Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
WienCont – ein Tochterunternehmen des Hafen Wien – betreibt ein multimodales Umschlagsterminal in Wien und steht für modernste, trimodale Transporttechnik. Der Standort punktet durch seine perfekte Lage und die Anbindung an 3 TEN-T-Korridore. Den Kunden bietet sich eine optimale Drehscheibe für die Abwicklung von intermodalen Ganzzugverkehren zu den wichtigsten europäischen Seehäfen sowie kontinentalen Verkehrsknotenpunkten, die eine Anbindung an die bedeutendsten internationalen Logistikzentren gewährleistet.
Die Geschäftsbereiche gliedern sich in Terminal- und Depotleistungen, welche sowohl den Umschlag, wie auch die Lagerung von Containern, und verschiedene Serviceleistungen, wie Containerreparaturen umfassen. Darüber hinaus betreibt WienCont Handel mit und Vermietung von Büro-, Wohn-, Lager-, Sanitär-, Spezial- und Transportcontainern sowie Office-Lösungen.
Weiterhin legt WienCont ein Hauptaugenmerk auf das Thema „Nachhaltigkeit am Wirtschaftsstandort Wien". Auf dem Weg zum ersten CO2-freien trimodalen Terminal Europas wurde die Stromversorgung am gesamten Kranterminal auf 100% Wasserkraft umgestellt. WienCont war europaweit der erste und einzige Terminal, der eine sogenannte „Schwungdurchfahrt" ermöglichte. Die Zugbehandlung unter Kran erfolgt, ohne Diesel-Verschub einsetzen zu müssen. Die Züge können mittels Schwungfahrt in den Terminal einfahren und ihn auch wieder ohne Einsatz eines dieselbetriebenen Rangierfahrzeugs verlassen. Dies ist ein großer Schritt in Richtung CO2 neutraler, intermodaler Transporte. Der Terminal ist „klima.aktiv-Partner“.
Ein hochmodernes, straßenseitiges OCR Foto-Gate ermöglicht seit einigen Jahren die großteils automatisierte Abwicklung der LKW-Anlieferung - die so reduzierten LKW-Durchfahrtszeiten bewirkten deutliche CO2-Einsparungen. Ende des Jahres 2024 konnte die OCR Technologie auch bahnseitig umgesetzt werden. Die digitale Erfassung von Zügen durch die schienenseitigen Fotogates bringt neben einer Effizienzsteigerung der Zugeingangskontrollen auch große Vorteile bei der Schadenserkennung an Ladeeinheiten, die über den Terminal abgewickelt werden. WienCont investiert laufend in die weitere Digitalisierung betrieblicher Abläufe, die nicht nur zur Effizienzsteigerung des Terminalbetriebs führen, sondern sich auch positiv auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen der Anlage auswirken werden. Mit Hilfe neuer Technologien und deren stetiger Weiterentwicklung, der Mitarbeit an richtungsweisenden Projekten im Bereich der Digitalisierung, der Zusammenarbeit mit den richtigen strategischen Partnern und der dementsprechenden Einstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, werden wir auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Umweltpolitik in Wien leisten.
Seit 47 Jahren ist WienCont stets in Bewegung! Die Anforderungen der Märkte entwickeln sich rasant und beständig weiter - und WienCont antwortet mit flexiblem Service in anerkannter Qualität, zuverlässiger Performance und der Anwendung von State-of-the-Art Technologien, für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit am Standort im Herzen Europas.
1. Geschäftsverlauf
In einem weiterhin von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld konnte WienCont im Zeitraum Jänner bis Dezember 2025 eine stabile Geschäftsentwicklung aufweisen. Die anhaltend hohe Auslastung des Depots führte im Lagerbereich zu einem deutlichen Anstieg der Erlöse. Mit 3.262 TEUR. lagen diese um 24% bzw. 629 TEUR über dem Vorjahr. Auch im Umschlagsbereich konnten die Umsatzerlöse gesteigert werden und liegen mit 10.459 TEUR um 1.050 TEUR (+11%) über dem Vorjahr.
Die Erlöse aus der Containerreparatur beliefen sich auf 2.230 TEUR. Das entspricht einem Rückgang von 1.079 TEUR bzw. -33% gegenüber dem Vorjahr.
Im Containerhandel wurden Umsätze von 4.031 TEUR erzielt – damit wurde das Vorjahresniveau um 41 TEUR bzw. 1% übertroffen. Die Containervermietung entwickelte sich ebenfalls positiv und generierte Umsätze von 426 TEUR, was einem Zuwachs von 55 TEUR bzw. 15% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Neben- und sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich auf 566 TEUR und lagen damit um 16 TEUR bzw. 3% über dem Vorjahreswert.
Die Gesamtleistung im Berichtszeitraum von 22.068 TEUR entspricht einer Steigerung von 964 TEUR bzw. 5% gegenüber dem Vorjahr.
Die Materialaufwendungen stiegen um 498 TEUR bzw. 9% gegenüber dem Vorjahr.
Der Personalaufwand erhöhte sich um 77 TEUR bzw. 1% gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund dafür sind die kollektivvertraglichen Anpassungen bei Löhnen und Gehältern. Im abgelaufenen Jahr beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 115 Dienstnehmer zu Vollzeitäquivalenten (Vj: 115). Davon entfielen 65 auf Arbeiter (Vj: 67) und auf Angestellte 50 (Vj: 48), davon 2 Geschäftsführer (Vj: 2).
Der sonstige betriebliche Aufwand belief sich auf 4.672 TEUR und lag damit um 225 TEUR bzw. 5% über dem Vorjahr. Der Aufwand für Fremdpersonal stieg auf 289 TEUR und lag damit um 192 TEUR über dem Vorjahr. Die Ursache hierfür war der zusätzliche bedarfsorientierte Einsatz von Leiharbeitskräften im Reparaturbereich infolge der hohen Auslastung im 1. und 2. Quartal 2025. Ein weiterer Grund für den Anstieg ist ein Forderungsausfall durch die Insolvenz eines Großkunden.
Das operative Betriebsergebnis vor Abschreibungen betrug 2.279 TEUR und lag damit um 166 TEUR bzw. 8% über dem Vorjahr. Dies unterstreicht die stabile operative Effizienz trotz einzelner rückläufiger Erlöse.
Nach Abschreibungen in Höhe von 1.588 TEUR und einem Finanzergebnis von 184 TEUR ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von 876 TEUR. Dieses liegt um 23 TEUR bzw. 3% über dem Vorjahr.
2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
Umsatz- und Ertragslage
Im Rahmen des Betriebs eines Containerterminals sind neben den Terminal-Leistungen der Umschlag, die Depot-Leistungen mit Lagerung und Containerreparatur sowie der Handel mit Containern die wesentlichen Dienstleistungen.
Mengenentwicklung
| 2025 | 2024 | ± Abs. | ± % | |
|---|---|---|---|---|
| Lagertage | 2.829.693 | 2.336.431 | +493.292 | +21 |
| Umschlag in TEU | 483.501 | 469.883 | +14.466 | +3 |
Ergebnisentwicklung
Kurzfassung Gewinn- und Verlust-Rechnung
| Finanzangaben in TEUR | 2025 | 2024 | ± Abs. | ± in % |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 20.974 | 20.262 | 712 | +3 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.094 | 841 | 253 | +30 |
| Gesamtleistung | 22.068 | 21.104 | 964 | 4 |
| Materialaufwand | -5.432 | -4.934 | 498 | +10 |
| Personalaufwand | -9.672 | -9.595 | 77 | +1 |
| Abschreibungen | -1.588 | -1.462 | 126 | +8 |
| Sonst. betriebliche Aufwendungen | -4.684 | -4.460 | 212 | +5 |
| Betriebsergebnis | 692 | 652 | 40 | +6 |
| Finanzergebnis | 184 | 201 | -17 | -8 |
| Ergebnis vor Steuern | 876 | 854 | 22 | +3 |
| Steuern | -48 | -46 | 2 | 4 |
| Verschmelzungsverlust | 0 | -374 | 374 | n.a. |
| Jahresüberschuss | 828 | 434 | -407 | -49 |
Die Umsatzerlöse konnten um 3% gegenüber den Werten des Vorjahres gesteigert werden; der Materialaufwand stieg um 10%. Der Anstieg des Personalaufwandes ist auf die kollektivvertraglichen Erhöhung der Bezüge zurückzuführen. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 5%, verursacht unter anderem durch den verstärkten Einsatz von Leihpersonal und einen Forderungsausfall.
Vermögenslage
| Kurzfassung Bilanz | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Angaben in TEUR | 2025 | 2024 | ± Abs. | ± in | % |
| Anlagevermögen | 6.829 | 6.582 | +247 | +4 | |
| davon Sachanlagen | 6.794 | 6.579 | +251 | +3 | |
| Umlaufvermögen | 14.726 | 13.906 | +820 | +6 | |
| Rechnungsabgrenzung | 127 | 102 | +25 | +25 | |
| Aktive latente Steuern | 31 | 38 | -7 | -18 | |
| Summe Aktiva | 21.713 | 20.627 | 588 | 3 | |
| Eigenkapital inkl. Invest-Zuschuss | 17.800 | 16.590 | +1210 | +7 | |
| Rückstellungen | 2.229 | 2.087 | +142 | +7 | |
| Verbindlichkeiten | 1.684 | 1.950 | -266 | -14 | |
| Summe Passiva | 21.713 | 20.627 | 588 | 3 | |
| Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen |
Die größten Veränderungen im Anlage- und Umlaufvermögen sind der Anschaffung
von 2
Leercontainerstaplern und dem positivem Cash Flow geschuldet.
Kennzahlen
| 2025 | 2024 | ±Abs | ± in % | |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalquote (gem. § 23 URG) in % | 81 | 80 | +1 | -1 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer (gem. | 0,0 | 0,0 | 0 | 0 |
| § 24 URG) in Jahren |
Liquiditäts- und Finanzlage
Cash-Flow Entwicklung
| Angaben in TEUR | 2025 | ± Abs. 2024 | ± in% | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 2.344 | +314 2.030 | +15 | ||
| Cash Flow aus dem Investitionsbereich | -963 | +174 -789 | 28 | ||
| Cash Flow aus dem Finanzbereich | 0 | 15 -15 | |||
| Veränderung liquider Mittel | 1.381 | 1.241 -185 | -13 | ||
| verschmelzungsbedingter Zugang | 0 | 1.679 | |||
| Bestand liquider Mittel zum 31.12. | 11.073 | 9.692 | 43 |
Der Anstieg des Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist vor allem auf Umsatzzuwächse zurückzuführen. Aufgrund der Auszahlung von Investitionszuschüssen kam es trotz Investitionen zu einer Erhöhung der liquiden Mittel.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Personalstand
| Durchschnittlicher Personalstand | 2025 | 2024 | ± Abs. | + in | % |
|---|---|---|---|---|---|
| Angestellte | 53 | 52 | 1 | 2 | |
| Arbeiter | 65 | 63 | 2 | 3 | |
| davon Geschäftsführer (Angestellte) | 2 | 2 | 0 | 0 |
2025 ist der durchschnittliche Mitarbeiterstand auf annähernd gleichem Niveau geblieben.
2. Nachtragsbericht
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
1. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken
1. Prognose 2026
Auch das Jahr 2026 verspricht, dem Terminal eine Vielzahl an Herausforderungen zu bringen. Neben den Auswirkungen der globalen Wirtschaftslage, kommen die Effekte von Unwegsamkeiten im europäischen Schienennetz, verursacht durch Bauarbeiten in Deutschland, Ungarn, Slowenien und Italien mit einer entsprechenden Unsicherheit auf den Betrieb zu. Vor allem umfangreiche Totalsperren auf den Streckenabschnitten Nürnberg-Regensburg sowie Obertraubling-Passau führen zu erheblichen Einschränkungen auf einer der wesentlichen Hauptstrecken im Schienengüterverkehr und werden sich entsprechend auf den Terminalbetrieb auswirken. Umleitungen über alternative Leitungswege können Kapazitätsengpässe, verlängerte Laufzeiten und Zugausfälle verursachen. Der Terminal wird mit erhöhter operativer Flexibilität reagieren, um die Zugsysteme bestmöglich aufrechtzuerhalten und die Fahrplantreue so weit wie möglich sicherzustellen.
Insgesamt bleibt der Umschlagsbetrieb für 2026 eher unberechenbar. 2026 wird die „Netzintelligenz" des Intermodalverkehrs in höchstem Maße gefordert sein – die Stakeholder in den kombinierten Verkehren müssen engmaschig kommunizieren und lösungsorientiert kooperieren. Um etwaige Zugausfülle zu kompensieren wird an einem Konzept einer regelmäßigen Zugverbindung mit den Adriahäfen gearbeitet.
Um die Reparaturauslastung im Werkstattbereich zu erhöhen, werden zusätzliche Umbauarbeiten an Containern, die im Eigentum diverser Klein- und Mittelbetriebe oder Vereine stehen, angeboten.
2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Der Terminal ist nach wie vor mit der Herausforderung verringerter Auslastung durch geringere Transportvolumen bei gleichzeitiger, hoher Fixkostenbelastung konfrontiert. Mengenrückgängen wird so weit wie möglich durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Anpassung von betrieblichen Abläufen begegnet. Ein Hauptaugenmerk liegt darauf, den Standort durch sein attraktives Serviceportfolio und die hohe Qualität der angebotenen Leistungen, nicht „austauschbar" zu machen.
Das Unternehmen erstellt einen IKS- und Risikomanagementbericht. Darüber hinaus werden einzelne Bereiche jährlich einer detaillierten und genauen IKS-Prüfung unterzogen. Das Risikomanagement erfolgt in enger Abstimmung mit und unter Einhaltung der von der Wien Holding vorgegebenen einheitlichen Standards.
II. Bericht über die Forschung und Entwicklung
2025 hat WienCont weiterhin in die Errichtung eines schienenseitigen Photogates investiert, das mittels OCR (Optical Character Recognition) Technologie große Fortschritte in der Schadenserkennung bringt und die bisher manuelle Zug-Eingangskontrolle am Terminal wesentlich zeiteffizienter gestaltet. Durch die Zeitersparnis in der Zugabwicklung können zusätzliche Kapazitäten aus dem Bestand generiert und die Produktivität der Anlage erhöht werden.
Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur erfolgte die Analyse der durch das straßenseitige OCR Gate generierten LKW-Daten am Ingate. Das Projekt wurde 2025 um die Analyse der Daten des bahnseitigen OCR Gates erweitert. Ziel der Analyse ist neben einer Effizienzsteigerung der Abläufe die optimierte Nutzung der Kapazitäten auf Terminal 1.
WienCont nimmt im Wege der UIRR als einziger österreichischer Terminal am EU-Förderprojekt EDICT teil. Im Rahmen des Projekts wird die Einbindung von Terminals in die digitalen Informationsketten im internationalen, unbegleiteten kombinierten Verkehr auf der Schiene in Europa vorangetrieben. Darüber hinaus ist WienCont gemeinsam mit anderen wichtigen Binnenhäfen und Terminals Projektpartner im Horizon Europe Programm im Projekt Multireload. Zielsetzung des Projekts ist die Senkung der Treibhausgasemissionen im multimodalen Güterverkehr. Heute werden rund 75% des Güterverkehrs auf der Straße abgewickelt, das Projekt sucht nach intelligenten multimodalen Logistik-Lösungen, die eine Verlagerung auf die Binnenschifffahrt und die Schiene erleichtern sollen.
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441 Containerterminal GmbH Freudenauer Hafenstr, 8-10 A-1020 Wien Tel. +43/1/727 72 office@wiencontsgmWgang Löhr, MBA
Wien, am 20. Februar 2026