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Lagebericht 2025

framag Industrieanlagenbau GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. WIRTSCHAFTSBERICHT

1.1 Darstellung des Geschäftsverlaufes:

Die framag Industrieanlagenbau GmbH (im Folgenden kurz framag) erwirtschaftete 2025 eine Betriebsleistung von 19,94 Mio. €; ca. 10% weniger als 2024.

Die angespannte Wirtschaftslage besteht für den Maschinenbau in der EU seit dem 4. Quartal 2023. Nach Analysen der CECIMO sank die Kapazitätsauslastung in der Branche allein von Q3 auf Q4 um 5% auf 71%; eine Reduktion von 10% über das Jahr 2025 (von 81% Q4 2024 auf 71% Q4 2025).

CECIMO Average capacity utilization rate(2020-2025)

109 09 Q2 Q3 24 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 2020 2020 2020 2021 2021 2021 2021 2022 2022 2022 2022 2023 2023 2023 2023 2024 2024 2024 2024 2025 2025 2025 2025 Source: CECIMO & National associations

Der Anlagenbau trotzte dem allgemeinen Abschwung und es konnten bedeutende Aufträge abgeschlossen werden. Verbesserte Produkte mit neuen Technologien zeigen Interesse am Markt und werden vermehrt verkauft. Der Wirtschaftsraum der USA wurde und wird von der framag intensiv bearbeitet, eine Expansion in die USA geprüft und ausgearbeitet.

Die Preise der für uns relevanten Rohstoffe und Energie waren 2025 stabil. Die hohen Lohnabschlüsse der letzten Jahre in Österreich sind für einen produktionsstarken Betrieb äußerst belastend. Es werden die Arbeitsgänge und Tätigkeiten daher innerhalb des Konzerns nach Rumänien ausgelagert. Dem Tochterunternehmen framag mechatronic s.r.l. kommt so von Jahr zu Jahr größere Bedeutung zu.

Die im Berichtsjahr getätigten Investitionen konnten aufgrund der breiten Investitionen in den letzten Jahren sehr stark reduziert werden.

Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte wurden in die Verbesserung von strategischen Entwicklungen der letzten Jahre (EU und internationale Patente der letzten Jahre) kanalisiert. Die Nutzbarkeit für den Kunden in den Maschinen und Anlagen stand im Vordergrund und kam in Sägen und anderen Projekten direkt beim Kunden zur Anwendung. Die Datenermittlung im laufenden Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung der Dienste und Funktionen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Der Personalstand wurde 2025 aufgrund der gegebenen Auslastung verringert und ist von ca. 138 auf 118 Mitarbeiter (Stand: 31.12.2025) gesunken.

Die tiefe Wertschöpfung erwies sich nach wir vor als sehr vorteilhaft in Bezug auf kurze Lieferzeiten und hohe Planbarkeit der Tätigkeiten. Aus Kostensicht stehen in den nächsten Jahren notwendigerweise Verlagerungen von Teilen der Produktion in günstigere Standorte als Osterreich an.

Die Optimierung von Prozessen, Abläufen und mehr Klarheit in der Organisation ist Teil eines Kostensenkungsprogramms. Das Projektmanagement übernimmt die Führung in der Auftragsverfolgung und zeichnet sich verantwortlich im Dreieck von Termin, Kosten und Qualität.

1.2. Darstellung der Lage:

Der Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung und Herstellung von Maschinen und maschinellen Anlagen für die Stahlindustrie, von Strukturbauteilen und Baugruppen für die Werkzeugmaschinenindustrie, Plattenfelder und Prüffelder, sowie Engineering und Sondermaschinenbau. Industrielle Dienstleistungen im mechanischen und elektrotechnischen Engineering runden das Programm ab.

Die Investitionsbereitschaft im Bereich der Stahlindustrie blieb 2025 stabil, während der klassische Werkzeugmaschinenmarkt 2025 negative geschäftliche Entwicklungen erlitt. Die Folge ist eine Anpassung der Prozesse und ein Verlagern der Schwerpunkte in der Organisation. Ein komplexeres Monitoring von Kosten, Terminen und Qualität

der größeren, länger dauernden Aufträge des Anlagenbaus fordert das Projektemanagement stärker und verlangt eine detailliertere Kostenverfolgung in komplexeren Auftragsstrukturen. Das wurde organisatorisch und technisch in den Kalkulationen des ERP-Systems angepasst, damit Informationsfluss und Erkenntnisse aus laufenden Aufträgen schneller und präziser gewährleistet werden können. Die Linienorganisation aber speziell der Vertrieb kann die Handlungsweisen anpassen, Verbesserungen gezielt, wirksam und schnell umsetzen. Im Vertrieb wurden die personellen Ressourcen verstärkt und die Tätigkeiten bzw. Ablaufprozesse überarbeitet.

Auslastungsplanung, Unternehmenskommunikation und die Nutzung des ERP- Programms sind in einer angespannten wirtschaftlichen Lage wesentliche Werkzeuge, um Auslastung und Personalbedarf genau zu planen, um mit minimalem Einsatz von Ressourcen termingetreu zu liefern.

Die Digitalisierung im Maschinenbau allgemein gewinnt stetig an Bedeutung, besonders durch den Einsatz integrierter PLM- und PDM-Systeme. Durch die zentrale Verwaltung aller Produkt- und Prozessdaten entsteht ein durchgängiger digitaler Zwilling, der Konstruktion, Fertigung und Service miteinander verbindet. framag führte 2025 die Arbeit mit diesen Werkzeugen ein und sorgt dabei für eine einheitliche Datenbasis, reduziert Fehler durch Versionierung und schafft transparente Workflows über den gesamten Produktlebenszyklus. In Verbindung mit dem CAD lassen sich Entwicklungsprozesse automatisieren, Simulationen frühzeitig einbinden und Anderungsstände präzise nachvollziehen. Dadurch steigern Unternehmen Effizienz, verkürzen Time-to-Market und erhöhen die Produktqualität nachhaltig.

Die Ertragslage ist dadurch gekennzeichnet, dass sich das Ergebnis vor Steuern bei einem Rohergebnis gem. § 279 Z 2 UGB von T€ 12.849 (Vorjahr: T€ 14.567) mit T€ - 260 (Vorjahr: T€ -448) entsprechend dem Umsatzrückgang negativ entwickelt hat. Die Rentabilität bezogen auf das Rohergebnis hat sich aufgrund von Kosteneinsparungen geringfügig auf rd. -2% (Vorjahr: -3% %) verbessert.

Die Investitionen 2025 betrugen rund 235T€ und umfassen insbesondere die Digitalisierung (Digitaler Zwillings / technisches Datenmanagement) und allgemeine Betriebsausstattung.

Das Finanzergebnis hat sich aufgrund von planmäßigen Tilgungen und geringfügigen Zinssenkungen von TEUR -182 auf TEUR -140 verbessert.

Die Eigenkapitalquote betrug zum Stichtag, 31.12.2025, 32,7 %.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20242025
Ertragslage
Ergebnis vor Zinsen und Steuern-232.100,42-81.801,11
Eigenkapitalrentabilität-6.6%-4.3%
Gesamtkapitalrentabilität-1,2%-0.4%
Vermögens- und Ertragslage
Nettoverschuldung8.491.898,648.424.731,04
Eigenkapitalquote31,5%32,7%
Nettoumlaufvermögen773.716,43763.816,43
Nettoverschuldungsgrad136%141,58%
Cash Flow Kennzahlen
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit1.137.559,49267.010,35
Cash Flow aus Investitionstätigkeit-2.311.338,54-134.294,25
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit1.273.69 7,74-677.079,63

Die Liquiditätssituation der Gesellschaft ist vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Unsicherheiten sowie eines insgesamt herausfordernden und volatilen marktwirtschaftlichen Umfelds weiterhin als angespannt zu beurteilen. Insbesondere potenzielle Verzögerungen bei Zahlungseingängen und eine schwankende Auftragslage können die finanzielle Flexibilität kurzfristig beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wird der Sicherstellung einer

ausreichenden Liquidität und der Stabilität der laufenden Finanzierung besondere Bedeutung beigemessen.

Die Liquiditätslage der Gesellschaft wird daher laufend und eng überwacht, wobei ein klarer Fokus auf einem aktiven und vorausschauenden Working-Capital-Management liegt. Zur Steuerung und Uberwachung dient eine Finanzvorschau, die direkt aus dem ERP-System abgeleitet wird und sämtliche wesentlichen Zahlungsströme abbildet. Das Management stützt sich dabei auf eine rollierende Finanzvorschau mit einem Planungshorizont von 15 Monaten, die regelmäßig aktualisiert und auf weitere Vertretbarkeit der zugrunde gelegten Annahmen überprüft wird.

Auf Basis konservativer Annahmen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung, der Zahlungsströme und der Finanzierungsbedingungen ist die Liquidität der Gesellschaft für den betrachteten Zeitraum jedenfalls sichergestellt."

1.3. Risikobericht:

Stellt man die Krisen der letzten Jahre im Vergleich zueinander so ist erkennbar, dass die Abstände zwischen den Krisen früher nahezu zehn Jahre Abstand hatten.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
110
StartMax.Dauer bis
105KriseRückgangneues Hoch
100Dez. 1991-15,3%41 Monate
95
Jan. 2001-8,1%49 Monate
90
Apr. 2008-42,6%42 Monate
85
80– Okt. 2018-19,8%44 Monate
75— Mittelwert* -20,7% 1991-201843 Monate
70
65– Mai2022 -26,4%bisher 43 Mt.
(bis Aug. 25)
60
55
50

* Entspricht der gestrichelten Kurve «Mittelwert» in der Grafik

links. Wenn der Durchschnitt der absoluten Tiefpunkte berech-

1 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31 33 35 37 39 41 43 45 47

–21,4 %. Der Tiefpunkt der gestrichelten Kurve «Mittelwert» liegt

net wird (Durschnitt der Werte in der Tabelle), beträgt der Wert lichen Zeitpunkten erfolgten.

in der Grafik höher, da die Tiefpunkte jeweils zu unterschied-

Abb. 1: Krisen im Vergleich, 12-Monatsschnitt des realen Auftragseingangs der deutschen Hersteller von Maschinen (indexiert, 100 = Zeitpunkt des letzten Höhepunkts vor der jeweiligen Krise) Quelle: Rohdaten Destatis, Berechnung und Darstellung hpo forecasting

Die aktuelle Aneinanderreihung von Krisen in Abständen von wenigen Jahren ist ebenso signifikant wie die fast doppelt so lange Periodendauer der aktuellen Krise. Sie stellt Unternehmen vor eine besondere Herausforderung. Krisengewinner sind Unternehmen in der Energieerzeugung oder Unternehmen, die bereits länger in der Rüstungsindustrie tätig sind. Verlierer sind im Umfeld der europäischen Automobilerzeugung, die in der Vergangenheit das größte Marktvolumen darstellte.

Industry Economic Uncertainty Indicator

1 8 9 8 1 0 0 0 0 0

Der Nahostkonflikt rund um den Iran und Israel stellt eine neue noch nicht in den Grafiken berücksichtigte nächste (Energie-) Krise dar. Wie weit sich der Konflikt auf bestehende andere Konflikte wie den Russland-Ukrainekrieg auswirkt bleibt ebenso kaum abschätzbar wie die Verwerfungen im Welthandel rund um die Zölle; sicher ist ein Steigen der Kosten für Alle und Alles.

Die Verschiebung der Geschäftstätigkeit in den Anlagenbau mit weniger Vibrationstechnikgeschäft stellt folgende Herausforderungen dar: Weniger, dafür größere Projekte bzw. Aufträge beinhalten eine größere Chance aber auch ein höheres Risiko bei den Kosten. Die Menge der Anfragen und Vertriebsprojekte wird geringer die Angebotsvolumina steigen deutlich; eine hohe Erfolgschance sichert eine gute Auslastung und guten Umsatz / Betriebsleistung in der Zukunft. Die Vielzahl der

Vibrationstechnikaufträge und Kunden reduzierte in der Vergangenheit das Risiko einzelner Kundengeschäfte und auch die Auslastung in den Abteilungen, ist nicht mehr so konstant gegeben.

Je nach Vergabeentscheidung des Kunden und Zuschlags an die framag kommen größere Arbeitspakete auf die Abteilungen zu oder eine Auslastungslücke geht auf. Es wurde daher 2025 begonnen die Stammmannschaft zu reduzieren, es wird mehr mit Leasingpersonal bedarfsgerecht abgearbeitet.

Die schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden erforderte 2025 eine genaue Liquiditätsplanung durch das Management und wurde durch intensive Kommunikation mit betroffenen Kunden begleitet. Ausfälle durch Insolvenzen werden in der framag weitgehend mit Versicherungen abgesichert. Eine sehr vorsichtige, konsequente und detaillierte Kapitalbedarfsplanung erfolgt laufend.

Die Notwendigkeit innerhalb der EU Stärke zur Absicherung der eigenen Interessen in der wirtschaftlichen Welt zu zeigen ist erkennbar. Rasche und kräftige Investitionen zur militärischen Absicherung der EU-Außen-Grenzen werden hoffentlich gemeinsam zu einer Stärkung der europäischen Industrie beitragen. Beides ist zu hoffen und noch nicht in großem Volumen breit bei den europäischen Betrieben angekommen. Fix sind starke Wachstumsraten der chinesischen Maschinebauer und Produkte, die immer mehr in den europäischen Markt drängen.

2. PROGNOSEBERICHT:

Der CECIMO Business Climate Indikator lässt in den aktuellen Grafiken eine Erholung in der europäischen Industriestimmung erkennen. Anzumerken ist aber, dass der Nahostkonflikt rund um den Iran erst nach Erstellung der Grafik ausbrach.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
CECIMO Business Conditions Index
Production —–Export — Employment— Demand—CECIMO Business Conditions Index
0,6 200
0,4150
100

-100 -150 -200 0. Source: CECIMO 6

Die Gründung einer Niederlassung in den USA trägt der positiven Prognose dieses Marktes Rechnung. Die framag Inc. wird näher am Kunden sein, mit eigenen Mitarbeitern Service günstiger und schneller bereitstellen und die Kundenbindung kann durch einen Verkauf in den USA zudem noch zusätzlich verbessert werden.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
Index
104
103
102
101
100
97
96
95
94
20192020202120222023202420252026

– OECD-Europa – USA - China Status: Jan. 26

Abb. 2: Business Confidence Index (BCI)

Quelle: Daten OECD, Darstellung hpo forecasting

Wenn die Chancen auf wieder geringere Energiekosten durch die Ereignisse im Februar drastisch ins Gegenteil umschlugen, so ist die Notwendigkeit für die Länder und Unternehmen in der EU mehr denn je gegeben sich unabhängig von dem Welthandel zu machen. Investitionen und Entscheidungen seitens der Politik müssen getätigt werden, um im internationalen Wettbewerb nicht aufgerieben zu werden. Während China weiter von ihrer stark exportorientieren Wirtschaft lebt oder die Profite lukriert, so haben die USA einen hohen Bedarf an Industriegütern wie Werkzeugmaschinen um den drastisch steigenden Bedarfen der Rüstungsgüter Herr zu werden. Langfristig müssen die beschädigten Gebäude, Anlagen und Infrastruktur in den Kriegsgebieten wiederhergestellt werden.

Die framag stellt sich dem Wandel der Verschiebungen in den Sparten und kann so auf die Veränderungen in den Märkten reagieren. Der Produktionsstandort in Rumänien löst signifikant Produktionskapazitäten aus Oberösterreich ab und sichert wettbewerbsfähige Herstellkosten für aktuelle Marktpreise. Der Aufbau eines Partnernetzwerks zur Abarbeitung von Auslastungsspitzen durch inländische und ausländische Unternehmen ist erfolgt. Software und Inbetriebnahme kann nun durch günstigeres Personal aus den ehemaligen Ostländern bedarfsgerecht zum Einsatz gebracht werden.

Aufgrund der hohen Investitionen der nahen Vergangenheit sind 2026 nur geringe Investitionen notwendig.

Die Organisationsentwicklung und Digitalisierung der Prozesse sind in Umsetzung und zeigen erste Früchte, es ist die Möglichkeit für eine merkliche Effizienzsteigerung 2026 geschaffen worden.

3. FORSCHUNGSBERICHT:

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen wird der Schwerpunkt auf den Anlagenbau gelegt. Der operative Nutzen und die Anwendbarkeit der neuen Technologien stehen im Fokus. Feedback von Kunden und Anpassung der Technologien an Produktanforderungen des Marktes bedingen Anpassungen und Modifikationen. In der Sparte Vibrationstechnik werden alternative Fertigungsmöglichkeiten sowie Kosteneinsparungsmöglichkeiten bei gleichen oder besseren Produkteigenschaften untersucht. Im

Jahr 2026 sind ca. 1,03% des geplanten Umsatzes für Entwicklungsarbeiten vorgesehen.

4. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN:

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
Fr
Frankenburg, 14. April 2026bes eb engineering fort
framag Ipdystrieanlagenbay GmbH
A-4873 Frankenburg, Neukirchner Str. 9
Tel. Apres- 243, Fax: 4307683 504086

DI Roland Haas

Geschäftsführer

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