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Lagebericht 2024

ara Shoes Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 16. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

der ara Shoes Austria GmbH für das Geschäftsjahr 2024

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage des Unternehmens

Struktur und Tätigkeitsbereiche der ara Shoes Austria GmbH

Die Geschäftsfelder der ara Shoes Austria GmbH sind im Wesentlichen aufgeteilt auf den Vertrieb und der Logistik von Damenschuhen der Marke „ara“. Zusätzlich umfasst das Produkt-Portfolio Herrenschuhe („ara men") sowie Accessoires.

Neben dem Inlandsmarkt betreut die österreichische Vertriebsorganisation Kunden in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Nordmazedonien, Montenegro, Albanien und Kosovo.

Die Marktbearbeitung erfolgt nicht nur über den Großhandel, sondern auch über eigene Markengeschäfte.

Neben dem „Factory-Outlet Store“ in Feldkirchen werden noch ara Shops im FOC in Parndorf (Burgenland), in Linz, in Salzburg und in Griffen (Kärnten) betrieben.

Die Gesellschaft führt neben der Vertriebsfunktion als weiteres Geschäftsfeld die Versandlogistik für den ara Teilkonzern in Langenfeld aus.

Mit dem Verkauf der Anteile der Muttergesellschaft ara AG an der Lloyd Shoes GmbH (Sulingen) im Mai 2024 endet auch die Dienstleistung für die LLOYD Shoes Austria GmbH im Bereich Rechnungswesen und der allgemeinen kaufmännischen Verwaltung.

Die ara Shoes Austria GmbH hat in den Länden Schweiz, Italien und Kroatien Vertriebstöchter mit 100 % Beteiligungsanteil.

Die Vertriebsgesellschaften in Polen und Tschechien wurden im Berichtsjahr liquidiert, während sich jene in Ungarn noch „in Liquidation" befand.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das abgelaufene Jahr war wieder von hoher wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt. Die anhaltenden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sorgten weiterhin für Verunsicherung und wachstumsdämpfende Effekte.

Die österreichische Wirtschaft befand sich im Jahr 2024 weiterhin in einer Rezession. So ist die heimische Wirtschaftsleistung um 0,9 % zurückgegangen (2023: -1,0 %). Auch im Jahr 2025 soll die Wirtschaftsleistung schwach ausfallen und nur um lediglich 0,6 % zulegen. Die Rezession traf vor allem die Herstellung von Waren (-4,5 %), den Bau (-3,6%) und den Handel mit -0,2 % besonders hart.

Die Eurozone wies regionale deutliche Unterschiede auf. Insbesondere Deutschland und Osterreich steckten in einer Rezession. Die hohen Zinssätze belasten die Nachfrage nach Investitionsgütern und nach Bauleistungen.

Länder wie Italien, Frankreich und vor allem Spanien (+3,2 %) konnten ein jedoch positives Wachstum verzeichnen.

Insgesamt verzeichnete der Euroraum ein zaghaftes BIP-Wachstum von 0,9 % und blieb damit schwächer, als zu Jahresbeginn erwartet.

In den USA jedoch übertrafen das Wachstum im Jahr 2024 dank hoher Staatsausgaben mit einer Rate von 2,5 % die Erwartungen deutlich.

Auch in China lag das Wachstum aufgrund von großen staatlichen Konjunkturprogrammen bei 5,0 %.

Branchenentwicklung

Der Rückgang der Verkaufsflächen im österreichischen Einzelhandel hat sich in den letzten beiden Jahren wie nachfolgende Grafik veranschaulicht nochmals verstärkt.

Zu den größten Verlierern gehört der Schuhhandel mit einem Rückgang von 20 %. Die Anzahl der Schuhgeschäfte nahm im Jahr 2024 um 13 Prozent ab.

Von rund 2.000 österreichischen Gemeinden haben 1.800 keinen Schuhhändler mehr. Das bedeutet, dass 85 % aller Gemeinden ohne stationäre Schuhhandel auskommen muss.

Veränderung der Verkaufsflächen im Einzelhandel

Q RegioData

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20202024202502620
Ctober 2024 | Quelle: Reg Schen Osterreich L R 33

Das Geschäft verlagert sich zunehmend zum Onlinehandel. Allerdings kapitulieren nicht alle Händler:innen vor dem Onlineboom: So baut Leder & Schuh mit seinen Marken Shoe4You und Humanic sein Filialnetz weiter aus. Die Deichmann-Gruppe bleibt unangefochtener Marktführer, dicht gefolgt von Zalando, das inzwischen zum zweitgrößten Schuhhändler in Osterreich aufgestiegen ist.

Erschwerend für den Schuhhandel ist ein gewisser Wertewandel in den Konsumausgaben. Alles, was mit Spaß, Erholung und Selbstoptimierung zu tun hat, steigt überproportional, während die einst dominierenden Handelsprodukte wie Bekleidung und Schuhe wie folgende Grafik zeigt, zunehmend an Bedeutung verlieren.

Veränderung der Konsumausgaben 2014 - 2024 in %

Q RegioData

t

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
0020,040.060.080.0 100,0120,01400160.01800200,0
Schönheitseingriffe
Ausgaben für Tiere
Tätowierungen
Gastro
Urlaub
Sportgeräte
Nahrungsergånzung
Obst/Gemüse
Alkohol
Gesundheitspflege
Tabak
Fitnesscenter
Theater/Konzert
Schuhe
Fleisch
Bekleidung
Elektro
Möbel
Bücher
Achsenlinie = Inflationsrate (33 %)

August 2024 | Quelle: RegioData Research GmbH, Konsumausgaben Osterreich - Ausgabe 2024

Auch bei dem für die Gesellschaft wichtigsten Exportmarkt Deutschland bleibt die Geschäftslage im Schuhhandel schwierig. Aufgrund von Insolvenzen oder fehlender Nachfolge haben im ersten Halbjahr 2024 rund 100 Schuhhandelsunternehmen ihre Türen für immer geschlossen. Erfreulicherweise war aber nach Einschätzung des Handelsverbandes, dass im Jahr 2024 weniger Schuhhandelsunternehmen ihre Türen geschlossen haben als noch im Vorjahr. Der Aderlass der Schließungen der letzten Jahre scheint sich also abzuschwächen.

Geschäftsfeld Versandlogistik

Insgesamt wurde im Geschäftsjahr 2024 im Logistikzentrum 1.460 TPaar Schuhe (2023 2.745 TPaar) kommissioniert und versendet. Der Grund des massiven Rückganges liegt im Verkauf der Marke „Salamander" und „Luchi" Mitte des Vorjahres aus der ara Gruppe. Damit endete auch die Logistik- und Lagerfunktion für den Salamander Bereich am Standort in Feldkirchen.

Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die folgende Gegenüberstellung der nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zusammengefassten Bilanzposten und deren Veränderung vermitteln einen Einblick in die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
31.12.202431.12.2023Veränderung
TEUR6TEUR%TEUR6
Vermögen
Anlagevermögen
Immaterielles Anlagevermögen1200.61400,6-20-14,3
Sachanlagen5022.45542.2-52-9.4
Finanzanlagen9014,21.9607,8-1.059-54.0
1.5237,22.65410,6-1.131-42,6
Umlaufvermögen
Vorräte14.49969,118.61174,8-4.112-22,1
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen1.3496,41.5556,2-206-13,2
Forderungen gegenüber verbundenen
und assoziierten Unternehmen2.35411,21.2805,11.07483,9
Flüssige Mittel9424,53871,6555143,4
Sonstige Vermögensgegenstände1440,71740,7-30-17,2
19.28891,922.00788,4-2.719-12,4
Aktive Latente Steuern1860,92340,9-48-20,5
20.997100,024.895100,0-3.898-15,7
31.12.202431.12.2023Veränderung
TEUR6TEUR6TEUR%
K a p i t a l
Eigenmittel
Stammkapital3.10014,83.10012,500.0
Versteuerte Rücklagen5.65726,95.65722,700.0
Bilanzgewinn5.82627,75.15420,767213,0
14.58369,413.91155,96724,8
Langfristiges Fremdkapital
Verbindlichkeiten Banken00.000,00X
Sozialkapital1.1705.61.3835,6-213-15,4
1.1705,61.3835,6-213-15,4
Kurzfristiges Fremdkapital
Verbindlichkeiten Banken00,000,00X
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen2.48411,81.5056.097965,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
und assoziierten Unternehmen9644.65.12120,6-4.157-81,2
Übrige Verbindlichkeiten1.0254,91.1214,5-96-8,6
Steuer- und sonstige Rückstellungen7713,81.8547,5-1.083-58,4
5.24425,19.60138,6-4.357-45,4
20.997100,024.895100,0-3.898-15,7

• Vermögenslage:

Investiert wurde im Geschäftsjahr in die Betriebs- und Geschäftsausstattung in der Höhe von 122 TEUR. Davon betrifft der Großteil die Einrichtung und Shop Gestaltung einer Verkaufsfläche im Designer-Outlet Salzburg.

Das Finanzanlagevermögen reduzierte sich um 1.058 TEUR auf 901 TEUR aufgrund einer Teilwertabschreibung der Beteiligung an der AREX AG in der Höhe von 1.040 TEUR, um 8 TEUR aufgrund der Buchwertabschreibung der Beteiligung an der ara Legero Shoes Polen und der ara Shoes Tschechien und der Tilgung eines Darlehens in der Höhe von 10 TEUR.

Die Verringerung des Umlaufvermögens ist auf den Lagerabbau der Fertigware aufgrund von konzerninternen Verschiebungen in den Liefer- bzw. Logistikrouten zurückzuführen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Handelsvertretern (210 TEUR), Mitarbeitern aus Urlaubsüberschüssen (143 TEUR), Beratungsleistungen (20 TEUR), Provisionen (85 TEUR), Ansprüchen aus Garantieleistungen (80 TEUR), ausstehende Rechnungen (40 TEUR) und Verpflichtungen verschiedener Art (113 TEUR).

• Finanzlage:

Generell erfolgt die Finanzierung der Gesellschaft ausschließlich aus eigenen Mitteln sowie über die Muttergesellschaft der ara AG.

Die ara AG als Konzernmutter hat am 23.12.2021 einen Konsortialkreditvertrag über insgesamt 121,8 Mio. EUR (Betriebsmittel- und Aval-Linien) mit einer Laufzeit bis zum 30.06.2024 abgeschlossen. Mit diesem Konsortialkreditvertrag war die gesamte Unternehmensgruppe auf Basis der aktuellen Langfristplanung bis zum vorgenannten Zeitpunkt durchfinanziert. Im Wege einer Anpassungsvereinbarung wurde im Geschäftsjahr der auslaufende Konsortialkredit bis zum 30.09.2026 verlängert. Mit dieser Anpassungsvereinbarung ist die Unternehmensgruppe auf Basis der aktuellen Planung bis zum vorgenannten Zeitpunkt durchfinanziert.

Im Zusammenhang mit diesem Konsortialkreditvertrag bestehen umfangreiche Sicherheiten (Sicherungsübereignung von Vorräten, Sicherungsabtretung aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen), welche die ara Shoes Austria GmbH den Finanzierern zugunsten der Konzernmutter gewährt hat. Die Geschäftsführung geht aufgrund der aktuellen Liquiditätslage und der Liquiditätsplanung der ara Shoes Austria GmbH sowie des Gesamtkonzerns für die folgenden Geschäftsjahre davon aus, nicht aus der gesamtschuldnerischen Haftung in Anspruch genommen zu werden und sieht somit die Going Concern-Prämisse für den Jahresabschluss 31.12.2024 als gegeben.

Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten immer innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Es wurden Skontoerträge in der Höhe von 389 TEUR (Vorjahr 468 TEUR) erzielt.

Das Eigenkapital beläuft sich zum 31.12.2024 auf 14.584 TEUR (2023: 13.912 TEUR). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 69,5 % nach 55,9 % im Vorjahr.

Das Working Capital (hier definiert als: Umlaufvermögen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige kurzfristige Verbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen) erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 14.816 TEUR (2023: 14.260 TEUR).

Die liquiden Mittel erhöhten sich im Geschäftsjahr um 555 TEUR auf 942 TEUR.

Die Cash Flows stellen sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
20242023
TEURTEUR
Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit1.568-461
Operativer Cash Flow533-7.082
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit226.496
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit00
Veränderung der flüssigen Mittel555-586

Die wesentlichen finanziellen Kennzahlen der Gesellschaft stellen sich wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
(in TEUR)20242023Erläuterung
Umsatz56.15862.892
Betriebsleistung56.15862.892Umsatz +/- Bestandsveränderung
Betriebsergebnis (EBIT)565145Ergebnis vor Steuem und Finanzierung
EBIT Marge (%)1,0%0,2%EBIT / Umsatz
EBITDA759424EBIT + Abschreibung
EBITDA Marge (%)1,4%0,7%EBITDA / Umsatz
EBT (Ergebnis vor Steuern)8105.611
EBT Marge (%)1,4%8,9%EBT / Umsatz
Gesamtkapitalrentabilität2,7%0,6%EBIT/ Gesamtkapital
Eigenkapital")14.58313.911
Eigenkapitalquote (%)69,5%55,9%Eigenkapital/ Gesamtkapital
Fremdkapital6.41410.984
Fremdkapitalquote (%)30.5%44,1%Fremdkapital/ Gesamtkapital
Verschuldungsgrad (%)44.0%79,0%Fremdkapital/ Eigenkapital
Flüssige Mittel942387
Nettovers chuldung5.47210.597Fremdkapital - flüssige Mittel
Gearing Ratio (%)37,5%76,2%Nettoverschuldung / Eigenkapital

*) Gewinnausschüttung in 2024 TEUR 0 (VJ: TEUR 0)

• Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
20242023Veränderung
TEUR6TEURTEUR %
Umsatzerlöse56.15899.562.89299.9-6.734 -10,7
Sonstige betriebliche Erträge3000.5900,1210 233,3
Betriebsleistung56.45810062.982100-6.524 -10,4
Materialaufwand und Aufwendungen
für bezogene Leistungen45.53080.650.43480,1-4.904-9.7
Personalaufwand4.1197.34.5407.2-421-9,3
Planmäßige Abschreibungen auf
immaterielles Anlagevermögen
und Sachanlagen1940.32790.4-85-30,5
Sonstige betriebliche
Aufwendungen6.05010,77.58412,0-1.534-20,2
Aufwendungen für dle
Betriebsleistung-55.893-98,9-62.837-99,76.94411,1
Ordentliches Be-
triebsergebnis (EBIT)5651.11450,3420289,7
Ordentliches Finanzergebnis90,0280,0-19-67,9
Ordentliches Geschäftsergebnis vor Steuern5741.11730.3401231,8
außerordentliches Ergebnis2365.438-5.202
Ergebnis vor Steuern8105.611-4.801
Steuern vom Einkommen-138-1.022884
Jahresüberschuss6724.589-3.917
Veränderung von Rücklagen000
Jahresgewinn6724.589-3.917

Insgesamt verzeichnet das Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 6.734 TEUR. Der Inlandsumsatz erhöhte sich um 3,23 % auf 16.874 TEUR (Vorjahr: 16.347 TEUR). Das Wegfallen der Intercompany Umsätze gegenüber den Salamander- und Delka Konzerngesellschaften konnte mit höheren Absatzmengen im lokalen Großhandels- bzw. FOC/Retail - Bereich mehr als kompensiert werden.

Der Auslandsumsatz ging um 15,6 % auf 39.284 TEUR (Vorjahr: 46.545 TEUR) zurück. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf geringere „Intercompany - Transferumsätze" von Schuhen nach Deutschland (ara Shoes GmbH) und dem Fehlen von Erträgen aus Kostenumlagen gegenüber den Auslandsgesellschaften des Salamander Teilkonzerns im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 210 TEUR. Dies resultierte vor allem aus der Gewährung des Energiekostenzuschusses (EKZ II) in der Höhe von 100 TEUR und in der Auflösung von Einzelwertberichtigungen gegenüber Inlandskunden (118 TEUR).

Die Verringerung des Materialaufwandes (-4.904 TEUR) steht im Zusammenhang mit geringeren Mengen an bezogenen Schuhen und ist dem niedrigeren Auslandsabsatz geschuldet.

Im Wesentlichen bedingt durch Kapazitätsanpassungen und dem Verbrauch von Urlaubszeitguthaben verzeichnen die Personalaufwendungen einen Rückgang von 421 TEUR.

In den gesunkenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen (-1.534 TEUR) im Vergleich zum Vorjahr, resultierend aus geringeren Aufwendungen für Leiharbeiter, Transport-, Frachtkosten und Werbeaufwendungen, saldieren sich höhere Mietaufwendungen. Diese ergaben sich aus dem volljährigen Aufwand aus der Anmietung der Immobilien in Feldkirchen (erstmaliger vorjähriger Mietaufwand erst ab August 2023) und der Eröffnung eines Outlet Centers in Salzburg.

Im Geschäftsjahr 2024 ergibt sich ein Aufwand aus Ertragssteuern in der Höhe von 138 TEUR (davon Aufwand der latenten Steuern 49 TEUR).

Nach Berücksichtigung der Ertragssteuern konnte das Berichtsjahr mit einem Jahresüberschuss von 672 TEUR (Vorjahr: 4.589 TEUR) abgeschlossen werden.

2. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft betreibt keine eigene Forschung und Entwicklung.

3. Risikomanagement und voraussichtliche Entwicklunq des Unternehmens

Durch ein entsprechendes Risikomanagementsystem, das Planung, Steuerung und Berichterstattung umfasst, soll sichergestellt werden, dass die Geschäftsleitung wesentliche Risiken frühzeitig erkennt und Maßnahmen zur Gegensteuerung rechtzeitig einleiten kann. Im Rahmen eines auf Konzernebene standardisierten Prozesses werden alle Chancen und Risiken im Management regelmäßig beobachtet. Die Gesellschaft setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein; ist aber vor allem durch Risiken, die sich aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen (Kunden) ergeben, ausgesetzt.

Die Kredit-/Ausfallrisiken werden regelmäßig überwacht und durch Ansatz von Wertberichtigungen und Rückstellungen in der Bilanz entsprechend berücksichtigt.

Zur laufenden Liquiditätssteuerung im Teilkonzern besteht ein 13 Wochen Liquiditäts-Forecast mit einem externen Dienstleister.

Die branchentypischen Risiken liegen weiterhin in der zunehmenden Konzentration im Handelssektor, welche eine Barriere für das Wachstum der Marke ara sein könnte.

Verstärkt wird diese Entwicklung durch viele Insolvenzen von großen Schuhfilialisten in Deutschland und in Österreich in den letzten zwei Jahren.

Die Risiken einer notwendigen Gegenstrategie, nämlich im Aufbau von Monobrandstores, liegen in der Finanzierbarkeit von Standorten und in der Weiterentwicklung von verkaufsfähigen Kollektionen entsprechend der Kernkompetenz und der Markenleistung von ara.

Langfristige Verträge mit kooperierenden Partnern tragen dazu bei, unser Geschäft in den nächsten Jahren zu stabilisieren. Unseren Mitarbeitereinsatz können wir durch flexible Arbeitszeitmodelle, Outsourcing von Geschäftsprozessen und Kooperationen mit Personaldienstleistern stabil halten.

b.) Voraussichtliche Entwicklung

Leider tritt die im Vorjahr angenommene schrittweise Erholung bzw. Normalisierung der wirtschaftlichen Situation in diesem Jahr nicht ein.

Zu den bereits bestehenden anhaltenden weltweiten Krisen kommt es mit der aktuellen US-Regierung zu einer neuen Bedrohung für die Weltwirtschaft. Die Ara des freien Welthandels scheint vorbei zu sein. An ihrer Stelle tritt eine neue Form des wirtschaftlichen Nationalismus, deren Folgen noch nicht absehbar sind.

Die Krisen und Vorkommnisse der vergangenen Jahre haben tiefe Spuren hinterlassen. Die Konsumzurückhaltung trifft auf Preissteigerungen in allen Bereichen und belastet die Ertragsfähigkeit der Unternehmen. Der Blick in die Zukunft ist weiterhin mit viel Unsicherheit belastet.

Deshalb erwartet die Geschäftsführung auch im Jahr 2025 ein sehr herausforderndes Marktumfeld, wobei eine komplette Erholung nicht vor dem Jahr 2026 erwartet wird.

Es ist aufgrund dieser Situation verstärkt weiterhin zu rechnen, dass die Branchenentwicklung im Schuhhandel durch eine weitere Konsolidierung am Markt gekennzeichnet sein wird.

ara Shoes Austria GmbH, Feldkirchen

Zu hoffen ist, dass die grundsätzliche schwache Konsumneigung und Verunsicherung weicht und der „Konsummotor für den Schuhhandel" wieder anspringt.

Die Verbesserung und Verstärkung in der modischen Kompetenz unseres Produktangebots und die damit verbundene gezielte Kundenansprache werden für die Zukunft weiter forciert.

Ein Schlüsseleiement ist dabei unsere Partnerschaft mit dem lokalen Fachhandel, den wir gemeinsam weiter ausbauen.

Deshalb und insbesondere aufgrund unserer Stellung im österreichischen Schuhmarkt sind wir aber überzeugt, dass wir mittel- und langfristig wieder mit einer positiven Entwicklung der Nachfrage rechnen können.

Die Geschäftsführung geht aufgrund der aktuellen Liquiditätslage und der Liquiditätsplanung der ara Shoes Austria GmbH sowie des Gesamtkonzerns für die folgenden Geschäftsjahre davon aus, nicht aus der gesamtschuldnerischen Haftung in Anspruch genommen zu werden und sieht somit die Going Concern-Prämisse fùr den Jahresabschluss 31.12.2024 als gegeben.

Feldkirchen, am 5. Mai 2025

Die Geschäftsführung

Josef Plych

Sastha Müller

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