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Lagebericht 2025

Nestle Österreich GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsverlauf 2025

Das Geschäftsjahr 2025 war weiterhin beeinflusst durch die Kosteninflation und ihre Folgen. Ein Kostendruck war die Konsequenz und entsprechende Preisanpassungen mussten durchgeführt werden, um zumindest teilweise die Mehrkosten aufzufangen. Auch Anpassungen im Portfolio, vor allem in den Bereichen Food und Professional, wurden aufgrund von Profitabilitätsgründen vollzogen.

Das Umsatzergebnis für das vergangene Geschäftsjahr ist positiv ausgefallen. Hervorzuheben sind hier die Bereiche Nutrition, Confectionery und Coffee, aber auch Healthcare, Petfood und das Zerealiengeschäft haben den Umsatz zum Vorjahr steigern können. Bei den Marken vor allem die Marken Starbucks, Nescafé, Felix, ONE, Beba, sowie Kit Kat, Smarties und After Eight konnten nicht nur hervorragende Wachstumszahlen erzielen, sondern auch mehrheitlich ihre Marktanteile steigern und den Markt nachhaltig beeinflussen.

Entwicklung der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Finanzielle Leistungsindikatoren
Einheit20252024
UmsatzerlöseTe182.811181.902
BetriebsleistungTe182.811181.902
BetriebsergebnisTe7.1655.137
Ergebnis vor SteuernTe14.0469.617
Ergebnis nach SteuernTe10.2576.116
MaterialaufwandTe120.768118.667
Materialeinsatzquote 1%66,165,2
PersonalaufwandTe21.47222.330
Mitarbeiter (Jahresschnitt)Anzahl235235
Personalkosten pro MitarbeiterTe9195
Betriebsleistung pro MitarbeiterTe778774
AnlagevermögenTE39.08339.661
Anlagendeckungsgrad 2%47,347,3
Investitionen in Sachanlagen 3Te416416
BilanzsummeTe72.29172.804
EigenkapitalTe20.98617.334
Eigenkapitalquote%29,023,8
Eigenkapitalrendite 4%48,935,3
FremdkapitalTE51.30555.470
Fremdkapitalquote%71,076,2
Flüssige Mittel inkl. Intercompany LoanTe2.02011.168

Der Umsatz betrug € 182,8 Mio. im Geschäftsjahr 2025 nach € 181,9 Mio. im Vergleichsjahr 2024.

Nestlé hat einen freiwilligen Rückruf im Dezember 2025, der sich bis in den Januar 2026 ausweitete bestimmter Chargen von [NAN]-[Säuglingsanfangsformula]-Produkten eingeleitet, nachdem bei einem in diesen Chargen verwendeten Inhaltsstoff ein Qualitätsproblem festgestellt wurde. Die Auswirkungen dieses Rückrufs, die in den Finanzabschlüssen 2025 berücksichtigt wurden, belaufen sich auf € 1.601.463,82 (bzw. 0,87 % des Umsatzes) sowie auf einen Betrag von € 245.796,58 zur Abdeckung von Ansprüchen, Transportkosten und der Vernichtung der Produkte. Die Ergebnisse des Jahres 2025 umfassen außerdem eine Abschreibung auf unverkäufliche Bestände (von Kunden zurückgesendete Ware sowie zum Ende Dezember 2025 lagernde Bestände) in Höhe von € 178.191,52. Das Unternehmen kann Anspruch auf Erstattung durch den/die Lieferanten haben und prüft, inwieweit Ansprüche gemäß den Bedingungen der einschlägigen Vereinbarungen geltend gemacht werden können. Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf € 14.046 Tsd. gegenüber € 9.617 Tsd. im Geschäftsjahr 2024.

Die Liquidität des Unternehmens war auch wegen der Konzernzugehörigkeit zu jeder Zeit gegeben.

Im Berichtszeitraum lag der durchschnittliche bereinigte Mitarbeiterstand bei 235 Personen, alle davon sind Angestellte. Der Personalaufwand betrug € 21,4 Mio.

1 Materialaufwand und bezogene Leistungen zu Betriebsleistung 2 Eigenkapital im Verhältnis zum gesamten Anlagevermögen

3 Anlagenzugänge gemäß Anlagenspiegel, ohne Umbuchungen 4 Überschuss nach Steuern bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Wertetreiber des Unternehmens/KonzernsEinheit20252024
Anzahl ProdukteAnzahl1.7741.534
Inflation%3,62,9
Anzahl der KundenAnzahl8.2368.170
Anzahl der AufträgeAnzahl91.720104.803
Mitarbeiterfluktuation%14,910
Bekanntheitsgrad%9595

Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

In Einklang mit der Unternehmensstrategie der Nestlé Gruppe steht für die Nestlé Österreich weiterhin die Sinn- und Werte-Vorgabe, die Lebensqualität zu verbessern und zu einer gesünderen Zukunft beizutragen, - heute und für kommende Generationen. Nestlé Österreich stützt sich am globalen Unternehmensansatz der gemeinsamen Wertschöpfung (Creating Shared Value) sowohl zum Wohl der Gesellschaft und der Umwelt als auch zum kontinuierlichen Erfolg von Nestlé beizutragen Dieser Ansatz ist breit gefächert und stützt sich auf das Bemühen um Netto-Null-Treibhausgasemissionen gem. SBTi, die Förderung regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken etwa durch Einsatz von Bodendeckern oder Wassermanagement, den Einsatz für die Zirkularität von Verpackungen, oder auch die Schaffung von Möglichkeiten für junge Menschen

Der Schutz und die Gesundheit der Mitarbeiter*innen stehen seit Jahren im Fokus. Dies wird durch die Zertifizierungen gem. ISO 9001:2015, 14001:2015 und 45001:2018 und die damit verbundenen Anforderungen an Qualität, Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz verifiziert. Ebenso wurde Nestlé für den Zeitraum 2026-2028 das Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung der Österreichischen Gesundheitskasse erneut verliehen. Durch umfangreiche Informations- und Vorsorgeaktivitäten kann die Zahl der Arbeitsunfälle im Vergleich zu den Vorjahren stabil gehalten werden.

Forschung und Entwicklung

Die kontinuierliche Verbesserung existierender Produkte sowie die Entwicklung von neuen Produkten wird in den zentralen R&D-Zentren der NESTLÉ in der Schweiz bzw. im globalen Netzwerk der (NESTLÉ) R&D-Zentren durchgeführt.

Hedging

Der Großteil, der von Konzerngesellschaften bzw. von Dritten zugekauften Produkte wird in Euro fakturiert. Für Zukäufe aus der Schweiz führt die Nestlé Österreich GmbH zusammen mit dem Nestlé Treasury Center Europe Terminkäufe (CHF) durch, um Währungsverluste auszuschalten.

Risikomanagement und Interne Kontrolle

Forderungsausfallsrisiko

Mangels signifikanter Konzentration auf einige wenige Kunden sind potenzielle Verluste, verursacht durch Zahlungsausfälle, grundsätzlich eingeschränkt. Der Ausfall eines Großkunden ist nicht existenzbedrohend.

Das aktive Management des Risikos des Zahlungsverzugs der Kunden erfolgt durch Prüfung der Kundenbonität, aber auch durch Vergabe von internen Kreditlimits, Liefersperren oder Inkasso bei Lieferung. So gelingt es, das Zahlungsausfallsrisiko für einen Großteil unserer Kunden zu minimieren.

Operative Risiken

Durch die starke Einbindung der Nestlé Österreich in das europäische Netzwerk der Nestlé Gesellschaften sind operative Risiken als beschränkt einzuschätzen: die Versorgung mit Verkaufsware wird über das Netzwerk der Nestlé Produktionsstätten sichergestellt. Die Auslieferung in Österreich ist über einen lokalen BCP Plan (= Business Continuity Plan) garantiert.

Vom Standpunkt der internen Organisation ist jeweils ein Nachfolgeplan dokumentiert, der im Notfall greift.

Im Rahmen des Risikomanagements gibt es für den möglichen Ausfall der Unternehmenssoftware (SAP) ebenso einen BCP (= Business Continuity Plan), um alle kritischen Prozesse (Auftragsannahme, Auslieferung etc.) auch im Falle eines kompletten Systemausfalles mindestens 14 Tage aufrechterhalten zu können.

Das interne Berichtswesen nimmt einen hohen Stellenwert im Zusammenhang mit der Überwachung und Kontrolle von wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäfts ein.

Die laufende interne Berichterstattung des Controllings, des Rechnungswesens, der jährliche Planungsprozess sowie konzernweite Richtlinien sind somit wichtige Instrumente für Risikoüberwachung und –kontrolle. Die Finanzberichterstattung an Geschäftsführung und Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig, umfassend und zeitnah.

Außerhalb des Konzern-Reportings wird dem Management über auftretende wesentliche Risiken umgehend Bericht erstattet.

Das interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung gewährleistet Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Nachvollziehbarkeit der Finanzinformationen und Datenverarbeitungssysteme. Darüber hinaus werden Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Einhaltung der gesetzlichen, vertraglichen als auch internen Regelungen sichergestellt.

Der Rechnungslegungsprozess umfasst dabei alle wesentlichen Arbeitsschritte, die gewährleisten, dass die rechnungslegungsrelevanten Informationen vollständig erfasst werden und die Abbildung in der Finanzberichterstattung den Vorschriften des UGB entspricht.

Die Einhaltung der internen Richtlinien und Verfahren für die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen wird regelmäßig kontrolliert. Der Rechnungslegungsprozess und die Finanzberichterstattung werden systematisch auf mögliche Risiken geprüft und regelmäßig evaluiert. Optimierungsmaßnahmen werden rasch eingeleitet und zügig umgesetzt.

Die Gesamteinschätzung der Risikosituation der Gesellschaft weist keine bestandsgefährdenden Elemente auf. Derartige Risiken sind auch im kommenden Geschäftsjahr nicht zu erwarten.

In der Nestlé Österreich GmbH gibt es ein internes Kontrollsystem, das sowohl die Einhaltung der Prozesse als auch mögliche Konflikte bei den Systemberechtigungen durch „Compensating Controls“, die von unabhängigen Mitarbeitern durchgeführt werden, überwacht. Diese interne Audit Abteilung stellt auch sicher, dass es für alle Prozesse Verfahrensanweisungen gibt. Neben den laufenden Kontrollen werden auch seitens der Nestlé Gruppe in Vevey Audits durchgeführt.

Zweigniederlassungen

Die Nestlé Österreich GmbH verfügt über keine Zweigniederlassungen.

Ausblick 2026

Die primären Ziele für das Jahr 2026 werden das weitere Umsatzwachstum als auch die Steigerung unserer Marktanteile sein.

Durch die massiven Preissteigerungen entlang der Lieferkette, von Rohstoffen über Energiebis zu Frachtkosten, herrscht weiterhin ein immenser Kostendruck, dem mit Portfoliooptimierung, Synergien und Effizienzen sowie punktuellen Preisanpassungen gegengesteuert wird. Im Zuge einer in 2025 gestarteten, globalen Initiative hin zu mehr Digitalisierung, Automatisierung und einer verstärkten Nutzung von sog. Shared-Service- Centers kommt es in allen Märkten zu veränderten Prozessen und teilweise angepassten Strukturen bis Ende 2027. Die Zusammenlegung der Geschäftsfelder Nutrition und Nestlé Health Science wird auch im österreichischen Markt 2026/2027 entsprechend umgesetzt werden.

Mit dem globalen Fokus auf sog. „Big-Bets“, d.h. große Innovationsplattformen unter den globalen Marken, wird es auch in Osterreich zu einigen Neuheiten im Portfolio beispielsweise bei KitKat und Nescafé kommen.

E-Commerce wird als Absatzkanal weiter an Bedeutung gewinnen und forciert werden, um das Kundenportfolio zu verbreitern.

Die Nachfrage nach nachhaltigen und alternativen Nahrungsmitteln wird weiter ansteigen und das Wachstum weiter vorantreiben. Im Bereich Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung und Social Responsibility wird es eine Reihe von Initiativen geben.

Die Auswirkungen der militärischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sind weiterhin allgegenwärtig, wodurch es zu Lieferengpässen bzw. Produktionsausfällen kommen kann.

Wien, am 19. Mai 2026

Die Geschäftsführerin:

Sarah Huber

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