Inhaltsverzeichnis
Geschäftsjahr 2025
Die Modene Verpackung ist der führende Großhändler für industrielle Verpackungen. Die Haupttätigkeit der Gesellschaft ist der Vertrieb von Verpackungsmaterialien und Verpackungslösungen in ganz Osterreich. Von der Standardlösung bis zu maßgeschneiderten Verpackungen werden alle – noch so ausgefallenen - Bedürfnisse von Gewerbe und Industrie erfüllt. Zu den hervorstechendsten Vorzügen zählen der Einsatz modernster Technik und die permanente Weiterentwicklung geeigneter Produkt- und Verpackungslösungen. Die Gesellschaft ist der kreative Problemlöser mit dem wohl umfangreichsten Komplett-Sortiment.
Wirtschaftliche Rahmenbedinqungen
Die weltpolitische Situation im Jahr 2025 war durch zunehmende internationale Konflikte gekennzeichnet, die eine stärkere Fragmentierung der globalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen nach sich zogen. Insbesondere der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie das angespannte Verhältnis zwischen China und den USA stellten zentrale Belastungsfaktoren dar.
Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und wichtiger Handelspartner verschlechterten sich trotz punktueller Annäherungen, wie etwa der Einigung auf Rahmenabkommen und Fixierung von Zolltarifen. Diese anhaltenden Handelskonflikte belasten weiterhin internationale Lieferketten und erschweren die strategische Planung global tätiger Unternehmen.
Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas war 2025 durch ein verlangsamtes Wachstum geprägt. Ursache dafür waren unter anderem anhaltende Herausforderungen im Immobiliensektor, eine schwache Inlandsnachfrage sowie Handelskonflikte mit den USA. Diese Spannungen wirkten sich auch auf die europäische Wirtschaft aus, insbesondere auf exportorientierte Länder wie Deutschland und Österreich.
Die OECD prognostiziert einen Rückgang des globalen BIP-Wachstums von 3,3 % im Jahr 2024 auf 3,2 % im Jahr 2025 bzw. 2,9 % im Jahr 2026. Für 2027 wird wieder ein leichter Anstieg mit 3,1 % erwartet. Die Prognosen bleiben jedoch mit Unsicherheiten behaftet, insbesondere durch zunehmende Handelsbeschränkungen und geopolitische Konflikte. Für die USA wird ein Rückgang des jährlichen BIP-Wachstums von 2,8% im Jahr 2024 auf 1,8% im Jahr 2025 erwartet. Im Euroraum wird das BIP-Wachstum 2025 bei 1,2 % und 2026 bei 1,0 % liegen.
Die Erholung der österreichischen Wirtschaft blieb auch im Jahr 2025 hinter den wirtschaftlichen Entwicklungen des Euroraums. Osterreich dürfte zwar die längste Rezession der zweiten Republik überwunden haben, jedoch wird für das Jahr 2025 nur ein leichtes und fragiles BIP- Wachstum von 0,3 % - 0,5 % prognostiziert. Gestützt wurde das Wachstum durch steigende Investitionen und einem höheren Staatskonsum. Gegen die hohe Staatsverschuldung wurden erste Maßnahmen von der im März 2025 angelobten Bundesregierung eingeleitet, wobei die Wirkung dieser Maßnahmen noch abzuwarten ist. Die Inflation in Osterreich verharrte auch im Jahr 2025 auf hohem Niveau und lag gemäß Statistik Austria bei 3,6 % und damit über dem Niveau des Vorjahres von 2,9 %. Wesentlicher Treiber der Inflation waren höhere Strompreise aufgrund des Endes der Strompreisbremse.
Laufende Geschäftsentwicklung
Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und im Besonderen die weiterhin schwache Auftragslage der Industrie führten nach wie vor zu einer verringerten Nachfrage nach Verpackungsmaterialien im Geschäftsjahr 2025. Geringe Exporte, Handelskonflikte und ein abgeschwächter privater Konsum hatten zusätzlich negative Auswirkungen auf die Verpackungsbranche. Weiters war aufgrund der hohen Lohnstückkosten und volatiler Preise ein gewisser Preisdruck generell am Markt gegeben. Auf der anderen Seite ist durch ein erhöhtes Klimabewusstsein eine gestiegene Nachfrage nach innovativen und nachhaltigen Lösungen vorhanden, dass aufgrund der Kernkompetenzen der Modernen Verpackung wiederum zu neuen Projekten und neue Kunden führte. Insgesamt war damit für das gesamte Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzrückgang von rund - 4,0 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen (VJ - 12,2 %).
Unbeschadet der generellen wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen, der rückläufigen Nachfrage im Bereich von Verpackungsmaterialien und Verpackungslösungen sowie der massiven allgemeinen Kostensteigerungen konnte aufgrund der ergriffenen Maßnahmen und dem Engagement der gesamten Belegschaft im laufenden Geschäftsjahr ein positives Ergebnis nach Steuem in Höhe von TEUR 2.463 (VJ TEUR 2.430) erzielt werden.
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Aufgrund der positiven finanziellen Entwicklung der Modenen Verpackung konnten im laufenden Geschäftsjahr überschüssige Finanzmittel erwirtschaftet werden. Aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergab sich ein Mittelzufluss von TEUR 4.204 (VJ: Mittelzufluss von TEUR 4.398). Dem Mittelzufluss stand ein Netto-Geldfluss aus Investitionen in Höhe von TEUR 1.130 (VJ: TEUR 153) und ein Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeiten in Höhe von TEUR 2.650 (VJ: TEUR 4.300) gegenüber. Der Barmittelbestand ist damit um TEUR 424 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Die Eigenkapitalquote ist trotz Dividendenausschüttung nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr gesunken und beträgt 58,0 % (VJ 61,3 %). Die Nettoverschuldung der Gesellschaft liegt wie im Vorjahr bei Null und das Unternehmen bedient sich keiner derivativen Finanzinstrumente.
Die Umschlagshäufigkeit des Vermögens beträgt 2,1 (VJ 2,4) und liegt damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Umsatzrentabilität des Geschäftsjahres beträgt 7,9 % und ist damit leicht gegenüber der Umsatzrentabilität des Vorjahres von 7,5 % gestiegen.
Wesentliche Risiken
Die Moderne Verpackung ist in ihren Risikobewertungen im System der Europapier Gruppe integriert und unterliegt deren Sicherheitskriterien. Die wesentlichen Risiken der Gesellschaft bestehen aus den Absatz- und Beschaffungsrisiken, den betrieblichen Risiken und den finanziellen Risiken. Diese Risiken und ihre möglichen Auswirkungen werden regelmäßig erhoben und analysiert, um rechtzeitig geeignete Vorsorgemaßnahmen einzuleiten. Die Risikoprävention ist das vorrangige Ziel, die – soweit wirtschaftlich vertretbar – durch Sicherungsmaßnahmen und ein Versicherungsprogramm umgesetzt wird.
Hinsichtlich der Absatz- und Beschaffungsrisiken, die aufgrund von Preisschwankungen und Kostensteigerungen bestehen, wird versucht die Risiken aufgrund einer breiten Absatzstreuung gering zu halten.
Das Cash- und Liquiditätsmanagement der Europapier-Gruppe stellt sicher, dass ausreichend eigene Mittel verfügbar sind, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Von der Gesellschaft werden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Um das Kreditrisiko im Zusammenhang mit Kundenforderungen zu begrenzen, werden laufend Uberprüfungen der Außenstände durchgeführt und Kundenkreditversicherungen abgeschlossen.
Für erkennbare Risiken wurden angemessene Vorsorgen und Wertberichtigungen berücksichtigt.
Forschung & Entwicklung
Im Hinblick auf die reine Handelstätigkeit der Gesellschaft kommt dem Bereich Forschung und Entwicklung nur untergeordnete Bedeutung zu und konzentriert sich im Wesentlichen auf die Optimierung und Weiterentwicklung des Sortiments.
Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Alle bestehenden umweltrechtlichen Bestimmungen und Auflagen werden erfüllt und sämtliche vorgeschriebenen Uberprüfungen erfolgen zeitgerecht. Die Umwelt und das Miteinander ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Deshalb wird im Alltag nicht nur auf eine umweltfreundliche Wertschöpfungskette geachtet, sondern auch seitens der Belegschaft, der Kunden und innerhalb der Gesellschaft für ein nachhaltiges Miteinander gesorgt. Es erfolgt ein bewusster Umgang mit den Ressourcen, und Umweltbelastungen werden, soweit wie möglich, vermieden. Im Geschäftsjahr konnte ein weiterer Teil der Fahrzeugflotte auf E-Fahrzeuge umgestellt werde, womit rund ¼ des Fahrzeugbestandes aus E-Fahrzeuge besteht. Bei den Umbau- und thermischen Sanierungsmaßnahmen des Geschäftsgebäudes wurde eine Verbesserung der Energieeffizient erzielt. Weitere Schritte zur Verbesserung des Standortes und der Prozesse in Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit werden auch in Zukunft erfolgen.
Zum Bilanzstichtag 31.12.2025 wurden insgesamt 68 Mitarbeiterlnnen (VJ: 64) aktiv beschäftigt, womit der Mitarbeiterstand gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnte. Der Frauenanteil beträgt 51 % und liegt damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres von 55 %. Zum Stichtag wurde, wie im Vorjahr, ein Lehrling beschäftigt (VJ 1).
Ausblick:
Laut Einschätzung der OECD dürfte das BIP-Wachstum von 3,3 % in 2024 auf 3,2 % im laufenden Jahr und dann auf 2,9 % in 2026 zurückgehen. Mit einer Erholung der Weltwirtschaft wird erst ab Anfang 2027 gerechnet. Dabei sind deutliche Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Länder und Regionen zu erwarten. Wesentliche Abwärtsrisiken bestehen durch zunehmende Handelsspannungen, protektionistische Maßnahmen und das damit verbundene Risiko steigender Inflation. Zudem könnten geopolitische Eskalationen, höhere Staatsverschuldungen und fiskalpolitische Herausforderungen in einigen Ländern zusätzliche Belastungen für die Weltwirtschaft darstellen.
Für die EU wird ein moderates BIP-Wachstum von 1,2 % für 2025 und 1% für 2026 erwartet. Nach zwei Rezessionsjahren in Folge kann auch die deutsche Wirtschaft der OECD zufolge 2025 nur mit einem mageren Wachstum von 0,3 % für 2025 rechnen. Für 2026 wird ein Plus von 1,1 % erwartet. Dennoch könnten protektionistische Maßnahmen wichtiger Handelspartner, eskalierende geopolitische Konflikte sowie die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen als dämpfende Faktoren wirken.
In Osterreich wird eine weitere Erholung der Wirtschaft erwartet, wobei ein BIP-Wachstum zwischen 1,0 – 1,2 % prognostiziert wird, dass durch wieder steigende Exporte gestützt werden soll. Die Talsohle der negativen wirtschaftlichen Entwicklung dürfte damit für die österreichische Industrie durchschritten sein. Vom privaten Konsum werden aufgrund der niedrigeren Lohnabschlüsse und der Infiation keine zusätzlichen Impulse für das Wirtschaftswachstum erwartet. Die ergriffenen Maßnahmen der Bundesregierung zur Schuldenkonsolidierung sollen zu einem leichten Rückgang des Budgetdefizit führen, wobei die Maastricht-Grenzwert von 3 % nach wie vor deutlich überschritten werden. Die Inflation dürfte deutliche von 3,6 % im Jahr 2025 auf 2,5 – 2,6 % im Jahr 2026 zurück gehen, da der Basiseffekt durch das Auslaufen Strompreisbremse zu Beginn des Jahres 2025 wegfällt.
Trotz unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird von einem stabilen Verlauf der Umsätze auf dem Niveau des Jahres 2025 ausgegangen, wobei weiterhin ein Hauptaugenmerk auf den Bereich der beratungsintensiven Produkte gelegt wird. Durch verstärkte Beratungstätigkeiten kombiniert mit kundenorientierten Dienstleistungen wollen wir unsere strategischen Kunden noch mehr an uns binden und neue Kunden gewinnen. Insgesamt wird mit einem positiven Geschäftsergebnis für das kommende Geschäftsjahr gerechnet.
Jeging, am 18. Februar 2026
Die Geschäftsführung
Rålph Terhardt
Helmuť Limbeck