Inhaltsverzeichnis
X0001-20055 YEAR-END PROCEDURE
01.04.2026
Dokumentnummer | Revision 0
Oர
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG .......................................................................................................3 2 ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2025 ...........................................3 2.1 Markt- und Auftragslage.......................................................................................3 2.2 Beteiligungen .......................................................................................................3 2.2.1 Terraprojekt a.s., Bratislava, Slowakei .................................................................3 2.2.2 ILF Consulting Engineers Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien ..........................4 2.2.3 Wasserkraft Stanzertal GmbH..............................................................................4 2.2.4 Wasserkraft Obere Isel GmbH .............................................................................4 2.2.5 Wasserkraft Sanna GmbH ...................................................................................4 2.3 Niederlassungen ..................................................................................................4 3 LAGE DER GESELLSCHAFT .............................................................................4 4 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN EINSCHLIESSLICH UMWELT- UND ARBEITNEHMERBELANGE.....................................................7 4.1 Umwelt.................................................................................................................7 4.2 Nachhaltigkeit ......................................................................................................8 4.3 Personal...............................................................................................................8 5 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG..................................................................9 6 RISIKOBETRACHTUNG .....................................................................................9 6.1 Allgemeines .........................................................................................................9 6.2 Risiken aus operativer Tätigkeit ...........................................................................9 6.3 Vertragsrisiken ...................................................................................................10 6.4 Finanzierungsrisiken ..........................................................................................11 6.5 Marktrisiken........................................................................................................12 7 FINANZINSTRUMENTE ....................................................................................12 8 AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2026...............................................12
1
EINLEITUNG
Der vorliegende Bericht bildet einen integrativen Teil des kaufmännischen Jahresabschlusses der Gesellschaft „ILF Consulting Engineers Austria GmbH“ (ILF- AUT).
Die ILF-AUT ist ein Tochterunternehmen der ILF Group Holding GmbH. Die ILF- Gruppe ist ein international tätiges, völlig unabhängiges Ingenieur- und Beratungsunternehmen, welches seine Kunden bei der erfolgreichen Realisierung von technisch anspruchsvollen, komplexen Industrie- und Infrastrukturprojekten unterstützt. Durch die regionale Präsenz kann eine laufende Abstimmung mit den jeweiligen Kunden und Projektbeteiligten vor Ort erfolgen. Gleichzeitig ermöglicht die enge Zusammenarbeit im Netzwerk der ILF-Gruppe auch die Einbindung von internationalen Top-Experten, besonderen Erfahrungen, Prozessen und Werkzeugen.
Die ILF-Gruppe ist in folgenden Haupt-Geschäftsfeldern tätig:
▪ Energie & Klimaschutz ▪ Wasser & Umwelt ▪ Verkehr & Urbane Räume ▪ Ressourcen & Nachhaltige Industrie
Durch die Kombination von lokaler Präsenz und internationaler Expertise können die Kundenbedürfnisse bestmöglich erfüllt werden. Das Unternehmen ist vollkommen unabhängig von Hersteller-, Lieferanten- und Bankeninteressen.
2
ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2025
2.1
Markt- und Auftragslage
Die Geschäftstätigkeit des Jahres 2025 war dynamisch und in den meisten Geschäftsbereichen sehr positiv. Der bereits in 2024 positive Auftragseingang konnte in 2025 weiter gesteigert werden, sodass der geplante Auftragseingang für 2025 per Ende 2025 signifikant überschritten wurde.
Die Auftragslage am Ende des Wirtschaftsjahres wird in den Hauptgeschäftsfeldern Transport & Urbane Räume und Energie & Klimaschutz als sehr gut eingestuft. Die Hauptgeschäftsfelder Ressourcen & Nachhaltige Industrie und Wasser & Umwelt zeigten gegen Ende des Kalenderjahres rückläufige Auftragseingänge, die im Wesentlichen marktbedingt sind. Diese Bereiche werden besonders kritisch beobachtet und zeitnah Maßnahmen abgeleitet. Für die Entwicklung im Folgejahr wird auf die Ausführung im Punkt 8 „Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026“ verwiesen.
2.2
Beteiligungen
2.2.1
Terraprojekt a.s., Bratislava, Slowakei
Die Gesellschaft wurde aufgelöst und im Juli 2025 aus dem Handelsregister gelöscht.
2.2.2
ILF Consulting Engineers Colombia S.A.S., Bogota, Kolumbien
Die Beteiligung an der “ILF Consulting Engineers Colombia S.A.S.“ mit Sitz in Bogota, Kolumbien blieb im Betrachtungszeitraum mit 0,1 % unverändert. Die Schließung der Gesellschaft ist geplant.
2.2.3
Wasserkraft Stanzertal GmbH
Die Beteiligung an der “Wasserkraft Stanzertal GmbH” beträgt unverändert 10 %. Die Entwicklung und Prognose der Gesellschaft ist als positiv zu bewerten.
2.2.4
Wasserkraft Obere Isel GmbH
Die Gesellschaft wurde aufgelöst und im Jänner 2025 im Firmenbuch gelöscht.
2.2.5
Wasserkraft Sanna GmbH
Die Beteiligung an der “Wasserkraft Sanna GmbH” beträgt unverändert 100 %. Es handelt sich um eine Projektentwicklungsgesellschaft ohne operativem Geschäft, an welche zusätzlich ein Gesellschafterdarlehen gewährt wurde. Die Werthaltigkeit der Beteiligung und der Ausleihung an die Gesellschaft sind abhängig von einer möglichen Umsetzung des Projektes. Seitens der Unternehmensführung wird eine Realisierung des Projektes als nicht mehr realistisch eingeschätzt, womit die Beteiligung ihren Wert verliert. Im Abschlussjahr erfolgte deshalb eine Abschreibung der Beteiligung und des Darlehens zur Gänze. Die Beteiligung und das Darlehen weisen somit per 31.12.2025 einen Buchwert von EUR 1,00 aus.
2.3
Niederlassungen
Neben den Niederlassungen in Österreich (Rum, Wien, Linz, Dornbirn, Graz und Leobersdorf) bestehen auch in Georgien (Tiflis) und Deutschland (München) Niederlassungen.
3
LAGE DER GESELLSCHAFT
Die Umsatzerlöse betrugen 2025 EUR 177,66 Mio. gegenüber EUR 107,36 Mio. im Vorjahr. Der Bestand an unfertigen Leistungen hat sich aufgrund der Realisierung von Langzeitprojekten um EUR 24,44 Mio. auf EUR 357,54 Mio. reduziert. In Summe lag somit die Betriebsleistung mit EUR 153,23 Mio. um 5,68 % über dem Vorjahrswert von EUR 145,00 Mio.
Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2025 bei EUR 9,80 Mio. gegenüber EUR 5,95 Mio. im Vorjahr. Darin enthalten ist die aufwandswirksame Abschreibung der Beteiligung und des Darlehens an der Wasserkraft Sanna GmbH zur Gänze in Höhe von ca. EUR 2,19 Mio.
Das unternehmensrechtliche Ergebnis ist aufgrund der Geschäftstätigkeit in Verbindung mit dem UGB Vorsichtsprinzip und der damit verbundenen Gewinnrealisierung erst bei Projektende stark von den im jeweiligen Jahr abgeschlossenen Projekten abhängig.
Erträge aus Beteiligungen wurden in 2025 nicht erwirtschaftet.
Die Umsatzrentabilität (EBIT / Umsatz) lag 2025 bei 5,64 % gegenüber dem Vorjahr mit 5,60 %.
Der Eigenkapitalanteil gem. § 23 URG betrug mit Ende 2025 14,59 % gegenüber 13,59 % im Vorjahr und ist aufgrund des Jahresüberschusses gestiegen.
Die Eigenkapitalrentabilität (EBIT / EK) lag 2025 bei 49,95 % gegenüber 38,94 % im Vorjahr.
Die Gesamtkapitalrentabilität (EBIT / GK) lag 2025 bei 7,29 % gegenüber 5,29 % im Vorjahr.
Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit betrug 2025 EUR 25,23 Mio. gegenüber EUR 15,16 Mio. im Vorjahr. Der hohe Zufluss resultiert hauptsächlich aus den Umsatzerlösen sowie aus der Umwandlung von Intercompany-Forderungen in ein langfristiges Darlehen. Der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug 2025 EUR -18,42 Mio. gegenüber EUR -0,61 Mio. im Jahr 2024. Der hohe Abfluss resultiert hauptsächlich aus der Umwandlung von Intercompany- Forderungen in ein langfristiges Darlehen. Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug 2025 EUR -3,22 Mio. gegenüber EUR -1,56 Mio. im Vorjahr. Der Abfluss ist im Wesentlichen auf Ausschüttungen zurückzuführen.
| 1 | Ergebnis vor Steuern | 9.799.630,16 | |
|---|---|---|---|
| 2 | +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investiti- | 3.945.838,88 | |
| onsbereichs | |||
| 3 | -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Investi- | 16.096,06 | |
| tionsbereichs | |||
| 4 | -/+ Beteiligungserträge, Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen | 1.326.175,58 | |
| des Finanzanlagevermögens sowie sonstige Zinsen und ähnliche Erträge/Zin- | |||
| sen und Ahnliche Aufwendungen | |||
| 5 | +/- sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge, soweit nicht Posten | 6.052,06 | |
| 7 bis 9 betreffend | |||
| 6 | Netto Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis | 12.397.145,34 | |
| 7 | -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leis- | - | 3.437.212,41 |
| tungen sowie anderer Aktiva | |||
| 8 | +/- Zunahme/Abnahme von Rückstellungen, ausgenommen Steuerrückstellun- | 734.214,98 | |
| gen | |||
| 9 | +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 15.696.355,10 | |
| sowie anderer Passiva | |||
| 10 | Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern | 25.390.503,01 | |
| 11 - Zahlungen für Ertragsteuern | 159.754,86 | ||
| 12 Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit | 25.230.748,15 | ||
| 13 + Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 192.468,93 | ||
| 14 + Einzahlungen aus Finanzanlagenabgang und sonstigen Finanzinvestitionen | |||
| 15 – Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | 3.055.050,39 | ||
| 16 – Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und sonstige Finanzinvestitionen | - 17.100.980,03 | ||
| 17 + Einzahlungen aus Beteiligungs-, Zinsen-, und Wertpapiererträgen | 1.541.326,30 | ||
| 18 Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | - 18.422.235,19 | ||
| 19 Einzahlungen von Eigenkapital | |||
| 20 – Rückzahlungen von Eigenkapital | |||
| 21 - ausbezahite Ausschüttungen It. Gesellschafterbeschluss | 3.000.000,00 | ||
| 22 +/- Zunahme/Abnahme der Finanzkredite | |||
| 23 – Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 215.150,72 | ||
| 24 Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 3.215.150,72 | ||
| 25 zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands (Z 12+18+24) | 3.593.362,24 | ||
| 26 | +/- wechselkursbedingte und sonstige Wertänderungen des Finanzmittelbestandes | ||
| 27 + Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Periode | 49.557.228,68 | ||
| 28 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 53.150.590,92 | ||
4 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN EINSCHLIESSLICH UMWELT- UND ARBEITNEH- MERBELANGE
Die Geschäftsführung der ILF Consulting Engineers Austria GmbH hat eine Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutz Grundsatzerklärung unterzeichnet, die folgende Grundsätze als Teil der ILF-Firmenphilosophie vorsieht:
Die Sicherheit und Gesundheit von Betroffenen und ILF-Mitarbeiter:Innen haben höchste Priorität und werden höher gewertet als wirtschaftlicher Erfolg und Produktivität. Unsere Ziele sind:
▪ Keine Unfälle ▪ Keine gesundheitliche Schädigung von Menschen ▪ Kein Schaden an der Umwelt.
4.1
Umwelt
ILF-AUT nimmt ihre Verantwortung in Bezug auf Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung ernst und baut in der übergeordneten strategischen Unternehmensentwicklung der ILF-Gruppe hierauf auf. Die im Jahr 2022 definierte „Strategie 2027“ der ILF-Gruppe, setzt das Thema Nachhaltigkeit ins Zentrum und wendet die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen (UN) als Grundprinzipien für die Strategieentwicklung an. Dies betrifft zum einen die Nachhaltigkeit im Unternehmen und zum anderen den Fokus auf Projekte, die zur Erreichung der SDGs beitragen. Weiterhin werden im Rahmen der Projekte die Kunden betreffend die Verbesserung der Nachhaltigkeit ihrer Projekte beraten. Seit Juni 2020 gibt es eine Corporate Sustainability Policy der ILF-Gruppe, welche für ILF-AUT verbindlich ist.
Im Zuge des Beitrittsverfahren der ILF-AUT zum Klimabündnis Tirol, wurde vom Klimabündnis im Jänner 2021 ein umfassender Klimacheck des Standortes Rum durchgeführt und entsprechende Klimaziele und Maßnahmen wurden zusammen mit dem Klimabündnis erarbeitet. Mit 03.03.2021 trat ILF-AUT dem Klimabündnis Tirol als Klimabündnis-Betrieb bei. Im Jahr 2025 wurde die Zertifizierung als Klimabündnispartnerbetrieb erneuert.
Die Kombination aus reduzierten Reisetätigkeiten wegen der verstärkten Durchführung von virtuellen Meetings sowie die Umsetzung einer Home-Office Vereinbarung mit reduzierten Pendelstrecken der Mitarbeitenden führte zu einer weiteren Reduzierung des CO2-Fußabdruckes.
ILF-AUT erstellt jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht und ist damit im Stande die Entwicklung zu beobachten, die größten Ursachen für Emissionen zu identifizieren und Maßnahmen abzuleiten und deren Wirksamkeit zu beurteilen.
Im Zuge des „Net Zero“ Programmes der ILF Gruppe wurden innerhalb der ILF- AUT im Zuge von Workshops Maßnahmen zur Reduktion der GHG Emissionen abgeleitet, welche sukzessive umgesetzt werden.
Im Jahr 2025 hat ILF-AUT eine ISO 14001 Zertifizierung (Umweltmanagementsystem) erhalten.
4.2
Nachhaltigkeit
ILF-AUT hat sich hinsichtlich Nachhaltigkeit maßgeblich darum bemüht alle Vorkehrungen zu treffen, um die EcoVadis Silbermedaille in 2026 zu erreichen.
4.3
Personal
Für den Erfolg von ILF-AUT sind motivierte und qualifizierte Mitarbeitende von höchster Bedeutung und stellen ein großes Kapital des Unternehmens dar. Im Rahmen von Mitarbeitendengesprächen und der Entwicklungs- und Nachfolgeplanung werden die Stärken der einzelnen Mitarbeitenden identifiziert und die Weiterentwicklung entsprechend geplant. Dazu werden u.a. in signifikantem Umfang Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. Die Entwicklung der Führungskräfte in der Mitarbeitendenführung wird verstärkt vorangetrieben. Die Kommunikation zwischen Geschäftsführung und den Mitarbeitenden wurde durch quartalsweise Informationsveranstaltungen gewährleistet.
Der durchschnittliche Personalstand im Jahr 2025 betrug 762 Vollzeitäquivalente, im Jahr 2024 waren es 679 Vollzeitäquivalente.
Im Jahr 2025 wurde weiter intensiv an der Initiative "Employer of Choice" gearbeitet. Im Zuge des Employer Branding Projektes wurde 2025 zum zweiten Mal eine gruppenweite Mitarbeitendenumfrage von Great Place to Work ® durchgeführt. Die ILF-AUT wurde dabei von ihren Mitarbeitenden als sehr guter Arbeitsplatz bewertet und erhielt erneut das Great Place to Work ® Zertifikat. Im Jahr 2025 wurden zahlreiche von den Mitarbeitenden angeregte Maßnahmen umgesetzt. So wurden u.a. die Herrenumkleide am Standort Rum umfassend renoviert und modern gestaltet, sowie neue Duschen und Garderoben am Standort Wien installiert. Seit 2024 wird zudem zweimal wöchentlich am Standort Rum ein Mittagessen angeboten. 2025 wurde dieses Angebot auf dreimal wöchentlich ausgeweitet. Darüber hinaus wurde ein Bike-Leasing-Programm eingeführt und ein Essenszuschuss gewährt.
Die im Jahr 2024 gestartete Initiative zur Entwicklung von Führungskräften unter dem Titel “Lead Ahead”, wurde 2025 fortgesetzt mit dem Ziel Nachwuchsführungskräfte in ihrer Aufgabe zu unterstützen und für größere Aufgaben vorzubereiten.
Auch auf Gesundheits- und Arbeitsschutz wird großer Wert gelegt. Das Unternehmen ist nach OHSAS 18001 und SCC** zertifiziert. D.h., es sind Arbeitsschutzmanagementsysteme nach höchstem internationalem Standard installiert. Internen Angebote wie z.B. das Bewegungsprogramm fördern die Gesundheit der Mitarbeitenden.
Es werden diverse soziale Veranstaltungen wie z.B. Abteilungsausflüge organisiert, welche das gute Betriebsklima fördern. Den Mitarbeitenden werden betriebliche Sozialleistungen wie zum Beispiel eine Lebensversicherung geboten.
Den Mitarbeitenden wird es ermöglicht, bis zu 100 Tage im Jahr im Home-Office zu arbeiten. Damit soll die Attraktivität als Arbeitgeber zusätzlich gesichert werden.
5
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Aktuell laufen diverse Diplomarbeits-Kooperationen mit der Technischen Universität Wien und der Montanuniversität Leoben im Bereich chemischer Industrie, und nachhaltiger Kraftstoff- und Wasserstoff-Erzeugung, sowie Einsatz neuer Baustoffe.
Die Erkenntnisse aus diesen Forschungsaktivitäten können zum Teil laufend in Projekte eingebracht werden.
Interessens- und Unterstützungsbekundungen für weitere Forschungsvorhaben mit Projektpartnern und Universitäten wurden eingereicht.
Bereits seit vielen Jahren und auch in 2025 werden laufend Forschungsaufträge im Rahmen der Thematik Risiko & Sicherheit bei Straßentunneln bearbeitet.
Gemeinsam mit der Universität Innsbruck und weiteren Partnern wurde in 2025 die Arbeit am geförderten Forschungsauftrag „Der Einfluss höherwertiger Materialmodelle für Böden auf die Modellierungsergebnisse Finiter-Elemente Berechnungen (EMME)“ fortgesetzt.
Interne Entwicklungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung führen zur Tools welche das Leistungsportfolio erweitern, die Effizienz und die Qualität steigern.
Die Ergebnisse der Projekte werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und anlässlich von Kongressen dem internationalen Fachpublikum laufend präsentiert.
6
RISIKOBETRACHTUNG
6.1
Allgemeines
Sämtliche Geschäftsprozesse der ILF-AUT sind im Integrierten Management System (IMS) der ILF festgeschrieben. Ein umfassendes Risikomanagement ist ebenfalls Teil des IMS. Entsprechende Erkenntnisse werden laufend gesammelt und führen zu einer Weiterentwicklung und Fortschreibung des IMS. Nachstehend werden die wesentlichsten Risikogruppen aufgeführt.
6.2
Risiken aus operativer Tätigkeit
Als wesentliches operatives Risiko werden mangelhafte Qualität der Ingenieurdienstleistung sowie einzelne massive „Projektabstürze“ als Folge von unterschätztem Aufwand erachtet. Als mögliche Konsequenzen resultieren umfangreiche Nachbesserungen, Inanspruchnahme bei Gewährleistungsfällen, wirtschaftliche Verluste, geringe Zufriedenheit des Auftraggebers, schlechte Referenz, Schaden für die Reputation und reduzierte Chancen für die weitere Akquisition.
Zur Sicherstellung einer hochwertigen Qualität der Ingenieurdienstleistung und der Vermeidung von Projektabstürzen werden folgende Maßnahmen konsequent umgesetzt:
Sämtliche Arbeitsprozesse sind in einem Integrierten Management System (IMS) beschrieben und stellen die bewährte Praxis dar. Die Mitarbeiter werden hinsichtlich der Anwendung dieser Prozesse geschult. Im Rahmen von internen und externen Audits wird die Anwendung der Prozesse regelmäßig überprüft. Projekte werden im Rahmen von Nachbetrachtungen analysiert („lessons learned“) und, wo möglich, entsprechende Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Im firmeninternen Intranet stehen den Mitarbeitern umfangreiche Daten und Hilfsmittel für ihre Tätigkeiten zur Verfügung. Das IMS wird aufgrund der gemachten Erfahrungen aktualisiert und verbessert bzw. ergänzt und erweitert.
Aufgrund der hohen Personalintensität der Planungs- und Beratungstätigkeit hängt die Qualität der Dienstleistung unmittelbar mit der Qualifikation, Verantwortungsbereitschaft und Verfügbarkeit des eingesetzten Personals zusammen. ILF-AUT misst daher dem Personaleinsatz bei Projekten sehr hohen Stellenwert bei. Projekte werden von erfahrenen Projektleitern geleitet, und junge Mitarbeiter werden längerfristig aufgebaut. Insgesamt wird eine langfristige Personalplanung betrieben. Dabei bemüht sich das Unternehmen um langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, um so die jeweils gemachten Erfahrungswerte im Unternehmen zu halten.
In regelmäßig geführten Mitarbeitergesprächen wird gemeinsam mit dem Vorgesetzten das Fortbildungsprogramm definiert. Ergänzend dazu wurde die ILF-Akademie gegründet, in der die Mitarbeiter entsprechend ihrer Qualifikation und Erfahrung gezielt auf IMS-Prozesse geschult werden.
Für die Bearbeitung von Spezialfragen besteht ein enger Kontakt zu Experten, Universitäten und Spezialfirmen.
Auf eine durchgängige Dokumentation der Projektierungstätigkeit wird hoher Wert gelegt. Dazu stehen standardisierte Dokumentendatenbanken sowie weitere Hilfsmittel wie internet-basierte Dokumentenverwaltungssysteme (sogenannte DCC) zur Verfügung.
Seit Oktober 2025 ist ILF gemäß ISO/IEC 27001 InformationssicherheitsManagementsystem zertifiziert. Diese international anerkannte Norm bestätigt, dass ILF den Schutz von Informationen systematisch, risikobasiert und nach klar definierten organisatorischen, technischen und personellen Maßnahmen sicherstellt. Die Zertifizierung belegt insbesondere den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten sowie die kontinuierliche Überwachung und Verbesserung der Informationssicherheit im Unternehmen.
Ein weiteres Risiko besteht in allfälligen Kostenüberschreitungen bei Projekten. Zur Verringerung und Überwachung dieses Risikos erfolgt ein laufendes Projektcontrolling. Es werden regelmäßige Projektaudits aller Projekte durch die Geschäftsführung durchgeführt und dem Aufsichtsrat darüber berichtet, um erforderlichenfalls zeitnah entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.
6.3
Vertragsrisiken
Als wesentliches vertragliches Risiko wird das Eingehen von Verpflichtungen gesehen, welche ILF-AUT nicht oder nur sehr schwer erfüllen kann und die dann entsprechend an Nachunternehmer ausgelagert werden müssen. Als Konsequenz daraus ergeben sich möglicherweise mangelhafte Vertragserfüllung durch ILF-
AUT, Einfrieren der Zahlungen durch den Auftraggeber, Gegenforderungen des Auftraggebers, Fälligkeiten von Pönalen und in jedem Fall erheblicher Mehraufwand seitens ILF-AUT. Zudem wird das Eingehen von hohen oder unlimitierten Haftungen, welches teilweise von Kunden eingefordert wird, als erhebliches Risiko gesehen.
Seitens ILF-AUT wird daher der Vertragsprüfung hoher Stellenwert beigemessen. Grundsätzlich werden Verträge für Standardprojekte von ILF-AUT eigenen Juristen geprüft. Verträge mit sehr hohen Auftragswerten werden durch Risk-Manager der ILF-Gruppe und bei Bedarf zusätzlich durch einen externen Rechtsanwalt geprüft.
Die Sammlung von bewährten und für beide Vertragsparteien fairen und ausgewogenen Standardverträgen wird kontinuierlich erweitert. Verträge mit inakzeptablen Risiken werden nicht abgeschlossen.
Bei der Auswahl der Nachunternehmer wird verstärktes Augenmerk auf deren Zuverlässigkeit, Qualität und Leistungsfähigkeit sowie auf das Thema Compliance gelegt. Ein interner Austausch der Erfahrungen mit Nachunternehmern im jeweiligen Fachgebiet wird durchgeführt. Eine entsprechende Liste mit Bewertung der Nachunternehmer wird geführt und ständig gepflegt.
Zur Absicherung von Schadensfällen wurde eine Berufshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung abgeschlossen.
6.4
Finanzierungsrisiken
Das Finanzierungsrisiko besteht in einer nicht ausreichenden Liquidität, wodurch die bestehenden finanziellen Verpflichtungen gegenüber Dritten nicht mehr bedient werden können.
Seitens der Gesellschafter und der Geschäftsführung wird grundsätzlich eine sehr konservative Finanzpolitik betrieben. Höchste Priorität gilt dabei dem Aufbau einer stabilen Eigenkapitaldecke und einer soliden Liquidität.
Dazu wird ein umfangreiches projektbezogenes Kostencontrolling eingesetzt. Das Debitorenmanagement beinhaltet eine systematische Prüfung der offene Posten sowie in der Folge ein Mahnwesen. Projekte werden regelmäßig auch aus kaufmännischer Sicht überprüft, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen vorsehen zu können.
Verbindlichkeiten werden laufend getilgt. Kredite für die Geschäftstätigkeit werden grundsätzlich nicht eingegangen. Bankgarantien laufen über die Muttergesellschaft und werden entsprechend besichert und nicht ohne Laufzeitbegrenzung eingegangen.
Risiken aus Währungskursverlusten werden durch eine Streuung der Aufträge in verschiedenen Währungen minimiert.
Sämtliche kaufmännisch relevante Daten werden monatlich erfasst und in einem Monatsbericht zusammengefasst. Diese werden regelmäßig analysiert und bei Erfordernis entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.
6.5
Marktrisiken
Als größtes Marktrisiko wird der Einbruch eines wesentlichen Marktes mit erheblicher Geschäftstätigkeit erachtet. Als Konsequenz werden Aufträge storniert, Tätigkeiten gestoppt, fällige Zahlungen eventuell nicht mehr getätigt, kalkulierte Gewinne nicht realisiert. Als weitere Folge kann keine ausreichende Auslastung für die Mitarbeiter gefunden werden.
Zur Vermeidung dieses Risikos entwickelt sich das Unternehmen grundsätzlich entsprechend einer längerfristigen, abgestimmten Strategie und einer jährlich erstellten Planung der Geschäftstätigkeit. Dabei wird auf die Streuung der Geschäftsfelder, der Märkte und der Kunden hoher Wert gelegt. Damit werden die Konsequenzen aus dem Wegfall eines Geschäftsfeldes oder eines regionalen Marktes gedämpft.
Bei Angeboten an noch unbekannte Auftraggeber wird deren wirtschaftliche Situation analysiert. Von Auftraggebern mit zweifelhafter wirtschaftlicher Situation wird zumindest eine Bankgarantie eingefordert.
Durch Kooperationen mit Partnerfirmen wird ebenfalls versucht, das Risiko bei einzelnen Projekten abzufedern.
Die Werthaltigkeit der Beteiligungen und Ausleihungen an die Projektgesellschaft Wasserkraftwerk Stanzertal GmbH hängt maßgeblich von der Entwicklung der Strompreise ab.
7
FINANZINSTRUMENTE
Für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bedeutende Finanzinstrumente im Sinne des § 243 (3) Z5 UGB werden nicht verwendet.
8
AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2026
Die Auftragslage hat sich im Jahr 2026 im ersten Quartal in den Geschäftsfeldern unterschiedlich entwickelt.
Im Hauptgeschäftsfeld Ressourcen & Nachhaltige Industrie verzögerte sich die Umsetzung zahlreicher Energiewende-Projekte im Jahr 2025 weiter und zu einer Umsetzung vieler, durch ILF zuvor in Studienphasen betreuter Projekte, kam es nicht. Die derzeit veränderliche Legislatur in der EU bezüglich Nachhaltigkeit wird kritisch beobachtet und das Service-Angebot in diesem Bereich angepasst.
In der Zwischenzeit werden vermehrt Projekte im Bereich der Kunststoff-Chemie abgewickelt, die für eine Verbesserung der Auslastung sorgen und ebenfalls neutral in Bezug auf den Klimawandel zu beurteilen sind. Generell ist aber von einer Abschwächung der Konjunktur in diesem Bereich auszugehen, wodurch es 2026 organisatorische Anpassungen geben wird.
Im Hauptgeschäftsfeld Verkehr und urbane Räume werden neben neuen Ausschreibungen etliche Abrufe optionaler Leistungen in bestehenden Projekten erwartet, woraus erhebliche Auftragseingänge zu erwarten sind. In den wesentlichen Märkten Österreich und Deutschland wird eine hohe Nachfrage auch langfristig
erwartet, wobei es zu einer Verlagerung des Auftragsvolumens von Neubauprojekten auf die Sanierung bestehender Bauwerke kommen wird. Nichtsdestotrotz ist auch dieses Hauptgeschäftsfeld erheblichen Schwankungen unterworfen, da laufende Projekte verzögert werden, erwartete Projekte nicht auf den Markt kommen, dafür unerwartete Projekte ausgeschrieben werden.
Im Hauptgeschäftsfeld Energie & Klimaschutz sind die größten Projekte nach wie vor die Kabelprojekte in Deutschland, wo jedenfalls bis Ende des Jahrzehntes Bedarf an Ingenieurleistungen gesehen wird. Für diese Projekte werden mittelfristig Veränderungen erwartet (Freileitungen statt Erdkabel, Pauschalierung der Abrechnung statt stundenweiser Abrechnung, mehr Konkurrenten), sodass die bisher hohen Renditen nicht zu halten sein werden. Der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft mittels elektrischer Energie, welcher auch zu diesem Hauptgeschäftsfeld gehört, scheint sich jedoch aktuell zu verzögern. Demgegenüber nimmt der Ausbau der Geothermie zu.
Mit der Gründung einer ILF Firma in Australien und der Nutzung der ILF Firma in UK, welche beide auf das Geschäftsfeld Wasserkraft fokussieren, wird ein weiterer Anstieg des Arbeitsvolumen für ILF-AUT in diesem Geschäftsfeld erwartet. Aufgrund diverser fehlenden politischen Entscheidungen verzögern sich die Projekte sowohl in UK und AUS.
Im Hauptgeschäftsfeld Wasser & Umwelt werden große Projekte im Geschäftsfeld Wassertransportsysteme abgewickelt und weitere Projekte erwartet. Zusätzlich gibt es erhöhte Anforderungen an die Reinigung von Abwässern in Kläranlagen, welche beispielsweise den Ausbau einer 4. Reinigungsstufe erfordern und für ILF- AUT in Deutschland und in Österreich zu Aufträgen führen sollen. Dieses Geschäftsfeld ist jedoch sehr umkämpft weshalb nicht die selben Margen wie in anderen Geschäftsfeldern erzielt werden.
Insgesamt wird für 2026 in allen Geschäftsbereichen eine selektive Auswahl der angebotenen und umgesetzten Projekte erforderlich. Dies erfordert in einigen Bereichen einen moderaten Personalaufbau und Umstrukturierungen in anderen.
Der Ukraine Krieg und der Iran Krieg haben bis dato keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der ILF-AUT. Nach dem Krieg in der Ukraine werden große Investitionen in die ukrainische Infrastruktur erwartet, an denen ILF- AUT partizipieren möchte. Nach dem Iran Krieg wird die politische Situation entscheiden, ob sich für ILF-AUT Projektchancen ergeben. Ähnlich wird auch ein Wiederaufbau von Syrien nach Jahren des Krieges beurteilt, auch hier werden ab 2026 Projekte in allen Hauptgeschäftsfeldern der ILF-AUT erwartet.
Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2026 mit den geplanten Maßnahmen aus derzeitiger Sicht ein positives Ergebnis erwartet.
Rum, 01.04.2026
Die Geschäftsführung:
Imes liette
Qipl.-Ing. Bruno Mattle
Ing. Mag. Josef Mayr
Dipl.-Ing. Dr. Chandrasekhar Ramakrishnan