← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

ARRI Cine + Video Geräte Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

ARRI Cine + Video Geräte Gesellschaft m.b.H. Wien

für das Geschäftsjahr 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2025

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Gesamtwirtschaftliche und Branchenentwicklung

Das Jahr 2025 war für die Film- und Fernsehbranche weiterhin von den Nachwirkungen der produktionshemmenden Streiks der US-Drehbuchautoren (WGA) und Schauspielgewerkschaft (SAG-AFTRA) in den Vorjahren geprägt. Obwohl die Arbeitskämpfe 2023 beendet wurden, zeigt sich bis 2025 ein anhaltender Rückgang der Produktionstätigkeit: In der Region Los Angeles, traditionell das Herz der globalen Filmproduktion, sank die Anzahl der Drehtage auf nur etwa 19.694 – den niedrigsten Wert seit der Pandemie-Phase 2020 und ein Rückgang um rund 16 % gegenüber 2024. Dies betrifft Film- und Fernsehproduktionen sowie Werbedrehs und unterstreicht, dass sich Hollywood nicht vollständig von den Verzögerungen erholt hat und weiterhin unter strukturellen Belastungen leidet. Die Ursachen sind vielfältig: Neben den Streik-Effekten wirken verschärfter Wettbewerb durch steuerliche Anreize in anderen US-Bundesstaaten oder international, Kosten- und Investitionskürzungen bei Studios sowie eine Abwanderung von Projekten in attraktivere Produktionsstandorte. Die frühen Quartalszahlen 2025 hatten bereits einen Rückgang der Drehtage von über 20 % gemeldet, insbesondere bei TV- Produktionen und Piloten.

Vor diesem Hintergrund ist Los Angeles nicht nur eine Ausnahme, sondern ein stark sichtbares Beispiel für einen breiteren Trend. Zwar bleibt die Stadt weiterhin bedeutend für große Produktionen, doch der weltweite Produktionsfokus verschiebt sich zunehmend, da Länder und Regionen mit günstigeren Rahmenbedingungen um Projekte konkurrieren. Einige Produktionen kehren erst langsam zurück, etwa auch in Verbindung mit erweiterten Steueranreizprogrammen für lokale Drehs, deren Wirkung sich aber erst mit erheblicher Verzögerung in der Produktionsstatistik zeigt.

Parallel zu diesen makroökonomischen Herausforderungen vollzieht sich 2025 ein bedeutender struktureller Wandel im Studio- und Streaming-Geschäft. Netflix hat im Dezember 2025 eine Einigung mit Warner Bros erzielt und im Januar 2026 ihr Angebot im Bieterstreit mit Paramount noch einmal verbessert, Warner Bros. Discovery inklusive seiner TV- und Filmstudios sowie der Streamingplattform HBO Max für rund 83 Milliarden USD zu übernehmen. Diese Transaktion könnte erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Branche haben.

Dieser Schritt markiert einen Wendepunkt: Netflix, das selbst die Branche durch den Streaming-Boom der letzten Dekade tiefgreifend verändert hat, wird damit nicht nur ein reiner Distributions- und Streamingdienst, sondern auch Eigentümer eines der ältesten und traditionsreichsten Hollywood-Studios. Die Fusion wird sowohl von Gewerkschaften als auch von Kinobetreibern kritisch gesehen, verbunden mit den Befürchtungen über mögliche Arbeitsplatzverluste, Konzentration von Marktmacht und weniger klassischen Kinostarts.

Im Ergebnis führt diese Konsolidierung zu einer Zweiklassen-Struktur in der Branche: Große, kapitalstarke Plattformen und Studioverbünde dominieren zunehmend das Marktgeschehen, während unabhängige Produzenten und mittlere Studios unter Druck geraten. Die weitere Entwicklung dieser Konzentrationsprozesse dürfte entscheidend sein für Entstehung, Finanzierung und Verbreitung von Film- und Serienproduktionen in den kommenden Jahren. Im Kinomarkt zeigte sich 2025 weiterhin ein heterogenes Bild mit deutlichen regionalen Unterschieden. China behauptete seine Position als weltweit größter Filmmarkt und überschritt mit rund 1,2 Milliarden verkauften Kinotickets erneut deutlich die Milliardengrenze. Indien blieb einer der volumenstärksten Märkte, verzeichnete jedoch mit 832 Millionen Tickets einen Rückgang von rund 6 % gegenüber dem Vorjahr. In Nordamerika lag die Zahl der Kinobesuche 2025 bei rund 780 Millionen Admissions und damit leicht unter dem Niveau von 2024. Frankreich, der stärkste europäische Kinomarkt, verzeichnete mit rund 157 Millionen Kinobesuchen einen deutlichen Rückgang von etwa 13.4 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt zeigt sich, dass sich der Kinomarkt 2025 zwar auf einem stabilen Niveau eingependelt hat, jedoch stark von einzelnen zugkräftigen Großproduktionen abhängt. Ein breit angelegter Nachfrageaufschwung über alle Märkte hinweg blieb aus.

Die Lage der deutschen Filmbranche blieb auch 2025 angespannt. Zwar stieg die Zahl der Kinobesuche in Deutschland gegenüber 2024 leicht an und erreichte vorläufig rund 89.2 Millionen Tickets (ca. +2.2 %), doch die Produktionswirtschaft befand sich weiterhin in einer strukturellen Krise. Branchenumfragen zufolge bewerteten rund 85 % der Film- und Fernsehproduktionsunternehmen ihre wirtschaftliche Situation als schlecht oder sehr schlecht. Besonders im Fiction-Bereich blieb die Auftragslage schwach: Ein Großteil der Produzenten berichtete von einem anhaltenden Rückgang internationaler Aufträge, insbesondere durch Streaming-Anbieter, die ihre Investitionen in deutsche Produktionen weiter reduzierten oder verschoben. Steigende Produktionskosten, Unsicherheiten bei Förder- und Finanzierungsstrukturen sowie sinkende Budgets verstärkten den wirtschaftlichen Druck zusätzlich. Vollständige Jahresendzahlen zu deutschen Spielfilm- Erstaufführungen und zur Zahl der beteiligten Produktionsfirmen lagen für 2025 zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vor; die verfügbaren Halbjahres- und Marktindikatoren deuteten jedoch nicht auf eine substanzielle Trendwende hin.

Demgegenüber setzte sich das Wachstum des deutschen Video-on-Demand-Marktes auch 2025 fort. Der Umsatz mit Paid-VoD- und Pay-TV-Angeboten stieg auf rund 5,8 Milliarden Euro und legte damit erneut um etwa 5-6 % gegenüber dem Vorjahr zu. Parallel erhöhte sich die Zahl der Streaming-Abonnements von rund 22 Millionen im Jahr 2024 auf über 23 Millionen. Werbefinanzierte beziehungsweise werbereduzierte Abonnementmodelle etablierten sich 2025 endgültig als relevanter Umsatztreiber: Bereits rund 30 % der Nutzer großer Plattformen wie Netflix und Disney+ griffen auf entsprechende Tarife zurück. Neben Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video boten auch Paramount+ sowie weitere Anbieter werbefinanzierte Einstiegsmodelle an, um preissensible Zielgruppen zu adressieren. Gleichzeitig intensivierten die Plattformen ihre Maßnahmen zur Monetarisierung von Account-Sharing, was zu einem weiteren Anstieg der zahlenden Nutzer beitrug. Der Wettbewerb im deutschen Streamingmarkt blieb damit hoch und war 2025 insbesondere durch Preisdifferenzierung, Werbeintegration und die Optimierung der Erlöse pro Nutzer geprägt.

1.2. Geschäftsverlauf

Die ARRI Cine + Video Geräte Gesellschaft m.b.H. (im Folgenden ARRI Austria genannt) ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der A + R Beteiligungsgesellschaft, München, Deutschland. Am Firmenstandort Wien werden elektronische und mechanische Zubehörprodukte für Filmkameras entwickelt und produziert sowie an alle ARRI- Töchter weltweit und an die cmotion GmbH vertrieben. Neben der Entwicklung und Produktion von elektronischen Zubehörprodukten ist ARRI Austria, auch als Entwicklungsdienstleister für andere Produkte (hauptsächlich Kamera und Licht) innerhalb der ARRI-Gruppe tätig. So werden Entwicklungsleistungen für die Standorte München, Deutschland wie auch Stephanskirchen, Deutschland angeboten und abgewickelt.

Die Nachwirkungen des Streiks der Autoren und Schauspieler in den USA haben die Branche auch im Jahr 2025 stark geprägt. Infolge der geringeren Anzahl an High-End Produktionen, der geringeren Kaufkraft der Kunden sowie einigen Stornierungen von Kunden konnte der geplante Umsatz der ECS Produkte auch in 2025 nicht erreicht werden.

Die Entwicklungsdienstleistungen an die Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG, München beliefen sich in 2025 ebenfalls auf einem leicht reduzierten Niveau im Vergleich zu 2024.

Der durch steigende Kosten und der ausbleibenden Erholung der Filmindustrie verursachte Umsatzrückgang erforderte eine Anpassung in der Organisation. Da weiterhin keine Erholung des Marktes absehbar war, wurde aufbauend auf dem bereits 2024 vollständig gestoppten Personalaufbau ein umfassendes Restrukturierungskonzept mit Personalabbau in allen Bereichen Anfang 2025 erarbeitet und im zweiten Halbjahr umgesetzt. Aufgrund der Kündigungsfristen konnten erst in Q4 Kosteneinsparungen realisiert werden.

Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass die für 2025 geplanten Umsätze nicht erreicht werden konnten. Dies führte in Kombination mit den erst in Q4 erzielten Kostenreduktionen, sowie hohen Abwertungen des Materialbestandes letztendlich zu einem negativen Geschäftsergebnis in 2025.

1.2.1. Bericht über Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.

1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren

1.3.1. Geschäftsergebnis und Ertragslage

Für das Geschäftsjahr 2025 ergibt sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 2.434 (i.Vj. Jahresfehlbetrag TEUR 2.458). Hauptursachen für das negative Ergebnis sind der erneute Umsatzrückgang und aus Abnahmeverpflichtungen resultierende Bestandsabwertungen. Durch Restrukturierungsmaßnahmen haben sich die Personalkosten um TEUR 937 auf TEUR 7.724 (i.Vj. TEUR 8.661) reduziert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit TEUR 3.513 im Vergleich zum Vorjahr (i.Vj. TEUR 3.891) gesunken. Diese Einsparungen konnten die negativen Effekte jedoch nicht kompensieren.

1.3.2. Darstellung der Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20252024Veränderung
TEUR%TEUR% TEUR%
Rohergebnis8.99510011.168100-2.173-19
Personalaufwand7.724868.66177-937-11
Abschreibungen34944044-55-14
Sonst. betriebl. Aufwendungen3.513393.89135-378-10
Betriebsverlust-2.591-29-1.788-16-803-45
Finanzerfolg11213181261
Ergebnis vor Steuern-2.480-28-1.757-16-723-41
Jahresfehlbetrag-2.434-27-2.458-22-24-1

1.3.3. Kennzahlen der Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20252024
EBITDA = EBIT + Abschreibungen-2.242-1.384
Eigenkapitalrentabilität (bezogen aut EBITDA)-22 %-11 %

1.3.4. Darstellung der Vermögenslage

Aktiva

Die Bilanzsumme beträgt im Berichtsjahr TEUR 12.881 (i.V. TEUR 16.603).

Der größte Anteil der Aktiva mit TEUR 7.122 (i.V. TEUR 8.449) entfällt auf liquide Mittel, die überwiegend kurzfristig veranlagt sind. Die Vorräte werden mit TEUR 3.408 (i.V. TEUR 4.111) ausgewiesen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit TEUR 993 im Vergleich zum Vorjahr (i.V. TEUR 2.427) gesunken. Darin enthalten sind Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit TEUR 365 (i.V. TEUR 1.016). Den wesentlichen Anteil daran haben die kurzfristigen Forderungen an die Gesellschafterin Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG, München. Des Weiteren betragen die Forderungen an das Finanzamt TEUR 389 (i.V. TEUR 373), die hauptsächlich aus Umsatzsteuerforderungen resultieren.

Passiva

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt TEUR 750 (i.V. TEUR 750), die Kapitalrücklage TEUR 2.175 (i.V. TEUR 2.175) sowie die anderen Gewinnrücklagen TEUR 267 (i.V. TEUR 267). Der Bilanzgewinn hat sich aufgrund des negativen Ergebnisses auf TEUR 6.917 (i.V. TEUR 9.351) reduziert.

Aufgrund des Umsatzrückgangs und des Restrukturierungskonzepts sind korrespondierend die Rückstellungen von TEUR 2.803 auf TEUR 1.994 gesunken.

Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 479 auf TEUR 778 gesunken.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
31.12.202531.12.2024Veränderung
TEURTEUR %TEUR %%
Immaterielle
Vermögensgegenstände und1.06281.3418-279-21
Sachanlagen
Finanzanlagen23522351
Vorräte3.408264.11125-703-17
Sonstiges Umlaufvermögen
und1.05482.46715-1.413 -57
Rechnungsabgrenzungsposten
Liquide Mittel7.122568.44951-1.327-16
Gesamtvermögen12.88110016.603 100-3.722-22
Eigenkapital10.1097912.54375-2.434-19
Kurzfristiges Fremdkapital
Rückstellungen1.03981.3228-283-21
Verbindlichkeiten und
Rechnungsabgrenzungsposten77861.2578-479-38
Langfristiges Fremdkapital
Rückstellungen95571.4819-526-36
Verbindlichkeiten000000
Gesamtkapital12.88110016.603 100-3.722-22

1.3.5. Kennzahlen der Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
20252024
Eigenkapitalquote78,48%75,55%
Anlagendeckungsgrad:
(Eigenkapital/Anlagevermögen)779,01%795,59%
|Verschuldungsgrad: (FK/GK)21,52%24,45%

Während auf der Aktivseite mit einem Anlagevermögen in Höhe von TEUR 1.298 rd. 10% der Bilanzsumme langfristig gebunden sind, steht dem auf der Passivseite ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 10.109 gegenüber. Die Eigenkapitalquote hat sich gegenüber 2024 auf 78,48% (Vj 75,55%) erhöht.

1.3.6. Darstellung der Finanzlage – Geldflussrechnung

Ober die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung geben folgende Kennzahlen aus der Kapitalflussrechnung Aufschluss:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
20252024
TEURTEUR
Periodenergebnis-2.434-2.458
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit-1.3697.659
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit+45-54
-
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit-3-23
Summe der Cash Flows-1.3277.582
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode8.449867
Finanzmittelfonds am Ende der Periode7.1228.449

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit spiegelt das operative Ergebnis, sowie die Veränderung im Working Capital wider.

Im Cash Flow aus Investitionstätigkeit sind Zinserträge von Sparkonten in Höhe von TEUR 115 inkludiert.

Insgesamt ergab sich ein negativer Gesamt-Cash-Flow von TEUR 1.327 (i.V. TEUR 7.582).

Der Finanzmittelfonds reduzierte sich entsprechend von TEUR 8.449 zu Jahresbeginn auf TEUR 7.122 zum Bilanzstichtag.

2. Ausblick sowie Chancen und Risiken des Unternehmens

2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Vor dem Hintergrund der beschriebenen makroökonomischen Entwicklungen und der sich daraus ergebenden Marktbedingungen stellt sich die ARRI-Gruppe weiterhin strategisch zukunftsorientiert auf. Die langfristige Unternehmensausrichtung bleibt dabei klar: Die Strategie, neue Produkte und Technologien für professionelle Bewegtbildproduktionen zu entwickeln und anzubieten, bleibt unverändert gültig. Die Innovationskraft hat dabei maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. Entsprechend plant die ARRI-Gruppe auch weiterhin Investitionen im Entwicklungsbereich auf einem hierfür erforderlichen Niveau. Gleichzeitig strebt das Unternehmen danach, mit seinem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse von Filmschaffenden Produkte anzubieten, die sowohl technologisch als auch wirtschaftlich führend im Markt sind.

Im April 2026 wurde die ARRI-Gruppe durch Thomas Riedel, Gründer und Inhaber von Riedel Communications und der Riedel Group übernommen. Die Riedel Group ist international als Spezialist für fortschrittliche Technologie- und Infrastrukturlösungen für Audio, Video und Daten bekannt und weltweit in den anspruchsvollsten Broadcast-, Live- Event- und Sportproduktionen im Einsatz. Durch die Übernahme der ARRI-Gruppe schafft Thomas Riedel eine enge strategische Verbindung zwischen der ARRI-Gruppe und der Riedel Group und erweitert die gemeinsame Expertise entlang der gesamten Produktionskette – von der Kameraoptik bis zur Ausspielung.

Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenoptimierung werden fortgeführt, um die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Ergänzend zur Sicherung der Marktführerschaft im Kernbereich „Motion Picture“ verfolgt ARRI das Ziel, seine Präsenz in angrenzenden Segmenten – insbesondere im Bereich „Live Entertainment" wie Sport- und Konzertproduktionen – gezielt auszubauen und dadurch zusätzliche Wachstumsfelder zu erschließen.

Es werden stetig weitere ARRI Kameraprodukte am Markt positioniert, welche wiederum neue Zubehörprodukte nach sich ziehen. Darüber hinaus wird permanent an der Markenunabhängigkeit der Zubehörprodukte gearbeitet. Ziel ist es, dass diese mit Produkten anderer Hersteller ebenso integrativ genutzt werden können und so zur positiven Umsatzentwicklung beitragen. Für die Folgejahre wurde in 2025 eine Anpassung der Produkt-Roadmap mit preiswerteren Produkten durchgeführt, da die Erholung des Marktes für bestehende High End Produkte voraussichtlich mehrere Jahre dauern wird. Des Weiteren wird verstärkt im Bereich Netzwerktechnologie welche insbesondere für virtuelle Produktionen, sowie im Live- und Broadcast Bereich Verwendung finden, investiert, um Produkte für diese Marktsegmente bereitzustellen. Die Fertigstellung eines preiswerteren Produktportfolios wird mit Mitte 2027 erwartet. 2026 ist mit dem bestehenden Produktportfolio weiterhin mit niedrigen Umsätzen zu rechnen. Die Umsatzplanung wurde entsprechend reduziert. Für 2026 wird daher mit einem negativen Geschäftsergebnis gerechnet.

Um die Profitabilität der ARRI Austria wiederherzustellen, wurde neben Abverkäufen von Bestandsprodukten für 2026 ein weiteres Restrukturierungskonzept erarbeitet, welches in Abhängigkeit der tatsächlichen Umsätze im Laufe des Jahres in Stufen umgesetzt werden kann. Die von der Geschäftsführung aufgestelte Liquiditätsplanung samt Sensitivitätsanalysen zeigt, dass nach heutigem Kenntnisstand zumindest für die nächsten 12 Monate ausreichend Liquidität zur Verfügung steht, dies ohne Fremdfinanzierung durch Banken oder Konzerndarlehen. Dementsprechend geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Fortbestand der Gesellschaft gesichert ist.

2.2. Wesentliche Chancen und Risiken

Das Segment mit Sport- und Konzertveranstaltungen fordert eine zunehmend hohe Qualität für ihre Aufzeichnungen sowie Live-Übertragungen und verfügt auch über hohe finanzielle Mittel. Damit bietet es für ARRI Austria ein neues Marktumfeld zur Platzierung von dafür adaptierten, sowie neuen Hi-End ECS Produkten.

Weiters werden als Reaktion auf die neue Marktsituation Einstiegsprodukte im niedrigeren Preissegment als Ergänzung zu den existierenden ECS-Produkten entwickelt, um bestehenden Kunden preiswertere ARRI Produkte zu bieten, sowie neuen Kunden mit geringerer Kaufkraft den Einstieg in die ARRI Welt nachhaltig zu ermöglichen.

In 2026 soll ein weiterer Vertriebskanal neben den etablierten Händlerstrukturen in Form einer Erweiterung des bestehenden Onlineshops realisiert werden. Dieser soll einen niederschwelligen Zugang, insbesondere für ECS Zubehör und Pro Camera Accessories Produkte (PCA), ermöglichen. Aufgrund der Restrukturierung der ARRI Gruppe, sowie der Übernahme durch Thomas Riedel wird sich die Fertigstellung bis Ende 2026 verzögern.

Ende Q1 2026 gelangten zwei neue Produkte der ARRI Austria auf den Markt, welche das erfolgreiche Produktportfolio ECS erweitern.

Aufgrund der Marktsituation besteht das größte Risiko nach wie vor in der sich ständig ändernden Umsatzprognose.

Die mit den unvorhersehbaren Umsatzrückgängen verbundenen Risiken werden durch unterschiedliche Planungsszenarien analysiert und entsprechende Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Unser Controlling sichert eine zeitnahe Beurteilung von sich verändernden internen und externen Parametern ab. Die Geschäftsführung wird zusätzlich monatlich anhand eines detaillierten Berichts über die Geschäftsentwicklung informiert.

Ein weiteres Risiko ist das Bestandsrisiko (Vorräte) aufgrund von nicht treffsicheren Vertriebsprognosen bei gleichzeitig nicht ausreichend flexibler Lieferantenverträgen. Durch eine verbesserte Abstimmung zwischen den Vertriebsniederlassungen der ARRI-Gruppe und ARRI Austria soll dieses Risiko minimiert werden.

3. Bericht über Forschung und Entwicklung

Folgend eine detaillierte Darstellung der Forschungs- bzw. Entwicklungsbereiche Kamera, Licht, PCA/ECS und PCA/CSA/CSS:

Kamera mit Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt „High End Film Kamera Systems“

Im Forschungsschwerpunkt High End Film Kamera Systeme werden gemeinsam mit Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG einerseits die nächste Generation von High Dynamic Range (HDR) Kamerasystemen für den Film- und den Broadcast Bereich, für Anwendungen mit Drohnen bzw. SteadyCam, und im 6K Großformat für High End Produktionen entwickelt, als auch die erforderlichen HDR-Sensoren im 4,5K und Vollformat.

Licht mit Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt „Spektralvariante LED Scheinwerfer“

Zielsetzung im Forschungsschwerpunkt „Spektralvariante LED Scheinwerfer" ist die Entwicklung von innovativen neuen Scheinwerfern und Flächenleuchten auf Basis von Hochleistungs-LED Technologie, sowie zugehörige Bedienelemente und Anwendungssoftware.

PCA/ECS mit Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt „ECS Electronic Control System“

ARRl’s Electronic Control System (ECS) umfasst Geräte und Lösungen zur Fernbedienung und Steuerung von Filmkameras und Objektiven sowie Funkverbindungen zur Daten- und Videoübertragung. Mit den Komponenten des ECS (Objektivmotoren, Motorcontroller, Network Interface Adapter, Wireless Lenscontrol und Videotransmitter) werden systemübergreifend Datenverbindungen und Fernbedienungen für alle im Markt befindlichen professionellen Kamera- und Objektivsysteme geschaffen, wobei der durchgehende Metadaten-Workflow speziell mit ARRI-Kameras im Vordergrund steht.

PCA/CSA/CSS mit Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt „Entwicklung von Kamerazubehör für den professionellen Filmmarkt (PCA Professional Camera Accessories“)

Zielsetzung im Forschungsschwerpunkt „Entwicklung von Kamerazubehör für den professionellen Filmmarkt ist die Entwicklung von neuen systemübergreifenden Produkten und Bedienkonzepten für die Bereiche PCA Professional Camera Accessories mechanisch (Stützsysteme, Schärfenzieher und Kompendien), CSS Camera Stabilizer Systems und CSA Camera Specific Accessories speziell für ARRI Kameras, aber auch für Fremdhersteller.

4. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den

Rechnungslegungsprozess

Im Geschäftsjahr 2025 konnte – wie in den Vorjahren – auf valide Reporting-Systeme zurückgegriffen werden. Das beinhaltet sowohl die Zyklen der Berichterstattung als auch die Qualität der Umsatzprognosen, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz sowie der Cash Flow- und Finanzbedarfsrechnung. Mit dem ISO 9001:2015 Managementsystem ist ein hochwertiges und detailliertes Qualitätssicherungs- und Prozessdokumentationssystem verankert. Dies hat sich auch im laufenden Geschäftsjahr als sehr effektiv hinsichtlich Risikoerkennung und Umsetzung von Korrekturmaßnahmen erwiesen.

wien, 16.07.2021

ARRI Cine + Video Geräte Gesellschaft m.b.H.

CINE + VIDEO GERATE ESELLSCHAFT M.B.H. TTENDORFER STR. 23-25/3/2/1 I Wien at stria TEL. +43 (0)1 892 01 07

Rehé Paul Hinterberger

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.