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Lagebericht 2025/26

Pirlo Industrial GmbH & Co OG

Original-PDF

Stichtag 31. Jän. 2026 · Eingereicht am 29. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Pirlo Industrial GmbH & Co OG

1. Geschäftsverlauf und Wirtschaftslage

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin sehr verhalten. In den Hauptmärkten der Gesellschaft, Österreich und Deutschland, stabilisierte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach zweijähriger Rezession. Das BIP wuchs in Deutschland um 0,2% und in Österreich um 0,6%. Die Nachfrage im produzierenden Gewerbe, und insbesondere im Industriesektor, war weiterhin schwach.

Die gesamtwirtschaftliche Situation wirkte sich auch auf die Metallverpackungsbranche aus, deren Konsolidierung sich weiter fortsetzte. Einzelne traditionsreiche Mitbewerber mussten Standorte schließen, Insolvenz anmelden oder wurden liquidiert bzw. übernommen.

Österreich hat als Industriestandort wesentlich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, ein Trend der schon längere Zeit anhält und sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter fortgesetzt hat. Die kumulierte Verbraucherpreisinflation in Österreich betrug im Fünfjahreszeitraum von 2020 bis 2025 31% und lag damit im Euro-Raum im Spitzenfeld. Lediglich die baltischen Staaten, die Slowakei und Kroatien verzeichneten höhere Inflationsraten. Entsprechend hohe Kollektivvertragsabschlüsse führten dazu, dass die Lohnstückkosten in Österreich deutlich über dem Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten angestiegen sind. Da fast alle Wettbewerber der Gesellschaft außerhalb von Österreich angesiedelt sind, ergibt sich aus der Dynamik der Lohn- und Gehaltskosten in Österreich ein Wettbewerbsnachteil.

Trotz des rezessiven Marktumfelds konnte die Gesellschaft dank intensiver Marketing-, Vertriebs- und Produktentwicklungsaktivitäten sowohl den Absatz als auch den Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern. Höhere Rohstoff- und Energiepreise und gestiegene Lohnund Gehaltskosten wirkten sich negativ auf die Rentabilität aus und schmälerten den Jahresgewinn gegenüber dem Vorjahr um 84 TEUR.

Die Gesellschaft verfügt über eine starke Bilanz, die im abgelaufenen Geschäftsjahr erhalten und verbessert werden konnte. Der operative Cashflow reichte aus, die Investitionen vollständig zu finanzieren und die Eigenkapitalquote auf hohem Niveau zu halten. Das Investitionsprogramm wurde trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds ohne Einschränkungen fortgesetzt.

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
WJ 2025/26WJ 2024/25
Jahresgewinn TEUR1.6641.748
Eigenkapitalquote87,1%86,9%
Fremdkapitalqoute12,4%12,5%
Operativer Cash Flow TEUR2.8422.738
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit TEUR-1.799-2.462
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit TEUR-1.046-2.155

Die Gesellschaft unterhält keine Zweitniederlassungen.

2. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung und Risiken

Im ersten Quartal 2026 blieb das Wirtschaftswachstum in den Hauptmärkten der Gesellschaft und in der EU insgesamt weiter verhalten. Das BIP der EU wuchs real um 0,1% gegenüber dem Vorjahresquartal.

Zunehmende geopolitische Spannungen stellen ein wesentliches Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung dar. Neben protektionistischen Maßnahmen im Welthandel und dem Krieg in der Ukraine wirken sich die bewaffneten Auseinandersetzungen im Nahen Osten belastend aus. Eine zeitweise Sperre der Straße von Hormus führte zu deutlichen Preissteigerungen von Ol und Erdgas und deren Derivaten, sowie zu Beeinträchtigungen wesentlicher Lieferketten. Kunden der Gesellschaft sind von Rohstoffverknappungen betroffen, was die Nachfrage nach Verpackungslösungen der Gesellschaft dämpfen kann.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung war im ersten Quartal solide. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich die Auswirkungen der geopolitischen Lage erst in den kommenden Monaten deutlicher zeigen.

Die Gesellschaft ist mit einer sehr starken Bilanz mit hoher Eigenkapitalquote und keinerlei Bankverbindlichkeiten in einer guten Position, gesamtwirtschaftliche Krisen zu bewälligen.

Die Gesellschaft setzt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als originäre Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente kommen nicht zum Einsatz.

Ein strukturiertes Mahnwesen identifiziert potenzielle Forderungsausfälle frühzeitig, sodass Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Finanzplanung stellt sicher, dass keine Liquiditätsengpässe entstehen und die Gesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Das Fremdwährungsrisiko ist gering.

Die Gesellschaft ist Mitglied eines Cash-Pooling-Verbunds, der von ihrer Muttergesellschaft betrieben wird und dem auch die Schwestergesellschaften angehören. Dieser Verbund ermöglicht eine effiziente Nutzung der liquiden Mittel seiner Mitglieder.

3. Forschung und Entwicklung

Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden Innovationen und Sortimentserweiterungen für Nischenmärkte konsequent fortgeführt und Maßnahmen zur Materialeinsparung gesetzt. Die internen Prozesse und Abläufe werden laufend verbessert und weiterentwickelt.

4. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Nach dem Abschlussstichtag traten keine Ereignisse von besonderer Bedeutung ein.

Korneuburg, am 20. Juli 2026

Der geschäftsführende Gesellschafter Pirlo Holding GmbH

Mag. Wolfgang Sch

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