Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Die Weinkellerei Aigner erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 28.352.811,28€ (Vj: 25.085.809,07€).
Im Jahr 2025 konnten 14,306 Millionen Liter Flaschenwein (Vj: 13,557 Mio. Liter) abgesetzt werden.
Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 14,999 Mio. Liter in Flaschen (Vj: 13,801 Mio.) abgefüllt und zusätzlich 0,7 Mio. Liter Fasswein (Vj: 0,7 Mio) verkauft.
Investitionen
Die steigenden Absatzmengen und Qualitätsanforderungen unserer Kunden, auch im Preiseinstiegssegment, die Weinbereitung für Lohnfüllkunden, die aufgrund des Klimawandels kürzer werdenden Weinlesen sowie der zunehmende Trend zu Ready-to-Drink-Produkten und Weinmischgetränken erfordern nach der Erweiterung der Lagerkapazitäten im Fertigwaren- und Tanklagerbereich sowie der Gär- und Kühlkapazitäten als nächsten Schritt den weiteren Ausbau der Automatisierung und die Einführung zusätzlicher Technologien im Keller. Angesichts des Wachstums der vergangenen Jahre und zur Sicherstellung der Versorgung sind in den kommenden Jahren darüber hinaus zusätzliche Lagerkapazitäten erforderlich.
Das sich laufend verändernde Konsumverhalten und die daraus resultierenden Kundenanforderungen erfordern eine sukzessive Anpassung unserer Abfülltechnologie. Insbesondere das weiterhin starke Wachstum im Ready-to-Drink- und Convenience-Cocktail- Segment erhöht einerseits die Saisonalität, vor allem im Zeitraum von April bis September, und macht andererseits die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten sowie die Einführung neuer Technologien in den Bereichen Filtration und Abfüllung erforderlich. Nur dadurch kann die Versorgungs- und Produktsicherheit für unseren Hauptkunden auch künftig auf dem gewohnt hohen Niveau gewährleistet werden.
Der weitere Ausbau der Produktions- und Lagerkapazitäten erfordert gleichzeitig einen entsprechenden Ausbau der Energieinfrastruktur im Bereich der Strom- und Wärmeversorgung. Um den Zielen unserer Umwelt- und Nachhaltigkeitsstrategie gerecht zu werden, muss der Ausbau der Photovoltaikanlagen konsequent fortgeführt und ergänzend in Energiespeichersysteme investiert werden.
Um den sich laufend ändernden gesetzlichen Anforderungen sowie der zunehmenden Bürokratie innerbetrieblich gerecht zu werden, sind zusätzliche Personalressourcen sowie die entsprechende Integration der Prozesse in unser IT-System erforderlich.
Weitere Investitionen betreffen neben Verbesserungs- und Instandhaltungsmaßnahmen insbesondere den Ausbau elektronischer Datenschnittstellen zu unseren Hauptkunden sowie die damit verbundene Weiterentwicklung und Optimierung unseres EDV-Systems.
Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, investieren wir kontinuierlich in die Instandhaltung der Gebäude sowie in die Verbesserung der Qualitäts- und Hygienemaßnahmen.
Analyse mittels finanzieller und nicht finanzieller Leistungsindikatoren
Der Anlagendeckungsgrad zum 31.12.2025 beträgt 223,28% (Vj: 232,41%). Der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals i. V. zum Gesamtkapital beträgt rund 6,6% (Vj: 6,3%).
Das Ergebnis vor Steuern beträgt 2025 4.005.023,89 €. Dies entspricht einer Umsatzrentabilität von 14,84% (Vj: 13,69%).
Die Eigenkapitalquote (URG) mit rund 73 % (Vj: 87 %) und die Schuldentilgungsdauer mit 1,16 Jahren liegen weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen.
Bericht über zukünftige Entwicklungen und Risiken
Zukünftige Entwicklungen des Unternehmens
Die Prozessoptimierung durch Neu- und Ersatzinvestitionen sowie die Reduzierung der Energiekosten mithilfe unserer Photovoltaikanlage sind zentrale Bestandteile unseres Optimierungsprogramms. Sie eröffnen signifikante Einsparungspotenziale und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Die überdurchschnittliche Weinernte 2025 (+36 % gegenüber 2024 bzw. +10 % gegenüber dem 5- jährigen Durchschnitt) ermöglichte es uns, unsere Hauptkunden weiterhin mit österreichischem Wein zu beliefern, die gestiegenen Absatzmengen abzudecken und die Lagerbestände moderat auszubauen. Gleichzeitig sanken die Traubenpreise um 5 bis 10 Cent je Kilogramm, was zu einer Verringerung der Weinpreise um rund 8 bis 13 Cent je Liter führte. Nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Energiekrise stehen wir erneut unter erheblichem Preisdruck, sodass für das Jahr 2026 mit einer rückläufigen Ergebnisentwicklung gegenüber dem gutem Jahr 2025 zu rechnen ist.
Zusätzliche Herausforderungen für die Absatz- und Umsatzentwicklung ergeben sich aus: ➢ ➢ ➢ geänderten Aktionsund Preisstrategien unserer Kunden einem veränderten Konsumverhalten nach der Corona-Pandemie, verstärkt durch die allgemeine Teuerung seit Ausbruch des Ukraine-Krieges sowie den spürbaren Kaufkraftverlust der steigenden Saisonalität im Zeitraum von April bis September vertraglich bedingt höheren Energie-, Rohstoff- und Verpackungskosten einer schwer einschätzbaren Absatzentwicklung, insbesondere bei Rotwein, die die Bevorratung vor große Herausforderungen stellt
Sollte die heimische Weinernte 2026 zufriedenstellend ausfallen, erwarten wir stabile Preise für Weißwein sowie gleichbleibenden Preise auf niedrigem Niveau für Rotwein, trotz anhaltender Belastungen durch Personalmangel und steigende Produktionskosten.
Unsere Erfahrungen aus dem Jahr 2016 zeigen, dass die Versorgung unseres wichtigsten Inlandskunden mit Rebsortenweinen aus den Nachbarländern eine verlässliche Ausweichstrategie darstellt und die Versorgungssicherheit gewährleistet.
Im Exportmarkt Deutschland mussten wir auf einem sehr niedrigen Preisniveau abschließen. Bei unserem größten deutschen Kunden rechnen wir beim Grünen Veltliner aufgrund des unveränderten Preisniveaus für den Endverbraucher mit stabilen Absatzmengen. Für den ZWeigelt wurden sowohl die nationale Listung als auch die Zwei-Lieferanten-Strategie beibehalten. Dadurch ist trotz niedrigerer Endverbraucherpreise auch in diesem Segment mit rückläufigen Flaschenabsätzen, jedoch weitgehend konstanten Absatzmengen in Litern zu rechnen.
Sehr erfreulich ist hingegen, dass wir aufgrund unserer BIO-Zertifizierung und des steigenden Qualitätsniveaus zusätzliche Artikel im Rahmen der saisonalen Weinlese liefern dürfen und daher insgesamt von einem steigenden Absatzvolumen ausgehen.
Bei weiteren deutschen Kunden verzeichnen wir hingegen auf niedrigem Mengenniveau deutliche
Absatzrückgänge sowie nur geringes Interesse an zusätzlichen Sorten.
Die Tankweinexporte in die Schweiz haben sich hingegen bei leicht höheren Preisen und sehr guter
Qualität stabilisiert.
Für das Jahr 2026 konzentrieren sich die Hauptinvestitionen auf:
➢ die Fertigstellung des im Jahr 2024 begonnenen Zubaus (Erweiterung der Gär- und Lagerkapazitäten im Keller sowie des Fertigwarenlagers) ➢den weiteren Ausbau einer nachhaltigen Energieversorgung
Im laufenden Geschäftsjahr 2026 beobachten wir auf dem heimischen Markt in den ersten Monaten einen leichten Rückgang des Weinabsatzes sowie einen zunehmenden Trend zu Ready-to-Drink- Produkten in Kleinflaschen.
Insgesamt gestaltet sich die Zusammenarbeit mit unserem Hauptkunden sehr positiv. Das klare Bekenntnis zu österreichischem Wein, die gemeinsame Innovationskraft und die konsequente Umsetzung von Markttrends bilden eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung.
In diesen herausfordernden Zeiten bekennt sich die Weinkellerei Aigner zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung und wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um flexibel auf die dynamischen Veränderungen des Marktes reagieren zu können.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten („allgemeiner“ Risikobereich)
Das Risiko von Ernteschwankungen bei Wein als landwirtschaftliches Produkt wird immer bleiben und ist aufgrund zunehmender Häufigkeit von Wetterkapriolen als tendenziell steigend einzuschätzen.
Zudem liegt nach wie vor die Herausforderung bei den hohen Kosten.
Zudem spüren wir schon jetzt die herausfordernden Teuerungen in der Produktion, Logistik, Energie, Personal, Rohstoffen, usw. wobei sich die Materialverfügbarkeit sowie Logistikkapazitäten wiederum normalisiert haben.
Diese Prozesse haben sich durch die Auswirkungen in der Ukraine vor allem in Europa verstärkt und beschleunigt.
Da Menge und Qualität von der Jahreswitterung abhängen, resultieren daraus entsprechende Preisund Mengenschwankungen, die auch von der Marktsituation auf den ausländischen Weinmärkten mitgeprägt werden.
Zur Minimierung des unternehmerischen Risikos durch Missernten trägt einerseits die Erfahrung aus 2016 durch die Sortimentsergänzung mit Rebsortenweinen aus den Nachbarländern bei und andererseits soll in Jahren guter wirtschaftlicher Ergebnisse durch zweckgebundene Gewinnverwendung z. B. Rücklagenbildung eine finanzielle Reserve gebildet werden.
Verwendung von Finanzinstrumenten
Zur Absicherung des variabel verzinsten Kredits (per 31.12.2025 EUR 5.333.336,00) wurde ein Zins- Swap abgeschlossen. Damit wird das Risiko eines steigenden Zinsniveaus begrenzt.
2. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Sinne von Nachhaltigkeit werden weiterhin mögliche Einsparungspotenziale geprüft und teilweise umgesetzt, so z.B. die Reduktion des Flaschengewichtes und die Umstellung auf unbedruckte, neutrale Kartons im 0,75L-Segment.
An Neuentwicklungen im Ready-to-Drink Segment wird weiterhin an neuen Ideen geforscht.
3. Bericht über Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
Gumpoldskirchen, am 08.10.2026
Robert Hannes Aigner
Ing. Rudolf Himmelsberger, Akad. Dipl.-Genol