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Bilfinger Industrial Services GmbH, Linz
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Die Bilfinger Industrial Services GmbH ist seit 2009 Teil des Bilfinger Konzerns. Im Segment Engineering und Maintenance werden komplexe Industrieanlagen erstellt und als Spezialist für Engineering und industrielle Instandhaltung agiert. Das Unternehmen betreut Kunden aus der erweiterten Prozess- und Fertigungsindustrie, insbesondere in den Branchen Ol und Gas, Chemie und Petrochemie, Energie und Versorgung, Pharma und Biopharma, Metallurgie und Zement. Das umfassende Leistungsspektrum deckt den gesamten Lebenszyklus einer Industrieanlage ab – von der Genehmigungsplanung über das Detail-Engineering und den Bau bis hin zu Inbetriebnahme, Wartung, Effizienzsteigerung, Erweiterung, Umbau und Stilllegung. Die Hauptmärkte liegen in der DACH-Region und den skandinavischen Ländern. Moderne Fertigungs- und Reparaturwerkstätten befinden sich in Österreich und Tschechien.
Mit Verschmelzungsvertrag vom 19.05.2025 wurde die Biffinger Chemserv GmbH (FN 68550i) als übertragende Gesellschaft im Wege der Gesamtrechtsnachfolge durch Verschmelzung gem. § 96 ff. GmbH-Gesetz auf die Bilfinger Industrial Services GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Die Verschmelzung erfolgte rückwirkend zum Verschmelzungsstichtag 31.12.2024. Die Gesellschaft war operativ nicht mehr tätig.
Zu den Schwerpunktleistungen zählen:
• Engineering: Beratung, Konzeptionierung, Ausführungsplanung, Automatisierung und EMSR (Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik), Inbetriebnahme • Anlagenbau: Consulting, Engineering, EPC und EPCM-Services, Vorfertigung, Lieferung, Montagen, Projekte in Turnarounds, Inbetriebsetzung in Behälter-, Tank- und Apparatebau, Stahlwasserbau, Druckrohrleitungen und industrieller Rohrleitungsbau • Industrielle Instandhaltung: Inspektion, Wartung, Instandhaltung, Turnaround und Anlagenrevisionen, Anlagen- und Maschinentechnik, EMSR • Prüfung und Beratung: Schweißtechnik, Werkstoff- und Schweißnahtprüftechnik, Fertigungsüberwachung, Kalibrier- und Eichdienst, Maschinen- und Explosionsschutz, Anlagenoptimierung
Durch einen leistungsstarken Direktvertrieb und engagierte Techniker werden gemeinsam mit den Kunden Lösungen erarbeitet, um Anlagen zu optimieren und Instandhaltungskosten zu senken.
Das Geschäftsjahr 2025 war für die Bilfinger Industrial Services GmbH ein gutes Jahr. Die Betriebsleistung betrug 322,6 Millionen Euro und verringerte sich um 3,4%. Das Betriebsergebnis lag bei 12,5 Millionen Euro.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Investitionen in Höhe von 2,8 Millionen Euro getätigt, die über dem Abschreibungsniveau lagen und somit nachhaltig in Werkzeuge, Maschinen und Ausrüstungen investiert wurde. Ein weiterer Schwerpunkt war die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie die Lehrlingsausbildung.
Umsatz- und Ertragslage
Der Umsatz im Geschäftsjahr betrug 282,4 Millionen Euro (Vorjahr 291,1 Millionen Euro). Das EBIT lag bei 14,9 Millionen Euro (Vorjahr 18,5 Millionen Euro). Die Steuern auf Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 3,8 Millionen Euro (Vorjahr 4,2 Millionen Euro).
Die Bewertung latenter Steueransprüche ergab einen Steueraufwand von 1,2 Millionen Euro (Vorjahr Steuerertrag 0,2 Millionen Euro). Der Gewinn nach Steuern (EAT) lag bei 12,5 Millionen Euro (Vorjahr 35,8 Millionen Euro). Nach Abzug der latenten Steueransprüche ergab sich ein Gewinn in Höhe von 13,7 Millionen Euro (Vorjahr 35,7 Millionen Euro).
Die Bilfinger Industrial Services GmbH ist mit 9 permanenten Standorten in Osterreich, Tschechien, Finnland und Frankreich vertreten und agiert damit nahe an ihren wichtigsten Kunden. 72,0 Prozent des Umsatzes wurde auf dem österreichischen Markt erzielt (18,7 Prozent in Deutschland, 9,2 Prozent im übrigen Europa).
Vermögens- und Finanzlage
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist das Eigenkapital von 60,3 Millionen Euro auf 38,0 Millionen Euro gesunken. Der Rückgang ist insbesondere auf eine Dividendenausschüttung in Höhe von 35,9 Mio. Euro zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote beträgt 22,5% (Vorjahr 27,0%).
Zum 01.06.2025 wurden im Rahmen eines Asset Deals die Geschäftsbereiche ISP (Isolierung und Gerüstung) von der Bilfinger ISP Poland sp. z o.o. sowie die Bilfinger ISP Germany GmbH von der Bilfinger Industrial Services GmbH übernommen. Infolge des Asset Deals mit Bilfinger ISP Poland sp. z o. o. wurde ein Firmenwert in Höhe von 0,5 Mio. EUR im Anlagevermögen aktiviert.
Die Finanzierung des Geschäftsbetriebes war durch die vorhandene Liquidität zu Jahresbeginn sowie die eigenen Einnahmen des Geschäftsjahres abgesichert.
| TEUR | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Operativer Cashflow | 11.391 | 26.308 |
| Invest. Cashflow | 25.133 | -23.746 |
| Finanz. Cashflow | -36.628 | -2.446 |
| Veränderung Liquide Mittel | -104 | 116 |
Mitarbeiter und Standorte
Zum Bilanzstichtag beschäftigte die Bilfinger Industrial Services GmbH 1.608 Mitarbeiter (Vorjahr 1.540), davon 103 Lehrlinge (Vorjahr 104) in Osterreich. Darüber hinaus waren 213 Leihmitarbeiter (Vorjahr 240) im Unternehmen tätig. Aufgrund des Fachkräftemangels werden vermehrt Lehrarbeiter in den Eigenpersonalstand übernommen.
Die Bilfinger Industrial Services GmbH fördert die Potenziale ihrer Mitarbeiter durch umfassende Weiterbildungsmaßnahmen. Im Geschäftsjahr wurden 1,2 Millionen Euro für Lehrlingsausbildung und Schulungen sowie 0,1 Millionen Euro für Projekt-/Bauleiterausbildung investiert.
Der Personalaufwand betrug 136,7 Millionen Euro (Vorjahr 136,6 Millionen Euro) und stieg damit um 0,07%.
Die Mitarbeiter sind im Durchschnitt 41,0 Jahre alt und seit rund 10 Jahren im Unternehmen beschäftigt.
Organisation
Die Geschäftsführung der Bilfinger Industrial Services GmbH besteht seit 1. September 2025 aus Herrn Ing. Christian Strondl und Herrn Kurt Höller. Herr Dipl. Kfm. André Behrisch ist mit 2.September 2025 aus der Geschäftsführung ausgeschieden.
Herr Dipl. Ing. Gerald Pilotto begleitete das Unternehmen im Geschäftsjahr als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Herr Thomas Froitzheim ist mit 02. September 2025 als Vorsitzender Stv. des Aufsichtsrates ausgeschieden. Herr Dipl. Kfm. André Behrisch ist seit 03. September 2025 neuer Vorsitzender Stv. des Aufsichtsrates.
Risikobeurteilung
Die Bilfinger Industrial Services GmbH ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Zur frühzeitigen Erkennung und effektiven Gegenmaßnahmen werden wirksame Risikomanagementinstrumente eingesetzt.
Das interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die gesamte Organisation und wird jährlich einem Effizienztest unterzogen. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Risikokontrollmatrix (RKM 6.1) aktualisiert. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit der Kontrollinstrumente sind gewährleistet und werden regelmäßig dokumentiert. Wesentliche Elemente des IKS sind die Prozesse Finanzberichterstattung (FR), Personalmanagement (HtR), Investitionsmanagement (ItD), Kundenauftragsmanagement (OtC) und Einkaufs- bzw. Beschaffungsmanagement (PtP).
Das etablierte Compliance-System wird gemäß Konzernstandard kontinuierlich weiterentwickelt. Es stellt das ethische Handeln aller Mitarbeitenden und die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen sicher. Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Mitarbeiter in vier Modulen geschult, um das Wissen zum gesetzeskonformen Handeln aufzufrischen.
Über das unabhängige Bilfinger Compliance System werden der Geschäftsführung mutmaßliche Verstöße gegen die Compliance Richtlinien zeitnah gemeldet. Die Prüfung und Validierung erfolgt durch den Regional Compliance Manager, der regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet.
Ein einheitliches Qualitätsmanagement ist etabliert. Trotz konsequenter Anwendung und vertraglicher Haftungsbeschränkungen können Haftungsfälle und Forderungen nicht vollständig ausgeschlossen
werden. Ein umfassender Versicherungsschutz über konzernweite Polizzen reduziert das Restrisiko und schützt auch die Vermögenswerte.
Finanzwirtschaftliche Risiken wie Liquiditäts-, Marktrisiko (Bonitäts-, Fremdwährungs-, Zins- und Preisänderungsrisiko) werden intensiv betrachtet und zentral im Konzernfinanzmanagement von Bilfinger abgesichert.
Projektbezogene Fremdwährungsrisiken werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert.
Risiken in der Informationstechnologie werden durch Kooperationen mit Outsourcing-Partnern und Bilfinger Global IT adressiert. Neben laufenden Systemüberprüfungen wurde im Jahr 2025 ein IT Security Audit durchgeführt. Eine Krisen- und Katastrophenrichtlinie bildet die Basis für das Krisenmanagement, dessen Einhaltung regelmäßig überprüft und Verbesserungen umgesetzt werden. Zur Risikominimierung in unseren Projekten setzen wir auf ein systematisches Risikomanagement mit klaren Verantwortlichkeiten, regelmäßigen Analysen und kontinuierlichem Monitoring (Projektbeiräte). Durch frühzeitige Identifikation potenzieller Abweichungen und eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten können geeignete Maßnahmen schnell eingeleitet und die Projektdurchführung nachhaltig abgesichert werden.
Die identifizierten Risiken sind überschaubar und entsprechend abgesichert. Der Fortbestand des Unternehmens ist aus aktueller Sicht nicht gefährdet.
Arbeitssicherheit, Qualität und Umweltschutz
Zur Gewährleistung von Arbeitssicherheit und Qualität nach ISO 9001 ist ein integriertes Managementsystem im Einsatz.
Das Managementsystem ist SCCP (Safety Certificate Contractor) zertifiziert und stellt durch regelmäßige Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzschulungen eine Leistungserbringung auf höchstem Niveau sicher.
Die Bilfinger Industrial Services GmbH ist umweltzertifiziert nach ISO 14001 und darüber hinaus ein zertifizierter Fachbetrieb nach § 19 | Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes.
Forschung und Entwicklungstätigkeit
Im Berichtsjahr wurde die Forschungs- und Entwicklungsarbeit zum Ausbau der technologischen Kompetenz und zur Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb vorangetrieben. Ein zentrales Ziel aller Entwicklungsprojekte ist die Effizienzsteigerung bei administrativen, nicht wertschöpfenden Prozessen. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen am FFG-geförderten Forschungsprojekt WIVA P&G Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power & Gas.
Ausblick
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Auftragseingänge in Höhe von 293 Millionen Euro erzielt. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz betrug 0,9. Der größte Einzelauftrag kam von den Hamburger Energiewerken GmbH für die Errichtung einer Fernwärmeleitung einschließlich Wärmespeicher und Verrohrungen in Tiefstack.
Der Arbeitsvorrat sank aufgrund zögerlicher Auftragsvergabe von 289 Millionen Euro im Vorjahr auf 258 Millionen Euro. Davon entfallen 190 Millionen Euro auf das Geschäftsjahr 2026. Trotz dieser Rahmenbedingungen wird für 2026 ein deutlich positives Jahresergebnis angestrebt.
Die Budgetziele sowie die mittel- bis langfristigen Unternehmensziele werden auf Basis ausgewählter Kennzahlen definiert. Neben dem Umsatz sind EBIT sowie EBIT-Rendite zentrale Steuerungsgrößen. Weitere nichtfinanzielle Kennzahlen sind Auftragseingang und Umsatzentwicklung nach Kundengruppen sowie die Auslastung der Ressourcen an den Standorten.
Kostenoptimierung, rentables Umsatzwachstum, stabiler Cashflow und EBIT-Rendite sind auch im Geschäftsjahr 2026 die wesentlichen Finanzziele. Konkrete Maßnahmen werden zu Jahresbeginn gemeinsam mit den Führungskräften in messbare Ziele umgesetzt.
Mit hochmotivierten Mitarbeitern und einer gesunden Vermögens- und Kapitalstruktur sieht sich das Unternehren für die Zukunft gut gerüstet.
Liņz, am 9|/März 2026
Ing. Christiąn Strondl, MBA Kurt Höller