Inhaltsverzeichnis
Geschäftsverlauf der DONAUSÄGE RUMPLMAYR GmbH und wirtschaftliches Umfeld 1. Internationales Umfeld
Globale Baukonjunktur und internationale Holzströme
Im Jahr 2024 blieb die weltweite Baukonjunktur deutlich hinter früheren Expansionsphasen zurück. Hohe Zinsen, angespannte Immobilienmärkte, inflationsbedingte Baukostensteigerungen und Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld (z. B. zu Energieeffizienzstandards) belasteten die Nachfrage nach Neubauten. Besonders betroffen war der Wohnbau, in dem rund 80 % der von der Donausäge Rumplmayr GmbH produzierten Fichtenschnittholzprodukte eingesetzt werden.
In Zentraleuropa setzte sich der Rückgang der Baugenehmigungen und Projektstarts fort. In Ländern wie Deutschland und Osterreich wurde der Mehrfamilienhausbau stark eingeschränkt, während Förderprogramme für Sanierungen und sozialen Wohnbau punktuell Wirkung zeigten. Italien, Frankreich und die Benelux-Staaten verzeichneten eine abgeschwächte, aber stabilere Bauentwicklung.
In den USA deutete sich ab Mitte 2024 eine leichte Erholung an, getragen von sinkenden Inflationsraten und ersten Zinssenkungen. Dennoch blieben die Finanzierungsbedingungen angespannt. In China setzte sich die Immobilienkrise fort, was zu anhaltend schwacher Bautätigkeit führte. Japan sowie viele Länder des Mittleren Ostens und Nordafrikas zeigten hingegen stabile bis leicht positive Bautrends, oft gestützt durch staatliche Investitionsprogramme.
Die internationalen Holzströme reagierten sensibel auf diese Bauentwicklungen. Der Euro war gegenüber dem US-Dollar fester als im Vorjahr, was Exporte nach Nordamerika leicht erschwerte. Gegenüber asiatischen Währungen blieb der Euro volatil. Besonders bedeutend war die anhaltend schwache Schwedische Krone (SEK), die schwedischen Sägewerken einen spürbaren Preisvorteil auf internationalen Märkten verschaffte und den Preisdruck auf Produzenten im Euroraum erhöhte.
Entwicklung der weltweiten Nachfrage nach Nadelschnittholz (Top 6 Importländer)
• USA Mit rund 28 Mio. m3 blieb die USA der größte Importeur weltweit. Der Rückgang gegenüber 2022 (-7 %) spiegelt die schwächere Baukonjunktur und das gestiegene Zinsniveau wider. Die Importe stammen sehr wesentlich aus Kanada; die EU- Lieferungen gingen von 4,66 Mio. m3 (2022) auf 3,40 Mio. m3 (2024) zurück. • China Die Importe sanken von über 14 Mio. m3 (2022) auf rund 12,5 Mio. m3 (2024). Hauptgrund war das hohe Angebot aus Russland (2024: 11,25 Mio. m3) bei gleichzeitig schwacher Baukonjunktur. EU-Lieferungen nach China halbierten sich zwischen 2022 und 2024. • Japan Mit stabilen Importmengen um 2 Mio. m3 war Japan weiterhin ein verlässlicher Premium-Markt. Aus Europa kamen vor allem Lieferungen aus Schweden (813 Tsd. ma in 2024) und Finnland (748 Tsd. m3). Österreich lieferte 176 Tsd. m3.
• Großbritannien (UK) Die Importe bewegten sich konstant um 4,7–-4,8 Mio. m3. Schweden war klar führend (2,72 Mio. m3 in 2024), gefolgt von Lettland und Finnland. • Italien Mit rund 3,4 Mio. m3 blieb Italien ein Kernmarkt für österreichisches Schnittholz. 2024 kamen allein 2,58 Mio. m3 aus Osterreich, was knapp drei Viertel der EU-Lieferungen entsprach. • Niederlande Bei konstanten Importmengen um 2,2 Mio. m3 dominierte Schweden (1,09 Mio. m3 in 2024), gefolgt von Deutschland (653 Tsd. m3) und Finnland.
Entwicklung der globalen Nadelschnittholzproduktion und der Exportströme
Kanada war auch 2024 der mit Abstand größte Exporteur von Nadelschnittholz. Die Ausfuhren in die USA lagen bei 28,06 Mio. m3, nach China bei 1,30 Mio. m3 und nach Japan bei 988 Tsd. m3. In die EU wurden 122 Tsd. m3 geliefert – mehr als doppelt so viel wie 2022.
Europäische Exporteure entwickelten sich differenziert:
• Skandinavien Schweden konnte seine Exporte nach Großbritannien (2,72 Mio. m3), die Niederlande (1,09 Mio. m3) und Japan (813 Tsd. m3) stabil halten oder leicht ausbauen. Finnland lieferte 2024 u. a. 748 Tsd. m3 nach Japan und 505 Tsd. m3 nach China. Lettland exportierte 928 Tsd. m3 nach Großbritannien. • Zentraleuropa Deutschland reduzierte zwischen 2022 und 2024 seine Lieferungen in die USA von 2,80 Mio. m3 auf 2,08 Mio. m3. Nach China gingen die Exporte von 759 Tsd. m3 auf 329 Tsd. m3 zurück. Osterreich blieb stark auf Italien ausgerichtet (2,58 Mio. m3 in 2024), lieferte aber auch nach Japan (176 Tsd. m3) und China (32 Tsd. m3). Die Importe Osterreichs beliefen sich auf jährlich rund 3–3,5 Mio. m3, vor allem aus Deutschland, Tschechien und Rumänien. Hauptzweck ist die Weiterverarbeitung zu Brettschichtholz und Brettsperrholz, in zweiter Linie der Handel.
Russland exportierte 2024 11,25 Mio. m3 nach China, 2,16 Mio. m3 nach Usbekistan und 550 Tsd. m3 nach Ägypten. Lieferungen in westliche Märkte fielen praktisch auf null. Das Überangebot in China drückte dort die Preise und verschärfte den Wettbewerb erheblich.
Fazit 1:
Die Verschlechterung der Mengen- und Preisentwicklung in der Holzindustrie im Jahr 2023 war als ein weltweites Phänomen auch über das gesamte Jahr 2024 maßgeblich.
Fazit 2:
Die 2022 eingetretene Verschlechterung der Schnittholznachfrage und in deren Folge sinkende Schnittholz-Preise hatten 2023 tatsächlich den Boden gefunden. Sowohl Mengen als auch Preise konnten 2024 aber nicht maßgeblich erhöht werden.
Fazit 3:
Entwicklung von BSH, BSP und KVH in Zentraleuropa (2022–2024)
Der Markt für weiterverarbeitete Bauholzprodukte in Zentraleuropa entwickelte sich zwischen 2022 und 2024 uneinheitlich. BSH verzeichnete nach dem Hoch der Pandemiejahre und den darauf folgenden Preisrekorden zunächst einen deutlichen Rückgang der Nachfrage, ausgelöst durch die schwache Baukonjunktur im Wohnbau. Ab 2024 stabilisierte sich der Absatz auf einem im Vergleich zu 2021 deutlich niedrigeren, aber wieder kalkulierbaren Niveau.
BSP blieb trotz der schwachen Bauaktivität in vielen Märkten ein Wachstumssegment. Wesentliche Treiber waren die verstärkte Anwendung im mehrgeschossigen Holzbau und der Ausbau öffentlicher Bauvorhaben, bei denen Nachhaltigkeit und CO2-Bilanz im Vordergrund standen. Allerdings führten steigende Produktionskapazitäten in mehreren zentraleuropäischen Ländern zu einem spürbaren Angebotsüberhang, der die Preise unter Druck setzte.
KVH entwickelte sich in enger Korrelation zur Neubautätigkeit, insbesondere im Ein- und Zweifamilienhausbau. Die Nachfrage ging zwischen 2022 und 2024 kontinuierlich zurück, was zu sinkenden Produktionsauslastungen und verstärktem Wettbewerb unter den Herstellern führte. Ein Teil der rückläufigen Inlandsnachfrage konnte durch Export in nichteuropäische Märkte kompensiert werden, wobei die Wettbewerbsintensität aufgrund niedrigerer Transportkosten und hoher Kapazitäten in der Region hoch blieb.
Insgesamt blieb die Verfügbarkeit von BSH, BSP und KVH im gesamten Zeitraum gut, da die Produktionskapazitäten in Zentraleuropa hoch und die Rohstoffversorgung – trotz rückläufiger Kalamitätsholzmengen – gesichert war. Die Preisniveaus bewegten sich nach dem Rekordjahr 2021 in einem deutlich niedrigeren, aber stabileren Bereich.
II. Allgemeine Entwicklung der österreichischen Sägeindustrie
Die österreichische Sägeindustrie folgte dem oben beschriebenen internationalen Trend. Die Absatzmärkte waren nach der schockhaften Abkühlung wieder aufnahmefähiger, da sich große Lagerbestände auf Seiten der Abnehmer, die sich über das Jahr 2023 aufgebaut hatten, wieder absorbiert waren. Deutliche Mengensteigerungen ließen sich jedoch nur im Export nach Deutschland erzielen.
Auch die Schnittholzpreise ließen sich über das Jahr hin kontinuierlich anheben. Die Mengennachfrage blieb aber - verglichen mit Vor-Covid-Jahren - auf bescheidenem Niveau. Dies war auch der Grund, weshalb die Rundholzpreise im Jahresschnitt geringfügig nachgaben.
Da jedoch die Preise für Späne und Hackgut im Jahresverlauf deutlich nach unten korrigiert werden mussten, blieben in österreichischen Sägeindustrien nur geringfügig bessere Margen als im Jahr 2023, die auf dem geringeren Mengen-Niveau keine zufriedenstellende Profitabilität entfalten konnten.
III. Geschäftsverlauf der DONAUSÄGE RUMPLMAYR GmbH
Die Donausäge konnte sich der allgemeinen Marktlage nicht entziehen. Da die Nachfrageentwicklungen weltweit annähernd simultan abliefen, konnte das Unternehmen trotz der vielseitigen Überseeexportorientierung keine substanzielle Besserstellung
generieren. Lediglich der traditionell hohe Absatzanteil an zentraleuropäische Verarbeiter wirkte sich in diesem Zusammenhang positiv aus.
Der Umsatz stieg bezogen auf das Vorjahr um 12% (VJ -33%) Der Einschnitt erhöhte sich um 11% (VJ -13%), der Schnittholzpreis ab Werk erhöhte sich um 4,9% (VJ -28%) der Rundholzpreis fiel um 6% (VJ -12%). Da der Preis für Hackgut verglichen mit dem Vorjahr um -19% (VJ 13%) nachgab, blieb am Ende eine Rohertragsverbesserung von 3,1 Euro pro eingeschnittenem Festmeter. Die betrieblichen Kosten (Personal, Betriebsmaterial, Instandhaltung) fielen durch Einsparungen um -7,5% (VJ 2%). Diese Effekte reichten nicht aus um das Ergebnis in der Säge ins Positive zu drehen.
Dazu kam, dass durch die im Jahr 2024 erheblich gesunkenen Pellets-Preise (-26%) der Ergebnisbeitrag des Pelletswerkes im Berichtsjahr verglichen mit dem Vorjahr um 4,4 Euro pro fm schlechter und somit negativ war.
Die Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten sanken im Berichtsjahr um 10% (VJ +45%) auf 37,8 Mio. Euro.
Der Kapitalumschlag erhöhte sich um 20% (VJ-26%). Der Eigenkapitalanteil lag bei 33% (VJ 40%).
IV. Umwelt und Arbeitnehmerbelange
Das Unternehmen verarbeitet einen nachwachsenden Rohstoff aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Daraus resultiert die PEFC-Zertifizierung auch im Wirtschaftsjahr 2024. Dieses Rohstoffaufkommen bietet auch die Grundlage für die Brennstoffversorgung der unternehmenseigenen Biomasse-KWK. Diese versorgt mit Umstellung im Q3/22 nun primär die DONAUSAGE mit elektrischer Energie, speist jedoch darüber hinaus den erzeugten Überschuss in das öffentliche Stromnetz ein. Auch unter Hinzuziehung der in den vergangenen Jahren installierten Photovoltaik-Anlage ist das Unternehmen somit energieautark.
Infolge der Investitionen des Jahres 2022 in ein Pelletswerk mit 65.000 t Jahreskapazität können die im Säge- und Hobelwerk anfallenden Holzspäne zur Gänze zu einem CO2- neutralen Brennstoff verarbeitet werden. Da auch die dafür erforderliche Prozesswärme zur Gänze aus den bestehenden Ressourcen der eigenen Biomasse-KWK gewonnen wird, stellt diese Installation einen Modellfall nachhaltigen Wirtschaftens dar.
Die Anzahl der Mitarbeiter belief sich auf 163 (VJ 162).
V. Risikobericht
Die Absatzmärkte des Unternehmens sind gut segmentiert und selektiert und das Absatzrisiko deshalb weitgehend verteilt. Deutschland war gefolgt von USA, Japan und Italien mit 25,4% (VJ 28,58%) des Schnittholzumsatzes der größte Exportmarkt. 37,6% (VJ 35,89%) des Schnittholzumsatzes wurde im Inland generiert. Der größte Schnittholzkunde hatte einen Umsatzanteil von 16,2% (VJ 13,05%).
20,17% (VJ 15,62%) des Schnittholzumsatzes wurden in Fremdwährung (ausschließlich USD) getätigt. Die diesbezüglichen Risiken werden im Bedarfsfall mit Devisentermingeschäften abgesichert. Weiters wurde für die Absicherung des Zinsänderungsrisikos eines Teiles der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 5 Mio. ein Zinsswap abgeschlossen, dessen negativer Marktwert zum 31.12.2024 durch eine Drohverlustrückstellung berücksichtigt wurde. Es werden keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet.
Das Risiko von Forderungsausfällen wird durch laufende Bonitätsprüfung,
Kreditversicherung und Akkreditivzahlung auf ein Minimum reduziert. Im Berichtsjahr mussten keine Forderungen abgeschrieben werden.
Die Deckungssummen der Neuwertversicherung gegen Brandrisiko werden laufend an die Neuinvestitionen angepasst. Die langfristigen Kreditverbindlichkeiten sind dinglich besichert und werden planmäßig rückgeführt.
VI. Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2024 stand die Weiterentwicklung der digitalen Produktionsplanung im Mittelpunkt der F&E-Aktivitäten. Aufbauend auf der in den Vorjahren entwickelten mathematischen Modellbasis wurde ein vollständig integriertes Optimierungssystem für das wöchentliche Produktionsprogramm implementiert.
Dieses System löst die zuvor manuell und erfahrungsbasiert gesteuerten Zuordnungen zwischen Aufträgen, Rundholzqualitäten und Durchmesserklassen algorithmisch und datenbasiert. Das entwickelte Modell bildet die wesentlichen Restriktionen der Rundholzversorgung (25 Durchmesserintervalle, jeweils in zwei Qualitätsstufen) sowie die Dimensionen und Sortierqualitäten der laufenden Aufträge ab.
Durch die simultane Berücksichtigung von Lagerkapazitäten, Qualitätsmischungen und Ausbeutefunktionen wird für jede Produktionswoche eine mathematisch optimale Zuordnung von Aufträgen zu Rohstoffklassen berechnet. Dabei werden sämtliche bekannten Schnittbilder je Dimension und Box als Eingangsparameter berücksichtigt, sodass die Optimierung auf realtechnisch umsetzbaren Mustern basiert.
Mit der Implementierung dieser sogenannten Wochenoptimierung konnte erstmals ein umfassender Abgleich zwischen Auftragsmix und Rundholzverfügbarkeit erreicht werden. Während frühere Planungen stark auf Erfahrungswerten und Einzeloptimierungen beruhten, wird nun das Gesamtsystem aus Absatz, Rohstoff und Produktion gemeinsam betrachtet. Der zuvor unvermeidliche Zielkonflikt zwischen optimaler Ausbeute und Auftragsabwicklung wurde dadurch deutlich reduziert.
Das neue Verfahren wurde 2024 produktiv eingeführt und läuft seitdem im Regelbetrieb. Es stellt eine wesentliche Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte dar, insbesondere für die seit Mitte 2025 umgesetzte Integration der Optimierungslogik in die Kundenportale und die automatisierte Vorschlagsgenerierung im Vertrieb.
Mit dieser Entwicklung hat die Donausäge Rumplmayr GmbH eine in der Sägewerksbranche neuartige Form der integrativen, modellbasierten Produktionsplanung etabliert, die algorithmische Optimierung, Rohstoffprognose und Absatzsteuerung in einem durchgängigen System vereint.
VII. Ausblick für die Jahre 2025 und 2026
2025 konnten die Absatzpreise für Schnittholz und Holz-Pellets deutlich erhöht werden. Das Pelletswerk liefert das gesamte Jahr 2025 einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag, die Marge der Schnittholzproduktion hat sich verglichen mit den Vorjahren deutlich verbessert. Der Geschäftsverlauf der zentraleuropäischen Sägeindustrie ist im Jahr 2025 von einer anhaltenden Knappheit an Sägerundholz geprägt, weshalb die Produktionsvolumen allgemein stark rückläufig sind. Die DONAUSÄGE RUMPLMAYR GmbH konnte die betrieblichen Stückkosten jedoch annähernd konstant halten und wird das Jahr 2025 jedenfalls mit einem positiven EBITDA abschließen.
Das Jahr 2026 sollte auf Grund der etablierten, sehr vorteilhaften Rundholzpreise eine höhere Holzernte erwarten lassen. Die Überseemärkte werden sich auf dem schwachen 2025er Niveau weiter seitwärts bewegen. Das 2025 erfolgreich eingeführte Online-Portal für Stamm- und Spotkunden in Zentraleuropa hat sich auch für die Kunden als hervorragend verlässliches Bestelltool entwickelt, weshalb wir davon ausgehen, dass wir uns in diesen Märkten noch besser etablieren können. Das 2025 erreichte Margenniveau sollte demnach zu halten sein.
Altmünster, am 12. November 2025
Mag. Severin Rumplmayr
DI Rudolf Rumplmayr
DI Friedrich Rumplmayr