engines & Nacelles steht für die Fertigung, den Vertrieb und die Reparatur von Triebwerksbauteilen und Triebwerksverkleidungen. • Cabin Interior beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Fertigung, dem Vertrieb und der Reparatur von Innenausstattungen
3.3. Wartung, Reparatur und Instandhaltung
Erweitert wurde das Produktangebot, divisionsübergreifend, um Dienstleistungen in den Bereichen Wartung, Reparatur und Instandhaltung.
Aftermarket-Services: FACC bietet Reparatur-, Wartungs- und Überholungsdienste für Luftfahrtkomponenten an, wodurch bestehende Flugzeugflotten über ihren gesamten Lebenszyklus unterstützt werden.
Ersatzteilmanagement: Schnelle und zuverlässige Bereitstellung von Ersatzteilen für Fluggesellschaften und Wartungsunternehmen, um Standzeiten zu minimieren.
Nachhaltige Lebenszyklusverlängerung: Durch innovative Reparaturtechniken und nachhaltige Materialien trägt FACC dazu bei, die Nutzungsdauer von Bauteilen zu verlängern und den Materialverbrauch zu reduzieren.
Nach Abschluss der Verträge mit den Kunden und der internen Auftragsabwicklung werden die beauftragten Teile und Komponenten in den Werken des Konzerns und teilweise bei strategischen Partnern gefertigt. Neben den drei operativen Segmenten umfasst das Gesamtunternehmen noch die zentralen Dienste, Strategie, Marketing & Unternehmenskommunikation, Personalwesen, Innovation & Forschung, Einkauf, Qualität, Logistik, Gebäudemanagement, Umwelt, Gesundheit & Arbeitsschutz, Finanzen, Controlling, Steuern, Treasury, IT, Recht, Investor Relations, Interne Revision und Risikomanagement. Diese zentralen Dienste unterstützen die operativen Segmente im Rahmen einer Matrixorganisation bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.
4. STRATEGIE
Die Strategie 2030 der FACC zielt darauf ab, die Rolle als innovativer Anbieter von Leichtbaulösungen in der Luftfahrtindustrie kontinuierlich zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Schwerpunkte der Strategie lassen sich wie folgt zusammenfassen.
4.1. Performance im Fokus
Fokus der FACC bleibt die zivile Luftfahrt. Als langjähriger und verlässlicher Fertigungs- und Entwicklungspartner der großen Flugzeughersteller sowie Triebwerksproduzenten kann FACC nicht nur auf hochqualitative Produkte, sondern auch auf beste Kundenbeziehungen verweisen. Diese will FACC weiter vertiefen, ganz im Sinne der langfristigen
Planbarkeit, die gerade in der Luftfahrtindustrie von großer Bedeutung ist. Im Fokus ist dabei insbesondere die finanzielle Stabilität sicherzustellen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Im Kerngeschäft – der zivilen Luftfahrt – wächst die FACC durch:
die Erhöhung von Marktanteilen
die Erweiterung des Kunden- und Produktportfolios
den Ausbau des Kompetenzportfolios durch Bildung strategischer
Partnerschaften
den Fokus auf integrierte Subsysteme wie zum Beispiel Primärstrukturen und Gesamtkabinenkonzepte
4.2. Nachhaltige Transformation
Die FACC AG setzt auf eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die auf Innovation, Effizienz und soziale Verantwortung ausgerichtet ist. Ziel ist es, den Wandel in der Luftfahrtbranche aktiv mitzugestalten und nachhaltige Werte entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen. Die zentralen Maßnahmen sind:
Innovative und nachhaltige Produkte entwickeln: Durch den Einsatz zirkulärer Designs werden Bauteile und Materialien entwickelt, die den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft entsprechen und den Lebenszyklus der Produkte verlängern.
Nachhaltige Energiequellen priorisieren: FACC plant, den Anteil nachhaltiger Energiequellen bis 2030 von derzeit 60 Prozent auf 90 Prozent zu erhöhen. Der Fokus liegt auf Geothermie, Wasserkraft und Photovoltaik, um die CO₂-Bilanz der Produktionsprozesse signifikant zu verbessern.
Offene und inklusive Unternehmenskultur fördern: FACC setzt auf die Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber und hat im Jahr
2025 die Auszeichnung „Beruf und Familie“ erhalten.
Die Förderung einer Unternehmenskultur, die Diversität, Gleichheit und Inklusion (DEI) aktiv lebt, steht im Fokus. Über 50 Nationalitäten im Unternehmen werden durch Initiativen wie „International Cafés“ unterstützt, um den internationalen Kolleginnen und Kollegen den Aufbau interner Netzwerke und die Orientierung im beruflichen und persönlichen Umfeld zu erleichtern.
Gleichberechtigung stärken: Das Frauen-Netzwerk „FACC Wings for Women“ ermutigt Frauen, ihr Potenzial zu entfalten, fördert Karrierechancen und setzt sich für die Sichtbarkeit weiblicher Talente ein.
Ein robustes Compliance-System sicherstellen: Die Robustheit des Compliance Management Systems wird jährlich durch externe Audits überprüft, um ein Höchstmaß an Transparenz und Integrität zu gewährleisten. Darüber hinaus werden die Mitarbeiterschulungen jährlich weiterentwickelt, um eine kontinuierliche Sensibilisierung und Verantwortungsübernahme sicherzustellen.
Effizienz durch kontinuierliche Verbesserung steigern: FACC hat sich verpflichtet, die ESG-Bewertungen (derzeit EcoVadis und CDP) bis 2027, um mindestens einen Score-Punkt zu verbessern. Dieser kontinuierliche Fortschritt spiegelt das Engagement des Unternehmens wider, ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeit zu fördern.
Zusätzlich wird bis Ende 2026 eine E-Learning-Plattform eingeführt, die Schulungen zu Nachhaltigkeit und ethischen Geschäftspraktiken für alle Mitarbeiter anbietet. Ziel ist es, das Bewusstsein, die Eigenverantwortung und das Engagement aller Mitarbeiter zu stärken.
4.3. Neue Märkte und Diversifikation
FACC erweitert kontinuierlich ihr Kunden- und Produktportfolio. Auf Basis ihrer Leichtbaukompetenz will sie verstärkt in den neuen Märkten wie Advanced Air Mobility (AAM) wachsen und damit ihr Produktportfolio weiter diversifizieren.
Das Prinzip der Dekarbonisierung gilt für alle Mobilitätsanbieter, egal ob Flugzeug, Bahn oder Auto. Damit ergeben sich für FACC völlig neue Marktchancen mit potenziellem Umsatzwachstum durch Entwicklung, Fertigung und Wartung. Flugtaxis und Drohnen etwa, die in der Logistik eingesetzt werden, um Pakete auf die "letzte Meile" zu bringen oder im medizinischen Bereich zum Transport dringend benötigter Organe. In den Metropolen der Welt gewinnt diese Form der Mobilität zunehmend an Bedeutung.
5. ENTWICKLUNG DER OPERATIONS GMBH
Die FACC Operations GmbH ist jene Konzerngesellschaft, in der die operativen Geschäftsaktivitäten gebündelt sind. Der FACC AG obliegt die Holdingfunktion. Zahlenangaben für den Einzelabschluss der FACC Operations GmbH erfolgen nach UGB, jene für den FACC-Konzern nach IFRS.
5.1. Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die FACC Operations GmbH einen Umsatz in Höhe von 1.006,4 Mio. EUR (2024: 883,2 Mio. EUR). Neben einem erhöhten Bedarf an Produktlieferungen, lagen die Gründe für die Umsatzsteigerung zum Vorjahr, auch an dem steigenden Bedarf an neuen Projekten.
Das Betriebsergebnis beläuft sich zum 31.12.2025 auf 37,0 Mio. EUR (2024: 35,2 Mio. EUR). Die FACC Operations GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von 18,3 Mio. EUR (2024: Jahresüberschuss von 14,1 Mio. EUR).
5.2. Vermögenslage
Die Bilanzsumme beträgt zum 31. Dezember 2025 551,0 Mio. EUR (2024: 560,0 Mio. EUR).
Das langfristige Vermögen der Gesellschaft erhöhte sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 von 86,9 Mio. EUR auf 87,6 Mio. EUR.
Das kurzfristige Vermögen der Gesellschaft sank im Vergleichszeitraum von 428,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024 auf 423,0 Mio. EUR im Jahr 2025. Die Vorräte verringerten sich um 9,3 Mio. EUR auf 176,5 Mio. EUR. Der Bestand an liquiden Mitteln reduzierte sich zum Bilanzstichtag um 8,3 Mio. EUR auf 44,9 Mio. EUR.
Das Eigenkapital der Gesellschaft erreichte per Ende des Geschäftsjahres 2025 einen Wert von 172,8 Mio. EUR (2024: 154,4 Mio. EUR). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 31,4 Prozent (2024: 27,6 Prozent).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verminderten sich um 27,8 Mio. EUR auf 195,2 Mio. EUR zum 31.12.2025.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 2,3 Mio. EUR auf 88,5 Mio. EUR zum 31.12.2025.
5.3. Finanzlage
Zentrales Ziel des Finanzmanagements von FACC ist es, jederzeit die ausreichende Liquidität des Konzerns sicherzustellen, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität zu gewährleisten. Zur Sicherung der Liquidität und zur Verringerung von Risiken nutzt FACC verschiedene interne und externe Finanzierungsquellen mit unterschiedlichen Fristigkeiten. Die längerfristige Liquiditätsprognose erfolgt auf Basis der operativen Planung des Konzerns. Der Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit der Geschäftssegmente stellt die Hauptliquiditätsquelle des Konzerns dar. Dadurch werden der externe Finanzierungsbedarf und die Zinsaufwendungen reduziert. Zur Sicherung der Liquidität nutzt FACC zudem verschiedene Finanzierungsinstrumente wie Schuldscheindarlehen, Kreditvereinbarungen, Leasingmodelle sowie Factoring- Programme.
Finanzierungsinstrumente
In den Treasury-Grundsätzen von FACC sind die Bankpolitik, Grundsätze der Finanzierungsvereinbarungen, das Liquiditäts- und Finanzanlagenmanagement sowie das Management von Währungs- und Zinsrisiken geregelt. Gemäß den Grundsätzen des Konzerns werden alle Kreditlinien durch die Treasury-Abteilung konzernweit verwaltet.
Zum Finanzierungspotenzial aus dem genehmigten und bedingten Kapital sowie zu den Finanzierungsquellen wird auf die Erläuterungen im Konzernanhang unter Note 39 verwiesen. Damit hat FACC die wesentlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige und stabile Finanzierung geschaffen.
Die abgegrenzten Zinsaufwendungen sind in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthalten.
Bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Pfandrechtseinräumungen an betrieblichen Liegenschaften, sowie durch Bundeshaftungen für Kredite besichert. Der Exportkredit im Kontrollbankverfahren wird durch Exportforderungen in Höhe von 120 Prozent des ausstehenden Kreditvertrages besichert. Die Sicherheiten für bestimmte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Zusammenhang mit Grundstücken und Gebäuden betrugen 15.966 TEUR (Vorjahr: 15.966 TEUR).
Schuldscheindarlehen
Am 31. Juli 2019 wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 70.000 TEUR emittiert. Die einzelnen Tranchen sind sowohl fix als auch variabel verzinst und nach fünf, sieben und zehn Jahren zur Rückzahlung fällig. Die Finanzierungsverträge enthalten eine Zinserhöhungsklausel von 50 Basispunkten, falls Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,75 übersteigt. Diese Zinserhöhungsklausel kam seit dem Geschäftsjahr 2020 zur Anwendung und entfiel ab dem Geschäftsjahr 2024 wieder. Die Kennzahl wird jährlich getestet. Es besteht kein Kündigungsrecht für den Gläubiger.
Am 31. Juli 2024 wurden Schuldscheindarlehen in einer Gesamthöhe von 24.000 TEUR zur teilweisen Refinanzierung der abgelaufenen Schuldscheindarlehen (in Höhe von 24.500 TEUR) vom 31. Juli 2019 emittiert. Die einzelnen Tranchen sind sowohl fix als auch variabel verzinst und nach drei, fünf und sieben Jahren zur Rückzahlung fällig. Die Finanzierungsverträge enthalten eine Zinssenkungsklausel von 25 Basispunkten, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,5 unterschreitet. Zudem besteht ein Kündigungsrecht der Gläubiger, sofern die Eigenkapitalquote nicht mindestens 20 Prozent beträgt. Die Kennzahlen werden jährlich zum 31. Dezember getestet. Die Financial Covenants für dieses Schuldscheindarlehen wurden zum 31. Dezember 2025 eingehalten. Der Konzern erwartet, dass die jährlich zu erfüllenden Covenants auch in den nächsten 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag eingehalten werden.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das Schuldscheindarlehen vom 31. Juli 2019 mit 45.500 TEUR (Vorjahr: 45.500 TEUR) und das Schuldscheindarlehen vom 31. Juli 2024 mit 24.000 TEUR (Vorjahr: 24.000 TEUR) enthalten.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Konsortialkredit
Der ursprünglich am 29. August 2018 abgeschlossene Konsortialkredit über 225.000 TEUR, wurde seitdem mehrmals abgeändert und zuletzt mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 mit fünf teilnehmenden Banken erneut angepasst. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestehen vier Fazilitäten mit verschiedenen Verwendungszwecken. Drei dieser Fazilitäten betreffen OeKB-Programme. Eine OeKB-Beteiligungsfinanzierung mit einem Betrag in Höhe von ursprünglich 36.000 TEUR und ein OeKB-Exportinvest mit einem Betrag in Höhe von ursprünglich 33.526 TEUR wurden in der Abänderung vom 17. Februar 2023 abgeschlossen. Sie haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Der OeKB-Kontrollbankrefinanzierungsrahmen (KRR) in Höhe von 50.000 TEUR wurde mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 um ein Jahr bis zum 17. Februar 2027 verlängert. Ein aus dem ursprünglich am 29. August 2018 abgeschlossenen Konsortialkredit bestehender OeKB-Exportinvest in Höhe von ursprünglich 25.000 TEUR wurde am 30. Juni 2025 zurückgezahlt. Die revolvierende Kreditlinie mit einem Volumen von 95.500 TEUR wurde mit Wirkung zum 23. Oktober 2025 um ein Jahr
bis zum 17. Februar 2027 verlängert. Die FACC AG und die FACC Solutions Croatia d.o.o. fungieren weiterhin als Garantiegeber. Bis auf den Kontrollbankrefinanzierungsrahmen und die Beteiligungsfinanzierung, die durch Forderungen besichert sind, sind alle Fazilitäten unbesichert.
Als Financial Covenants für den Konsortialkredit wurden folgende festgelegt:
| 31.12.2025 | 31.12.2026 | |
|---|---|---|
| Net Financial Debt/EBITDA | 3,75 | 3,50 |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 25% | 25% |
Die Financial Covenants für den Konsortialkredit zum jeweiligen Jahresende gelten auch zum 30. Juni des jeweiligen Jahres (z. B. gilt am 30. Juni 2026 3,50 wie am 31. Dezember 2026) und werden halbjährlich getestet. Bei einem Überschreiten der Kennzahlen besteht ein Kündigungsrecht der Gläubiger.
Für alle relevanten Stichtage nach dem 31. Dezember 2025 ist ein Net Financial Debt/EBITDA von 3,5 sowie eine Eigenkapital-Quote von mindestens 25 Prozent notwendig.
Der Konzern erwartet, dass die halbjährlich zu erfüllenden Covenants im Zeitraum von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag eingehalten werden.
Zum Jahresende 2025 war die revolvierende Kreditlinie mit 20.000 TEUR (Vorjahr: 25.000 TEUR), der Kontrollbankrefinanzierungsrahmen mit 50.000 TEUR (Vorjahr: 50.000 TEUR), die Beteiligungsfinanzierung mit 19.200 TEUR (Vorjahr 24.800 TEUR) und der Exportinvest mit 17.881 TEUR (Vorjahr: 25.179 TEUR) ausgenutzt.
Der Konsortialkredit läuft Mitte Februar 2027 bzw. im Dezember 2027 aus. Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung, der Planungen des FACC-Konzerns und der regelmäßig stattfindenden Bankengespräche gibt es keine Anzeichen, dass Refinanzierungen bei bestehenden Finanzierungspartnern nicht durchgeführt werden können.
Darlehen außerhalb des Konsortialkredites
Am 17. September 2024 wurde ein Darlehen über 15.000 TEUR abgeschlossen und in der Folge zur Gänze ausgenutzt. Die Tranche ist variabel und nach drei Jahren zur Rückzahlung fällig. Der Finanzierungsvertrag enthält eine Zinssenkungsklausel von 30 Basispunkten, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 3,0 unterschreitet und eine Zinserhöhungsklausel, falls das Verhältnis Net Financial Debt/EBITDA einen Wert von 4,5 überschreitet.
Zum Jahresende 2025 wurde dieses bilaterale
Darlehen mit
15.000 TEUR (Vorjahr: 15.000 TEUR) ausgenutzt.
6. ENTWICKLUNG DES FACC-KONZERNS
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 736,2 | 884,5 | 984,4 |
| davon Produktumsatz | 693,3 | 803,7 | 907,0 |
| davon Entwicklungsumsatz | 42,9 | 80,8 | 77,4 |
| EBIT (berichtet) | 17,5 | 28,3 | 42,3 |
| EBIT-Marge (operativ) | 2,4% | 3,2% | 4,3% |
| Ergebnis je Aktie | 0,20 | 0,14 | 0,46 |
Die nachfolgenden Zahlen und Angaben werden auf Basis der International Financial Reporting Standards (IFRS) dargestellt, um eine transparente und international vergleichbare Berichterstattung zu gewährleisten.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der FACC-Konzern einen Umsatz von 984,4 Mio. EUR und verzeichnete damit ein Umsatzwachstum in Höhe von 99,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2024: 884,5 Mio. EUR). Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Umsatz somit um rund 11 Prozent. Dieser Zuwachs resultiert nach wie vor maßgeblich aus einer konstant steigenden Anzahl an Kundenabrufen . Speziell die beiden
Segmente Engines & Nacelles sowie Cabin Interiors konnten von der insgesamt positiven Marktentwicklung profitieren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Division Cabin Interiors um 21,8 Prozent gewachsen. Mit einem Umsatzanteil von 46,6 Prozent am Gesamtumsatz ist sie zugleich die größte Division der FACC. Aerostructures ist mit einem Anteil von 35,1 Prozent am Gesamtumsatz die zweitgrößte Division der FACC, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Ursächlich für den Rückgang sind niedrigere Entwicklungsumsätze bzw. die geringere Abrechnung von Meilensteinzahlungen aus solchen Entwicklungsaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Division Engines & Nacelles ein Umsatzwachstum von 14,3 Prozent verzeichnen. Mit einem Umsatzanteil von 18,3 Prozent am Gesamtumsatz sind die Projekte in Zusammenhang mit Triebwerksbauteilen aber nach wie vor das kleinste Segment der FACC.
Airbus ist mit einem Anteil von 46,2 Prozent am Gesamtumsatz nach wie vor der größte Kunde der FACC. Die Projekte auf der Airbus A320 Familie sind mit über 37 Prozent Anteil am Gesamtumsatz in den Divisionen Cabin Interiors und Aerostructures die umsatzstärksten Projekte. Im Bereich Engines & Nacelles wurden im vergangenen Jahr wesentliche Umsätze mit den Triebwerksherstellern Pratt & Whitney und Rolls Royce, dem Kunden Collins für Triebwerksverkleidungen sowie den steigenden Raten in Zusammenhang mit den AAM-Projekten erzielt.
Das ausgewiesene Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im Geschäftsjahr 2025 bei 42,3 Mio. EUR (2024: 28,3 Mio. EUR) und entspricht den Erwartungen des Managements. Einen negativen Einfluss
auf das Ergebnis haben Rohmaterialkostensteigerungen im Bereich der Divisionen Aerostructures. Es wurden Gegenmaßnahmen eingeleitet bzw. umgesetzt, diese werden ab dem ersten Quartal 2026 zu beginnen wirken und die momentanen Belastungen teilweise kompensieren. Die Einsparungseffekte aus den Fertigungsverlagerungen insbesondere in der Division Cabin Interiors trugen wesentlich zur Ergebnisverbesserung im Jahr 2025 bei. Die bis 2027 geplanten Verlagerungsaktivitäten werden schrittweise weiter zu einer nachhaltigen Erhöhung der Ertragskraft führen.
Aufgrund der nach wie vor hohen Standortkosten in Österreich, wo nach wie vor der größte Teil der Wertschöpfung erwirtschaftet wird, sind weitere effizienzsteigernde Maßnahmen ein äußerst wichtiger Bestandteil zur Absicherung einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung der FACC. Skaleneffekte, Produktivitätssteigerung, Materialpreisanpassungen durch die Neuordnung der Supply Chain, Sachkostenreduktion sowie das Forcieren der Auslastungssteigerung im neuen Werk 6 in Kroatien, zählen dabei zu den wesentlichen Themen.
6.1.1. Liquiditätsanalyse
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Cashflow aus laufender Tä- | |||
| tigkeit | 36,6 36,6 | 32,0 | 80,8 |
| Cashflow aus Investitions- | |||
| tätigkeit | –19,4 | –24,3 | –21,6 |
| Free Cashflow | 17,2 | 7,7 | 59,1 |
| Cashflow aus Finanzie- | |||
| rungstätigkeit | –12,3 | –45,9 | –60,1 |
| Zahlungswirksame Verän- | |||
| derung des Finanzmittel- | |||
| bestands | 4,9 4,9 | –38,2 | –0,9 |
| Bewertungseffekte aus | |||
| Fremdwährungsunterschie- | |||
| den | -9,0 –9,0 | –1,4 | –5,3 |
| Finanzmittelbestand am | |||
| Beginn der Periode | 102,7 | 98,6 | 59,0 |
| Finanzmittelbestand am | |||
| Ende der Periode | 98,6 | 59,0 | 52,7 |
Eine der zentralen Steuerungsgrößen von FACC ist die Kennzahl Free Cashflow. Den Free Cashflow ermittelt FACC aus der Kombination der Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und aus Investitionstätigkeit.
6.1.2. Nettofinanzverbindlichkeiten
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | 70,0 | 69,5 | 69,5 |
| Leasingverbindlichkeiten | 72,1 | 74,0 | 70,4 |
| Sonstige Finanzverbindlich- | |||
| keiten | 165,8 | 156,3 | 128,7 |
| Bruttofinanzverbindlichkei- | |||
| ten | 307,9 | 299,8 | 268,6 |
| Abzüglich | |||
| Liquide Mittel | 98,6 | 59,0 | 52,7 |
| Nettofinanzverbindlichkei- | |||
| ten | 209,3 | 240,8 | 215,8 |
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr 2025 bei 80,8 Mio. EUR und somit um 48,8 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 32,0 Mio. EUR. Die Veränderung kommt im Wesentlichen aus einem Anstieg des operativen Ergebnisses und der Veränderung im Working Capital. Leicht gesunkene Forderungen, reduzierte Verbindlichkeiten und Vorräte, speziell im Bereich der Halbfabrikate, unter Berücksichtigung einer wesentlich höheren Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr trugen im Wesentlichen zu der Erhöhung bei.
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr 2025 auf –21,6 Mio. EUR gegenüber –24,3 Mio. EUR im Vorjahr. Zu dieser Reduktion trugen insbesondere die geringeren Auszahlungen für Gebäude im Allgemeinen bei.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Im Berichtsjahr 2025 lag der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit bei – 60,1 Mio. EUR (2024: –45,9 Mio. EUR).
Free Cashflow
Im Berichtsjahr 2025 lag der Free Cashflow bei 59,1 Mio. EUR.
Die für die Konzernfinanzierung wesentliche Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA entwickelte sich wie folgt:
| 31.12.2023 | 31.12.2023 | 31.12.2025 | |
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 17,5 | 28,3 | 42,3 |
| Zuzüglich/abzüglich | |||
| Abschreibungen und Wertminderungen | 23,1 | 24,0 | 25,7 |
| Amortisierung Vertragserfüllungskosten | 16,0 | 14,6 | 12,8 |
| Wertminderung Vertragserfüllungskosten | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| EBITDA (angepasst) | 56,6 | 66,9 | 80,8 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA (angepasst) | 3,68 | 3,60 | 2,67 |
6.2. Vermögenslage
| 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2025 | |
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Langfristiges Vermögen | 319,2 | 320,8 | 290,7 |
| Kurzfristiges Vermögen | 387,3 | 389,7 | 391,1 |
| Aktiva | 706,5 | 710,5 | 681,8 |
| Eigenkapital | 220,6 | 215,8 | 249,0 |
| Langfristige Schulden | 182,8 | 208,1 | 145,9 |
| Kurzfristige Schulden | 303,1 | 286,6 | 286,9 |
| Schulden | 485,9 | 494,7 | 432,8 |
| Eigenkapital und Schulden | 706,5 | 710,5 | 681,8 |
| Eigenkapitalquote in Prozent | 31,2 | 30,4 | 36,5 |
6.2.1. Aktiva
Das langfristige Vermögen des FACC-Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 290,7 Mio. EUR (Vergleichszeitraum 2024: 320,8 Mio. EUR).
Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich im Vergleichszeitraum um 1,4 Mio. EUR. Der Bestand an liquiden Mitteln reduzierte sich um 6,3 Mio. EUR auf 52,7 Mio. EUR. Die Vorräte sanken von 178,3 Mio. EUR zu Ende des Geschäftsjahrs 2024 auf 175,7 Mio. EUR am 31. Dezember 2025. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 68,8 Mio. EUR.
6.2.2. Eigenkapital
Das Eigenkapital des FACC-Konzerns erreichte zum Ende des Berichtsjahres einen Wert von 249,0 Mio. EUR. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 von 36,5 Prozent (2024: 30,4 Prozent).
6.2.3. Schulden
Innerhalb der langfristigen Schulden sanken die sonstigen
Finanzverbindlichkeiten von 52,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024 auf 41,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025.
Bei den kurzfristigen Schulden sanken die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Mio. EUR auf 90,0 Mio. EUR.
Aufgrund der teilweisen Refinanzierung des Schuldscheindarlehens vom 31. Juli 2019 mit einer Gesamthöhe von 24,0 Mio. EUR und mit Laufzeiten von 3 – 7 Jahren sind zum 31. Dezember 2025 sämtliche Schuldscheindarlehen unter den langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
7. ENTWICKLUNG DER SEGMENTE
Die Segmentberichterstattung folgt der internen Steuerung und Berichterstattung des FACC-Konzerns.
Die zentrale Erfolgsgröße, anhand derer die Steuerung der Geschäftssegmente erfolgt und die an die verantwortliche Unternehmensinstanz (Vorstand der FACC AG) berichtet wird, ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen, denen die Produkte dienen, wurden drei operative Segmente gebildet:
• Aerostructures: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Strukturbauteilen • Engines & Nacelles: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Triebwerksbauteilen • Cabin Interiors: Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Reparatur von Innenausstattungen
7.1. Segment Aerostructures
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Umsatzerlöse | 272,4 | 350,1 | 345,1 |
| EBIT (berichtet) | 12,9 | 15,4 | 7,2 |
| EBIT-Marge (berichtet) | 4,7% | 4,4% | 2,1% |
Der Umsatz im Segment Aerostructures belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 345,1 Mio. EUR (2024: 350,1 Mio. EUR). Die Division ist mit einem Anteil von 35,1 Prozent am Gesamtumsatz das zweitgrößte Segment der FACC, entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufig. Ursächlich für den Rückgang sind niedrigere Entwicklungsumsätze bzw. die geringere Abrechnung von Meilensteinzahlungen aus solchen Entwicklungsaufträgen als im Vorjahreszeitraum. Die Airbus A320-Familie ist nach wie vor der größte Umsatzträger in der Division Aerostructures, gefolgt von der Airbus A220 und der Airbus A350-Plattform.
Einen negativen Einfluss auf das Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 haben im Bereich Aerostructures wie bereits im Geschäftsjahr 2024 deutliche Rohmaterialkostensteigerungen.
7.2. Segment Engines & Nacelles
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Umsatzerlöse | 129,7 | 157,6 | 180,2 |
| EBIT (berichtet) | 13,5 | 19,1 | 21,8 |
| EBIT-Marge (berichtet) | 10,4% | 12,1% | 12,1% |
Der Umsatz des Segments Engines & Nacelles erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Wert von 180,2 Mio. EUR (2024: 157,6 Mio. EUR). Die umsatzstärksten Kunden in diesem Segment sind weiterhin die Triebwerkshersteller Rolls Royce, Pratt & Whitney und Collins Aerospace. Das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2025 ist insbesondere auf die steigenden Bauraten der Programme Boeing 787 und Airbus A350 sowie den Anstieg im Bereich AAM zurückzuführen.
Mit einer EBIT-Marge von 12,1 Prozent für das Geschäftsjahr 2025 erzielte die umsatzmäßig kleinste Division den höchsten Ergebnisbeitrag.
7.3. Segment Cabin Interiors
| 2023 | 2024 | 2025 | |
|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Umsatzerlöse | 334,1 | 376,8 | 459,1 |
| EBIT (berichtet) | –8,9 | –6,2 | 13,3 |
| EBIT-Marge (berichtet) | –2,7% | –1,6% | 2,9% |
Mit einem Anteil von rund 46,6 Prozent am Gesamtumsatz ist die Division Cabin Interiors das umsatzstärkste Segment. Im Geschäftsjahr 2025 betrug der Umsatz in diesem Bereich 459,1 Mio. EUR (2024: 376,8 Mio. EUR). Auch hier spiegelt sich die allgemeine Marktnachfrage wider. Die Airbus A320-Familie trug wesentlich zum Umsatzanstieg bei. Zudem konnten die Business-Jet-Plattformen sowie die chinesischen Plattformen mit steigenden Raten zum Umsatzanstieg in der Division Cabin Interiors beitragen.
Positiv auf das Ergebnis wirkt sich die Fertigungsverlagerung nach Kroatien aus. Im Geschäftsjahr 2025 manifestierten sich die zahlreichen Anstrengungen der Vergangenheit in einer positiven EBIT-Marge von 2,9 Prozent.
8. RISIKOBERICHT
8.1. Grundsätze des Risikomanagements
Ein effektives Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung und trägt maßgeblich zur Sicherung des nachhaltigen Erfolgs der FACC AG und ihrer Tochterunternehmen, einschließlich der FACC Operations GmbH, bei. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu identifizieren, angemessen zu analysieren und zu bewerten sowie wirksam zu steuern. Dadurch werden sowohl strategische als auch operative Ziele unterstützt. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass potenziell bestandsgefährdende Entwicklungen rechtzeitig erkannt und Schäden abgewendet werden.
Die FACC AG hat ein umfassendes Risikomanagementsystem (ERM) implementiert, dass sich an international anerkannten Standards wie dem COSO-II-Rahmenwerk und der ISO 31000 orientiert. Das System unterstützt die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorgaben und ist weitgehend in strategische sowie operative Entscheidungsprozesse integriert. Das zentrale Risikomanagement stellt hierfür Methoden bereit und verantwortet die Berichterstattung sowie die Überwachung der definierten Mindeststandards.
8.2. Aufbau- und Ablauforganisation des Risikomanagements Das ERM der FACC AG ist dezentral organisiert und kombiniert zentrale Steuerung mit lokaler Verantwortung. Diese Struktur ermöglicht eine wirksame Beurteilung und Steuerung von Risiken über alle Unternehmensebenen und Bereiche hinweg.
Die zentrale Risikomanagementfunktion ist für die Bereitstellung von Methoden und Tools sowie für die Definition und Überwachung einheitlicher Mindeststandards verantwortlich. Sie koordiniert und aggregiert die gemeldeten Risiken und stellt sicher, dass diese regelmäßig auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden.
Die Verantwortung für die Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken liegt bei den Risikoeignern in den operativen Einheiten und Tochtergesellschaften. Dadurch wird das Risikobewusstsein in den operativen Bereichen gestärkt, eine gelebte Risikokultur unterstützt und sichergestellt, dass Risiken dort gesteuert werden, wo sie entstehen.
Ein zentrales Element des ERM der FACC AG ist das auf Vorstandsebene angesiedelte Risiko-Komitee, das mindestens zweimal jährlich tagt. Es setzt sich aus den Mitgliedern des Vorstands sowie wesentlichen internen Stakeholdern des Risikomanagements zusammen. Ziel des Risiko-Komitees ist es, die wichtigsten risikorelevanten Themen, Erkenntnisse und Ereignisse zu bewerten und mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Die Ergebnisse fließen in die strategische und operative Entscheidungsfindung des Vorstands ein.
Der Aufsichtsrat wird im Rahmen des Audit Committees regelmäßig über die Risikosituation informiert. Diese Berichterstattung umfasst wesentliche Risiken sowie Maßnahmen zur Steuerung und Minimierung potenzieller Unsicherheiten und Gefahren.
Das zentrale Risikomanagement stellt sicher, dass alle Risiken in einem zentralen IT-gestützten System erfasst und halbjährlich aktualisiert werden. Dies ermöglicht eine effiziente Aggregation und Konsolidierung der Risiken auf Konzernebene und gewährleistet eine einheitliche und transparente Berichterstattung.
8.3. Überwachung und Wirksamkeit
Die Wirksamkeit des ERM wird durch kontinuierliche Überwachungsund Verbesserungsprozesse sichergestellt. Dabei werden Optimierungspotenziale identifiziert und umgesetzt, wobei interne und externe Anforderungen berücksichtigt werden.
Das ERM wird regelmäßig von Internal Audit geprüft, um sicherzustellen, dass die festgelegten Mindeststandards eingehalten und wirksam umgesetzt werden. Zusätzlich erfolgt einmal jährlich eine Funktionsprüfung durch den Abschlussprüfer gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Diese Prüfung dient der Beurteilung, ob das ERM wirksam und angemessen ausgestaltet ist und unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung. Die Ergebnisse dieser Überwachungs- und Prüfungsprozesse werden regelmäßig an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat der FACC AG berichtet.
Anzumerken ist, dass das ERM zwar als angemessen und wirksam bewertet wird, jedoch systemimmanente Grenzen bestehen, die die Funktionsfähigkeit eines jeden Risikomanagementsystems ein-schränken können. Selbst ein sorgfältig ausgestaltetes und effektiv umgesetztes System kann nicht gewährleisten, dass alle Risiken rechtzeitig erkannt oder vollständig vermieden werden.
Die wesentlichen Risikofelder stellen sich wie folgt dar:
8.4. Strategische Risiken
Die strategischen Risiken der FACC AG ergeben sich insbesondere aus externen Einflüssen, regulatorischen Anforderungen und branchenspezifischen Herausforderungen. Sie können wesentliche Auswirkungen auf die Umsetzung der Unternehmensstrategie, insbesondere der Strategie 2030, sowie auf die nachhaltige Geschäftsentwicklung haben. In einem Marktumfeld mit hohen Innovations- und Kostenanforderungen ist die frühzeitige Identifikation und Steuerung strategischer Risiken daher wesentlich, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Das ERM ermöglicht es, strategische Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Nachfolgend werden wesentliche Risikofelder dargestellt, darunter die Abhängigkeit von wenigen Schlüsselunternehmen in der globalen Luftfahrtindustrie, die Komplexität internationaler Lieferketten sowie die Herausforderungen eines zunehmend regulierten Umfelds.
Abhängigkeit von globaler Luftfahrtindustrie und Marktstrukturen Die Luftfahrtbranche ist von einer begrenzten Anzahl an Flugzeugherstellern (OEMs) geprägt. Daraus ergibt sich eine hohe Abhängigkeit zu wenigen Schlüsselunternehmen. Änderungen beispielsweise in den Ratenhochlaufstrategien, Bedarfsplänen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Großkunden können unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Zusätzlich erschweren die langfristigen Entwicklungszyklen der Branche sowie intensive Preisverhandlungen die Anpassungsfähigkeit an sich schnell verändernde Marktbedingungen.
Zur Minderung dieser Risiken setzt FACC auf die Diversifizierung der Kundenbasis und den Ausbau neuer Geschäftsfelder. Im Rahmen der jährlichen Budgetplanung werden die von den OEMs angekündigten Bedarfe analysiert und auf Basis von Marktanalysen, externen Indikatoren sowie branchenspezifischen Trends plausibilisiert. Daraus abgeleitete Zu- oder Abschläge werden in die Planungen integriert. Dies
ermöglicht es, frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren und die eigene Produktion flexibler zu steuern.
Abhängigkeit von der Lieferkette
Die globalen und komplexen Lieferketten der Luftfahrtindustrie sind anfällig für geopolitische Spannungen, Rohstoffknappheit und externe Ereignisse wie Naturkatastrophen. Gleichzeitig unterliegen sie hohen Qualitätsanforderungen und strengen Qualifizierungsprozessen. Zudem sind Lieferanten häufig durch OEMs vorgegeben. Bestimmte Bauteile oder Materialien sind oft nur von einzelnen Herstellern verfügbar (Single Source), was die Flexibilität in der Beschaffung einschränken und das Risiko von Engpässen erhöhen kann.
FACC begegnet diesen Herausforderungen mit einem vorausschauenden Lieferkettenmanagement, das auf Diversifizierung, strategische Partnerschaften und eine optimierte Lagerhaltung ausgerichtet ist. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten wird laufend analysiert, um frühzeitig alternative Bezugsquellen zu identifizieren und Versorgungsrisiken zu minimieren.
Regulatorisches Umfeld
Die Luftfahrtbranche ist durch ein streng reguliertes Umfeld geprägt, das laufend neuen Anforderungen unterliegt. Verschärfte Exportkontrollen, wachsende Handelshemmnisse und strengere Umweltauflagen beeinflussen Geschäftsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen können den Zugang zu bestimmten Märkten einschränken, zusätzliche Genehmigungspflichten auslösen und administrative Aufwände erhöhen.
Für FACC ergeben sich daraus Herausforderungen in der Materialbeschaffung, der Lieferkette und der Markterschließung. Strengere Exportkontrollen können beispielsweise den Handel mit bestimmten Ländern oder den Zugang zu essenziellen Rohstoffen, Erzeugnissen und Technologien erschweren. Gleichzeitig erfordern regulatorische Änderungen eine laufende Anpassung der internen Prozesse, um die Einhaltung neuer Vorschriften sicherzustellen und Verzögerungen in der Lieferkette zu vermeiden.
Zur Steuerung dieser Risiken beobachtet FACC die regulatorischen Rahmenbedingungen kontinuierlich und arbeitet eng mit Kunden, Zulieferern und Behörden zusammen. Durch vorausschauende Planungen und gezielte Maßnahmen wird sichergestellt, dass das Unternehmen flexibel auf neue Vorgaben reagieren kann, um die globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
8.5. Absatzrisiken
Die FACC AG operiert in einem globalen, wettbewerbsintensiven und konjunkturabhängigen Marktumfeld. Dieses ist wesentlich von der weltweiten Luftverkehrsnachfrage, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und geopolitischen Entwicklungen geprägt. Die Geschäftstätigkeit ist dabei eng mit der Ertragssituation kommerzieller Fluggesellschaften und deren Bestellverhalten bei den Flugzeugherstellern verknüpft. Makroökonomische Faktoren wie Passagieraufkommen und Treibstoffpreise beeinflussen die Bedarfsplanung der OEMs und damit die Bestellungen an FACC wesentlich.
Ein spezifisches Risiko ergibt sich aus Änderungen der Auslieferungspläne der Flugzeughersteller. Reduzierte Produktionsraten oder zeitliche Verschiebungen bei Auslieferungen können zu kurzfristigen An-
passungen der Bestellmengen der von FACC produzierten Komponenten führen. Dies kann zu Umsatzeinbußen führen und die Amortisation von Entwicklungskosten verzögern, wodurch die Rentabilität einzelner Programme nachhaltig beeinträchtigt werden kann. Darüber hinaus kann es infolge der nicht synchron verlaufenden Produktionszyklen und Bedarfsanpassungen zu einer Kapitalbindung aufgrund steigender Lagerbestände kommen, was das Working Capital zusätzlich belastet.
Zur Minderung und Steuerung dieser Risiken verfolgt FACC eine mehrgleisige Strategie:
• Agile Produktionsprozesse und ein optimiertes Bestandsmanagement ermöglichen eine zeitnahe Reaktion auf kurzfristige Bedarfsanpassungen. Eine enge Abstimmung mit Kunden unterstützt dabei, Änderungen frühzeitig zu erkennen und in die Planung zu integrieren. • Die Erweiterung des Produktportfolios sowie die geografische Ausweitung der Marktpräsenz, insbesondere in Schlüsselmärkten in Amerika, Europa und Asien, tragen zur Risikostreuung bei. Zusätzlich wird die Positionierung als Entwicklungspartner für bestehende Flugzeugtypen genutzt, um durch Umrüstungsaufträge die Abhängigkeit von Neubestellungen zu reduzieren. Initiativen im Bereich Advanced Air Mobility (AAM) ergänzen das bestehende Geschäftsmodell und stärken die langfristige Marktposition.
Diese Maßnahmen unterstützen FACC dabei, den Herausforderungen eines volatilen Absatzmarktes aktiv zu begegnen und die langfristige Stabilität sowie das nachhaltige Wachstum zu sichern.
8.6. Operative Risiken
Operative Risiken umfassen sämtliche Gefahren, die unmittelbar aus den Produktions- und Geschäftsprozessen der FACC AG resultieren. In einer Branche mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen ist ihre systematische Erkennung und Steuerung ein zentraler Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg. Das Interne Kontrollsystem (IKS) dient dabei als wesentliches Instrument, um Prozessrisiken frühzeitig dort zu erfassen, wo sie entstehen, und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Operative Risiken können neben technologischen und organisatorischen Aspekten auch durch externe Faktoren wie globale Lieferengpässe oder geopolitische Entwicklungen verstärkt werden. Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben wesentliche Risikokategorien, darunter Risiken in Bezug auf Informationssicherheit, Einkaufs- und Lieferantenrisiken, Produkthaftungs- und Qualitätsrisiken sowie das Risiko von Betriebsunterbrechungen. Ziel ist es, einen Überblick über relevante Gefahrenquellen und die jeweiligen Steuerungsmechanismen zu geben, die im Rahmen der operativen Abläufe und des ERM kontinuierlich überwacht und bei Bedarf angepasst werden.
Risiken in Bezug auf Informationssicherheit
FACC ist im Rahmen ihrer Geschäftsprozesse verschiedenen Informations-, IT- und Systemrisiken ausgesetzt. Diese können im ungünstigsten Fall sowohl administrative als auch produktionstechnische Systeme und Anlagen beeinträchtigen. Mit fortschreitender Digitalisierung und einer steigenden Anzahl von Mitarbeitenden, die ortsunabhängig, beispielsweise im Homeoffice, arbeiten, nimmt die Angriffsfläche für Cyberangriffe zu.
Typische Risikofaktoren sind Cybercrime-Attacken wie Hacking, Phishing oder Ransomware, Social-Engineering-Szenarien. Vorfälle, die zum Verlust, zur Manipulation oder zur Verschlüsselung kritischer und sensibler Daten führen, können erhebliche Auswirkungen auf die Reputation und die finanzielle Stabilität der FACC AG haben.
Zur Steuerung dieser Risiken setzt FACC ein mehrstufiges Sicherheitskonzept ein. Im Bereich IT & Security werden Sicherheitsmaßnahmen laufend implementiert und an aktuelle Bedrohungslagen angepasst. Dazu zählen unter anderem Firewall-Systeme, kontinuierliche Netzwerküberwachung, Zugriffs- und Berechtigungskonzepte, regelmäßige und kontrollierte Software-Updates sowie weitere technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen. Die Wirksamkeit wird regelmäßig durch externe Audits, Penetrationstests und Zertifizierungen überprüft. Ergänzend dazu finden wiederkehrende Mitarbeiterschulungen und Informationskampagnen statt, um das Bewusstsein für Betrugsversuche (z. B. Social Engineering) und Cybergefahren zu schärfen.
Die physische Sicherheit an den Produktions- und Unternehmensstandorten wird beispielsweise durch Zutrittskontrollen und weitere Schutzmaßnahmen gewährleistet. Auf diese Weise minimiert FACC das Risiko von Beeinträchtigungen sowohl im administrativen als auch im produktionstechnischen Bereich und reduziert potenzielle Reputations- und Vermögensschäden durch Cyberangriffe.
Einkaufs- und Lieferantenrisiken
FACC führt im Einkaufsbereich systematische Risikobewertungen der Zulieferketten durch, um potenzielle Störungen wie globale Lieferengpässe, volatile Rohstoffmärkte oder geopolitische Unsicherheiten frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Lieferverzögerungen und Engpässe bestehen in der Luftfahrtindustrie nach wie vor und können sich als Ripple-Effekt entlang der Lieferkette ausbreiten. In der Folge kann es zu kurzzeitigen Produktionsstopps, längeren Durchlaufzeiten, erhöhten Kosten und höherem Kapitalbedarf kommen, was die Liefertreue und damit die Planungssicherheit von FACC beeinträchtigen kann.
Zur Minderung dieser Risiken setzt FACC auf strategische Partnerschaften und regelmäßige Lieferantenaudits. Eine verpflichtende Erstmusterprüfung zu Projektbeginn sowie bei wesentlichen Änderungen unterstützt die frühzeitige Erkennung potenzieller Produktrisiken. Die Bewertung von Lieferqualität und Liefertreue erfolgt kontinuierlich über ein systemgestütztes Verfahren. Abweichungen werden systematisch erfasst, analysiert und an das Management berichtet. Auf diese Weise stärkt FACC ihre Resilienz in der gesamten Lieferkette und gewährleistet auch unter unsicheren Rahmenbedingungen hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Luftfahrt.
Produkthaftungs- und Qualitätsrisiken
Als Zulieferer in der Luftfahrtindustrie entwickelt und produziert FACC Komponenten, die in Flugzeugen oder Triebwerken verbaut werden. Potenzielle Fehler oder Funktionsmängel könnten daher Eigentum, Gesundheit oder das Leben Dritter gefährden, was eine konsequente Fokussierung auf Produktsicherheit erfordert. Da FACC die Haftung gegenüber Kunden, Verbrauchern oder Dritten weder vertraglich einschränken noch ausschließen kann, werden sämtliche Produkte bereits während des Herstellungsprozesses kontinuierlichen Funktionsund Qualitätskontrollen unterzogen. Abschließende Prüfungen vor Auslieferung stellen zudem sicher, dass alle vereinbarten Spezifikationen und behördlichen Anforderungen erfüllt werden.
In Projekten, für die FACC die Entwicklungsverantwortung trägt, besteht aufgrund möglicher Konstruktionsfehler ein erhöhtes Risiko. Dieses wird durch ein systematisches Qualitätsmanagement weitestgehend minimiert, das regelmäßige Kontrollschritte in allen Entwicklungsphasen sowie zielgerichtete Fehlermöglichkeits- und Einflussanalysen (FMEA) umfasst. Ergänzend dokumentiert und archiviert FACC alle qualitätsrelevanten Schritte (Quality Records) in einem unternehmenseigenen Archivierungssystem. Damit wird sichergestellt, dass sämtliche Leistungen und Produkte den festgelegten Vorgaben sowie den behördlichen Freigaben entsprechen.
Trotz angemessener Produkthaftungsversicherungen könnten sich Qualitätsmängel oder -fehler im Ernstfall negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken.
Betriebsunterbrechungsrisiko
Die Fertigungsstätten und Anlagen werden laufend instand gehalten und gewartet, um das Risiko von Betriebsstörungen oder längeren Produktionsausfällen zu reduzieren. Das Betriebsunterbrechungsrisiko ist zudem durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung mit einer Haftungszeit von 24 Monaten abgesichert.
8.7. Rechtliche Risiken
Rechtliche Risiken ergeben sich aus den vielfältigen gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften, denen die FACC AG im nationalen und internationalen Umfeld unterliegt. Ein wirksames Compliance-Management ist wesentlich, um Verstöße zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus tragen klare vertragliche Regelungen und interne Kontrollmechanismen dazu bei, finanzielle und reputationsbezogene Auswirkungen zu minimieren.
Die nachfolgenden Abschnitte behandeln wesentliche rechtliche Risikofelder, darunter potenzielle Rechtsstreitigkeiten sowie Risiken im Zusammenhang mit geistigem Eigentum. Dabei wird dargestellt, wie FACC rechtliche Entwicklungen beobachtet und Anforderungen in den Geschäftsabläufen verankert, um die Unternehmensinteressen wirksam zu schützen.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten
FACC ist unregelmäßig in Zivilgerichtsverfahren involviert, die aus der laufenden Geschäftstätigkeit entstehen können. Für einzelne Verfahren werden Rückstellungen gebildet, um mögliche Verbindlichkeiten abzudecken. Die Bemessung der Rückstellungen basiert auf Einschätzungen qualifizierter Fachexperten und externer Rechtsberater.
Sofern ein negativer Ausgang bei Verfahren als sehr unwahrscheinlich beurteilt wird oder der potenzielle Ausgang derzeit nicht verlässlich quantifizierbar ist, werden keine Rückstellungen gebildet. Unabhängig davon können negative Entwicklungen in Gerichtsverfahren die Reputation des Unternehmens beeinträchtigen. Zur Steuerung dieses Risikos werden geeignete Kommunikations- und Risikomanagementmaßnahmen umgesetzt.
Risiken in Bezug auf geistiges Eigentum
Maßgeblicher Erfolgsfaktor für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit von FACC ist der Schutz des geistigen Eigentums aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Deshalb ist es eine zentrale Aufgabe, dieses Wissen gegen Missbrauch und Entwendung zu schützen. FACC nutzt
hierfür unter anderem Geheimhaltungsvereinbarungen und Patente. Allerdings können Patentrechtsanfechtungen nicht vollständig ausge-
schlossen werden
FACC operiert in einem hochtechnologischen und stetig wachsenden Umfeld, das von einer umfangreichen Patentlandschaft geprägt ist. Um unbeabsichtigte Patentrechtsverletzungen zu vermeiden, betreibt FACC umfangreiche Patentrecherchen. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.
8.8. Finanzielle Risiken
Das operative Geschäft der FACC AG ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, darunter Währungs-, Zins-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Das Risikomanagement des Konzerns richtet den Fokus daher unter anderem auf die Überwachung der Volatilität an den Finanzmärkten und auf Maßnahmen zur Begrenzung potenziell negativer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität.
Die Verantwortung für die Identifikation, Bewertung und Absicherung dieser Risiken liegt im Bereich Investor Relations, Treasury & Insurance der dabei eng mit den operativen Einheiten des Konzerns zusammenarbeitet. Weiterführende Informationen zu finanziellen Risiken und den entsprechenden Risikomanagementstrategien sind in Note 45 des Konzernanhangs enthalten.
8.9. Nachhaltigkeitsrisiken
Im Einklang mit den relevanten Vorgaben orientiert sich FACC bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung am Prinzip der doppelten Wesentlichkeit. Dabei wird sowohl untersucht, welche wesentlichen Auswirkungen ihre Geschäftstätigkeit, Geschäftsbeziehungen sowie Produkte und Dienstleistungen auf Umwelt-, Sozial-, Arbeitnehmer- und Menschenrechtsbelange sowie auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben (Inside-Out-Perspektive), als auch, welche Risiken und Chancen sich aus diesen Faktoren für FACC selbst ergeben (Outside-In-Perspektive). Die aus der Outside-in-Perspektive abgeleiteten Risiken sind weitestgehend über das ERM in die konzernweite Risikoidentifikation, -bewertung und -steuerung integriert. Eine detaillierte Darstellung der identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken ist dem Nachhaltigkeitsbericht der FACC AG zu entnehmen.
In die Risikosteuerung fließen zudem zunehmend auch Environmental-, Social- und Governance-(ESG)-Aspekte ein, um frühzeitig auf mögliche Auswirkungen reagieren zu können und die langfristige Wertschöpfung des Unternehmens zu sichern.
8.10. Zusammenfassung
Die Gesamtrisikosituation der FACC AG ergibt sich aus den dargestellten Risikofeldern und deren Wechselwirkungen sowie aus der konzernweiten Aggregation und Konsolidierung der im ERM erfassten Einzelrisiken. Auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen und Einschätzungen wird eine bestandsgefährdende Entwicklung im Geschäftsjahr 2026 als hinreichend unwahrscheinlich eingestuft.
9. FORSCHUNG, ENTWICKLUNG UND INNOVATION
FACC investiert laufend in Forschung und Entwicklung (F&E), um sich mit neuartigen Anwendungen und Prozessen am Markt zu behaupten,
die Anforderungen der Kunden auf immer bessere Art zu lösen und weitere Geschäftsfelder zu erschließen. Der Fokus liegt dabei auf proprietärer Eigenentwicklung, um das generierte Wissen für alle derzeitigen und zukünftigen Kunden des Unternehmens einsetzen zu können. Des Weiteren werden strategische Kooperationen mit Kunden und Forschungseinrichtungen zur Optimierung von Produkten eingegangen. Nicht zuletzt sollte hier ein gemeinsam mit Airbus gestartetes Forschungsunterfangen unter dem „Clean Aviation Europe EU Programm“ genannt werden.
Im Geschäftsjahr 2025 wendete FACC 60 Mio. EUR bzw. knapp 7 Prozent ihres Umsatzes für unternehmens- und kundenbezogene Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf.
Aktives und rasches Agieren im Bereich Forschung und Innovation sieht FACC grundsätzlich als Garanten für zukünftigen Unternehmenserfolg und betrachtet dies daher auch künftig als Hauptansatz, um sich im Markt von Mitbewerbern zu unterscheiden. FACC beschäftigt sich intensiv mit der effizienten Fertigung von Faserverbundkomponenten sowie deren Einfluss auf die CO2-Bilanz, um die Erreichung der geforderten Klimaziele zu unterstützen. Die Auseinandersetzung mit neuen Fertigungstechnologien, die eine hochratenfähige und klimafreundliche Produktion von Leichtbaukomponenten erlauben, ist Kernaufgabe der Forschungs- und Innovationsabteilung von FACC.
Generell arbeitet FACC laufend an neuen Produktlösungen sowie Material- und Fertigungstechnologien. Aktuell legt das Unternehmen seine Forschungsschwerpunkte auf folgende wesentliche Themen:
• Ratenfähige Duroplast Fertigungsprozesse • Thermoplastische Materialien und Fertigungsprozesse • Kabinenmaterialien auf Basis thermoplastischer- und duroplastischer Faserverbundwerkstoffe Leistbarer Leichtbau als Schlüsseltechnologie • Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundfertigung
Patente und Preise
2025 wurden 5 Patente zur Anmeldung gebracht und für 45 Patente hat FACC eine Patenterteilung erhalten. Per Ende Dezember 2025 hielt FACC somit 571 aufrechte Patente bzw. Patentanmeldungen.
Zum bereits zweiten Mal in Folge wurde die FACC AG im Jahr 2025 von Embraer als Supplier of the Year ausgezeichnet. Auch von Comac wurde die FACC AG für den erfolgreichen Hochlauf der Produktion von C919-Komponenten mit einem Supplier of the Year Award besonders gewürdigt. Ein Meilenstein ist zudem der Aero Excellence™ Award in Bronze für das Werk 4 in Reichersberg: Damit zählt die FACC zum exklusiven Kreis von nur elf Luftfahrtunternehmen weltweit, die diesen neuen internationalen Standard für höchste Fertigungsqualität erfüllen. Auch als Arbeitgeberin setzt die FACC Maßstäbe – bestätigt durch die Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen sowie die Spitzenleistungen des „FACC Future Teams“ beim WKO-Lehrlingswettbewerb.
Ratenfähige Thermoset Fertigungsprozesse
Auch im Jahr 2025 hat FACC den Backbone der Composite-Herstellung, faserverstärkte Duroplaste und zugehörige Prozesse, in Richtung Ra-
tenfähigkeit, Technologieskalierung und Prozesszeitreduktion weiterentwickelt und den Technologiereifegrad weiter erhöht. Identifiziert wurde ein kabinentaugliches, brandbeständiges Epoxidharz-Prepreg- System, das die Oberflächengüte deutlich verbessert. Parallel erzielt FACC signifikante Fortschritte mit schnellhärtenden Struktur-Prepregs; deren Einsatz ist bereits in einem Kundenprojekt vorgesehen. Ergänzend wurden 2-Komponenten-RTM-Harzsysteme für Strukturbauteile weiterentwickelt, um Zykluszeiten zu verkürzen, robuste Injektions- und Aushärteprozesse sicherzustellen und die Serienfähigkeit vorzubereiten. Das Potenzial wurde im EU-Forschungsprojekt „UP-Wing“ gemeinsam mit AIRBUS, DLR und HEXCEL demonstriert.
Thermoplastische Materialien und Fertigungsprozesse
FACC hat 2025 den eingeschlagenen Entwicklungspfad für faserverstärkte Thermoplaste konsequent fortgeführt und den Technologiereifegrad (TRL) thermoplastischer Fertigungsprozesse sukzessive erhöht. Thermoplastische Bauteile ermöglichen die wirtschaftliche Verbindung von Hochratenfähigkeit, Leichtgewicht und Kreislaufwirtschaft; erste einschlägige Anfragen für Struktur-, Triebwerks- und Kabinenanwendungen belegen die wachsende Marktnähe. In Zusammenarbeit mit O- EMs wurden automatisierte Prozessschritte, darunter thermoplastbasierte Faserablage via Automated Fiber Placement und Pick&Place, vertieft und Prozessfenster validiert. Signifikante Fortschritte gelangen bei der Konsolidierung gewichtsoptimierter Laminatstrukturen (Tailored Blanks). Zusammen mit der etablierten Hochtemperatur-Konsolidierund -Umformpresse können zentrale Fertigungsschritte inhouse abgebildet werden, ein weiterer Schritt zu höherem TRL, Prozessstabilität und industrieller Skalierbarkeit.
Kabinenmaterialien auf Basis Thermoplastischer- und duroplastischer Faserverbundwerkstoffe.
Im Geschäftsjahr 2025 treibt FACC Innovationen entlang der Werkstoff- und Prozesskette voran. Im Fokus stehen thermoplastische Sandwichmaterialien, deren homogener Aufbau innovative Recyclingkonzepte und geschlossene Stoffkreisläufe ermöglicht. Neue Auslegungs- und Fertigungsstrategien heben die Produktionseffizienz, verkürzen Taktzeiten und verbessern die Umweltbilanz. Parallel erweitert FACC das Portfolio an Epoxidharzen zur Anwendung in der Kabine und setzen konsequent auf REACH-konforme Materialsysteme, um regulatorische Zukunftssicherheit mit erstklassiger Performance zu verbinden. Design-to-Cost, datenbasierte Materialauswahl und prozessintegrierte Qualitätsmethoden senken die Kosten ohne Kompromisse bei Funktionalität und Sicherheit. So stärkt FACC seine Technologieführerschaft im nachhaltigen Leichtbau und übersetzt Innovation gezielt in industrielle Wertschöpfung. Um die angestrebte CO2-Reduktion bewerten zu können, beschäftigt sich FACC des Weiteren mit der Erfassung von Daten für das anschließende Life-Cycle Assessment (LCA).
Leistbarer Leichtbau als Schlüsseltechnologie
Im Geschäftsjahr 2025 fokussiert die FACC-Forschung, Innovation und Technologie konsequent auf leistbaren Leichtbau. Als Schlüsseltechnologie ermöglicht er die Gewinnung neuer Kundenaufträge durch wettbewerbsfähige Kosten und kurze Industrialisierungszeiten. Schwerpunkte sind Design-to-Cost/-Sustainability, materialeffiziente Konstruktionen und ressourcenschonende Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Durch gezielte Materialeinsparung und die Nutzung hochperformanter Werkstoffe werden Gewicht, Kosten und Umweltwirkungen reduziert, ohne Leistungsanforderungen zu kompromittieren. Digitale Entwicklungsmethoden und effiziente Fertigung steigern
Geschwindigkeit und Qualität von Konzept bis Serie. Strategische Kooperationen mit Kunden und Forschungspartnern sichern Transfer in marktreife Lösungen und stärken FACC als Innovationspartner für nachhaltigen, kosteneffizienten Leichtbau.
Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundfertigung
Die F&E Aktivitäten fokussieren stark auf Automatisierung und Digitalisierung der Faserverbundproduktion zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Automated Fiber Placement (AFP) Prozess wird für die Fertigung komplexer Strukturbauteile benötigt und 2026 industriell skaliert, um reproduzierbare Qualität, kurze Durchlaufzeiten und effiziente Materialnutzung zu erreichen. Für kleinere Komponenten etabliert FACC Pick&Place-Lösungen mit kamerageführter Teilehandhabung zur sicheren, stabilen Serienfertigung. Die Digitalisierung der Aushärtegradmessung ermöglicht Inline-Qualitätsüberwachung, rückverfolgbare Prozessdaten und frühzeitige Fehlererkennung. Durch die Vernetzung der Daten mit weiteren Fertigungsparametern werden Stabilität, Effizienz und First-Time-Right-Quoten in der Herstellung von Faserverbundbauteilen weiter gesteigert. Diese Initiativen stärken Skalierbarkeit, Prozesssicherheit und Kostenführerschaft im Leichtbau und unterstützen eine wettbewerbsfähige Produktion.
10. MITARBEITER
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug der Mitarbeiterstand des FACC-Konzerns 3.907 Vollzeitäquivalente (FTE) (Vorjahr: 3.850 FTE). In Österreich waren zum 31. Dezember 2025 3.074 FTE beschäftigt (Vorjahr: 3.059 FTE). Dies entspricht rund 78,7Prozent der gesamten Belegschaft des Konzerns (Vorjahr: 79,5 Prozent).
| Arbeiter | Angestellte | Gesamt | |
|---|---|---|---|
| Central Services | 323 | 483 | 806 |
| Aerostructures | 766 766 | 183 183 | 949 |
| Engines & Nacelles | 341 | 112 | 453 |
| Cabin Interiors | 602 | 150 | 752 |
| Tochtergesellschaften | 504 504 | 400 | 904 |
| FACC AG | 0 | 43 | 43 |
| Summe | 2.536 | 1.371 | 3.907 |
auch in ihrer
Die Internationalität von FACC spiegelt sich
Mitarbeiterstruktur wider. An den österreichischen Standorten waren zum Bilanzstichtag Staatsangehörige aus 56 Nationen aller Kontinente beschäftigt. 45 Prozent der Belegschaft besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft, 14 Prozent kamen aus Deutschland. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft lag mit 30 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Der Frauenanteil in der Lehrlingsausbildung von FACC betrug 36 Prozent.
10.1. Motivation und Gesundheit: FACC als Vorreiterin bei Mitar-
beiterzufriedenheit
Eine motivierte und einsatzkräftige Belegschaft ist in Zeiten des allgemeinen Arbeitskräftemangels und generell in herausfordernden Zeiten unerlässlich.
Mitarbeiterbefragung
Im Zeitraum vom 30. September bis 14. Oktober 2025 wurde an allen österreichischen Standorten der FACC eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Ziel der Befragung war es, ein ehrliches und umfassendes Bild darüber zu gewinnen, wie die Mitarbeitende ihre tägliche Arbeit, die Zusammenarbeit im Unternehmen sowie die zentralen Rahmenbedingungen bei FACC wahrnehmen.
Insgesamt wurden 3.330 Mitarbeitende zur Teilnahme eingeladen, wobei eine Rücklaufquote von 38% erreicht wurde. Die Befragung wurde online in sechs Sprachen durchgeführt, um eine möglichst breite Beteiligung zu gewährleisten. Die Ergebnisse der Befragung werden Anfang 2026 vorliegen. Darauf aufbauend werden konkrete Maßnahmen abgeleitet, mit dem Ziel, die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die langfristige Bindung an FACC weiter zu stärken.
LIFE Program
Seit dem Jahr 2023 bietet FACC das Life Program an. Das LIFE Program besteht aus fünf Säulen: Vital LIFE, Career LIFE, Green LIFE, Family LIFE und Social LIFE. Hinter jeder Säule findet sich eine Vielzahl von Benefits zu unterschiedlichen Themen und Aktionen zur Erhaltung und
Förderung von Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit für die Mitarbeiter:
Vital LIFE
Geboten werden vielfältige Aktivitäten zur Gesundheitsförderung sowohl im physischen als auch im psychisch-mentalen Bereich. Mitarbeiter können unter anderem bei Impfaktionen gegen FSME und Grippe teilnehmen, Gesundheitsvorsorge im Rahmen von jährlichen Blutspendeaktionen oder auch jederzeit online abrufbare Fitnessvideos in Anspruch nehmen.
Career LIFE
Career LIFE stellt die Entwicklung von Mitarbeitern in den Mittelpunkt. So bietet etwa das Programm der Expertenkarriere Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Experten abseits der klassischen Managementkarriere. Dadurch werden Experten sichtbar im Unternehmen und erfahren gezielt Anerkennung für ihre Leistungen. In der Projektkarriere wurden zusätzlich auch Karrierewege im Projektmanagement definiert und transparent.
Green LIFE
Green LIFE stellt das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Neben einer Second Hand Verkaufsplattform haben Mitarbeiter auch die Möglichkeit, Fahrräder oder E-Bikes zu leasen und so von steuerlichen Vorteilen zu profitieren:
Seit Juni 2022 bietet FACC ihrer Belegschaft an, ein Fahrrad oder E-Bike zu leasen. FACC will mit der Aktion „Jobrad“ mehr nachhaltige Bewegung in den Berufsalltag bringen. Die Mitarbeiter können dazu beim Fahrradhändler ein Rad ihrer Wahl aussuchen und zwischen mehreren Leasing- und Versicherungsvarianten wählen. Der Vorteil liegt darin, dass die Leasingrate bei Abzug durch FACC im Rahmen der Personalverrechnung steuermindernd abgerechnet wird.
FACC setzt nicht nur in der Luftfahrt auf nachhaltige Technologien und Mobilitätskonzepte, sondern auch beim alltäglichen Berufsverkehr. So wurde in Kooperation mit dem OÖV eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Firmenstandortes in St. Martin errichtet und die Abfahrzeiten mit den Schichtzeiten koordiniert, sodass Mitarbeitern die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg zur und von der Arbeit ermöglicht wird.
Family LIFE
In puncto Flexibilität möchte FACC gerade auch den berufstätigen Mitarbeitern den Spagat zwischen Job und Familie erleichtern. Es gibt sowohl unterjährig als auch während der Sommerferien gestützte Kinderbetreuungsplätze in den FACC Kids Clubs. Neben St. Martin i. I. besteht auch ein Kids Club in Ried i. I., um noch mehr gute Betreuungsplätze für die Kinder von Crew-Mitgliedern bereithalten zu können. Darüber hinaus beweist FACC größtmögliche Flexibilität, um persönliche und berufliche Bedürfnisse bestmöglich zu vereinbaren, dazu gehören unter anderem die Elternteilzeit und der Papamonat sowie flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, etc.
Immer wichtiger werden in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle. Auch hier hat FACC sehr früh erkannt, dass hochflexible Modelle attraktiv für die Belegschaft und potenzielle neue Crew-Mitglieder sind. Deshalb bietet FACC neben einer Gleitzeitregelung für Angestellte und neben der Möglichkeit zur
Einarbeitung von Fenstertagen bis zu zehn Gleittage oder sogar bis zu 15 Gleit-Freitage an. Zudem gilt bei FACC eine besonders flexible Home-Office-Regelung: Arbeiten zuhause liegt allein in der Absprache zwischen Mitarbeiter und Führungskraft und unterliegt sonst, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, keiner Limitation. Im Geschäftsjahr 2025 verbrachten FACC-Mitarbeiter 33.774 Tage im Home Office. Darüber hinaus ermöglicht FACC eine Vielzahl an Teilzeitarbeitsmodellen, die besonders von Personen mit Kinderbetreuungsaufgaben oder zur beruflichen Weiterentwicklung genutzt werden.
Aufgrund des bisherigen Engagements und gleichzeitig als Weichenstellung für die Zukunft hat FACC im Herbst 2024 den Zertifizierungsprozess zur Erlangung des staatlichen Gütezeichens „berufundfamilie“ durchlaufen. Unter Miteinbeziehung von Vertretern der Belegschaft sowie der Führungskräfte wurden die bestehenden Maßnahmen beleuchtet sowie Schwerpunkte für die Zukunft definiert. Im Dezember 2024 wurde seitens des Audit-Kuratoriums das Grundzertifikat „berufundfamilie“ erteilt, welches bis 4. Dezember 2027 gültig ist.
Social LIFE
Um zu den Besten zu gehören, braucht es Engagement, Teamspirit und Innovationsgeist. FACC will mit ihren Mitarbeitern nicht nur Erfolge erreichen, sondern diese auch gemeinsam feiern. So gibt es neben dem Team-Award Leonardo, der jährlich die besonderen Teamleistungen auszeichnet, diverse Mitarbeiter-Events wie z B. eine Weihnachtsfeier, sowie Pausenbereiche und Kantinen.
10.2. Personalentwicklung und -förderung
Academy
Konstante Investitionen in die Ausbildung der gesamten Belegschaft sind ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg von FACC. Nach dem Motto „Lebenslanges Lernen“ bietet sie zu diesem Zweck umfassende berufsbegleitende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Drehscheibe dafür ist die FACC Academy, die im Geschäftsjahr 2025 in Summe 746 interne Trainings organisierte, an denen 8.126 Beschäftigte teilnahmen. Darüber hinaus fanden über 50 externe FACC- Trainings statt, in denen mehr als 550 Mitarbeiter geschult wurden. Mit über 30 durchgeführten Sprachtrainings fördert FACC gezielt die Integration der internationalen Mitarbeitenden.
Um mit den zeitlichen Ressourcen ihrer Belegschaft verantwortungsvoll umzugehen, bietet FACC ausgewählte Schulungen schon seit längerem via E-Learning an. E-Learning-Inhalte werden auch durch interne Entwickler erstellt, um das Spektrum gezielt auf die Belegschaft und das Unternehmen zuzuschneiden. Neben den bereits bestehenden E-Learnings wurde auch 2025 das Angebot weiter ausgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr, konnten die online Lernstunden verdoppelt werden. Die Lerneinheiten können direkt am Arbeitsplatz über das SAP-System von FACC absolviert werden.
Damit sichergestellt ist, dass die Belegschaft sämtliche Anforderungen für ihren Job erfüllt, hat FACC darüber hinaus ihre Trainingsmatrix sowohl für die österreichischen als auch für die internationalen Standorte in kontinuierlicher Überarbeitung. Der sogenannte „LSO-Lerner“/ „Manager Self Service“ in SAP bietet jeder Führungskraft und jedem Crew-Mitglied zu jedem Zeitpunkt einen Überblick, welche Qualifikationen für die Ausübung der jeweiligen Tätigkeit bereits vorliegen oder noch erworben werden müssen. Interne Trainings können direkt gebucht, zusätzlicher Schulungsbedarf kann jederzeit bei der FACC
Academy gemeldet werden. Die laufende Erweiterung des Trainingsangebots umfasst unter anderem neue spezifische Ausbildungen für Vorgesetzte im Arbeiterbereich, Führungskräfte oder im Projektmanagement tätige Angestellte.
Auch die Lernatmosphäre wurde in der neuen FACC Academy adaptiert, ausgebaut und kontinuierlich verbessert und angepasst. Vier Schulungsräume mit modernster Präsentationstechnik, ein helles Atrium und eine Videowall für Events sorgen für den perfekten Lernbetrieb. Ein hervorragend ausgebildetes Trainerteam bringt neue und bestehende Crew-Mitglieder auf die höchste Know-how Stufe. Neu eintretende Kollegen starten mit dem Onboarding direkt in der Academy und werden je nach Ausbildungszweig bis zu zwei Wochen durchgehend unterrichtet.
Entwicklungspfade
Für die persönliche und berufliche Entwicklung der Mitarbeiter ebenso wie für den Erfolg des Unternehmens ist es wichtig, dass Know-how und Talente der Crew möglichst gut eingebracht und angewendet werden können. Die unterschiedlichen Qualifikationen und Stärken der Mitarbeiter werden in drei Entwicklungswegen gebündelt:
Management-Laufbahn:
Hier kommt es vor allem auf die Führungsqualitäten, das proaktive strategische Denken, die Breite des Handlungsspielraums und den Impact auf den betriebswirtschaftlichen Erfolg an.
Experten-Laufbahn:
Ein hohes Maß an Expertise, Fachwissen, Erfahrung, Eigenständigkeit und Verantwortung im jeweiligen Fachgebiet zeichnet Mitarbeiter in diesem Bereich aus.
Projekt-Laufbahn:
Die Bedeutung und Größe des Projekts sowie die Rolle, die man im Projekt einnimmt, stehen hier genauso im Vordergrund wie Organisationstalent und Flexibilität.
Die Umsetzung der Entwicklungspfade und die entsprechende Zuordnung der Angestellten in die jeweiligen Stufen wurde Mitte 2022 gestartet. Aufgrund der jährlich stattfindenden Review-Gespräche ist dies ein fortlaufender Prozess.
Employer Branding
Der Fokus im Bereich Employer Branding lag 2025 neben dem konstanten Ausbau der Arbeitgeber-Marke vor allem auf der Ansprache und dem Recruiting von Arbeitskräften im Produktionsbereich. Dabei wurden verschiedene Recruitingplattformen zum Einsatz gebracht und die Zusammenarbeit mit externen Partnern forciert.
Die zahlreichen Kooperationen mit Behörden, Stiftungen, Schulen oder forschungsnahen Institutionen wurden fortgeführt, sodass FACC rasch die richtigen Personen und das richtige Know-how mit an Bord holen kann.
Im Bereich Social Media wurden mit Erfolg die gängigsten unterschiedlichen Plattformen mit verschiedene Video-Kampagnen bespielt. Zusätzlich wird im Social Media-Recruiting auch auf KI-Tools gesetzt, die das Targeting noch präziser umsetzen.
Neue Recruiting Software
Weiters wurde eine neue Recruiting Software eingeführt und erfolgreich etabliert. Diese hat einen positiven Effekt sowohl auf die Employee Journey als auch auf die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen, die erheblich erleichtert wurde.
Das Onboarding-Programm wird laufend adaptiert. U.a. wurde eine Onboarding Journey über die interne Kommunikationsplattform Space App eingeführt, mit dem Ziel den Einstieg ins Unternehmen zur erleichtern und die Integration zu fördern.
Teamgeist
Im vergangenen Jahr wurden außerdem zahlreiche Initiativen gesetzt, um den internen Zusammenhalt zu fördern. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Maßnahmen, die Teamgeist, kulturellen Austausch und persönliche Vernetzung unterstützen.
Als wichtige interne Veranstaltungen sind die jährliche Weihnachtsfeier und die Jubilarfeier hervorzuheben. 2025 wurden rund 270 Mitarbeiter für insgesamt 4.565 Jahre Erfahrung geehrt und gefeiert. Mit mehr als 1.300 Anmeldungen war auch die diesjährige Weihnachtsfeier wieder ein voller Erfolg. Ein Fixpunkt im Rahmenprogramm der Weihnachtsfeier ist der begehrte Leonardo-Team-Award, der bereits zum 10. Mal verliehen wurde. Anlässlich dieses Jubiläums gab es einige Neuerungen. Eine davon wurde direkt auf der Weihnachtsfeier umgesetzt. Zum ersten Mal konnten auch die Mitarbeiter im Zuge eines Live-Votings ihren Leonardo Crew-Favorit wählen.
Ein zentrales Element waren die vielfältigen Sportevents, über die via SpaceApp informiert wurde und zu deren Teilnahme die Mitarbeiter motiviert wurden. Ob gemeinsame Läufe oder andere sportliche Freizeitaktivitäten – diese Formate tragen maßgeblich dazu bei, den Teamspirit zu stärken, bereichsübergreifende Kontakte zu fördern und ein aktives, gesundheitsbewusstes Arbeitsumfeld zu schaffen.
Mit diesen Maßnahmen werden klare Akzente für ein wertschätzendes, inklusives und gemeinschaftlich geprägtes Arbeitsumfeld gesetzt, das die Unternehmenskultur nachhaltig stärkt.
Young Talents
Für Kinder und Jugendliche bis 13 Jahre wird zwei Mal im Jahr in Kooperation mit der Industriellenvereinigung ein „Kindertag der Industrie“ angeboten, bei dem schon die Kleinsten in die Welt der Luftfahrt, Leichtbau und MINT-Berufe eingeführt werden.
Auch das Masterprogramm für Studierende kam wieder bewährt zum Einsatz. Es bietet Masterstudenten sehr flexible Arbeitszeiten und somit die Möglichkeit, Praxiserfahrung in der Luft- und Raumfahrt zu erlangen und eine enge Verbindung mit FACC aufzubauen.
Vor allem die Zusammenarbeit mit Schulen war eines der vorrangigen Employer Branding Ziele im letzten Jahr. Weiterhin werden die 3 Patenklassen gut betreut und es werden Projekte, Diplomarbeiten und Feri-
alpraktika vergeben. Weiters werden verschiedene Workshops für Schüler, wie z.B. Bewerbungstrainings, SAP Training, etc. angeboten, die den Karriereeinstieg erleichtern sollen.
Im Rahmen von Exkursionen diverser Bildungseinrichtungen (Schulen, Unis, FHs, etc.) hatten wir die Gelegenheit rund 500 Besucher bei uns zu begrüßen und einen Einblick in das Unternehmen zu bieten.
Das Projekt FACC HELD Drohne geht in die Abschlussphase. Im Rahmen dieses Projektes wurden Schüler der HTL Ried, HTL Andorf, HTL Braunau und HTL Vöcklabruck eingeladen, eine Paketdrohne zu entwickeln und zu produzieren. Die Schüler arbeiten in einem gemeinsamen schulübergreifenden Team zusammen, wobei jede Schule einen fachlichen Schwerpunkt übernimmt. Das Projekt beinhaltet zwei Praktika sowie die Möglichkeit einer Diplomarbeit. Im Herbst hat der Testflug der Drohne erfolgreich stattgefunden. Das HELD Drohnen Projekt ist für FACC eine gute Möglichkeit, die Bekanntheit in den Schulen zu festigen.
10.3. Global Family
Als internationales Unternehmen, mit einer Belegschaft aus 56 Ländern, legt FACC besonderen Wert auf gelebte Interkulturalität. Um die gute Zusammenarbeit zu gewährleisten, absolviert ein großer Teil von ihnen Sprachtrainings sowie Trainings rund um das Thema Interkulturalität.
International Cafés
Mehrmals jährlich bietet dieses Format einen offenen, informellen Rahmen, um über kulturelle Besonderheiten in Österreich, alltagsrelevante Themen sowie Fragen rund um das Ankommen und Arbeiten im neuen Umfeld zu sprechen. Das International Café unterstützt nicht nur die soziale Integration, sondern schafft auch Raum für Austausch, Verständnis und interkulturelle Vernetzung.
Zudem werden individuelle und maßgeschneiderte Informationen und Lösungen für alle Aspekte des täglichen Lebens durch eine Kooperation mit dem Verein „Initiative Lebensraum Innviertel" bereitgestellt. Der Themenschwerpunkt jeder Veranstaltung richtet sich nach den Bedürfnissen und Wünschen der internationalen Belegschaft.
10.4. Interne Nachwuchsvorsorge
Hohen Stellenwert genießt bei FACC auch die Lehrlingsausbildung. So standen mit Ende des Geschäftsjahres 2025 in Summe 51 Lehrlinge in zehn verschiedenen Berufsbildern bei FACC in Ausbildung. Als sichtbares Zeichen für die Qualität seiner Lehrlingsausbildung trägt das Unternehmen das Gütesiegel „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“, welches vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verliehen wurde.
Jungen engagierten Aspiranten bietet FACC hoch spezialisierte Ausbildungen in Konstruktion, Metalltechnik mit Hauptmodul Zerspanungstechnik, Kunststoffverfahrenstechnik, Faserverbundtechnik, Kunststofftechnik, Prozesstechnik, IT-Systemtechnik, Applikationsentwicklung – Coding, Einkauf und Betriebslogistik. Schon während ihrer Ausbildungszeit stehen den Lehrlingen im Unternehmen die neuesten Technologien und Anlagen zur Verfügung. Damit erhalten sie bei FACC die Möglichkeit, sich mit Innovationsgeist und Engagement zu Experten der Zukunft zu entwickeln.
Mit dem „FACC Future Team“ setzt FACC langfristig auf Nachwuchs. Um in diesem umkämpften Markt zu bestehen, sind die bewährten
Anreize für Lehrlinge u. a. sieben Wochen Urlaub, Gratismittagessen, Prämien für erfolgreiche Berufsschulabschlüsse, u. v. m.
10.5. FACC-Stipendium
Im Geschäftsjahr 2019 wurde im Studienzweig „Leichtbau- und Composite-Werkstoffe“ an der FH-Wels erstmals ein FACC-Stipendium vergeben. Für 2025 konnten wieder zwei neue Studierende für diesen Studiengang gewonnen werden. Die Studierenden werden mit monatlichen finanziellen Zuwendungen unterstützt. Darüber hinaus übernimmt FACC die Studiengebühren, bietet Praktika in ihren eigenen Werken, die Betreuung durch kompetente Mitarbeiter von FACC sowie die Teilnahme an Trainings und zahlreiche weitere Benefits an. In Summe bietet FACC nun sechs Studenten des Leichtbau- und Composite Lehrgangs der FH-Wels ein Stipendium an.
10.6. Diversity
Die Bedeutung von Diversität und Internationalität als Erfolgsfaktoren in Unternehmen ist unbestreitbar. Die Vielfalt von über 50 Nationen bringt eine Fülle von unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen mit sich, welcher sich FACC bewusst ist.
Ein Fokus auf die Aspekte des lebensphasengerechten Arbeitens ermöglicht nicht nur Vielfalt in der Belegschaft, sondern eröffnet gleichzeitig Chancen für Wachstum in Zeiten des Fachkräftemangels. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle bei FACC vervielfacht: Im Vordergrund stehen Flexibilität für die Beschäftigten sowie neue Ansätze, die es auch Teilzeitbeschäftigten ermöglichen, Führungspositionen zu übernehmen. Neben Gleitzeit und Home Office wird beispielsweise Eltern angeboten, ihre Arbeitszeiten aufeinander abzustimmen. Mit sogenannten gegengleichen Schichten besteht diese Möglichkeit nun auch für Produktionsmitarbeiter.
Jobsharing
Beim Jobsharing werden z. B. Quer- bzw. Umsteigern, Karenzrückkehrern oder Personen in Weiterbildung hochflexible Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung angeboten. Dabei geht es auch um Ältere, um aus dem Unternehmen Ausscheidende und darum, ihr Wissen und ihre Erfahrung durch innovative Angebote und Arbeitsmodelle in der Organisation zu halten.
Frauenförderung
Das Mentoring Programm richtet sich an Schülerinnen der 4. HTL- Klassen. FACC ist in bewährter Weise bei diesem Programm vertreten und bietet aktuell zwei Schülerinnen der HTL Andorf einen FACC-internen Mentor, der den jungen Frauen als Sparringpartner zur Verfügung steht. Weiters bietet FACC den Teilnehmerinnen ein Praktikum im Sommer sowie die Möglichkeit einer Diplomarbeit.
FACC Wings for Women
Im September 2023 gelang der großartige Start des FACC Wings for Women-Netzwerkes mit einer Auftaktveranstaltung, an der rund 130 Personen teilgenommen haben. Ziel des Netzwerkes ist die Förderung der Chancengleichheit, Female Empowerment und Frauen für Führungspositionen zu begeistern. Im Rahmen des Netzwerkes werden pro Jahr mehrere Veranstaltungen angeboten, bei denen durch Impulse von Experten, Workshops und Networking-Möglichkeiten gezielte Inputs
zur beruflichen Förderung von Frauen erfolgen. So wurden seit der Gründung 2024 neben Veranstaltungen bei FACC vor Ort mit Workshops und KeyNotes auch Kooperationen in der Umgebung genutzt, um die Teilnahme an Veranstaltungen zu interessanten Themen (z. B. Finanzthemen speziell für Frauen) zu ermöglichen.
Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Entwicklung einer vielfältigen und inklusiven Unternehmenskultur bei, sondern stärken nachhaltig die Innovationskraft, die Positionierung des Unternehmens als attraktive Arbeitgeberin für sowohl Bewerber als auch für die bestehenden Mitarbeiter und letztlich den Erfolg auf globaler Ebene. Als besondere Auszeichnung erhielt FACC Wings for Women dafür den Preis des Landes Oberösterreich „Starke Frauen. Starkes Land“.
Mit der Wingman-Kampagne wurde bewusst auf die Einbindung der Führungskräfte zur Potentialidentifikation und -förderung gesetzt. Unternehmensintern wurden männliche Role Models gewonnen, um das Thema Chancengleichheit und Potentialförderung voranzutreiben. Die Einführung von sogenannten Wingman spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung von Gleichstellung im Unternehmen, da sie als wertvolle Multiplikatoren und Mentoren fungieren.
11. BERICHT ÜBER DIE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die FACC Operations GmbH betreibt keine Zweigniederlassungen.
12. AUSBLICK
Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Luftfahrt
Die Luftfahrtbranche setzte 2025 ihren Wachstumskurs fort. Weltweit reisten laut IATA rund 5,2 Milliarden Passagiere, was einem neuen Allzeithoch entspricht. Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung stieg leicht auf rund 84 Prozent, während die verkehrsbezogenen Personenkilometer (RPK) im Vergleich zu 2024 um 5,8 Prozent zunahmen. Besonders stark wuchs erneut der Verkehr in der Asien-Pazifik-Region, angetrieben durch den Ausbau internationaler Strecken. Bis zum Jahr 2044 benötigt der Markt gemäß aktuellen Analysen der OEMs rund 43.420 neue und effiziente Flugzeuge.
Branchenausblick 2026 – Raten steigen weiter, Verfügbarkeit von
Triebwerken steuert Flugzeugbauraten
Für das Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass die Luftfahrt-branche ihren Wachstumskurs fortsetzt. Das anhaltende Nachfragewachstum in der gesamten Branche geht mit einem weiterhin dynamischen Umfeld einher. Die Lieferketten im Bereich Luftfahrt bleiben trotz der jüngsten Entspannung bei einigen Komponenten bis mindestens 2027 unter Druck. Engpässe gibt es aktuell insbesondere bei den Triebwerksherstellern.
Alle Kunden der FACC kommunizieren ein weiters Ansteigen der Be-
darfe im Jahr 2026.
12.1. FACC-Konzern
Wesentliche Projekte im Geschäftsjahr 2026
Das Langfrist-Orderbuch ist mit über 6 Milliarden USD auf einem historischen Höchststand und sichert eine hohe Auslastung für die kommenden Jahre. Dies ist ein starkes Fundament für die nächsten Jahre, mit dem die FACC das zukünftige Wachstum gut planen kann.
Zwar stellen die eingeschränkte Verfügbarkeit kritischer Flugzeugsysteme – insbesondere von Triebwerken – weiterhin zentrale Themen für die zivile Luftfahrtindustrie dar, die FACC-Einschätzungen für das Geschäftsjahr 2026 berücksichtige diese Effekte, die Umsatzplanung basiert auf konservativen Annahmen. Das FACC-Management beobachtet die Entwicklungen bei OEM-Bedarfen und der globalen Supply Chain genau und kann bei Bedarf frühzeitig und flexibel reagieren. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von hoher Dynamik geprägt. Die hohen Standortkosten in Europa, insbesondere in Österreich, führten zu spürbaren Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch die FACC blieb von diesen inflationären Effekten nicht unberührt. Durch vorausschauendes Kostenmanagement, laufende Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie eine konsequente Steuerung unserer Beschaffungs- und Preisstrategie konnten die Auswirkungen abgefedert werden.
Positive Effekte des Effizienzprogramms CORE
Der Vorstand hat im 4. Quartal 2024 ein Effizienzsteigerungsprogramm beschlossen. Dieses Programm umfasst fünf Teilprojekte, die
gemeinsam bis zum Ende des Jahres 2026 zu einer deutlichen Verbesserung der operativen Profitabilität (EBIT) sowie des operativen Cashflows führen sollen. Die fünf Teilprojekte sind:
• Effizienzsteigerung in der Produktion durch Nutzung der Lernkurveneffekte und die damit verbundenen Produktivitätserhöhungen, Prozessverbesserungen, Steigerung der Auslastung in Kroatien und der weiteren Stabilisierung der Supply Chain. • Anpassungen der Verkaufspreise zur teilweisen Kompensation von Inflationskosten. • Preissenkungen bei Lieferanten durch Neuvergabe von Verträgen, Nachverhandlungen bestehender Verträge, Verlagerung von Supply Chains in wettbewerbsfähige Regionen sowie Fortführung der C.O.M.P.E.T.E-Initiativen aus den Vorjahren. • Reduktion allgemeiner Sach- und Fixkosten durch Implementierung eines klassischen Sparprogramms.
• Nachhaltige Reduktion der Lagerbestände durch Prozessverbesserungen im Verlauf der gesamten Wertschöpfungskette mit Unterstützung eines externen Beratungshauses.
• Alle angesprochenen Kategorien tragen bereits zur Ergebnisverbesserung im Jahr 2025 bei. Größere Herausforderungen bestehen insbesondere noch im Bereich der Materialkosten. Hier arbeitet das Management intensiv an einer Restrukturierung der internationalen Supply-Chain, um auch hier die gesetzten Ziele erreichen zu können. Die Wirksamkeit des CORE Programms wird auch dadurch unterstrichen, dass erstmals seit mehreren Jahren alle drei Divisionen positive operative Ergebnisse (EBIT) erwirtschaftet haben.
CORE wird FACC auch das Geschäftsjahr 2026 begleiten und bestimmen. Die übergeordnete Zielsetzung der FACC ist auch für das Jahr 2026 eine weitere nachhaltige Steigerung der operativen Profitabilität in allen Divisionen sowie des Free Cashflows, um das Finanzprofil des Konzerns weiter zu verbessern.
Das FACC-Management rechnet weiterhin mit einem Umsatzanstieg in sämtlichen Geschäftssegmenten. Die anhaltend hohe weltweite Nachfrage nach neuen Flugzeugen bleibt unverändert zu den Vorjahren führt jedoch dazu, dass sowohl die OEMs als auch die nachgelagerten Tier-1-Zulieferer weiterhin mit der Stabilisierung der Lieferkettensituation beschäftigt sind. Zwar hat sich diese im Vergleich zu den letzten Jahren verbessert, das FACC Management geht jedoch auch für 2026 noch einer hohen Dynamik in der Lieferkette aus. Zusätzlich verstärken geopolitische Spannungen die allgemeine Unsicherheit. FACC begegnet dieser komplexen Lage mit agilen Organisations- und Planungsmodellen, um die Lieferfähigkeit gegenüber den Kunden jederzeit sicherzustellen, unter anderem durch eine verstärkte Local-for-Local-Produktion.
Als weiterhin stark wachsender Geschäftsbereich wird der Advanced Air Mobility-Bereich (AAM/Drohnen-Geschäft) angesehen. Insgesamt arbeitet FACC weiterhin mit vier Unternehmen an AAM-Projekten, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden.
Der Luftfahrtmarkt wächst somit und FACC wächst mit. In den nächsten fünf Jahren plant FACC:
• Ca. 300 Mio. Euro Investitionen in Standorte, Technologien und Projekte • rund 1.500 neue Arbeitsplätze weltweit
Diese Investitionen müssen getätigt werden, um den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern. Es wird in die Erforschung und der Entwicklung neuer Technologien und Materiatien investiert. FACC stellt so sicher seinen Kunden neue Leichtbausystem für die nächste Flugzeuggeneration anbieten zu können.
Um die Kapazitäten für das bestehende Geschäft und den Ratenhochlauf sicherzustellen, ist eine Erweiterung der Produktionsstandorte erforderlich. Im Geschäftsjahr 2026 wird ein Werkserweiterungsprojekt im Bereich Aerostructures in Osterreich gestartet, um auch die bereits bestehenden Fertigungswerke, Maschinen und Testkapazitäten bestmöglich nutzen zu können. Insgesamt wird diese Investition mehr als 100 Millionen Euro betragen und sich über die Jahre 2026 bis 2029 verteilen.
Für das Geschättsjahr 2026 erwartet das Management der FACC auf Basis der allgemeinen Prognosen sowie der derzeit verfügbaren Kundenprognosen ein weiteres Umsatzwachstum im Bereich von 5 bis 15 Prozent. FACC beobachtet die Entwicktungen in der Supply-Chain genau, um etwaige negative Anderungen der Kundenabrufe frühzeitig antizipieren zu können. Das operative Ergebnis soll sich durch zu erwartende Skaleneffekte sowie durch Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm CORE weiter verbessern. Diese Prognose gilt unter der Voraussetzung, dass sich die gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen im Jahr 2026 nicht weiter verschlechtern und die von den FACC-Kunden übermittelten Planungsdaten nicht geändert werden.
Ried im Innkreis, am 9. März 2026
Robert Machtlinger
Vorsitzender des Vorstands
Florian Heindl
Mitglied des Vorstands
Tongy
Xu
Mitglied des Vorstands