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Lagebericht 2025

Hartjes Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 21. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

FUSSEIS WP-und Stauerberatungsges.m b.H.

Bericht über den Geschäftsverlauf

Die Firma Hartjes

Die Firma Hartjes ist Produzent von sportlichen Bequemschuhen. Das Sortiment umfasst neben den bestehenden Standardmodellen wie Halbschuhen, Stiefletten und Stiefeln auch Berufsschuhe und sportliche Walkingschuhe. Produziert wird am Firmenstandort in Pramet sowie bei einer Tochtergesellschaft in Ungarn. Seit 2005 befasst man sich in einer eigenen Tochtergesellschaft auch mit der Fußbetterzeugung.

Hauptabsatzmärkte sind aus historischer Entwicklung neben Osterreich noch Deutschland, die Schweiz und die Benelux-Staaten. Seit einigen Jahren werden aber auch die Märkte in anderen Ländern intensiver bearbeitet, neben einigen nordischen Staaten werden auch in Japan und den USA nennenswerte Umsätze erzielt. Der Verkauf erfolgt beinahe ausschließlich über den Schuhfachhandel.

Am Firmenstandort in Pramet wurde im Juli 2013 ein eigener Verkaufsshop eröffnet. Im Juli 2020 wurde ein weiteres Verkaufsgeschäft in Salzburg übernommen. Dadurch ist es auch möglich, kleinere Produktionsserien bzw. Restbestände (Vorjahresmodelle) und Musterpaare zu verkaufen.

Im Sommer 2025 wurde das Sortiment der Unternehmensgruppe um die Marke „VITAL" erweitert. Es handelt sich dabei um ein seit Jahren etablierte Marke im Bereich der Weliness- bzw. Komfortschuhe. Der Erwerb der Markenrechte und des Know-How erfolgte über eine dafür gegründete Tochtergesellschaft, die Vital HSP GmbH. Diese Gesellschaft ist auch für den Vertrieb dieser Schuhe zuständig, während die Hartjes GmbH für die Produktion dieser Schuhe verantwortlich zeichnet.

Umfeld im

Geschäftsjahr 2025

Die wirtschaftliche Situation hat sich – nach zwei schwachen Jahren, in denen einzelne Volkswirtschaften sogar eine Rezession zu verzeichnen hatten – im Jahr 2025 wieder etwas erholt. Maßgeblich hierfür war, dass die durch Nachfrageüberhänge ausgelöste Inflation wieder eingebremst werden konnte. Viele der geopolitischen Konflikte haben sich auch im Jahr 2025 unvermindert fortgesetzt, durch den Amtsantritt eines neuen Präsidenten in den USA, der das hohe Handelsbilanzdefizit seines Landes durch die Verhängung von Impurtzöllen bekämpfen möclite, kelite zusätzliche Unsicherheit auf den internationalen Märkten ein.

Hinzu kommt, dass es in Europa nach wie vor sehr viele ungelöste strukturelle Probleme gibt, die durch die neuen Störungen im transatlantischen Verhältnis

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Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
zu den USA verstärkt zu Tage treten.
Osterreichs Wirtschaftsleistung ist im Jahr 2025 – erstmals seit zwei Jahren –
(voraussichtlich) wieder leicht gestiegen (nach vorläufigen Angaben der
Statistik Austria um rund 0,6%). Für das Jahr 2026 wurde zunächst mit einer
weiteren Steigerung (um 1,2%) gerechnet. Die Arbeitslosenquote ist im Jahr
2025 weiter auf 7,4% gestiegen (Vorjahr 7,0%), auch die Inflation hat sich
wieder leicht negativ entwickelt (auf 3,5%, nach zuvor rund 3%).
Auch im benachbarten Deutschland ergab sich für 2025 ein leichter Zuwachs
beim BIP ab (+ 0,2% nach zuvor zwei Jahren mit Rückgängen). Hier wurden
durch das Investitionsprogramm der Regierung auch für die nächste Zeit
zusätzliche Impulse erwartet. Die meisten anderen Länder der EU waren
bereits in den Vorjahren vergleichsweise besser durch die Krise gekommen.
Hier beträgt das Wachstum im Jahr 2025 rund 1,4% (Eurozone) bzw. 1,6% (EU
27).
Ursprünglich war für 2026 – wie schon angeführt - eine Fortsetzung des
Wachstumstrends prognostiziert, für Osterreich wurde mit einem Plus von
1,2% gerechnet, damit hätte man über jener der Eurozone (+ 1,0%) und jener
Deutschlands (+ 0,8%) gelegen. Insbesondere durch den Ende Februar 2026
begonnenen Angriff von Israel und den USA auf den Iran, über dessen Ende
nach wie vor keine Aussagen getroffen werden können, wurden diese positiven
Aussichten zuletzt vermehrt verworfen.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Unternehmensentwicklung
im Geschäftsjahr 2025
Entsprechend der allgemeinen Wirtschaftslage stagnierte auch der Absatz im
Schuhhandel in Österreich und Deutschland. Neben der Konsumzurückhaltung
stelltengestiegene Lohnkosten, erhöhteEnergie- undMietkosten,
bürokratische Auflagen und der Wettbewerbsdruck durch Billigimporte aus
Asien die größten Herausforderungen für Produzenten und Händler dar.
Entgegen dem allgemeinen Branchentrend entwickelte sich der Absatz der bei
Hartjes im Jahr 2025 sehr positiv. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die
Absatzmenge um rund 15% gesteigert werden. Dies ist nur in geringem Maße
auf die neue Marke „VITAL" zurückzuführen, vielmehr ist es auch eine Folge
der konsequent umgesetzten Strategie der Erzeugung hochwertiger und
nachhaltiger Produkte, die auch im Design die aktuellen Markttrends
vollständig decken. Die durchschnittlichen Verkaufspreise blieben leicht unter
dem Niveau des Vorjahres, was eine Folge des erhöhten Anteils von offenen
Schuhen am Gesamtabsatz ist.
DievariablenKostenderHerstellung(Materialundbezogene

Herstellungsleistungen) sowie des Vertriebs sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, hingegen ist der Personalkostenanteil gesunken.

Kennzahlen zur Finanz- und Ertragslage

Betriebsleistung Der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 12,8 % gesteigert werden, bereinigt um Bestandsveränderung ist die Betriebsleistung um 12,6 gestiegen. %

Die Absatzmenge ist gegenüber dem Vorjahr um rund 49.300 Paar auf rund 369.000 Paar gestiegen (+ 15,4 %).

Ertrag Die durchschnittlichen Verkaufspreise konnten im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des höheren Anteils offener Schuhe (insbesondere Pantoletten) nicht erhöht werden. Dies führte auch dazu, dass der relative Rohertrag im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Finanzkennzahlen Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 belaufen sich auf EUR 5.111.100, das sind rund 35,5 % der Bilanzsumme.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Risiken des Unternehmens
Schuhproduzenten sind sowohl von der allgemeinen Konsumbereitschaft als Marktrisiko allgemein
auch von modischen Entwicklungen abhängig. Aktuelle Entwicklungen wie die
hohe Inflation können negative Auswirkungen auf die Konsumbereitschaft
haben.
Spezifische Marktrisiken Abnehmer der Produkte von Hartjes sind Schuhfach- und Orthopädiegeschäfte.
Ein aktuell noch geringer Teil wird mit größeren Einzelhandelsketten
abgewickelt, deren Entwicklung aber in Zukunft einen maßgeblichen Einfluss
auf die Absatzsituation der Firma Hartjes haben wird. Kleinere Fachgeschäfte
leiden unter der Marktkonzentration und Nachfolgeproblemen.
Preis- und Kostenänderungen im Beschaffungsbereich können nur verzögert an Preisänderungen
Kunden weitergegeben werden. Negativen Preis- und Kostenentwicklungen
muss kurzfristig durch Effizienzsteigerungen entgegengetreten werden.
Der überwiegende Teil der Fremdmittel steht dem Unternehmen längerfristig Finanzielle Risiken
zur Verfügung. Die Bankkredite werden variabel verzinst, es besteht daher das
Risiko von Zinserhöhungen. Auf den Einsatz derivativer Finanzinstrumente zur
Absicherung von Kursrisiken wurde daher verzichtet.
Mit den finanzierenden Bankenwurden ausreichende Kreditrahmen zur
Abdeckung kurzfristiger Liquiditätsschwankungen vereinbart.
Seit 2009 werden Kundenforderungen im Allgemeinen versichert. Zudem Ausfallsrisiko
existierteinfunktionierendesMahnwesen,welchesdie
Ausfallswahrscheinlichkeit hinsichtlich offener Kundenforderungen minimiert.
Geopolitische Konflikte
(Russland/Ukraine bzw.
Iran-Krieg)
Das Unternehmen ist von diesen Konflikten nicht unmittelbar betroffen.

Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten

Der Entwicklungstätigkeit wird seit Jahren ein hoher Stellenwert im Unternehmen eingeräumt. Innovationen im Bequemschuhund Diabetikerschuhbereich bilden die Basis der jüngsten Geschäftserfolge.

Zu diesem Zweck besteht eine Entwicklungsabteilung, die sich systematisch mit neuen Verfahrensmöglichkeiten und Produktinnovationen beschäftigt.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Auch im Jahr 2026 bleibt die Ausgangslage schwierig: einerseits drücken Inflation, Unsicherheit und geopolitische Konflikte auf den Konsum und die Investitionen. Das dämpft das Gesamtwachstum und drückt auch auf Konsumgüterbranchen wie den Schuhhandel.

Durch die neue Marke „Vital“, deren Produktion weitgehend in die Abläufe der Hartjes Gesellschaft m.b.H. integriert wurde, ist eine wesentliche Steigerung der Produktionsmenge zu erwarten – was wiederum zu einer entsprechenden Degression der Fixkosten führen sollte.

Entsprechend geht die Unternehmensplanung von einer weiteren Steigerung von Umsatz und Ergebnis aus. Ob dies erreicht werden kann, hängt sehr stark von der weiteren Entwicklung der geopolitischen Krisen und deren Auswirkungen auf das Konsumklima ab.

In den ersten Monaten des Jahres 2026 konnten die gesetzten Ziele weitgehend erreicht werden.

Pramet, den 21.09.26

Stefan Spreitzer Géschäftsführer Christoph Götzendorfer Geschäftsführer

FUSSEiS WP- und Staterberatungsges.m.b.H.

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