Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Rahmenbedingungen
Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen waren 2025 weiterhin sehr angespannt. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauerte an, zudem eskalierte der Nahostkonflikt. Die im Jahr 2025 angekündigten und teilweise umgesetzten US-Zölle auf Importe aus der EU haben die österreichische Wirtschaft zusätzlich belastet. Insbesondere die angespannte Budgetsituation der öffentlichen Hand sowie die Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen beeinflussten die Beschaffungs- und Investitionsentscheidungen vieler Kunden. Diese Rahmenbedingungen führten in Österreich zu einem stagnierenden Bruttoinlandsprodukt. Der Großteil der Volkswirtschaften in der EU zeigte dennoch niedrige positive Wachstumsraten. Der IT-Markt entwickelte sich im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, aber auch im Vergleich zum Vorjahr positiver. Bechtle konnte sich den konjunkturellen Belastungen dennoch nicht vollständig entziehen.
Gesamtwirtschaft
Die Gesamtwirtschaft legt leicht zu. Auch das Jahr 2025 war von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Gründe hierfür waren unter anderem der anhaltende Krieg in der Ukraine und die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten. Zudem kam es im Geschäftsjahr 2025 weltweit zu deutlichen Preissteigerungen und Einschränkungen bei der Verfügbarkeit im Bereich der Speichertechnologien. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU stieg 2025 laut Zahlen der Europäischen Kommission dennoch um von 0,9 % auf 1,1% leicht an. Innerhalb der Bechtle Märkte in der EU war die Entwicklung erneut unterschiedlich.
Branche
Trotz der für die Entwicklung der Gesamtwirtschaft starken Einflüsse des Kriegs in der Ukraine, des Nahostkonflikts bzw. den US-Wahlen und damit einhergehenden Begleiterscheinungen wie beispielsweise Inflation, zeigte sich einmal mehr die Resilienz der IT-Branche in der EU. Das Geschäft mit IT-Hardware und Services legte um 9,3 % bzw. 9,2 % zu. Die Softwareumsätze waren mit 13,2 % erneut Wachstumstreiber.
Prognose
Gesamtwirtschaft
In ihrer Frühjahrsprognose 2025 geht die Europäische Kommission davon aus, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union trotz eines herausfordernden geopolitischen und handelspolitischen Umfelds moderat fortsetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU soll im Jahr 2026 um rund 1,1 % wachsen, nach einem Anstieg von 0,9 % im Jahr 2025. Die wirtschaftliche Erholung wird dabei insbesondere durch eine rückläufige Inflation, steigende Realeinkommen und eine allmähliche Belebung der Investitionstätigkeit getragen.
Die grundsätzlich positive Wachstumserwartung für die Europäische Union zeigt sich auch in den meisten für Bechtle relevanten Märkten. Unterjährig sollen die Wachstumsraten in den Quartalen relativ konstant bleiben. Am unteren Ende der Skala befinden sich erneut Deutschland mit einer erwarteten Wachstumsrate von 0,0 % bis 0,2 % und Österreich mit -0,3 % bis +0,2 %.
Die weltweiten IT-Ausgaben sollen im Jahr 2026 laut dem Marktforschungsinstitut Gartner um 7,9 % zulegen. Getrieben sei dieses Wachstum insbesondere von Investitionen in KI-fähige Rechenzentren und entsprechende Netzwerkrechner. In Europa wird ein Wachstum von 8,7 % erwartet. Die Softwareumsätze sollen dabei sogar um 13,5 % steigen. Auch IT-Services und IT-Hardware werden 2026 laut Gartner mit einem Plus von 9,2 bzw. 9,3 % stark nachgefragt.
In Bezug auf die künftig erwartete wirtschaftliche Situation in den relevanten Ländermärkten sieht der Bechtle Konzern weder durch eine Anderung der rechtlichen Rahmenbedingungen noch durch die Umsetzung größerer politischer Maßnahmen konkrete Einflüsse auf die Nachfragesituation. Jedoch ist die gesamtwirtschaftliche Situation in Europa weiterhin von Anspannung geprägt. Der andauernde Krieg in der Ukraine, aber auch der Nahostkonflikt und damit einhergehende mögliche makroökonomische Auswirkungen, die angespannte politische Situationen im In- und Ausland sowie die Marktverwerfungen bei den Speichertechnologien belasten die konjunkturelle Entwicklung, auch wenn die prognostizierten Wachstumsraten eine konjunkturelle Aufhellung versprechen. All diese Faktoren können mittelbare Einflüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung der Bechtle Gruppe haben, sind aber weder von der Eintrittswahrscheinlichkeit her noch von Ausmaß und Dauer verlässlich einzuordnen und zu bewerten. Die Wechselkursentwicklung spielt in den meisten Ländern mit Bechtle Präsenz keine große Rolle, da diese dem Euroraum angehören und wir zum Großteil entsprechend in Euro einkaufen und fakturieren.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz des Unternehmens betrug im Geschäftsjahr 2025 268,45 Mio. Euro und liegt somit 7,59 % Prozent unter dem Umsatz des Vorjahres (290,51 Mio Euro). Der gegenüber dem Vorjahr ausgewiesene Umsatzrückgang ist überwiegend auf einen Sondereffekt im Geschäftsjahr 2024 zurückzuführen. In diesem Zeitraum wurden konzerninterne Liefer- und Beschaffungsgeschäfte für die Bechtle Logistik & Service GmbH in Deutschland in Höhe von rund 18 Mio. € realisiert. Da diese Umsätze im Geschäftsjahr 2025 nicht angefallen sind, ist die Vergleichbarkeit der Umsatzentwicklung zwischen den beiden Jahren eingeschränkt. Ohne Berücksichtigung der im Vorjahr enthaltenen konzerninternen Handelsumsätze von rund 18 Mio. € hätte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 knapp 1,4 % unter Vorjahresniveau befunden.
Der Umsatz mit Kunden der öffentlichen Hand lag im Geschäftsjahr 2025 unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür waren die angespannte Budgetsituation der öffentlichen Hand und die damit einhergehende verschobene oder reduzierte Investitionsbereitschaft der öffentlichen Auftraggeber.
Lagebericht Geschäftsjahr 2025
Wie in der Vergangenheit auch, war einer der Schwerpunkte die Steigerung der Kosteneffizienz durch Automatisierungen der verschiedenen innerbetrieblichen Abläufe (beispielsweise Administration) und die Bekämpfung des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften, der insbesondere durch demographischen Wandel und durch Zunahme der Digitalisierung und KI verstärkt wird. Bechtle wird daher weiterhin im verstärkten Ausmaß versuchen, dieses wichtige Management-Thema über bereits eingeleitete diverse Maßnahmen, wie z.B. Weiterbildung durch die eigene Akademie, Lehrlingsausbildung, Umschulungen für Quereinsteiger, duale Stundenausbildung bzw. spezifisches Praktikum mittels einer stark aufgestellten Personalentwicklungs- und Recruiting-Abteilung weiter auszubauen, um diesen Problemen erfolgreich entgegenzuwirken.
2. Ausgewählte Finanzkennzahlen
2.1. Kennzahlen der Ertragslage
Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandveränderungen) betrug im Berichtsjahr insgesamt T€ 268.454 (im Vorjahr: T€ 290.512).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug im Berichtsjahr T€ 18.913 (im Vorjahr: T€ 19.670) und veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 757.
Die Umsatzrentabilität (bezogen auf EBIT) betrug im Berichtsjahr demnach 7,05 % (im VJ: 6,77 %).
Die Eigenkapitalrentabilität (bezogen auf EvS) betrug im Berichtsjahr 22,16 % (im VJ: 28,05 %).
Die Gesamtkapitalrentabilität (bezogen auf EBIT) betrug im Berichtsjahr 15,10 % (im Vorjahr: 16,52 %).
2.2. Kennzahlen der Vermögens- und Finanzlage
Das Working Capital betrug im Berichtsjahr T€ 75.164 (im Vorjahr: T€ 59.825).
Die Eigenkapitalquote betrug im Berichtsjahr 68,13% (im Vorjahr 58,90%).
2.3. Geldflussrechnung
Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Berichtsjahr T€ 19.163 (im Vorjahr: T€ 19.476).
3. Zweigniederlassungen
Es bestehen keine eingetragenen Zweigniederlassungen. Die Anzahl der Geschäftsstellen blieb im Vergleich zum Vorjahr gleich.
4. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Geschäftsführung weiterhin ein anspruchsvolles, aber grundsätzlich stabiles Marktumfeld. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Osterreich dürfte sich nach der schwachen Konjunkturphase schrittweise stabilisieren. Die Unsicherheit hinsichtlich geopolitischer Entwicklungen, öffentlicher Budgets, Zinsen, Energiepreisen und internationaler Lieferketten bleibt jedoch erhöht.
Wie bereits in den vorigen Lageberichten angemerkt, wurde unter der Begleitung des Vorstandes der Bechtle AG intensiv an der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Marktbearbeitung sämtlicher Bechtle-Organisationen in Österreich gearbeitet.
Nach dem Zusammenschluss der Bechtle direct GmbH und der Bechtle IT-Systemhaus GmbH zur Bechtle Austria GmbH im Jahr 2024 arbeitet die Gesellschaft weiterhin am Ausbau und der Weiterentwicklung des Multichannel Konzeptes. Bechtle verfolgt damit ein auf stärkeres Wachstum ausgerichtete Strategie, die Online-Direktvertrieb mit Vor-Ort-Betreuung kombiniert. Dadurch entsteht ein großer Multichannel- IT-Anbieter flächendeckend in ganz Österreich. Kunden aus Industrie und Verwaltung ermöglicht Bechtle Austria sowohl die schnelle Beschaffung von IT-Infrastruktur als auch IT-Services aus einer Hand. Das ist in dieser Ausprägung ein Alleinstellungsmerkmal im österreichischen Markt. Bechtle verspricht sich von der Neuausrichtung und Weiterentwicklung dieses Multichannelansatzes einen deutlichen Wachstumsschub und den Gewinn weiterer Marktanteile.
5. Forschung und Entwicklung
Die Bechtle betreibt derzeit keine wesentliche Forschung und Entwicklung in Österreich.
6. Risikoberichterstattung
Allgemeine und spezielle Ausfallsrisiken bei den Kundenforderungen werden durch Vornahme von Pauschal- und Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
Betreffend Fremdwährungsrisiko ist festzuhalten, dass viele Verträge mit Lieferanten (Herstellern) der Bechtle Austria GmbH auf US-Dollar basieren. Um auf die derzeitige Wechselkursproblematik zwischen den Währungen EURO und US-Dollar zu reagieren, erfolgen seitens der Bechtle bei einzelnen Projekten entsprechende Wechselkursabsicherungen.
Das Zinsänderungsrisiko als Zahlungsstromrisiko wird als gering eingestuft. Es werden keine Derivativgeschäfte zur Absicherung getätigt. Die Außenfinanzierung erfolgt überwiegend konzernintern.
Wien, am 28. September 2026
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