Inhaltsverzeichnis
A. Geschäftsverlauf
1. Allgemeine Wirtschaftsentwicklung
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Österreich geriet im Jahr 2024 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Hohe Preise auf allen Wirtschaftsstufen sowie ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen dämpften die Konjunktur.
Osterreichs Wirtschaftsleistung schrumpfte im Jahr 2024 um -0,9% und entwickelte sich damit deutlich schwächer als jene der Eurozone (Eurozonen-BIP: +1,3%). Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2024 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Während die Herstellung von Waren sowie der Bau besonders stark von der Rezession betroffen waren, konnten die meisten Dienstleistungsbereiche ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich ausweiten. Daher wird für 2025 für die Dienstleistungsbranche mehrheitlich von einem geringfügigen Wachstum ausgegangen. Sinkende Investitionen, ein stagnierender Konsum sowie schwache Exporte führen 2025 zu einem erwarteten BIP Rückgang um -0,3% (WIFO) bzw. -0,2% (IHS).
Die Verbraucherpreise in Osterreich haben sich im Jahresdurchschnitt 2024 um +3,1% gegenüber 2023 erhöht. Zwar fiel die Inflationsrate für 2024 damit geringer aus als im Vorjahr (+7,7%), Osterreichs Inflation liegt aber dennoch deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt (+2,4%). Die Inflation ging 2024 stark zurück, der Anstieg des Stromnetzentgelts dürfte allerdings dazu beitragen, dass die Inflation auch 2025 oberhalb des EZB-Ziels bleiben wird. Die Investitionen gehen das dritte Jahr in Folge zurück. Nach zwei Jahren mit starken Einbrüchen der Bruttoanlageninvestitionen, wird für 2025 mit einem weiteren geringfügigen Rückgang (WIFO: -0,4%, IHS: -0,2%) gerechnet.
2. Ertragslage
Der Bruttoumsatz ist gegenüber dem Jahr 2023 um 12,4% gesunken.
Die Handelsspanne ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gefallen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war 2023 um 31,3 % niedriger als im Vorjahr und betrug EUR 2,8 Mio.
Der Jahresüberschuss bezogen auf die Betriebsleistung betrug im Geschäftsjahr 2024 1,2% (VJ 1,9%).
Kennzahlen zur Ertragslage:
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| in % | in % | |
| Return on Sales (ROS) | 2.3 | 2.9 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | 4,3 | 8,2 |
| (Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 5,7 | 11,8 |
3. Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich per 31.12.2024 gegenüber dem Vorjahr um TEUR +33.419 (+70,0%).
Die Veränderung auf der Aktivseite ergab sich im Wesentlichen aus einem Anstieg der Forderungen Lieferungen und Leistungen von TEUR 27.492 und einem Anstieg bei den Vorräten um TEUR 10.433. Kompensiert wurden diese Erhöhung v.a. durch einen Rückgang der Liquiden Mittel von TEUR 5.630. Zudem sind die Positionen Anlagevermögen (+ TEUR 697) und Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände (+ TEUR 439) angestiegen.
Die Passivseite weist im Wesentlichen Erhöhungen des Eigenkapitals von TEUR 1.262 und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 15.155 sowie der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von TEUR 17.873 aus. Dem gegenüber steht ein Rückgang der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen von TEUR 1.234.
Es ergibt sich somit folgende Bilanzstruktur:
| Anteil 2024 Anteil 2023 | Anteil 2024 | Anteil 2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| in % | in % | in % | in % | |
| Anlagevermögen | 2,8 | 3,3 Eigenkapital | 36,2 | 59,0 |
| Umlaufvermögen | 97,2 | 96,7 Fremdkapital | 63,8 | 41,0 |
Die Überdeckung des Anlagevermögens durch das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag EUR 27,1 Mio.
Die Nettoverschuldung erhöhte sich aufgrund der Steigerung der Finanzkredite um TEUR 23.661 im Vergleich zum Vorjahr. Daraus ergibt sich ein Nettoverschuldungsgrad von 90,9% (10,91 Prozentpunkte gegenüber 2023).
Das Working Capital erhöhte sich um EUR 7,3 Mio. bzw. 35,8% gegenüber dem Vorjahr.
4. Finanzlage
Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im aktuellen Geschäftsjahr
TEUR -21.073, verglichen mit TEUR +11.618 im Vorjahr. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf die im GJ aufgebauten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie erhöhten Vorräte zurückzuführen. Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit veränderte sich von TEUR -828 im Vorjahr auf TEUR -1.312 im laufenden Geschäftsjahr.
Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt EUR +16,8 Mio, da im Geschäftsjahr neue Darlehen bei Kreditinstituten aufgenommen wurden. Insgesamt beträgt die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes TEUR -5.630, so dass der Finanzmittelbestand am Ende der Periode mit TEUR 932 erreicht wird.
5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Im Geschäftsjahr 2024 wurden im Jahresschnitt mit 78 Angestellten um 1 Personen mehr beschäftigt als im Vorjahresschnitt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen die wichtigste Ressource der Gesellschaft dar. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr einumfangreiches Weiterbildungsprogramm angeboten, welches neben dem kontinuierlichen Aufbau von fachlichem Knowhow auch die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter fördert und sicherstellt.
B. Risikosituation
Der Geschäftserfolg hängt, neben der Gestaltung der internen Organisation, auch von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sowie der Entwicklung der Entwicklungsländer ab.
Der starke Wettbewerb im Großhandel erfordert es, insbesondere in der Gestaltung des Warensortimentes, relativ kurzfristig auf veränderte Kundenbedürfnisse zu reagieren. Die vorwiegende Kundenstruktur im NPO-Bereich erfordert auch zum Teil die Übernahme einer Finanzierungsfunktion für die Abnehmer, wodurch auch ein permanentes Debitorenrisiko gegeben ist.
Insbesondere bei einem Großprojekt mit Pakistan kam es zu einer Verzögerung des Projektabschlusses woraus sich ein längerer Projektzeitraum ergeben hat und somit eine erhöhte Finanzierungsfunktion notwendig ist.
Die beiden Hauptrisikofaktoren, Warenlager und Kundenforderungen, werden in der Verantwortung der Geschäftsführung gesteuert und durch ein zentrales Berichts- und Kontrollwesen überprüft.
Die Trump-Regierung hat in ihrer zweiten Amtszeit am Anfang des Jahres 2025 drastische Kürzungen in der US-Entwicklungshilfe vorgenommen. Über 90% der Verträge der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) wurden beendet, was Einsparungen von rund 60 Milliarden US-Dollar bedeutet. Diese Maßnahmen führten zur sofortigen Einstellung zahlreicher humanitärer Programme, darunter solche zur HIV-Prävention, Bildung für Frauen in Afghanistan und Nahrungsmittelhilfe in Krisengebieten . Die Kürzungen sind Teil der "America First"-Agenda und wurden trotz internationaler Kritik und laufender Gerichtsverfahren umgesetzt. Wie nachhaltig diese Umsetzungen sind, bleibt abzuwarten. Das Risiko aus Umsätzrückgängen im GJ 2025 und 2026 ist jedoch immanent.
C. Die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die geopolitische Situation hat sich wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der daraus verbundenen EU Sanktionen verändert. Auf Grund dessen haben sich die Warenströme verschoben.
Vertriebsseitig hat sich auch das erste Halbjahr 2025 gut entwickelt, da Großprojekte mit guten Bruttomargen nach Verzögerung abgeschlossen werden konnten. Die Aufrechterhaltung der geplanten Bruttomarge wird durch steigende Einkaufs- sowie Energiepreise herausfordernd. Wie sich die gestiegenen Zinsen und der bestehende Russland-Ukraine-Konflikt auf die Geschäftsentwicklung auswirken, bleibt abzuwarten.
D. Forschung und Entwicklung
Da die Amex Healthcare GmbH ausschließlich Handelsumsätze tätigt, wurden keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsbereiche unterhalten.
E. Zweigstellen
Das Unternehmen verfügt im Geschäftsjahr 2024 über keine Zweigstellen. Die Errichtung von Zweigstellen ist nicht geplant.
men, am 16.03 L
(Marie Kleiber)
(Edwin Kleiber)