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Lagebericht 2025/26

Teufelberger Seil Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Jän. 2026 · Eingereicht am 29. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Teufelberger Seil Gesellschaft m.b.H.

1. Wirtschaftsbericht

1.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieben auch im Jahr 2025/26 von erhöhter Unsicherheit und strukturellem Anpassungsdruck geprägt. Zwar setzte sich die Entspannung bei den Energiepreisen weiter fort, jedoch wirkten geopolitische Spannungen, ein im historischen Vergleich weiterhin erhöhtes Zinsniveau sowie eine nur moderate Expansion des Welthandels dämpfend auf die wirtschaftliche Entwicklung. In Europa zeigte sich die Konjunktur weiterhin schwach, wenngleich sich im Jahresverlauf erste Stabilisierungstendenzen abzeichneten. Insbesondere Deutschland, als wichtigster Handelspartner Osterreichs, verharrte weitgehend in einer Phase geringer Wachstumsdynamik. Die nachwirkenden Effekte der hohen Inflation der Vorjahre sowie nur langsam steigende Realeinkommen begrenzten die Konsumnachfrage, während die Investitionsbereitschaft der Unternehmen weiterhin verhalten blieb.

Im Jahr 2025 konnte die österreichische Wirtschaft die Rezessionsphase der beiden Vorjahre überwinden, ohne jedoch in eine kräftige Erholung überzugehen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs nur geringfügig um rund 0,5 %. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb dabei uneinheitlich: Während sich konsumnahe Dienstleistungsbereiche stabilisierten, blieb die Industrie weiterhin von einer schwachen Nachfrage und strukturellen Anpassungsprozessen geprägt. Die Investitionstätigkeit entwickelte sich weiterhin zurückhaltend, zeigte jedoch erste Anzeichen einer Bodenbildung. Die Exportnachfrage erholte sich nur langsam im Einklang mit der gedämpften internationalen Konjunktur.

Die Inflation ging im Jahr 2025 weiter deutlich zurück und lag im Jahresdurchschnitt bei etwa 2,7 %, womit sie sich dem Zielniveau annäherte, jedoch weiterhin leicht über dem Durchschnitt des Euroraums lag. Die Arbeitslosenquote blieb mit rund 7,0 % auf einem erhöhten Niveau und reflektierte die nur schwache gesamtwirtschaftliche Dynamik. Das öffentliche Budgetdefizit blieb mit etwa 4,3 % des BIP weiterhin über der Maastricht-Grenze und verdeutlicht die anhaltenden fiskalischen Herausforderungen.

Nach der längsten Rezessionsphase seit Beginn der entsprechenden Berechnungen trat die österreichische Wirtschaft damit in eine Phase schwachen Wachstums ein. Eine nachhaltige und breit getragene Erholung zeichnet sich bislang noch nicht ab, wenngleich die konjunkturelle Talsohle überwunden sein dürfte.

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025/26 moderat, jedoch weiterhin anfällig gegenüber externen Risiken. Wachstumsimpulse gingen vor allem von den USA sowie ausgewählten asiatischen Volkswirtschaften aus, während Europa hinter dieser Entwicklung zurückblieb. Belastend wirkten weiterhin vergleichsweise hohe Finanzierungskosten, geopolitische Unsicherheiten sowie strukturelle Herausforderungen im Zuge der ökologischen und digitalen Transformation. Der globale Strukturwandel hin zu einer dekarbonisierten und digitalisierten Wirtschaft schreitet voran, ist jedoch weiterhin mit erheblichen Investitionserfordernissen und Anpassungskosten verbunden.

(Quelle: WIFO Konjunkturprognose)

1.2. Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis

Nach dem unerwarteten Einbruch des Krangeschäfts mit Ende des ersten Quartals im Vorjahr und der darauffolgenden, einmonatigen Betriebsschließung, die für den Abbau des Fertigwarenlagers notwendig geworden war, wurde das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 mit unverminderter Ambition budgetiert. Ein weiterer Einbruch im Auftragseingang von Oktober bis Dezember 2024 machte eine detaillierte Liquiditätsplanung und Neuplanung des Geschäfts („IBR“ – Independent Business Review) notwendig. Noch vor dem Ablauf des ersten Quartals wurde der Sanierungsplan des Managements in die Praxis umgesetzt und Löhne bzw. Gehälter um -12% zum Referenzmonat März 2025 gekürzt. Mit Jänner 2026 wurde diese weitgehend wieder rückgeführt, wobei eine strukturelle Kürzung von ca. -1.5% bestehen blieb. Bis auf wenige Ausnahmen konnte die gesamte Belegschaft gehalten werden. Dies war das erklärte Ziel, da man nach dem dritten Jahr einer Industrierezession weiterhin an die Wachstumsstrategie des Geschäftsbereichs glaubt (welche in der italienischen Tochter eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde). Das Betriebsergebnis konnte damit verbessert werden. Die Business Unit Krane konnte mit einer starken Vertriebsleistung den Auftragseingang zum Vorjahr um ca. +15% steigern, wobei sich dies aufgrund des schwachen Jahresbeginns nur in einem Umsatzplus von +3.3% niederschlug. Der Bereich Seilbahn konnte dank einer stabilen Entwicklung bei den Pistenwindenseilen und einem Großauftrag ein Plus von +33% verzeichnen, während der lokale Vertrieb in Osterreich im Umsatz zwar nur mit -4.6% zum Vorjahr, aber mit -13% weit vom Budget abschloss.

Für das Geschäftsjahr 2026/27 muss die deutliche Ergebniskonsolidierung oberste Priorität haben. Dafür wurde die Konfektionskapazität am Standort Wels im vierten Quartal sowohl personell als auch strukturell deutlich erweitert und sollte somit keinen Engpass mehr darstellen.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse sind von EUR 62,1 Mio. auf EUR 66,5 Mio. gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen auf EUR 1,0 Mio (Vorjahr EUR 0,2 Mio.), vor allem auf Grund einer Auflösung von Rückstellungen.

Materialeinsatz

Der Anteil von Material und bezogenen Leistungen an der operativen Betriebsleistung ist von 43,3% auf 43,6% leicht angestiegen.

Personalaufwand

Die Personalaufwendungen sanken von EUR 19,5 Mio. auf EUR 18,8 Mio. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten ist von 220 auf 213 Vollzeitäquivalenten inkl. Lehrlinge gesunken.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen zeigen einen Zuwachs von EUR 17,4 Mio. auf EUR 18,1 Mio., bedingt durch höhere Aufwendungen für Provisionen und Beratungsleistungen.

Die Abschreibungen lagen bei EUR 1,0 Mio. und damit auf dem Niveau vom Vorjahr (EUR 1,0 Mio.).

Das Ergebnis nach Steuern war mit EUR -1.087.074,52 im Vergleich zu einem Ergebnis von EUR - 2.833.704,92 im Vorjahr verbessert aber weiterhin negativ.

1.3.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen

1.3.1. Vermögenslage

a) Anlagenintensität (Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in T€2025/262024/25
Anlagevermögen14 41414 275
Gesamtvermögen46 28348 905
Anlageintensität in %31,129,2

Die Anlagenintensität gibt Aufschluss über die Kapitalbindung sowie über die betriebliche Flexibilität.

b) Eigenkapitalquote (Anteil des Eigenkapitals inkl. Eigenkapitalanteil an Investitionszuschüssen am Gesamtkapital)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in T€2025/262024/25
Eigenkapital16 71717 817
Gesamtkapital46 28348 905
Eigenkapitalquote in %36,136,4

Die Eigenkapitalquote zeigt an, in welchem Ausmaß (gerechnet zu Buchwerten) sich der Eigentümer selbst am Risiko und an der Finanzierung des Unternehmens beteiligt.

1.3.2. Finanzlage

a) Anlagendeckungsgrad III (Verhältnis von Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital zum Anlagevermögen)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in T€2025/262024/25
Eigenkapital16 71717 817
langfristiges Fremdkapital9 6469 339
26 36327 157
Anlagevermögen14 41414 275
Anlagedeckungsgrad IIl in %182,9190,2

b) Mobilitätsgrad (Verhältnis von kurzfristigem Umlaufvermögen zu kurzfristigem

Fremdkapital)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in T€2025/262024/25
kurzfristiges Umlaufvermögen31 14731 343
kurzfristiges Fremdkapital19 92021 748
Mobilitätsgrad (working capital ratio)156,4144,1

Diese Kennzahl zeigt, inwieweit die kurzfristig fälligen Schulden durch die kurzfristig gebundenen Vermögensgegenstände gedeckt werden. Dies bietet einen Anhaltspunkt für die kurzfristige Liquiditätslage des Unternehmens.

1.3.3. Ertragslage

a) Umsatzrentabilität I (Verhältnis Betriebserfolg zu Betriebsleistung)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
in T€2025/262024/25
Betriebserfolg8052 922
Betriebsleistung65 24061 473
Umsatzrentabilität in %1,2-4,8

Die Umsatzrentabilität misst die Ertragskraft des Unternehmens und zeigt jenen Anteil der Betriebsleistung, der nicht durch betriebliche Aufwendungen verbraucht wird.

1.3.4. Geldflussrechnung gemäß AFRAC 36

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
in T€2025/262024/25
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit6 312-318
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit1 099-1 299
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -3 5641 532
zahlungswirksame Veränderung des Finanzmit-1 647,8 -85,5
telbestandes

2. Forschung und Entwicklung

Unser neu entwickeltes Seilbahnseil „Silent Rope" wurde im Mai 2025 auf der Interalpin unter dem Produktnamen SOLITEC XD offiziell vorgestellt. Es gibt bereits mehrerer Aufträge, die im Jahr 2026 geliefert werden.

Auf der Interalpin wurde auch unser erster Prototyp eines automatisierten Inspektions- und Uberwachungssystems für Seilbahnen vorgestellt. Das Monitoring System besteht aus einer Kombination eines magnetinduktiven Prüfgeräts der Firma AMC und einem optischen System der Firma RAIDYN mit 3 optischen Kameras, die am Umfang des Seiles angeordnet sind. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz lernt das System permanent äußere Fehler am Seil zu erkennen.

Des weiteren wurden Seiltypen für Hafenanwendungen („Q8 neu“) oder Bergbau entweder gänzlich neu entwickelt („Fullflex“) oder mit konstruktiven Verbesserungen („Norotec MT 91F“) erneuert.

3. Nachhaltigkeit und Umwelt

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden auf Gruppenebene wesentliche Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit und ESG erzielt. Erstmals wurde ein umfassender Corporate Carbon Footprint über alle Standorte und Emissionsscopes hinweg erhoben, analysiert und sowohl intern als auch gezielt extern kommuniziert. Zur weiteren Professionalisierung des ESG- Managements wurde eine cloudbasierte ESG-Datenplattform implementiert, die als zentraler „Single Point of Truth" für sämtliche Nachhaltigkeitsdaten dient.

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung wurde eine gruppenweite doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, mit besonderem Fokus auf die Themen Klimawandel, Kreislaufwirtschaft, eigene Belegschaft, Sicherheit von Konsumenten und Endnutzern sowie Unternehmensführung. Ergänzend wurden für alle Standorte Klima- und Transitionsrisikoanalysen durchgeführt, um potenzielle Auswirkungen des Klimawandels frühzeitig zu identifizieren und zu steuern.

Auch im Bereich Governance und Lieferkette wurden Fortschritte erzielt: Der bestehende Code of Conduct wurde überarbeitet und eine ESG-orientierte Einkaufsrichtlinie in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen entwickelt. Darüber hinaus wurde die ESG-Performance durch externe Ratings überprüft. Im Rahmen der zweiten Teilnahme am EcoVadis-Rating konnte eine deutliche Verbesserung erzielt werden (Bronze-Status, Top 35 %), während erstmals eine Bewertung im CDP-Rating (Climate Change und Water) erfolgte.

Zur Vorbereitung der kommenden Nachhaltigkeitserklärung für die Geschäftsjahre 2024/25 sowie 2025/26 (geplante Veröffentlichung im Mai 2026) wurden umfangreiche Daten- und Informationssammlungen durchgeführt. Flankierend dazu fanden gruppenweit Schulungsund Kommunikationsmaßnahmen zu ESG-Themen sowie eine laufende Beobachtung und interne Aufbereitung regulatorischer Entwicklungen statt. Zudem wurden Maßnahmen aus Mitarbeiterbefragungen umgesetzt, um die Weiterentwicklung im sozialen Bereich gezielt zu fördern.

4. Risikobericht, Mitarbeiter, Prognose

Risikomanagement

Im Geschäftsjahr 2025/26 standen weiterhin die Auswirkungen eines volatilen makroökonomischen Umfelds im Fokus unseres Risikomanagements. Neben anhaltenden Unsicherheiten auf den internationalen Energie- und Währungsmärkten gewannen insbesondere geopolitische Entwicklungen sowie das Zinsumfeld weiter an Bedeutung. Unsere bestehenden Absicherungsstrategien wurden vor diesem Hintergrund laufend überprüft und gezielt weiterentwickelt. Die eingesetzten Maßnahmen haben sich auch im Berichtszeitraum bewährt und einen stabilisierenden Beitrag zur Ergebnisentwicklung geleistet.

Ein zentraler Schwerpunkt lag unverändert auf einem vorausschauenden Liquiditätsmanagement sowie der Sicherstellung einer soliden Kapital- und Finanzierungsstruktur. In einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld konnten potenzielle finanzielle Risiken frühzeitig identifiziert und durch konsequente Steuerungsmaßnahmen begrenzt werden. Gleichzeitig wurde das Kostenmanagement fortgeführt, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Operative Risiken entlang der Lieferketten, in der Produktion sowie im Vertrieb wurden durch kontinuierliche Uberwachung und gezielte Präventionsmaßnahmen reduziert. Trotz anhaltender Herausforderungen in einzelnen Beschaffungsmärkten kam es im Berichtsjahr zu keinen wesentlichen Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs.

Die Einhaltung gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen bildet weiterhin eine wesentliche Grundlage unseres Risikomanagements. Durch regelmäßige interne Kontrollen sowie die laufende Weiterentwicklung unserer Compliance-Strukturen stellen wir sicher, dass rechtliche Risiken frühzeitig erkannt und adressiert werden. Auch vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Anforderungen wurde diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Im Bereich Cybersecurity wurde der eingeschlagene ganzheitliche Ansatz konsequent weiterverfolgt. Neben der Weiterentwicklung technischer Schutzmaßnahmen standen insbesondere die Stärkung der organisatorischen Resilienz sowie die Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Ergänzt durch externe Überprüfungen und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern konnte das Sicherheitsniveau weiter erhöht und die Widerstandsfähigkeit gegenüber digitalen Bedrohungen gestärkt werden.

Mitarbeiter

Das Geschäftsjahr 2025/2026 war geprägt von bedeutenden Herausforderungen, die nur durch den herausragenden Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewältigt werden konnten. Mit außerordentlichem Engagement, Fachkenntnis und Anpassungsfähigkeit hat das Team der TEUFELBERGER Gruppe dieses Geschäftsjahr entsprechend abgeschlossen, um eine solide Grundlage für das kommende Geschäftsjahr zu schaffen. Wir möchten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz während dieses Geschäftsjahres danken und freuen uns zuversichtlich auf eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft.

Ausblick

Das Budget 2026/27 bildet den Optimismus, der mit dem relativ guten Ergebnis nach einem durchwachsenen Jahr kontinuierlich gewachsen ist, ab. Nach Ablauf der ersten beiden Monate sind wir nach Umsatz, Marge und Ergebnis zuversichtlich, das Budget zu erreichen. Leider hat der unnötige Irankrieg zu einer starken Kosteninflation geführt. Ein großer Teil unserer Aufmerksamkeit geht nun in die Aufnahme der direkten Geschäftstätigkeit in den USA.

Wels, am 11.05.2026

Die Geschäffsführung/

Mag. Markus Würcher, MBA

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