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Lagebericht 2025

Wiener Stadthalle Betriebs- und Veranstaltungsgesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 08. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Jahresabschluss per 31. Dezember 2025

1. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

1.1 Allgemeines

Die Gesellschaft wurde mit Vertrag vom 26. Juni 1957 errichtet und am 19. August 1957 im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien eingetragen. Sie wird dort unter FN 105184 h geführt. Der Name der Gesellschaft lautet seit 23. Dezember 2009 „Wiener Stadthalle Betriebs- und Veranstaltungsgesellschaft m.b.H.“.

Auf Basis eines Gemeinderatsbeschlusses vom 17. März 1978, welcher die Wiener Stadthalle aufgrund ihrer auch kommunalpolitischen Aufgabenstellung per definitionem als Abgangsdeckungsbetrieb sieht, werden über die Alleingesellschafterin Wien Holding GmbH freiwillige nicht rückzahlbare Zuwendungen zur Bedeckung des entstandenen Verlustes und Mittel für die Finanzierung notwendiger Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, sowie zur Bestreitung der Anschaffungskosten notwendiger bzw. zweckmäßiger Neuinvestitionen zur Verfügung gestellt.

1.2 Geschäftsverlauf

Mit 1,25 Millionen Besucher:innen übertraf die Wiener Stadthalle 2025 das Vorjahr 2024 mit 1.012.602 Besucher:innen um rund 25 %. Auch die Zahl der Belegtage erreichte mit 706 einen neuen Höchstwert und lag damit mit einem Plus von 37 % klar über dem Niveau von 2024 (514 Belegtage). Wirtschaftlich setzte 2025 ebenfalls neue Maßstäbe: Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber 2024 um 19 Prozent und lagen um 36 Prozent über 2019, während die Erlöse aus Vermietung sowohl im Vergleich zum Vorjahr (+22 %) als auch zu 2019 (+49 %) deutlich zulegten. Diese Entwicklung führte zum besten Ergebnis nach Steuern in der Geschichte der Wiener Stadthalle.

Österreichs bedeutendste Eventlocation ist nicht nur Veranstaltungsort, sondern ein Ort unvergesslicher Momente und Emotionen. So eröffnete Alligatoah in der Halle D am 10. Jänner 2025 ein Jahr voller Highlights mit zahlreichen hochkarätigen Konzerten und Shows. Bei Acts wie Papa Roach, Jan Böhmermann, Andrea Berg, Bullet For My Valentine & Trivium, Rise Against, James Blunt, Lenny Kravitz, K.I.Z., David Garrett, Anastacia und Abbamania war für Musikfans unterschiedlichster Genres etwas dabei.

Doch auch Liebhaber:innen spektakulärer Shows kamen auf ihre Kosten: von der fesselnden Geschichte im Cyberspace bei Holiday on Ice-Show NO LIMITS, über actionreiche Stunts bei Masters of Dirt, bis hin zu packenden Kämpfen der Wrestlingstars bei WWE Live.

Es folgten publikumswirksame Acts wie Chris Tall, Ricky Gervais, Twenty One Pilots, Shirin David, Bilderbuch, Rainhard Fendrich, Billie Eilish, Tate McRae, Nine Inch Nails oder auch Santana, die für massive Nachfrage und „sold out“ Meldungen sorgen. Mit Queens of Stone Age sowie Lionel Richie im Juli und Carolin Kebekus, Cro, Parkway Drive, Montez, One Vision of Queen und Ayliva im durchwegs starken September fanden große Stars ihre Bühne und sorgten für mehr als nur ein „full house“.

Mit Volbeat, Finch, Yungblud und Andreas Gabalier startete das letzte Quartal in der Halle D, das mit allein rekordverdächtigen 19 Shows im November, darunter Il Volo, Hans Zimmer, Simply Red, Tream oder Jamiroquai sowie im Dezember mit Rod Stewart, James Arthur. Bryan Adams und der Stadthallen-Premiere der Icon Leaque, um nur einige zu nennen, ins Finale ging.

Den Titel der Erste Bank Open, Österreichs wichtigstem ATP-Turnier, sicherte sich der Südtiroler Jannik Sinner nach einem Thriller-Finale gegen Alexander Zverev und im Rahmen der Sporthilfegala wurden einmal mehr die Sportler:innen des Jahres ausgezeichnet.

Auch in der Halle F begeisterten abwechslungsreiche und hochkarätige Shows, Musicals, Ballettaufführungen sowie Comedy und Filmmusikkonzerte. Darunter K-Pop, der Dauerbrenner Kabarettgipfel, Redflag Stand Up Show, Bülent Ceylan, The Rose, Die Eiskönigin, der konzertante Oster-Klassiker Jesus Christ Superstar und Gregorian sowie Shows von den Chippendales, Peter Bence bis Max Raabe und Ghost – Nachricht von Sam als Musical, Chris Norman, The Witcher und die vorweihnachtliche Weltpremiere von The Cher Show. Auch am Programm standen die nach US-Vorbild inszenierte Graduation Ceremony sowie Haupt- und Jahresversammlungen.

Im Ausstellungsbereich des Studio F wurde mit „Salvador Dalí – Dalí the Limitless“ eine beeindruckende Schau mit Werken aus der renommierten Dalí Universe Collection präsentiert, die Besucherinnen und Besucher in die grenzenlose Fantasiewelt des Surrealismus entführte. Und während im Oktober bereits die Vorbereitungen für die Neuauflage der Anatomie-Schau „Körperwelten“ – ab November zu sehen - begannen, wurde das Studio F im Rahmen der Erste Bank Open als Chillout Area und Aftershowlocation genutzt. Bei freiem Eintritt stand der Clubbereich allen Turnierbesucher:innen offen.

Im Veranstaltungsbetrieb der Hallen D, E, F und Studio F konnten im Berichtsjahr 544 Vorstellungen im Rahmen von standardmäßigen Veranstaltungen abgewickelt werden. Damit konnte insgesamt ein Veranstaltungsumsatz von in Summe rund EUR 19,4 Millionen erzielt werden.

Für das Wirtschaftsjahr vom 01.01. – 31.12.2026 erfolgten die Planungen unter Berücksichtigung der Austragung des Eurovision Song Contest 2026. Zum Planungszeitpunkt war allerdings auch davon auszugehen, dass die herausfordernde gesamtwirtschaftliche Situation (Inflation, Energiekrise) für Endkonsumenten und Veranstalter dazu führen wird, dass das Planjahr durch kurzfristigere Buchungen einerseits und eventuelle Absagen andererseits gekennzeichnet sein wird.

Unter diesen Rahmenbedingungen wird ein Gesamtumsatz gemäß Wirtschaftsplan von rd. EUR 28,9 Millionen angepeilt.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden laufende Erhaltungs- und Reparaturarbeiten im Ausmaß von rund EUR 1,3 Millionen vorgenommen. Die Investitionen in Höhe von rund EUR 2,6 Millionen umfassten in erster Linie die Kühlung der Halle D (Installation von 2 Stück Kaltwassersätzen zur Verbesserung der Kälteleistung im Saal der Halle D), die Sanierung der Ehrenauffahrt, die weitere Umrüstung auf LED-Beleuchtung und die Verbesserung des Brandschutzes. Um auch weiterhin ein attraktiver Anbieter für (Groß-) Veranstaltungen zu bleiben, ist in Zukunft weiterhin mit entsprechend hohen Ausgaben in diesem Bereich zu rechnen.

Der durch die Wien Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2025 zur Verfügung gestellte Großmutterzuschuss zur Erfüllung des Gemeinderatsbeschlusses beträgt für die Bedeckung des operativen Jahresergebnisses zum 31.12.2025 EUR 2,5 Millionen.

1.3 Finanzlage und Vermögenslage, Kennzahlen

Der Anstieg der liquiden Mittel ist vor allem in der Tatsache begründet, dass die Kartengelder im Geschäftsjahr 2025 hier dargestellt werden (im Vorjahr in den Lieferforderungen). In diesem Zusammenhang wird auch auf die Entwicklung der Kapitalrücklage und deren aliquote Auflösung zum Ausweis eines ausgeglichenen Bilanzergebnisses unter Berücksichtigung der Kapitalzufuhr des Berichtsjahres verwiesen.

Die Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mittel stehen im Zusammenhang mit Investitionen in das Sachanlagevermögen ESC 2015.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
DielangfristigenRückstellungenbeinhaltendiePensions-,Abfertigungs-und
die Jubiläumsgeldrückstellung sowie die diversen Rückstellungen.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.12.202531.12.2024Veränderung
in EUR%in EUR%in EUR%
Immaterielle Vermögensgegenstände285 6220,5254 8500,430 77212,1
Sachanlagen16 797 92326,922 848 57433,7-6 050 651-26,5
Finanzanlagen4 974 1278,05 187 9957,6-213 868-4,1
Langfristig gebundene Mittel22 057 67235,428 291 41941,7-6 233 747-22,0
Vorräte22 5200,035 5510,1-13 031-36,7
Lieferforderungen5 835 9929,416 578 12224,4-10 742 130-64,8
Konzernforderungen11 181 95917,98 617 31812,72 564 64129,8
übrige Forderungen8 736 66814,0361 9060,58 374 762 2 314,1
Liquide Mittel14 453 55923,213 966 35220,5487 2073,5
Rechnungsabgrenzungsposten74 8550,148 4560,126 39954,5
Kurzfristig gebundene Mittel40 305 55364,639 607 70558,3697 8481,8
AKTIVA62 363 225100,067 899 124100,0-5 535 899-8,2

Kennzahlen zur Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
xDerAnlagenabnützungsgrad (kumulierte Abschreibung inRelationzuden
Anschaffungskosten des Sachanlagevermögens) beträgt 73% (im Vorjahr 65 %).
xDer Anlagendeckungsgrad, definiert als Finanzierungsgrad des Anlagevermögens
durch das Eigenkapital, liegt bei 156 % (im Vorjahr 119 %).
xDer Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen, die Anlagenintensität, wird
mit 35 % (im Vorjahr 42 %) ermittelt.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
31.12.202531.12.2024Veränderung
in EUR%in EUR%in EUR%
Stammkapital13 000 00020,813 000 00019,100,0
Kapitalrücklagen21 415 29334,320 552 52330,3862 7704,2
Bilanzverlust00,000,000,0
Eigenkapital34 415 29355,133 552 52349,4862 7702,6
Investitionszuschüsse2 0950,045 1930,1-43 098-95,4
Eigene Mittel34 417 38855,133 597 71649,5819 6722,4
Rückstellungen2 648 9504,23 952 5255,8-1 303 575-33,0
Verbindlichkeiten00,000,000,0
Konzernverbindlichkeiten00,000,000,0
Langfristiges Fremdkapital2 648 9504,23 952 5255,8-1 303 575-33,0
Rückstellungen1 412 3242,3804 5481,2607 7760,0
Lieferantenverbindlichkeiten2 406 7354,01 776 1052,6630 63035,5
übrige Verbindlichkeiten18 901 55930,322 325 00832,9-3 423 449-15,3
Konzernverbindlichkeiten1 369 2692,21 515 5062,2-146 237-9,6
Kurzfristiges Fremdkapital24 089 88738,826 421 16738,9-2 331 280-8,8
Rechnungsabgrenzungsposten1 207 0001,93 927 7165,8-2 720 716-69,3
Fremde Mittel27 945 83744,934 301 40850,5-6 355 571-18,5
PASSIVA62 363 225100,067 899 124100,0-5 535 899-8,2

Kennzahlen zur Finanzlage

x Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital liegt im Berichtsjahr bei 55 % (im Vorjahr 49 %). x Der Mobilitätsgrad (working capital ratio), der anzeigt, in welchem Ausmaß das kurzfristige Umlaufvermögen zur Begleichung durch das kurzfristige Fremdkapital zur Verfügung steht, wird mit 167 % (im Vorjahr 150 %) festgeschrieben.

2. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.1 Arbeitnehmerbelange

Die Wiener Stadthalle beschäftigt zum Bilanzstichtag 134 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und bildet derzeit 2 Lehrlinge aus.

2.2 Sonstige nichtfinanzielle Kennzahlen

Nach dem Sieg von JJ beim 69. Eurovision Song Contest am 17.05.2025 in Basel war klar, dass Österreich nach 2015 zum insgesamt 3. Mal den Eurovision Song Contest austragen wird. Der ORF startete daher ein Bewerbungsverfahren um die Host-City für den 70. Eurovision Song Contest zu finden. Den interessierten Städten wurde ein sehr umfangreicher Anforderungskatalog übermittelt. Letztendlich blieben zwei Städte im Rennen: Innsbruck und Wien. Am 20.08.2025 war es endlich soweit. Der ORF gab in der Radio Morgenshow auf Ö3 bekannt, welche Stadt den Zuschlag für die Austragung des 70. Eurovision Song Contest erhält. Die Entscheidung ist auf Wien gefallen. Der 70. Eurovision Song Contest findet zum zweiten Mal in der Wiener Stadthalle statt. Das Finale ist für den 16.05.2026 und die beiden Halbfinale sind für den 12.05.2026 und den 14.05.2026 angesetzt. Weiters wird es in der Woche des Eurovision Song Contest mehrere öffentliche bzw. nicht-öffentliche Proben/Shows geben (die Details dazu hat der ORF noch nicht final ausgearbeitet). Im Anschluss an die Pressekonferenz am 20.08.2025 im Wiener Rathaus unterfertigte Bürgermeister Dr. Michael Ludwig ein Memorandum of Understanding. Analog zu 2015 soll auch für den Eurovision Song Contest 2026 ein Überlassungsvertrag zwischen ORF und der Wiener Stadthalle auf Basis der in der Bewerbung festgelegten Leistungen abgeschlossen werden.

3. Forschung und Entwicklung, Zweigniederlassungen

Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden und werden keine Tätigkeiten entfaltet.

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

4. Risikoberichterstattung

4.1 Allgemeine Beschreibung der wesentlichen Risiken

Die Wiener Stadthalle wird unter Berücksichtigung der für das Geschäftsjahr 01.01. – 31.12.2026 durch die Auswirkungen der unverändert zu berücksichtigenden Einflussgrößen und einer somit unverändert zu erwartenden Volatilität der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Veranstaltungsbetrieb mit der zur Verfügung stehenden Kapitalausstattung unter Berücksichtigung der im Jahr 2026 zugeschriebenen Mittel der Abgangsdeckung sowie für den Eurovision Song Contest 2026 das Ergebnis nach Steuern bedecken können.

Im Rahmen der Risikoberichterstattung liegen keine berichtsrelevanten Ereignisse vor.

Die Gesellschaft bewegt sich bei der jährlichen Budgetierung immer im Rahmen der zugesagten Abgangsdeckung. Quartalsweise Soll-Ist-Vergleiche stellen sicher, dass mögliche negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt werden, um entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen frühzeitig einleiten zu können.

5. Ausblick 2026

Entlang der für die Wirtschaftsplanung getroffenen Annahmen eines durchgängigen aus Neubuchungen bestimmten Veranstaltungsbetriebs unter Berücksichtigung des Eurovision Song Contest 2026 wird das Planjahr auf der Grundlage der gesamtwirtschaftlich herausfordernden Rahmenbedingungen analog zu den Vorperioden ein erkennbares Maß an Volatilität kurzfristiger Buchungen und/oder Veranstaltungsabsagen in sich tragen.

Wien, 06.03.2026

Thomas Waldner Geschäftsführer

Mag/ Mätthäus Zelenka Geschäftsführer

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