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Lagebericht 2025/26

Hoval Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. März 2026 · Eingereicht am 30. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

der Hoval Gesellschaft m.b.H., Marchtrenk, für das Geschäftsjahr 2025/26

Allgemeine Wirtschaftsentwicklung und Lage des Unternehmens

Laut der aktuellen WIFO-Konjunkturprognose vom April 2026 stieg das reale BIP im Jahr 2025 nach zwei Jahren Rezession leicht um + 0,6%. Vor allem um die Jahresmitte war eine deutliche Konjunkturbelebung festzustellen, die zum Jahresende allerdings wieder verebbte.

Die Prognosen für 2026 und 2027 haben sich aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten zuletzt verschlechtert. Neben der erratischen Handelspolitik der USA belastet nun auch der Iran-Krieg die Konjunktur. Angesichts des unsicheren Umfeldes prognostiziert das WIFO auf Basis einiger Schlüsselindikatoren auf dieser Grundlage drei Szenarien. Sie basieren auf unterschiedlichen Annahmen zur weiteren Entwicklung der Rohölund Erdgaspreise. Je nach Szenario wird das Wirtschaftswachstum 2026 zwischen +0,2% und +1,1% liegen (2027 +0,4% bis +1,5%), die Inflationsrate zwischen 2,5% und 4,1% (2027: 2,2% bis 3,5%) und die Arbeitslosenquote zwischen 7,3% und 7,5% (2027: 7,0% bis 7,6%).

Bei den Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnikern liegt die preisbereinigte Umsatzentwicklung um -5,2% unter dem Vorjahr und um -1,9 Prozentpunkte unter jenem für Gewerbe und Handwerk (-3,3%). Die größten Herausforderungen sieht die Branche bei den Arbeitskosten, den Preissteigerungen bei Rohstoffen und Materialien, sowie dem Fachkräftemangel und der Preiskonkurrenz.

Mittelfristig rechnen wir in der Branche trotz der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen (Ukrainekrieg, Inflation, Zollpolitik der USA, Nahostkonflikt, Energiepreise, Fachkräftemangel) mit einer steigenden Nachfrage. Die klimapolitische Diskussion und die damit voraussichtlich weiter verbundenen staatlichen Fördermittelsummen (oder andere staatliche Lenkungsmaßnahmen), sowie die geopolitischen Weichenstellungen betreffend Unabhängigkeit bei der Energieversorgung, werden das Wachstum der Nachfrage bei Systemen für erneuerbare Energien (Biomasse, Wärmepumpen und Fernwärme) weiterhin antreiben.

Preisbereinigte Umsatzentwicklung bzw. reale Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

10,0% 5,0%

10,0% 2021 •installateure 2022 2023 • Bruttoinland sprodukt

2025

Gewerbe & Handw.

Quellen: KMU Forschung Austria, Statistik Austria (Stand: 01.04.2026)

Hoval liegt im abgelaufenen Geschäftsjahr schlechter als der Branchentrend. Das Unternehmen verzeichnete in diesem Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um -11,5% (Vorjahr + 4,5%). Ein wesentlicher Grund für den Umsatzrückgang in diesem Geschäftsjahr war der Stopp des Förderprogramms Ende 2024. Viele Endkunden waren verunsichert und haben insbesondere die neuen Förderrichtlinien abgewartet und die Investitionen in die Zukunft verschoben. Dies hat sich insbesondere auf die zweite Jahreshälfte des Geschäftsjahres ausgewirkt. Die Ende des Kalenderjahres 2025 neu ins Leben gerufene Sanierungsoffensive 2026 mit einem wesentlich geringeren Fördertopf hatte keine bzw. eine nur sehr geringe Auswirkung auf das laufende Geschäftsjahr. Produktseitig stand im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin unverändert die Wärmepumpe trotz Umsatzrückgangs im Fokus. Leichte Umsatzsteigerungen, jedoch auf niedrigem Niveau, gab es in den Segmenten OI und Gas. In allen anderen Produktsegmenten wurden Umsatzrückgänge verzeichnet. Der Dienstleistungsbereich konnte auch in diesem Jahr die positive Entwicklung fortsetzen und es ist gelungen, auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs von 2,2% (Vorjahr 9,5%) zu erreichen. Ein wesentlicher Faktor ist hier, den Anlagenbesitzern die Wichtigkeit einer routinemäßigen Überprüfung ihrer Hoval Systemlösung für einen effizienten und problemlosen Betrieb näher zu bringen.

Bei den Personalaufwendungen konnten die Kosten einerseits durch einen Personalrückgang sowie durch den Abbau bei den Rückstellungen (insbesondere Urlaub) trotz der KV-Erhöhungen in Summe um -1,5% reduziert werden. Die Herausforderung im Personalbereich bleibt unverändert neben den Kosten, entsprechende Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen. Die Bekämpfung des Fachkräftemangels bleibt auch in Zukunft ein enorm wichtiges Thema, um ein nachhaltiges Umsatzwachstum gewährleisten zu können.

Bei den Gemeinkosten ist die Unternehmensführung bereits seit Jahren bestrebt, eine konsequente Kostenpolitik zu betreiben und es wurde in sämtlichen Bereichen eingespart. Einen großen Einfluss auf die rückläufigen Gemeinkosten hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr die Rückgabe der externen Lagerflächen in der Logistik sowie die Veränderung bei der Gewährleistungsrückstellung.

Auf unverändert hohem Niveau halten wir unsere Aufwendungen für die Informations- und Kommunikationstechnologie, da wir es einerseits für unerlässlich halten, die Digitalisierung unseres Geschäftsmodelles voranzutreiben und andererseits die Sicherheit der IT-Systeme immer größere Bedeutung gewinnt.

Das Unternehmen konnte trotz eines Umsatzrückganges in Höhe von 11,5% durch geringeren Materialaufwand (-16,4%), sowie durch Einsparungen bei den Personalkosten (-1,5%) und durch Einsparungen bei den Gemeinkosten (-17,6%) einen Jahresgewinn in Höhe von EUR 0,8 Mio. (Vorjahr 1,1 Mio.) erzielen. Der operative Cashflow beträgt rund EUR 1,4 Mio. (Vorjahr 2,9 Mio.), das buchmäßige Eigenkapital der Gesellschaft beträgt 34,0% (Vorjahr 31,2%) laut URG-Kennziffernberechnung, absolut EUR 6,7 Mio. (Vorjahr 6,9 Mio.).

Nachfolgende finanzielle Leistungsindikatoren geben einen weiteren Überblick über die Entwicklung des Unternehmens:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2025/20262024/2025
Umsatzrentabilität in %:1,3%1,6%
Berechnung:EBT x 100880 x 1001.206 x 100
Umsatz (inkl. BV)67.04975.722
Gesamtkapitalrentabilität in %:4,2%5,5%
Berechnung:(EBT + FK-Zinsen) x 100 durchschn. Gesamtkapital880 x 100 20.9591.206 x 100 21.690
Working Capital (in TEUR):5.0647.425
Berechnung:kfr. Aktiva - kfr. Passiva10.968 -5.90415.140- 7.715
Working Capital Ratio in %:185.8%196,2%
Berechnung:kfr. Aktiva x 10010.968 x 10015.140 x 100
kfr. Passiva5.9047.715
Anlagendeckungsgrad Il in %:166,1%221,5%
Berechnung:langfr. Kapital x 10013.788 x 10014.511 x 100
Anlagevermögen8.3016.551
Verschuldungsgrad in %:194,30%220,4%
Berechnung:Fremdkapital x 10013.001 x 10015.289 x 100
Eigenkapital6.6916.937

Vorschau, Prognose und Risiken des Unternehmens

Im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 wurde die Förderung für „Raus aus OI und Gas" im November 2025 mit einer maximalen Gesamtförderung in Höhe von 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten neu aufgelegt. Seit Februar 2026 ist dieser Fördertopf nur mehr für den Kesseltausch möglich und aus heutiger Sicht wird dieser Fördertopf bis zum Sommer 2026 ausgeschöpft sein. Zusätzlich macht es die aktuelle geopolitische Entwicklung schwierig, eine Prognose für das Gesamtjahr abzugeben. Aus heutiger Sicht ist die Marktentwicklung schwer abzuschätzen, es wird ungefähr ein Marktvolumen des Vorjahres erwartet.

Grundsätzlich sieht Hoval jedoch unverändert auch in Zukunft seine Chance, mit einem umfassenden Produktprogramm Lösungen für die Kunden anzubieten und legt dabei besonderen Wert auf intensive Beratung unter Nutzung der digitalen Möglichkeiten. Wir können private wie gewerbliche und industrielle Investoren „brennstoffneutral“ beraten, da wir alle gängigen Energieträger im Angebot haben, und das mit der jeweils modernsten Technologie. Außerdem können wir durch speziell abgestimmte Gesamtpakete dem sanierungswilligen Anlagenbesitzer eine klare Entscheidungshilfe anbieten. Durch diese Pakete weiß der Anlagenbesitzer, wann, durch wen, zu welchen Investitionskosten und auf welches neue und moderne Produkt seine alte Heizanlage erneuert wird.

Die Wärmepumpe wird weitere Zugewinne verzeichnen, nachdem schon in den letzten Jahren deutliche Marktsteigerungen erreicht werden konnten. Hoval hat hier durch seine breite Produktpalette und letztendlich durch das neue Produktionswerk in der Slowakei, mit deutlich höheren Produktionskapazitäten, eine gute Ausgangsposition. Zur Reduktion der Treibhausgaseffekte durch Kältemittel werden unsere außenstehenden Luft-Wasser-Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel Propan betrieben. Diese neuen Geräte sind vom Markt auch bereits gut angenommen worden und werden zukünftig aufgrund der EU-Gesetzgebung verstärkt nachgefragt.

Der Dienstleistungsbereich ist organisatorisch gut aufgestellt, um seine positive Tendenz der letzten Jahre fortsetzen zu können. Klar abgegrenzte Verantwortungsbereiche im Vertrieb und Führungskräfte, die darauf geschult sind, ihre Mitarbeiter intrinsisch motiviert zu führen, werden weiterhin dazu beitragen, dass die budgetierten Ziele eingehalten werden und dadurch laufend weitere Verbesserungen erreicht werden.

Zur Erhaltung und Weiterentwicklung des Unternehmenswertes und zur Erfüllung unserer Vision verpflichtet sich Hoval zu einem ausgewogenen, stufengerechten und integrierten Chancen- und Risikomanagement. Die Risikopolitik sowie die Grundsätze des Risikomanagements werden durch den Verwaltungsrat der Hoval Holding festgelegt. Das Risikomanagement ist eine der Kernaufgaben des Linienmanagements und umfasst die periodische, systematische Identifikation und Bewertung der wesentlichen Risiken hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit.

In den Bereichen Lieferantenbeziehung, Finanzierung und IT-Systeme arbeiten wir eng mit der Konzernzentrale zusammen.

Derivative Finanzinstrumente sind nicht im Einsatz.

Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit in der Heiztechnik erfolgt im Wesentlichen im Stammhaus Hoval in Vaduz. Hoval hat zum Ziel, Vorreiter im Bereich Innovation zu sein, weshalb dem Bereich Forschung & Entwicklung große Bedeutung beigemessen wird, was auch daran erkennbar ist, dass Hoval in diesem Bereich mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Hoval hat den strategischen Entscheid gefällt, die Kapazitäten und Kompetenzen im Bereich Wärmepumpe signifikant zu erweitern. Darüber hinaus wurden auch die Kapazitäten im Bereich Fernwärme deutlich erweitert. Der Trend weg von Fossilen hin zu alternativen Energien hat sich aufgrund der bereits bestehenden gewichtigen politischen Initiativen "The Green Deal" der EU und der Initiativen auf Länderebene beschleunigt. Die tragischen Ereignisse in Osteuropa sowie aktuell im Nahen Osten und die damit einhergehende Diskussion über den Verbrauch von OI und Gas haben die Situation weiter akzentuiert.

Wir führen unseren Weg vom Produkt zum Lösungsanbieter fort und investieren weiter in unsere loT Lösungen. Dies ist die Basis für neue Servicelösungen. Parallel dazu werden wir unser übergreifendes Regler-Konzept auf eine neue und zukunftsweisende Plattform bringen.

Dem Leitgedanken der Hoval-Gruppe „Verantwortung für Energie und Umwelt" folgend, werden auch immer wieder Maßnahmen gesetzt, um diese Idee mit Leben zu versehen. Ob es um Ersatzinvestitionen im Fuhrpark geht, wo sukzessive auf möglichst emissionsarme und kraftstoffsparende Fahrzeuge umgestellt wird oder bei der Erneuerung der Gebäudestruktur, wo im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Lagerhallen thermisch saniert wurden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mehr als 20% des Energieverbrauchs am Standort Marchtrenk durch die eigene PV-Anlage produziert. Verbrauchsmindernde Maßnahmen beziehungsweise der verantwortungsbewusste Umgang mit Energie nimmt für Hoval eine zentrale Rolle ein. Da ist es nur naheliegend, dass Hoval auch ein Energiemanagementsystem nach der Norm ISO 50001 hat, ein System, welches nur für große Industriebetriebe verpflichtend vorgeschrieben ist und Hoval auf freiwilliger Basis verfolgt und auf dem neuesten Stand hält.

Bestehende Zweigniederlassungen der Gesellschaft

Bei den drei im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen in Wien, Graz und Rum gab es im laufenden Geschäftsjahr keine Veränderungen.

Marchtrenk, 28. Mai 2026 Signiert von: Christian Robert Hofer Datum: 28.05

Christian Hofer Geschäftsführer

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