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Lagebericht 2023/24

Tyco Building Services Products Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 30. Sep. 2024 · Eingereicht am 10. Feb. 2026

Inhaltsverzeichnis

Tyco Building Services Products Austria GmbH, Wien

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die Tyco Building Services Products Austria GmbH, Wien, im Folgenden kurz TBSP Austria genannt, gehört international zur Spare Fire Protection Products, der Johnson Controls International plc, Cork, Irland, und handelt mit Produkten aus den vier nachfolgend beschriebenen Produktbereichen.

Der Produktbereich Brandschutz umfasst Komponenten für halb- und vollautomatische Wasser-, Wassernebel-, Gas-, Küchen- und Fahrzeuglöschanlagen. Der Produktbereich Rohrverbindungen beinhaltet ein Rohrkupplungssystem, das aus Kupplungen sowie Formund Verbindungsteilen besteht. Im Produktbereich Befestigungssysteme werden eine Vielzahl verschiedener Montageschienen, Rohrschellen, Konsolen etc. für die Befestigung von Rohrleitungen verschiedenster Medien sowie Lüftungskanäle angeboten. Der Produktbereich Schaumlöschanlagen umfasst Schaumkonzentrate zum Löschen von brennbaren Flüssigkeiten, Kunststoffen etc. sowie Zumischer, Monitore, Tanks etc.

Grundsätzlich unterteilen sich unsere Marktaktivitäten in Brandschutz sowie Haustechnik und Industrie. Im Marktbereich Brandschutz vertreibt das Unternehmen auch die speziell dafür geeigneten Rohrverbindungs- und Befestigungsprodukte. Im Marktbereich Haustechnik und Industrie sind die Produktlinien Rohrverbindungen und Befestigungssysteme zusammengefasst. Potenzielle Kunden sind Installateure mit Zulassung vom Verband der Schadensversicherer im Brandschutzbereich und Installateure für Sanitär-, Heizungs-, Kälte- und Klimaanlagen im Haustechnikbereich sowie Rohrleitungsbauer in der Industrie. Die Produkte bezieht die Firma nahezu ausschließlich aus dem Johnson Controls-Konzern.

2. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen nur einen Verkaufsstand in Wien.

3. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Laut Statistik Austria ist die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs von einer Rezession im Jahr 2024 geprägt, die sich jedoch im Jahresverlauf abschwächt und durch ein leichtes Wirtschaftswachstum abgelöst werden soll. Der Rückgang im Jahr 2024 betraf mehrere Wirtschaftssektoren, darunter die Industrie, den Handel und den Bau, während das Bevölkerungswachstum eine Erholung einleiten wird. Eine starke Industrie und ein stetiger Rückgang der Inflation kennzeichnen die wirtschaftlichen Indikatoren.

Konjunkturelles Umfeld

Das konjunkturelle Umfeld in Österreich, basierend auf Daten von Statistik Austria, hat sich im Jahr 2024 verschlechtert, mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, und zeigte erste Anzeichen einer Erholung ab der Jahresmitte 2025. Während der Sektor des produzierenden Gewerbes von einer Dämpfung betroffen ist, zeigt der Dienstleistungssektor eine höhere Stabilität, wobei sich die Inflation auf einem anhaltenden, wenn auch rückläufigen Niveau befindet.

Branchenentwicklung Sicherheit und Brandschutz

Die wirtschaftliche Lage im Markt für sicherheitstechnische Systeme zeigte sich im Geschäftsjahr 2023/2024 insgesamt stabil auf gutem Niveau. Während die Auftragslage im öffentlichen und gewerblichen Bereich weitgehend konstant blieb, setzte sich die verhaltene Entwicklung im Privatsektor fort. Generell ist die Marktsituation stabil mit moderaten Erwartungen für die kommenden Monate.

4. Umsatzentwicklung

Die Gesellschaft weist im Geschäftsjahr 2023/2024 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.937 (Vorjahr: TEUR 11.045) aus und verzeichnet damit gegenüber dem Vorjahr: einen Umsatzrückgang in Höhe von TEUR -108 (-0,99 %).

Nach Produktbereichen ergibt sich folgende Entwicklung der Umsatzerlöse im Vergleich:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2023/20242022/2023Veränderung
TEURTEURin %
Brandschutz8.1398.591(5,26) %
Befestigungselemente493569(13,36) %
Rohrverbindungen1.4221.20717,81 %
Löschschaum und Löschanlagen88367830,24 %
10.93711.045(0,98) %

5. Personal- und Sozialbereich

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl war 2 im Geschäftsjahr 2023/2024 (Vorjahr: 2).

Der stetige Wettbewerbsdruck und die erhöhten Anforderungen unserer Kundschaft machen es erforderlich, unsere Mitarbeiter kontinuierlich weiter zu qualifizieren.

Neben den fachlich bezogenen Seminaren werden auch Schulungen zu Richtlinien für ethisches Verhalten im Rahmen eines weltweit implementierten Programms des Johnson Controls-Konzerns regelmäßig durchgeführt.

6. Beschaffung

Die zur Ausführung unserer Geschäfte benötigten Materialien beziehen wir zum größten Teil aus dem Johnson Controls-Konzern.

7. Geschäftsentwicklung

a. Ertragslage

Die für unser Unternehmen wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis.

Der Umsatz des Vorjahres von TEUR 11.045 ist mit TEUR 10.937 für das aktuelle Geschäftsjahr leicht zurückgegangen. Der Rückgang um TEUR 108 ist im Wesentlichen auf einen intensiven Wettbewerb mit starkem Preisdruck sowie eine zurückhaltende Auftragserteilung durch Kunden zurückzuführen. Viele Kunden verschoben Bestellungen aufgrund der unsicheren Marktbedingungen in Europa.

Während sich im Vorjahr das negative Ergebnis vor Steuern auf TEUR -8.495 belief, wurde in diesem Jahr ein negatives Ergebnis mit TEUR -32.761 erwirtschaftet. Hauptgrund für das deutlich negative Ergebnis sind die Aufwendungen aus Abschreibungen der Finanzanlagen in Höhe von TEUR 32.578 (Vorjahr: TEUR 11.497).

Der Materialaufwand stieg von TEUR -6.870 im Vorjahr um TEUR -21 (0,30 %) auf TEUR -6.891.

Der Personalaufwand sank um 36,34 % (TEUR 90) auf TEUR -249. Die geringeren Aufwendungen resultieren aus niedrigeren Gehaltskosten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 43,33 % (Vorjahr: TEUR -859) auf TEUR -1.516 erhöht.

b. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich von TEUR 116.741 im Vorjahr um insgesamt TEUR (40.120) auf TEUR 76.620 verringert. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Abschreibung der Anteile an verbundenen Unternehmen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzieren sich um TEUR (6.689) auf TEUR 57. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Abnahme der Forderungen aus dem Cashpool von TEUR 6.473 auf TEUR 0.

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 20 auf TEUR 54 (Vorjahr: TEUR 34). Der Erhöhung resultiert im Wesentlichen zum Bereich der Rückstellungen für Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich im laufenden Geschäftsjahr um TEUR 42.912 auf TEUR 46.762 (Vorjahr: TEUR 3.850) erhöht. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Zunahme der Verbindlichkeiten aus dem Cashpool von TEUR 0 auf TEUR 42.774. Mit der aufgenommenen Cashpool Verbindlichkeit wurden die externen Bankverbindlichkeiten vom Vorjahr (TEUR 49.770) getilgt.

c. Finanzlage

Die Liquiditätssteuerung der TBSP Austria erfolgt im Rahmen eines konzerninternen Cashpools, der von der Johnson Controls Integrated Solutions GmbH, Wien, zentral verwaltet wird.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
30.09.202430.09.2023
TEUR Zusammensetzung des FinanzmittelfondsTEUR
0 Liquide Mittel0
0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten-49.770
0 Jederzeit fällige Forderungen aus Cashpooling6.473
-42.774 Jederzeit fällige Verbindlichkeiten aus Cashpooling0
-42.774-43.297
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
30.09.202430.09.2023
TEURTEUR
2.633 Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit-22.619
14 Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit-109.963
-2.125 Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit89.638

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt ausschließlich über den Cashpool des Konzerns. Nach Einschätzung der Geschäftsführung ist die Liquidität der Gesellschaft hierdurch sichergestellt.

Gesamtaussage zum Jahresabschluss

Der Umsatz der TBSP Austria ist im Geschäftsjahr 2023/2024 um 0,99 % rückläufig. Der Rückgang des Umsatzes ist auf die wirtschaftliche Lage in Österreich zurückzuführen, insbesondere aufgrund der steigenden Energiepreise und der Lieferengpässe. Das negative Jahresergebnis ergibt sich im Wesentlichen aus der Abwertung der Anteile an verbundenen Unternehmen.

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2023/2024 fanden keine bedeutenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten statt. Diese erfolgt zentral in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung innerhalb der Johnson Controls-Gruppe. Fallen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf die österreichischen Standorte, werden diese durch Konzernumlagen entsprechend weiterbelastet.

Umweltschutz

Die Gesellschaft hat das sogenannte EHS Managementsystem installiert (Environmental, Health, Safety). Hiermit soll sichergestellt werden, dass eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheits- und Umweltschutzes erfolgt. Die Geschäftsführung gibt jährlich Vorgaben, welche Verbesserungen qualitativ und quantitativ anzustreben sind. Über einen EHS Koordinator werden die Mitarbeiter, aber auch Subunternehmer in den Entwicklungsprozess eingebunden.

7. Risikomanagement, Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

Gegen potenzielle Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im externen Umfeld (Entwicklung der Branche, politischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Rahmen) sowie in den internen betrieblichen Funktionsbereichen (Beschaffung, Absatz, Personal, Finanzierung und Investition) sind Systeme etabliert, die diese Risiken rechtzeitig erkennen lassen und die Einleitung von Gegenmaßnahmen ermöglichen.

Die Gesellschaft ist in ein umfassendes internes und externes Konzernreporting eingebunden. Dieses beinhaltet unter anderem die Erfassung und Analyse zentraler Steuerungskennzahlen wie Auftragseingang, Umsatz, Auftragsbestand, Erfolgsrechnung, Bilanzkennzahlen, Investitionen, Personalbestand, Lagerbestände sowie offene Forderungen. Ergänzend zum regelmäßigen monatlichen Reporting und der Erstellung monatlicher Forecasts erfolgt eine detaillierte Budgetplanung für das jeweils folgende Geschäftsjahr.

Zum aktuellen Zeitpunkt sind umfassende Systeme und Kontrollmechanismen etabliert, die eine angemessene Identifikation, Bewertung und Steuerung potenzieller Risiken gewährleisten. Gegenüber dem Vorjahr haben sich keine wesentlichen Veränderungen im Risikoprofil ergeben.

Beschaffungsrisiko

Die Beschaffungen einschließlich Warenfinanzierungen erfolgen fast ausschließlich über Konzernunternehmen; wesentliche Währungsrisiken vom Beschaffungsmarkt sind insoweit nicht ersichtlich. Die eingelagerten Waren können jederzeit an den konzernzugehörigen Lieferanten in den Niederlanden gegen Gutschrift zurückgeliefert werden. Daher ist eine Wertberichtigung in der Regel nicht erforderlich. Beschaffungsseitige Risiken bestehen im Wesentlichen in möglichen Störungen globaler Lieferketten, insbesondere infolge geopolitischer Spannungen (z. B. im Nahen Osten oder in der Ukraine), protektionistischer

Maßnahmen oder logistischer Engpässe. Die Gesellschaft beobachtet diese Entwicklungen fortlaufend und passt ihre Beschaffungsstrategie bei Bedarf entsprechend an.

Konjunkturelle Risiken Österreich

Die konjunkturelle Entwicklung im Brandschutz- und Sicherheitsmarkt wurde im Geschäftsjahr 2023/2024 weiterhin durch volatile Rohstoffpreise, gestiegene Energie- und Logistikkosten sowie anhaltende Lieferengpässe beeinflusst. Die allgemeinen Preissteigerungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr zwar abgeschwächt, bleiben jedoch ein relevanter Kostenfaktor in der Wertschöpfungskette.

Die Auswirkungen geopolitischer Konflikte, insbesondere des Ukrainekriegs, sind im Hinblick auf unser überwiegend im Inland erzieltes Geschäftsergebnis als begrenzt einzustufen. Zur kontinuierlichen Beobachtung der Markt- und Preisentwicklung werden externe Marktdaten systematisch ausgewertet.

Nach einer Phase deutlich gestiegener Leitzinsen hat die Europäische Zentralbank im Laufe des Jahres 2024 erste Zinssenkungen vorgenommen. Die zuvor restriktive Geldpolitik hatte spürbare Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft, insbesondere im gewerblichen und öffentlichen Bauwesen – und damit auch auf die Nachfrage im Brandschutzmarkt.

Produktions- und Technologierisiken

Technologische Risiken ergeben sich insbesondere aus dem Erfordernis, Innovationen zeitnah in unser Produktportfolio zu integrieren, um den Anschluss an marktführende Entwicklungen zu wahren und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sicherzustellen.

Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs- und Zinsrisiken

Zur Begrenzung der Risiken setzt die Gesellschaft auf eine kontinuierliche Marktbeobachtung, den gezielten Ausbau des Service- und Wartungsgeschäfts sowie ein systematisches Controlling relevanter operativer und finanzieller Kennzahlen. Ergänzend werden unsere Mitarbeitenden regelmäßig durch fachliche Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geht die Unternehmensleitung davon aus, dass der Fortbestand der Gesellschaft gesichert ist. Es bestehen aus heutiger Sicht keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Chancen ergeben sich insbesondere aus der breiten und etablierten Produktpalette sowie der Positionierung innerhalb des Johnson Controls-Konzerns. Darüber hinaus bietet die

zunehmende Bedeutung von Sanierungsvorhaben, technischer Gebäudeausrüstung und sicherheitsrelevanten Infrastrukturen langfristige Wachstumsimpulse - trotz aktuell zurückhaltender Entwicklung in der Baukonjunktur.

8. Prognose

Österreichs Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2025 wieder gewachsen. Für 2025 erwartet die Oesterreichische Nationalbank ein BIP-Wachstum von 0,3 %. In den Jahren 2026 und 2027 werden Wachstumsraten von 0,8 % bzw. 1,1 % erwartet. Die Inflation steigt 2025 auf 3,5 % an, bevor sie 2026 auf 2,4 % sinkt. Auch 2027 wird die Inflationsrate mit 2,3 relativ hoch bleiben. %

Aufgrund der aktuellen weltpolitischen Lage ist es schwierig, die genauen Auswirkungen für die Gesellschaft für das kommende Geschäftsjahr zu prognostizieren.

Das weitere Wachstum am Markt hängt jedoch maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Inflation, der Bauwirtschaft, der Industrie und den Einflussfaktoren der Ukraine- Kriegssituation ab, sowie andere politische Situationen die aktuell das Weltgeschehen beeinflussen.

Wien, den 19. November 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Die Geschäftsführung
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Anna Khanova

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