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Lagebericht 2025

DS Smith Packaging Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 26. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Nach der Eingliederung der DS Smith Packaging Austria GmbH in den USamerikanischen International Paper Konzern im Februar 2025 wurde der Beschluss gefasst, das Wirtschaftsjahr der Gesellschaft auf das Wirtschaftsjahr des Konzerns anzupassen. Somit umfasst der vorliegende Jahresabschluss ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1.5.2025 bis zum 31.12.2025.

1) Bericht über den Geschäftsablauf und die wirtschaftliche Lage

Wirtschaftliches Umfeld und Umsätze

Die österreichische Wirtschaft konnte nach 2 Rezessionsjahren im Jahr 2025 wieder ein leichtes reales Wirtschaftswachstum von +0.6% aufweisen (BIP real 2023: -0.8%; 2024: -0.7%; 2025: +0.6%; 2026 voraussichtlich +0.8%). Vor allem die produzierende Industrie musste in den Vorjahren wesentliche Rückgänge verzeichnen (2023: -1.7%; 2024: -4.9%) und konnte im Jahr 2025 mit +3.2% Wachstum eine Trendumkehr einleiten.

Das hohe Inflationsniveau der vergangenen Jahre (2023: +7.8%, 2024: +2.9%, 2025: +3.6%) mit einhergehenden hohen kollektivvertraglichen Abschlüssen, hohen Energiekosten und bürokratischen Hürden haben dazu geführt, dass Österreich als Wirtschaftsstandort an Attraktivität für internationale Produktionsunternehmen eingebüßt hat.

In diesem wirtschaftlichen Umfeld konnte DS Smith Packaging Austria GmbH die Umsatzerlöse im Gesamtjahresvergleich zu 2024 um 3.0% steigern, während das Absatzvolumen an den Standorten um 2.7% erhöht werden konnte. Das Management geht davon aus, dass trotzt des herausfordernden Marktumfeldes der Marktanteil in Österreich gesteigert werden konnte.

Kostensituation

Die durchschnittlichen Kosten für recycling-basiertes Rohpapier erhöhten sich im Gesamtjahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 3.9%, während Energiekostenerhöhung von mehr als 25% an unseren Produktionsstandorten verzeichnet werden mussten. Effizienzsteigerungsmaßnahmen an den Produktionsstandorten sowie ein Fokus auf Reduktion der Logistikkosten konnten die oben genannten Erhöhungen nur teilweise abfedern.

Das EBITDA von 2,2 MEUR für das Rumpfgeschäftsjahr liegt leicht über dem Geschäftsjahr 23/24 (Vorjahr: 1,3 MEUR). Es wird erwartet, dass die Materialpreissteigerungen durch Indexvereinbarungen mit Verzögerung an einen großen Teil der Kunden weitergegeben werden können.

Für das neue Geschäftsjahr 2026 erwarten wir zumindest zu Beginn weiter steigende Papierpreise, welche auch an Endkunden weitergegeben werden sollen.

Gegen Ende 2025 wurde beschlossen, am Standort Margarethen die schon in die Jahre gekommene Wellpappenanlage durch eine moderne Anlage mit einer Arbeitsbreite von 2,8m zu ersetzen, und weiters 2 alte Flachbettstanzen durch 2 moderne Hochleistungsstanzen zu ersetzen. Diese Investitionen sollen Mitte 2026 abgeschlossen sein. Mit der neu geschaffenen Produktionskapazität sollen Kunden in der angrenzenden Slowakei bedient werden, während die Produktionskapazität des DS Smith Standorts in Martin (SK) im Laufe des Jahres 2026 deutlich reduzieren wird.

Im Rumpfjahr waren im Schnitt 450 aktive Mitarbeiter (Vorjahr 441) an den 3 Standorten beschäftigt. Die kollektivvertragliche Lohn- bzw. Gehaltserhöhung wirkte sich mit durchschnittlich 2,9% ab März 2025 wesentlich auf die Personalkosten aus.

Die Investitionen laut Anlagespiegel während des Rumpfgeschäftsjahres betrugen 7,0 MEUR, wovon der Großteil auf Anzahlungen für das Großprojekt in Margarethen zurückgeht.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögenslage des Unternehmens stellt sich wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
31.12.2025in %30.04.2025in %
Anlagevermögen33.97356,9%32.75755,3%
Vorräte11.29318,9%8.16913,8%
Forderungen9.23515,5%12.57921,2%
Forderungen ggü. Verb. Untern.9631,6%1.3042,2%
Liquide Mittel und ARA3.0855,2%3.4425,8%
Aktive Latente Steuer1.1802,0%9991,7%
Summe AKTIVA59.729100,0%59.249100,0%
Eigenkapital inkl. Investitionszuschuss19.58332,8%22.25337,6%
Rückstellungen12.40920,8%14.36024,2%
Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten5.3499,0%6.28710,6%
Verbindlichkeiten ggü. Verb. Untern.20.98635,1%14.15423,9%
So. Verbindlichkeiten1.4022,3%2.1953,7%
Summe PASSIVA59.729100,0%59.249100,0%

Die Eigenkapitalquote von rund 32,8% ist aufgrund des negativen Jahresergebnisses unter dem Wert des Vorjahres (38%).

Der Cash-Flow für alle 3 Standorte der Berichtsperiode stellte sich wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit:TEUR-847
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit:TEUR -7.105
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit:TEUR7.751

Der Bestand der originären Finanzinstrumente ergibt sich aus dem Anhang. Derivative Finanzinstrumente wurden im Geschäftsjahr nicht abgeschlossen.

Das Ergebnis vor Steuern betrug -2,9 MEUR.

2) Bericht über Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr 2025 gab es keine Zweigniederlassungen

3) Bericht über voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

Risikobericht

Risikofrüherkennungs- und Risikomanagement-System

Nach Zusammenschluss der beiden Produktionsstandorte erfolgte eine noch engere Zusammenarbeit. Für beide Standorte existiert bereits ein Management für die Bereiche Geschäftsführung, Verkauf und Finanz. Zudem besteht pro Standort ein regionales Management, um schneller auf Risiken bzw. negative Geschäftseinflüsse reagieren zu können. Weitere Standardisierungen bezüglich Systeme, aber auch Organisation wurden im Wirtschaftsjahr 2025 umgesetzt.

Das Unternehmen ist im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit seinem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unsere Risikopolitik zielt darauf ab, vorhandene Chancen optimal auszuschöpfen und Risiken nur dann einzugehen, wenn im Gegenzug die Chance auf eine entsprechende Wertsteigerung gegenübersteht. Im Rahmen einer grundlegenden Risikobegrenzung gehen wir nur Risiken ein, die mit anerkannten Methoden und Maßnahmen innerhalb unserer Organisation zu bewältigen sind. Die Geschäftsleitung ist sich bewusst, dass jederzeit Umstände eintreten können, die sofortige Änderungen in der strategischen Ausrichtung notwendig machen. Das Lean-Programm wurde im Jahr 2008 in Margarethen implementiert und wird konsequent weitergeführt. Diese Maßnahmen werden jetzt auch am Standort Kalsdorf umgesetzt. Durch das Programm wird sichergestellt, dass das Unternehmen die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit steigert. Des Weiteren hat das Controlling der Gesellschaft die Aufgabe, die Ergebnisse laufend zu überwachen und somit auch Risiken frühzeitig zu erkennen und Korrekturmaßnahmen einzuleiten.

Für beide Standorte besteht ein Business Continuity Plan, der jedes Jahr aktualisiert wird und auch um das Szenario einer Pandemie erweitert wurde.

Operative Risken

Das Unternehmen betreibt Produktionsanlagen von hoher organisatorischer und technischer Komplexität. Bei Störungen in der Wertschöpfungskette besteht die Gefahr von Betriebsunterbrechungen und Qualitätsproblemen. Ebenso können Produktsicherungsrisiken, Arbeitssicherungs- und Umweltrisiken zu Tage treten. Um diesen Risiken zu begegnen, hat das Unternehmen umfassende Grundsatz- und Verfahrensvorgaben zu Qualitätsmanagement, Produkt- und Arbeitssicherheit sowie zum Umweltschutz festgelegt. Das Investitionsprogramm des Unternehmens sieht vor, dass alte Maschinen schrittweise ausgetauscht bzw. erneuert werden. Im kommenden Geschäftsjahr sind weitere Neu- bzw. Erhaltungsinvestitionen in Planung. Um diverse operative Risiken abzufedern hat der Konzern eine umfassende Versicherung abgeschlossen.

Lieferantenrisiken

Das Unternehmen versucht, lieferantenbezogene Risiken durch intensive Marktbeobachtung, gründliche Prüfung von Lieferqualität sowie durch langfristige Lieferverträge zu begegnen, um vorteilhafte Belieferung und Preise sicherzustellen. Durch die eigenen Papierfabriken der DS Smith Gruppe ist die Papierversorgung weitgehend sichergestellt. Auch mit anderen wesentlichen Lieferanten im Bereich Energie, Stärke, Farbe bzw. Verpackungsmaterialien bestehen Konzernvereinbarungen, die eine Lieferung sicherstellen sollen. Für manche Bereiche hat der Konzern weiters Preisabsicherungsgeschäfte abgeschlossen damit Marktschwankungen die Ergebnisse nicht zu stark belasten.

Ausfallrisiken

Der Schwerpunkt unseres Forderungsmanagements liegt im vollständigen und zeitnahen Forderungseinzug. Durch die ständige Optimierung der Zahlungsbedingungen versuchen wir die Außenstände weiter zu reduzieren. Wir haben die größten Außenstände gegen Ausfall versichert und kleinere Kunden werden laufend überwacht. Versichert ist nicht nur der Außenstand, sondern auch das Produktionsrisiko (kundenspezifische Ware auf Lager). Sollten sich Bonitätsrisiken ergeben, können wir entsprechend rasch darauf reagieren.

Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten besteht ein erhöhtes Risiko eines Forderungsausfalls. Um dem zu entgegen erfolgt die Vergabe von Kreditlimits unter strengeren Auflagen. Für den Abschluss 2025 haben wir Wertberichtigungen für Forderungsausfälle von unversicherten Kunden berücksichtigt.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko wird durch die Teilnahme am Cashpool des Mutterkonzerns auf ein Minimum reduziert.

Ausblick 2026

Für das neue Wirtschaftsjahr erwarten wir stabile Absatzmengen im Vergleich zu 2025, getrieben durch die erwartete zögerliche Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes.

Der Hauptfokus besteht darin, das bestehende Verkaufsvolumen am Markt zu behaupten, während des komplexen Austauschs der Wellpappenanlage laufend für unsere Kunden lieferfähig zu bleiben, und in der zweiten Jahreshälfte Kundenvolumen aus der Slowakei erfolgreich im Betrieb zu integrieren.

4) Bericht über Forschung und Entwicklung

Das Unternehmen betrieb im Geschäftsjahr 2025 keine Forschung, jedoch befindet sich an beiden Standorten eine Entwicklungsabteilung. Diese Entwicklungen betreffen Produktinnovationen, die im Rahmen von Kundenanfragen umgesetzt werden. Diverse Produktinnovation wurden auch international anerkannt und prämiert.

5) Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Umwelt und Arbeitssicherheit sind wesentliche Säulen des Unternehmens. Im Wirtschaftsjahr 2025 wurden keine Arbeitsunfälle verzeichnet, die zu Ausfallzeiten führten. Wenn Unfälle passieren, werden diese aufgearbeitet und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um das künftige Risiko für Arbeitsunfälle zu reduzieren.

Sämtliche Rezertifizierungen im Rahmen der ISO, FSC und Energie wurden erfolgreich absolviert. Zusätzlich wurde der Standort Margarethen für BRC zertifiziert. Im Wirtschaftsjahr 2025 wurden eine Mitarbeiter- bzw. Kundenbefragung durchgeführt. Verbesserungsvorschläge aus diesen Befragungen werden laufend umgesetzt.

Margarethen am Moos, am 08.07.2026

Die Gesghäftsführer:

Mag. Dieter Glawischģig

Thomas Weiler, MBA

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